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Abd al-Karim/ Abd el-Krim (* 1882, † 1963) war Führer der Rif-Berber
Abd al-Karim wurde 1880/1882 in Agadir geboren und war Sohn bedeutender Stammesführer im Rif-Gebirge. Nach einem Theologiestudium in Tetouan und Fes arbeitete er zwischen 1910 und 1913 als Lehrer. Nachdem er 1915 und 1916 in spanischer Haft verbracht hatte, wurde er 1921 von den aufständischen Stämmen des Rif-Gebirges zum Emir ausgerufen. Als Präsident der Rif-Republik in Nordmarokko proklamierte er die Unabhängigkeit von der spanischen Herrschaft. Bei Anual wurden die spanischen Truppen besiegt und aus dem Land vertrieben. Die Spanier konnten sich nur noch in Tetouan und Melilla halten. Nachdem 1924 die spanischen Truppen erneut geschlagen wurden, stieß Abd al-Karim in das französische Protektorat vor und konnte erst kurz vor Fes durch die Franzosen gestoppt werden.
Nun begann 1925 die französisch-spanische Gegenoffensive unter Pétain mit 250.000 Mann, so dass Abd al-Karim sich am 27. Mai 1926 den Franzosen ergeben musste. Er wurde nach Reunion in die Verbannung geschickt. Obwohl 1947 aus der Verbannung entlassen, kehrte Abd al-Karim auch nach der Unabhängigkeit Marokkos (1956) nicht in seine Heimat zurück, sondern lebte bis zu seinem Tod am 6. Februar 1963 in Kairo.
Literatur:
- Lexikon der Arabischen Welt; Stephan und Nandy Ronart, Artemis Verlag Düsseldorf, 1972, ISBN 3760801382