Admiral

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Der Artikel Admiral gehört zur Kategorie: Dienstgrad

Admiral ist der höchste militärische Dienstgrad in der Marine, entsprechend dem General des Heeres und der Luftwaffe. Die Bezeichnung leitet sich ab vom arabischen amīr al-bahr امير البحر – Befehlshaber zur See; siehe Emir. Die Admirale werden auch als Flaggoffiziere bezeichnet.

Ursprünglich wurde der Führer einer Flotte als Admiral bezeichnet. Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Admiralsdienstgrade entwickelt. So wurde es üblich, den Vertreter des Admirals als Vizeadmiral zu bezeichnen. Für die Nachhut gab es einen weiteren Admiral, der im englischen als rear admiral (=rückwärtiger Admiral) bezeichnet (s.u.), ein Dienstgrad, der in anderen Marinen als Konteradmiral bezeichnet wird. Er stand in der Hierarchie niedriger als der Vizeadmiral. In anderen Ländern gab es andere Bezeichnungen für die verschiedenen Admirale, so heißt z.B. in der niederländischen Marine der Konteradmiral ":nl:Schout-bij-nacht", was etwa mit Nachtwächter übersetzt werden kann.

Um die Ränge in internationalen Organisationen wie etwa der NATO vergleichen zu können, bezeichnet man sie mit Sternen, wobei in Friedenszeiten der Vier-Sterne-Admiral der höchste Admiral ist.

Deutsche Marine

In der Deutschen Marine (Bundesmarine) gibt es vier Admiralsdienstgrade (in absteigender Reihenfolge) :
Admiralsdienstgrade der Deutschen Marine
Admiral (Adm),
vier Sterne
Vizeadmiral (VAdm),
drei Sterne
Konteradmiral (KAdm),
zwei Sterne
Flottillenadmiral (FltlAdm),
ein Stern

Im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr lauten die entsprechenden Admiralsdienstgrade „Admiralarzt“ bzw. „Admiralapotheker“ (Flottillenadmiral), „Admiralstabsarzt“ (Konteradmiral) und „Admiraloberstabsarzt“ (Vizeadmiral).

Innerhalb der Deutschen Marine gibt es keinen Dienstposten für einen 4-Sterne-Admiral. Den Dienstgrad „Admiral“ können Marineoffiziere nur in Verwendungen wie Generalinspekteur der Bundeswehr oder in der militärischen Organisation der NATO erlangen.

„Vizeadmiral“ sind der Inspekteur der Marine und der Befehlshaber der Flotte. Außerdem können Marineoffiziere in anderen Bereichen der militärischen Organisation, z.B. als der Stellvertreter des Generalinspekteurs oder auf Dienstposten der NATO, Vizeadmiral sein. Auch der Inspekteur des Sanitätsdienstes kann ein Marineoffizier sein, was mit Admiraloberstabsarzt Dr. Karsten Ocker auch momentan der Fall ist.

Siehe auch: Großadmiral, Generaladmiral

Königlich-britische Marine (Royal Navy)

Der erste englische Admiral war William de Leyburn, der 1297 von König Edward I. zum Admiral of the sea of the King of England ernannt wurde. Der Admiral als Marineoffizier darf nicht verwechselt werden mit dem Amt des Admiral of England oder Lord High Admiral, dessen Inhaber die Verantwortung für die gesamte Marine hatte, also im heutigen Sinne ein Marineminister war.

In der Royal Navy gab es seit dem 16. Jahrhundert die Funktion der Vize- und Konteradmirale (Vice- beziehungsweise Rear-Admirals), die ursprünglich Stellvertreter des kommandierenden Admirals waren. Ein kommandierender Admiral konnte seine Flotte von der Spitze oder von der Mitte aus führen. Befand er sich auf einem Schiff in der Mitte der Flotte, hatte er in der Spitze einen Stellvertreter, den Vizeadmiral. Einen weiteren Stellvertreter hatte er im hinteren, der Spitze entgegengesetzten Bereich, den Konter- oder Rear-Admiral (von lateinisch contra, gegen, beziehungsweise englisch rear für hinten).

Im elisabethanischen Zeitalter wurde die Flotte so groß, dass sie in Geschwader (squadrons) unterteilt werden musste. Das Geschwader des Admirals führte eine rote Flagge, das des Vizeadmirals eine weiße und das des Konteradmirals eine blaue. Nachdem auch diese Geschwader immer mehr angewachsen waren, wurde jedes davon von einem Admiral, mit jeweils einem Vize- und Konteradmiral, geführt. Die Bezeichnung für die Befehlshaber lautete dann Admiral of the White, Admiral of the Blue usw.

Die Rangfolge der Flotten, und damit auch ihrer Admirale, war in absteigender Folge: Rot, Weiß, Blau. Die Beförderung zum Admiral erfolgte in Abhängigkeit vom Dienstalter als Kapitän und galt auf Lebenszeit, das heißt man konnte erst dann weiterbefördert werden, wenn der Inhaber des höheren Ranges gestorben war oder seinen Abschied genommen hatte. Eine andere Möglichkeit war, einen unfähigen Admiral ohne Kommando zu befördern. Man bezeichnete diese Praxis als Yellowing und den auf diese Weise aus dem Weg Geräumten als "Yellow Admiral".

Die Rangfolge der Admirale

  1. Admiral of the Fleet (ursprünglich Admiral of the Red)
  2. Admiral of the White
  3. Admiral of the Blue
  4. Vice Admiral of the Red
  5. Vice Admiral of the White
  6. Vice Admiral of the Blue
  7. Rear Admiral of the Red
  8. Rear Admiral of the White
  9. Rear Admiral of the Blue

Als Lord Nelson starb, war er nur Vice Admiral of the White.

Im 18. Jahrhundert begann man damit, die ursprünglich neun Dienststellungen mit mehreren Inhabern zu besetzen – mit Ausnahme des Admiral of the Red, der zum Admiral of the Fleet wurde.

1864 wurde die Unterteilung der Flotte in verschiedenfarbige Divisons ganz aufgegeben. Die rote Flagge wurde der Handelsmarine zugewiesen, die weiße der Kriegsmarine und die blaue der Reserve und den Hilfsschiffen.

Heute sind die Dienstgrade der Flaggoffiziere der Royal Navy der Rear Admiral, Vice Admiral, Admiral und Admiral of the Fleet. Seit 1996 wird der Dienstgrad Admiral of the Fleet in Friedenszeiten nicht mehr vergeben. Ausnahmen von dieser Regel werden nur für Mitglieder der königlichen Familie gemacht. Die vor diesem Termin ernannten Flottenadmirale behalten aber ihren Rang auf Lebenszeit.

US-amerikanische Marine (United States Navy)

Die United States Navy hatte bis 1862 überhaupt keine Admirale, obwohl die Einrichtung dieses Dienstpostens immer wieder gefordert wurde, unter anderem auch von John Paul Jones, der die Meinung vertrat, dass die kommandierenden Marineoffiziere mit dem Armeegeneralen auf einer Stufe stehen sollten. Außerdem hielt er höherrangige Offiziere für nötig, um Streitigkeiten zwischen den rangälteren Kapitänen zu vermeiden oder zu schlichten.

Die verschiedenen Marineminister schlugen dem Kongress wiederholt vor, den Rang eines Admirals zu schaffen, um eine Gleichstellung mit den Marinen anderer Staaten herzustellen, weil die höheren Offiziere der US Navy immer wieder in protokollarische Schwierigkeiten mit Offizieren anderer Nationen gerieten. Schließlich stimmte der Kongress am 16. Juli 1862 zu, neun Konteradmirale (Rear Admirals) zu ernennen, was aber wohl weniger mit der Anpassung an internationale Erfordernisse zu tun hatte als vielmehr mit der schnell anwachsenden Stärke der Marine im amerikanischen Bürgerkrieg. Zwei Jahre später erlaubte der Kongress, einen der neuen Konteradmirale, David Farragut, zum Vizeadmiral zu ernennen. Im Juli 1866 autorisierte er Präsident Johnson Farragut zum Admiral und David Dixon Porter zum Vizeadmiral zu ernennen. Als Farragut 1870 starb, wurde Porter Admiral und Stephen C. Rowan Vizeadmiral. Nach dem Tod der beiden ranghöchsten Admirale wurden keine weiteren Beförderungen mehr bewilligt, so dass es bis 1915 keinen Admiral oder Vizeadmiral mehr gab, bis der Kongress zustimmte, je einen Admiral und Vizeadmiral für die Atlantikflotte, die Pazifikflotte und die Asiatische Flotte zu ernennen.

Trotzdem gab es in der Zwischenzeit einen höherrangigen Admiral. 1899 würdigte der Kongress George Deweys Verdienste im spanisch-amerikanischen Krieg, indem er Präsident McKinley ermächtigte, ihn zum Admiral of the Navy zu ernennen, was er bis zu seinem Tode 1917 blieb. Dewey war bis heute der einzige US-amerikanische Marineoffizer mit diesem Rang.

1944 genehmigte der Kongress den Rang des Flottenadmirals (Admiral of the Fleet). Die ersten und bisher einzigen Inhaber dieses Dienstgrads waren Ernest J. King, William D. Leahy, Chester W. Nimitz (alle im Dezember 1944) und William F. Halsey, der seinen fünften Stern im Dezember 1945 erhielt.

Aktuell existieren in der amerikanischen Marine die folgenden Dienstgrade mit dem angegebenen Rang bei der NATO:

  1. Admiral (Vier Sterne)
  2. Vice Admiral (Drei Sterne)
  3. Rear Admiral (Zwei Sterne)
  4. Rear Admiral (Lower Half/LH) (Ein Stern)


Diskussion der Autoren über den Artikel: Admiral


HALLO! Es fehlt ein Artikel zu dem Schmetterling Admiral. Bitte ergänzen Danke.

Irrtum, siehe Admiral (Schmetterling)

Vier-Sterne-Admiral

Im Artikel stehen aktuell die Bezeichnungen Eins- bis Vier-Sterne-Admiral neben den offiziellen Dienstgraden der Deutschen Marine. Dies sind sicherlich keine offiziellen Dienstgrad-Bezeichnung (nicht zuletzt, weil die Dienstgradabzeichen in allen Fällen nur einen einzigen Stern zeigen). Diese Bezeichnungen existieren allerdings für amerikanische Generäle. Daher kann es durchaus sein, dass Dienstposten der NATO nach einem entsprechenden Schema bewertet werden, sicher bin ich mir jedoch nicht. Falls dies so ist, sollten die Bezeichnungen allgemein eingeführt und bei den Dienstgraden aller im Artikel genannten Marinen genannt werden. --Birger Fricke Birger_Fricke 13:37, 24. Mai 2005 (CEST)

Das sehe ich auch so. --Anathema 13:42, 24. Mai 2005 (CEST)

Die Bezeichnung als soundsoviel-Sterne General oder Admiral ist sowohl in Deutschland als auch international absolut üblich. Heutzutage tragen die höchsten Offiziere in den meisten Nationen vier Sterne. Nur in Frankreich ist jeder Dienstgrad mit einem Stern mehr versehen als in allen anderen NATO-Nationen. Es gibt entsprechende Vergleichstabellen, in denen diese nationale Praxis wieder ausgeglichen wird.

Hier einige Beispiele für diese Bezeichnungen (Reihenfolge: Deutschland Heer/Luftwaffe, D Marine; USA Heer/Luftwaffe, USA Marine.
  • Vier Sterne: General, Admiral, General, Admiral
  • Drei Sterne: Generalleutnant, Vizeadmiral, Lieutenant General, Vice Admiral
  • Zwei Sterne: Generalmajor, Konteradmiral, Major General, Rear Admiral
  • Ein Stern: Brigadegeneral, Flottillenadmiral, Brigadier General, Rear Admiral (Lower Half/LH)

Britische Marinedienstgrade sind wie in USA mit Ausnahme des Ein-Sterners, den die Royal Navy so nicht kennt. Es gibt stattdessen den Dienstgrad Commodore, der aber unterhalb der Admirale angesiedelt ist. Wie ganz am Ende des Artikels bemerkt, haben einige wenige US-Admirale früher den 5-Sterne-Dienstgrad Fleet Admiral geführt. Das entsprach in Deutschland dem Großadmiral.

Auch in Deutschland werden übrigens die Sterne der Admirale gezeigt, allerdings nicht auf der Uniform, sondern an den Erkennungszeichen der Kraftfahrzeuge und der Beiboote von Schiffen. --KuK 20:45, 25. Mai 2005 (CEST)

Kannst Du eine entsprechende Einführung im Artikel unterbringen? Sonst ist das nicht verständlich. Grüße, --Birger Fricke Birger_Fricke 21:21, 29. Mai 2005 (CEST)

Ich habe mich nun bemüht, entsprechende Informationen zu bekommen. Als Dienstgrad innerhalb der Deutschen Marine werden die x-Sterne-Admiräle demzufolge nicht verwendet. Stattdessen wird die Bezeichnung benutzt, um die Wertigkeit internationaler Posten (NATO) darzustellen. Ich werde mich nun bemühen, den Artikel entsprechend umzuformulieren. --Birger Fricke Birger_Fricke 4. Jul 2005 23:27 (CEST)

ich kann aus eigener erfahrung sagen, dass als standarten an kfz die sterne angegeben werden. bei schiffen/booten wird ein stander gehisst, auf dem schwarze punkte angeben, welcher admiral sich auf dem schiff/boot befindet. bei stellenausschreibungen von internationalen dienstposten wird in aller regel der nato-code der dienstgrade genutzt. OF-8 zum beispiel für den Vizeadmiral.--DLiebisch DLiebisch 17:05, 9. Okt 2005 (CEST)

Die Punkte haben jedoch nichts mit der internationalen Bezeichnung zu tun, laut http://www.crwflags.com/fot... stammen sie noch aus der Kaiserzeit. Bei internationalen Stellenausschreibungen macht es Sinn eine international verständliche Bezeichnung zu verwenden, da stimme ich Dir also zu. Innerhalb des rein nationalen Bereichs der Deutschen Marine werden jedoch die ganz „normalen“ deutschen Dienstgrade verwendet. Grüße, --Birger Fricke Birger_Fricke 22:49, 9. Okt 2005 (CEST)

Also, man sollte das Ganze nicht komplizierter machen, als es ist. Natürlich ist Vier-Sterne-Admiral kein Dienstgrad (Es heißt also nicht "Guten Morgen, Herr Vier-Sterne-Admiral"). Es ist gleichwohl eine beschreibende Bezeichnung. Man könnte also sagen "Der Zwei-Sterne-Admiral heißt in der Deutschen Marine Konteradmiral, in der britischen Rear Admiral", wenn man jemandem die Bezeichnungen gleich hoher Admirale erklären will.
Die Sterne finden sich auch auf den oben beschriebenen Tafeln an den Kfz. Eine ähnliche Kennzeichnung gibt es auch auf den Beibooten der Kriegsschiffe, was kaum bekannt ist. Diese Bootswimpel sehen fast so aus wie die Tafeln an den Autos, also dunkelblau mit goldenen Sternen für die Marine, hellblau für die Luftwaffe und rot für das Heer. Die oben beschriebenen schwarzen Punkte befinden sich auf den Flaggen der Admirale, die die Kriegsschiffe als Kommandozeichen führen. Deshalb heißen sie ja auch Flaggoffiziere, eine Bezeichnung, die es bei Heer und Luftwaffe nicht gibt. Diese Flaggen haben sich tatsächlich seit Kaisers Zeiten nicht verändert und funktionieren sozusagen umgekehrt wie die Tafeln und Wimpel mit den Sternen. Ein Admiral (****) hat eine weiße Flagge mit schwarzem Luisenkreuz, und für jeden Stern weniger findet sich ein schwarzer Punkt in der Flagge (s. Abb. in Artikel Flaggoffizier). Diese Systematik ist übrigens keine deutsche Erfindung, sondern wurde von den Briten übernommen.--KuK 17:17, 14. Okt 2005 (CEST)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Admiral und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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