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Der Artikel Airbag gehört zur Kategorie: Fahrzeugsicherheit
Ein Airbag (englisch für Luftsack oder Prallsack) ist ein Rückhaltesystem, welches in erster Linie in Kraftfahrzeugen eingesetzt wird. Es besteht aus sich automatisch aufblasenden Kissen, die im Falle eines Verkehrsunfalls die Insassen eines Kraftfahrzeugs vor Verletzungen schützen sollen. Front- und meist auch Seiten-Airbags für Fahrer und Beifahrer gehören inzwischen zur Standardausstattung neuer PKW, weitere serienmäßige oder optionale Airbags hängen von der Fahrzeugklasse ab.
Geschichte
Das erste Patent für Airbag-ähnliche Vorrichtungen in Flugzeugen wurde bereits 1920 vergeben. In der Automobilproduktion wurden die ersten Airbags 1974 für den Cadillac DeVille angeboten. Erstes deutsches Auto mit einem Airbag als Zusatzausstattung war 1980 der Mercedes-Benz W126 (S-Klasse).Anfangs wurden die meisten Fahrzeuge lediglich mit einem Fahrer-Airbag im Lenkrad ausgerüstet. Seit den 1990ern werden zunehmend auch Airbags für Beifahrer und zusätzlich auch Airbags zwischen Insassen und Türen installiert.
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Wieder erschlaffter Fahrerairbag unmittelbar nach einem Unfall in einem Seat Ibiza Bildherkunft |
Ein Seitenairbag ist ein Airbag, der im Falle eines Seitenaufpralles die Insassen eines Fahrzeuges vor dem Kontakt mit harten Karosserieteilen schützen soll. Seitenairbags wurden typischerweise in der Tür, heute im Sitz integriert und entfalten sich im Oberkörperbereich. In vielen modernen Fahrzeugen sind auch Kopfairbags integriert. Sie schützen den Kopfbereich bei einem Seitenaufprall und lösen fast immer mit den Seitenairbags zusammen aus. Der Kopfairbag befindet sich im Dachrahmen. Angefangen bei der A-Säule bis zur C- oder D-Säule in in den Fahrzeughimmel integriert, wo er sich entlang der seitlichen Fensterfront entfalten kann. Ebenfalls Verwendung finden Knie-Airbags in Fabrikaten, wo die Knie und Unterschenkel bei einem Aufprall gefährdet sind. Gesteuert werden Seitenairbags über Beschleunigungs- oder Drucksensoren, die seitlich im Auto oder in der Tür angebracht sind.
Moderne Autos sind darüber hinaus mit so genannten Gurtstraffern ausgerüstet, die den Insassen bei einem Unfall möglichst gut im Sitz halten sollen.
Funktionsweise
Die grundsätzliche Funktionsweise ist einfach: Nachdem die Steuerelektronik auf Basis der Daten der so genannten Airbagsensoren (i.d.R. Daten der Beschleunigungssensoren und der Fahrzeuggeschwindigkeit) einen für die Insassen gefährlichen Unfall erkannt hat, wird ein fester Treibstoff gezündet (bis 1995 meist NaN3-Natriumazid, inzwischen durch azidfreie Rezepturen ersetzt), wodurch ein Kissen aus Nylon äußerst schnell (ca. 10 - 40 ms) aufgeblasen wird. Durch den Gasgenerator wird hauptsächlich Stickstoff erzeugt. Seit 1995 werden vermehrt Gasgeneratoren mit zusätzlicher Druckgasflasche, sogenannte Hybridgasgeneratoren, eingesetzt. Den Vorteilen (geringere Schadgasentwicklung und kühleres Füllgas) stehen jedoch das höhere Gewicht, die Kosten und der benötigte Bauraum entgegen, so dass beide Systeme ihre individuellen Anwendungsgebiete gefunden haben. Der Nylonsack hat ein bis zwei vom Passagier weg gerichtete Löcher (sogenannte Ventholes), durch welche die Luft beim Aufprall entweichen kann und der Passagier im Gegensatz zu einem geschlossenen Ballon sanft aufgefangen wird. Als Nebeneffekt kann sich dadurch der Luftsack in ca. 150ms wieder vollständig entleeren und die freie Sicht wird nicht behindert. "Window-Bags" (auch "Inflatable curtain" genannt) bleiben teilweise über 5 Sekunden lang aufgeblasen, um im Falle eines Überschlags länger Schutz zu gewähren.
Sicherheit
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Airbags nach Aufprall Bildherkunft |
Der Airbag ist kein Ersatz für den Sicherheitsgurt, sondern nur eine Ergänzung. Die Statistik zeigt, dass der Gurt weiterhin der Hauptlebensretter bei Autounfällen ist. Airbags erhöhen die Chance, einen Unfall zu überleben um weitere 30%. Dies gilt jedoch nur für angeschnallte Insassen.
Dennoch bergen Airbags auch Risiken, da sie durch eine Explosion in sehr kurzer Zeit entfaltet werden. Idealerweise befindet sich die Person nicht im Entfaltungsbereich des Airbags, sondern prallt erst auf den vollständig aufgeblasenen Airbag auf. Gefahr besteht daher
- für Babys in rückwärtsgerichteten Kindersitzen auf dem Beifahrersitz. Diese Sitze dürfen daher nur bei abgeschaltetem Beifahrerairbag vorne benutzt werden.
- für Kinder in Sitzerhöhungen, die sich mit den Beinen im Entfaltungsbereich befinden.
- für sehr kleine oder behinderte Personen, die nahe am Lenkrad sitzen.
- für Personen in ungewöhnlicher Haltung, so genannter Out-of-Position, beispielsweise ein Beifahrer, der sich den Schuh bindet.
- für Rettungskräfte am verunfallten Fahrzeug, wenn der Airbag während der Rettungsarbeiten auslöst (siehe Weblinks).
Keine oder nur eine geringe Gefahr stellen Zigaretten, Pfeifen oder Brillen dar. Diese werden normalerweise bereits durch den Aufprall, also noch vor der Entfaltung des Airbags, wegfliegen. Dass sie sich dann zum Zeitpunkt des Entfaltens des Airbags zwischen Airbag und Insassen befinden, ist sehr unwahrscheinlich. Aber selbst bei Sportbrillen, die nicht wegfliegen können, ist der großflächige Aufprall auf dem Airbag weitaus ungefährlicher als z.B. ein Aufprall auf dem Lenkrad.
Siehe auch: Themenliste Straßenverkehr
Weblinks
- http://www.roru.de/airbag/a... - Weitere Informationen
- http://www.berliner-feuerwe... - Airbag Informationen für Rettungskräfte
Diskussion der Autoren über den Artikel: Airbag
Warum sind LKWs und Busse meistens nicht mit Airbags augerüstet? 145.254.90.28 1. Jul 2005 07:40 (CEST)
Ein LKW besitzt wesentlich geringere Brems-Beschleunigungswerte gegenüber einem Kleinwagen beim Crash.

