Bürgermeister

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Der Artikel Bürgermeister gehört zur Kategorie: Kommunalverwaltung
Ein Bürgermeister ist das Oberhaupt einer Stadt oder Gemeinde. Er wird je nach Land direkt von den Bürgern oder vom Stadt-/Gemeinderat gewählt.

In vielen Regionen und Kommunen wurde in früherer Zeit für die Funktion des Bürgermeisters der Begriff Schulze, Schultes, oder Schultheiß (in Städten gelegentlich auch Stadtschultheiß) verwendet. Mitunter hatten die Städte in früheren Jahrhunderten zeitgleich mehrere Bürgermeister, deren Sprecher sich wortführender Bürgermeister nannte. Als Bürgermeister, die oftmals zugleich das Richteramt bekleideten, wurden jahrhundertelang ausschließlich Volljuristen gewählt.

In Württemberg um 1750 war ein Schultheiß der Ortsvorsteher, den man heute Bürgermeister nennt. Der damalige Bürgermeister hatte die Funktion des heutigen Gemeindepflegers.

Deutschland

In den meisten größeren, vor allem in kreisfreien Städten gibt es in Deutschland einen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin sowie einen oder mehrere Beigeordnete, die dann gelegentlich die Amtsbezeichnung Bürgermeister tragen.

Oftmals ist "Der Bürgermeister" auch die Bezeichnung für die Behörde (Gemeindeverwaltung), deren Leiter der Bürgermeister ist.

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen war bis 1994 bzw. 1996 der Bürgermeister ehrenamtlich tätig und übte nur repräsentative Aufgaben aus. Die Funktion eines Hauptgemeindebeamten fiel dem Stadtdirektor / Gemeindedirektor zu (norddeutschen Ratsverfassungen). In den Stadtstaaten hat der Regierende Bürgermeister (Land Berlin), der Erste Bürgermeister (Freie und Hansestadt Hamburg) und Bürgermeister und Präsident des Senats (Freie Hansestadt Bremen) die Funktionen des Ministerpräsidenten eines Bundeslandes. In Berlin führt der Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters den Titel Bürgermeister. Der Lübecker Bürgermeister ist von seinem Rang einem Oberbürgermeister vergleichbar, in anderen schleswig-holsteinischen Städten vergleichbarer und kleinerer Größe gibt es diesen Titel auch, in Lübeck wird er aber aus historischen Gründen weiter nur "Bürgermeister" genannt.

In Rheinland-Pfalz wird das Oberhaupt einer Ortsgemeinde als Ortsbürgermeister bezeichnet. Bis zu einer bestimmten Einwohnerzahl üben die Ortsbürgermeister ihr Amt ehrenamtlich aus. Mehrere (verbandsangehörige) Gemeinden bilden eine Verbandsgemeinde. Deren Oberhaupt ist der (hauptamtliche) Bürgermeister. Verbandsfreie aber kreisangehörige Gemeinden sind in der Regel Städte. Das Oberhaupt einer solchen Stadt heißt in Rheinland-Pfalz Stadtbürgermeister und ist (aufgrund der größeren Einwohnerzahl) in der Regel hauptamtlich tätig.

Aufgaben

Der (hauptamtliche) Bürgermeister hat entsprechend der jeweiligen Gemeindeordnung unterschiedliche Aufgaben:

  • Er ist der Vorsitzende des Stadtrats und der Stadtverwaltung
  • Er bereitet die Beschlüsse der politischen Gremien vor
  • Er ist für die Umsetzung der Beschlüsse verantwortlich
  • Er ist der gesetzliche Vertreter der Gemeinde
  • Er ist der Dienstvorgesetzte der Mitarbeiter der Gemeinde
  • Er ist für die sachgerechte Erledigung der Weisungsaufgaben verantwortlich

Österreich

Der Bürgermeister wird je nach Bundesland größtenteils direkt gewählt, in einigen Bundesländern von den Mitgliedern des Gemeinderates. Eine Ausnahme ist Wien, hier wird der Bürgermeister nicht direkt gewählt, da hier der Bürgermeister zugleich auch Landeshauptmann ist, weil das Bundesland Wien aus nur einer Gemeinde besteht.

Wenn der Bürgermeister nicht direkt gewählt wird, stellt meistens die Mehrheitspartei (nicht verpflichtend) den Bürgermeister. Dies ist aber von den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen abhängig. In Statutarstädten führt er ebenso die Agenden des Bezirkshauptmannes aus.

Der Bürgermeister ist das ausführende Organ der Gemeinderatsbeschlüsse. Außerdem führt er Bundes- und Landesweisungen aus. Die Gemeindebediensteten sind ihm unterstellt. Er vertritt eine Gemeinde auch nach außen. In Bauangelegenheiten ist er die erste Instanz.

In jeder Gemeinde gibt es als Vertretung einen, zwei oder drei Vizebürgermeister, je nach Wahlergebnis und der Gemeindegröße.

Schweiz

In der Schweiz gibt es die Bezeichnung Bürgermeister nicht. Die analoge Bezeichnung ist je nach Ort Stadtpräsident, Stadtammann, Gemeindepräsident, Syndic, Ammann oder Gemeindeammann.


Diskussion der Autoren über den Artikel: Bürgermeister


vielleicht noch wo das Konzep der "Gebietskörperschaft" reinbringen, Unterschied DT/A? -- nerd


Ich bin eher sehr unzufrieden damit, dass hier geschlechtsneutrale Schreibweisen mit Hinweis auf den Duden (in der Anleitung für Neulinge steht da nichts davon, habe jedenfalls nichts gefunden) entfernt werden. Bei aller Konformitätsbemühung: was spricht dagegen, die entsprechenden Artikel halt je nachdem entweder so oder so zu lassen? Ich habe jetzt auch nicht vor, jegliche Funktionsbeschreibung innerhalb de.wikipedia zu neutralisieren. Aber ich finde es sehr nervig, wenn existierende geschlechtsneutrale Schreibweisen einfach rausgehauen werden. Wenn das so ist, bleibe ich lieber in der englischsprachigen Fassung. -- Tillwe

Ich kann das nachvollziehen und bin eig, deiner Meinung. -- nerd

Elian hat - nach Deinem Artikel - einen Absatz dazu am Ende von Wikipedia:Regeln für die Namensgebung geschrieben. Ich persönlich kann sowohl die Argumente pro als auch contra "Binnen I" durchaus nachvollziehen und habe beim Editieren deshalb die Schreibweise beibehalten. Selber schreibe ich meine Artikel ohne "Binnen I", weil ich finde, dass es den Lesefluss stört. Ob man das in Kauf nehmen sollte, um in den Köpfen der (mancher) Leser was zu verändern? Keine Ahnung.
Fakt ist wohl, dass wir hier auf dem "kleinsten gemeinsamen Nenner" aller Autoren schreiben. Wenn wir das "Binnen I" zur Policy machen, dann bleiben viele Schreiben weg.
Die Lösung, die Schreibweise frei zu stellen, finde ich inkonsisten und wenig attrektiv. Aber ich bin in dieser Frage durchaus von anderen Standpunkten zu Überzeugen. Sollen wir die Diskussion lieber nach Wikipedia Diskussion:Regeln für die Namensgebung verschieben? --Kurt Jansson 18:14, 15. Okt 2002 (CEST)

Nicht ganz ernstgemeint: Vielleicht kann man ja eine Benutzereinstellung definieren, die alle Worte entweder in der Dudenschreibweise oder der geschlechtsneutralen Schreibweise darstellt. z.B. im Artikel wird dann je nach Einstellung als "Bürgermeister" oder "BürgermeisterIn" dargestellt. - Anders ausgedrückt: Ich halte es für unwahrscheinlich, (Denk)strukturen durch Schreibweisen aufzubrechen.
Wenn der Konsens sagt, die geschlechtsneutrale Schreibweise zu benutzen, habe ich da auch keine Probleme mit. Allerdings sehe ich ein Problem bei Artikeltiteln, und kann mir nicht vorstellen, das die WP alle Titel geschlechtsneutral macht. Es ist halt (noch) nicht Teil des gesprochenen Deutsch. Darum würde ich nicht geschlechtsneutral schreiben. -- Schewek 18:43, 15. Okt 2002 (CEST)

Etwas ernstgemeinter: es gibt die wunderbare Möglichkeit, Artikel zu redirecten. Bei Artikeln, deren Titel eine Funktionsbezeichnung ist, könnte das im Idealfall heißen, dass "Frisör" und "Frisörin" (genauso wie "Frisöse") auf "FrisörIn" umgeleitet werden, wo dann der Enzyklopädie-Eintrag steht. In Handarbeit, nicht als Automatismus. Aber selbst wenn das nicht ist, sehe ich nicht, warum nicht ein Beitrag "Bürgermeisterin" auf "Bürgermeister" redirecten soll. Übrigens habe ich in den betreffenden Beiträgen nicht den Titel "gegendert", sondern den Artikel selbst. Und die Diskussion finde ich eigentlich auch spannender als die über die Überschriften. --Tillwe 22:30, 15. Okt 2002 (CEST)

zum Thema Automatismus möchte ich die schöne Geschichte des Programmheftes zum Kirchentag 19?? erwähnen: Da war dann irgendwo die Rede von den Papphockern und den Papphockerinnen... oder waren es die PapphockerInnen? -- Fristu

Erstmal: redirects (ohne Binnen I, sondern mit der weiblichen Form) finde ich eine wunderschöne Lösung, wenn das jemand machen mag. Zweitens: ich finde diese ganze Diskussion überhaupt nicht spannend. wenn jemand sich in der Wikipedia gegen Diskriminierung engagieren will: es fehlen noch so viele Artikel (Beschneidung, Emanzipation, Frauenwahlrecht etc. pp) und wichtige Themen in Artikeln (Stellung der Frau im Islam, Frauenpriestertum in der katholischen Kirche), daß sich hier ein schier unerschöpfliches und wichtiges Betätigungsfeld bietet. Drittens würde ich als Kompromiß vorschlagen, im ersten Satz eines Artikels die männliche und weibliche Form einmal zu erwähnen und dann um der enzyklopädischen Kürze und Einfachheit willen die männliche zu benutzen. Jeder weiß doch, daß es auch weibliche Bürgermeisterinnen gibt. Bis jetzt hat sich jedenfalls noch keine Wikipediabenutzerin diskriminiert gefühlt - oder? Viertens: ich persönlich werde keine fremden Einträge dahingehend irgendwie ändern, wenn also jemand lieber anders schreibt, soll es das meinetwegen tun, ich fänds nur als generelle policy (die jeder befolgen, aber genauso auch ignorieren kann) nicht schlecht, das schauderhafte Binnen I gar nicht erst einreißen zu lassen. --Elian

Über die Zustimmung zu den Redirects (kann Wiki eigentlich Bürgermeisterin und BürgermeisterIn unterscheiden?) freue ich mich. Warum Großbuchstaben mitten in Wörtern in diesem Fall keine Verhunzung der deutschen Sprache, sondern einen sinnvollen Beitrag zur Geschlechterdemokratie darstellen, begründe ich vielleicht irgendwo anders, hier und jetzt habe ich keine Lust dazu. Ob sich eine Benutzerin oder ein Benutzer diskriminiert fühlt, ist übrigens erstmal nicht zu erkennen. Die Aussage, dass das bisher nicht vorgekommen ist, ist also zu relativieren, denke ich. Und zu viertens: von mir aus, ich werde mich eher nicht dran halten, nehme aber an, dass die Regelung dem breiteren Konsens hier entspricht. Von mir aus. Allerdings würde ich dann drum bitten, das dann auch in Artikeln zu Begriffen wie Sekretärin, Hausfrau, Krankenschwester und Prostituierte konsequent durchzuhalten (siehe imaginäres Bsp. unten):

Die Arbeit als Prostituierte/r ist seit dem Altertum bekannt. Schon damals verdingten sich v.a. Frauen als Prostituierter. Ob diese Arbeit allerdings einen rechtmässigen Beruf darstellt, oder ob der Prostituierte eher ein Verbrecher ist, ist bis heute umstritten und hängt stark von individuellen und kulturellen Einstellungen zu Sexualität und Moral ab.

Aber wer's so haben will ... --Tillwe 01:33, 16. Okt 2002 (CEST)

Naja, das Beispiel ist ja (bewusst?) etwas sehr unglücklich gewählt. Schließlich heißt es ja nicht ProstituiertInnen, und es ging bisher hauptsächlich um das Binnen-I. Und einen Satz wie "verdingten sich v.a. Frauen als Prostituierter" schreibt ja wohl auch keiner, oder? Wenn es speziell um Frauen geht, bietet sich die normale weibliche Form ohne Binnen-I oder sonstige sprachliche Kunstgriffe ja auch an. -- Ben-Zin 06:36, 16. Okt 2002 (CEST)

Also, ich fühle mich nicht diskriminiert, wenn es jeder so halten kann, wie er will und wie das seiner Ideologie entspricht. Wenn es aber zur allgemeinen Politik wird, wegen der "Schönheit der deutschen Sprache" die weiblichen Formen möglichst draußen zu lassen, finde ich das eigentlich ziemlich arg. Wie man die Sache genau lösen soll (ob mit Binnen- oder anders), weiß ich nicht, aber man sollte auf jeden Fall ernsthaft versuchen, da eine Lösung zu finden. Ich persönlich fände es sehr o.k., wenn es jeder so macht wie er glaubt. Kleine Opfer kann man der Vereinheitlichung schon bringen. Sie muss ja nicht zum Selbstzweck werden.
Und genau so wie die meisten Leute wissen, dass es auch Bürgermeisterinnen gibt, wissen noch viel mehr, dass es auch männliche Bürgermeister gibt. -- Frau Hunne

Viele Probleme mit weiblicher und männlicher Form lassen sich ganz einfach dadurch lösen, daß man auf die unglücklichen Berufsbezeichnungen verzichtet und stattdessen einen Eintrag zum generellen Konzept macht (also "Prostitution" statt "Prostituierte/r", "Krankenpflege" statt "Krankenschwester", "Zivildienst" statt "Zivildienstleistender"), das gibt sowieso mehr Stoff her. --Elian

Da ich der "Raushauer" war, eine kurze Erklärung: Die Wikipedia sollte zumindestens in der Rechtschreibung eine einheitliche Darstellung haben. Denn auch an solchen Indizen wird Seriosität festgemacht. Und der Duden ist - trotz Rechtschreibreform - i.A. das Maß aller Dinge bei der Rechtschreibung. Ich finde es auch nicht toll, daß das 'dass' verwendet werden sollte. Aber im Sinne der Einheitlichkeit ist es wohl notwendig. Und ich finde "BürgermeisterIn" viel besser als "Bürgermeister/Bürgermeisterin". Aber letzters ist zwar umständlich, aber dudenkonform. --Walter Koch 18:09, 25. Okt 2002 (CEST)


Bezirksbürgermeister

Hallo, zumindest in Berlin hat jeder Bezirk noch einen Bezirksbürgermeister, ist das in anderan Städten auch so? Ist aus dem Artikel noch nicht ersichtlich. Bis denne -- RobbyBer 00:33, 1. Mär 2004 (CET)

Nein, den "Bezirksbürgermeister" gibt's nur in Berlin. In den beiden anderen Stadtstaaten wird der Begriff allenfalls scherzhaft gebraucht, die Bezirke haben dort auch weniger Kompetenzen (in Bremen heißt es "Ortsamtsleiter"), erst recht gibt's das nicht in Großstädten in Flächenländern mit einer Bezirksgliederung (z. B. NRW). Der Bezirksbürgermeister sollte einen eigenen Artikel kriegen oder einen Abschnitt hier mit Redirect. --Wolfgang Pohl 01:05, 27. Okt 2004 (CEST)

Links

Ich bitte um Argumente für die Sinnhaftigkeit der beiden Links. Ansonsten werde ich die löschen. -- JensMueller 00:00, 29. Aug 2004 (CEST)

Ist Bürgermeister ein Beruf oder nebenberufliches Ehrenamt?

In Berlin-Neukölln, wo ich wohne, ist dies klar ein Beruf, aber wie ist das in anderen Gemeindegrößen wie Dörfern? Wo ist das geregelt? --Peter Littmann 00:29, 4. Sep 2004 (CEST)

In der Kommunalverfassung des jeweiligen Landes, in der ja auch steht ob man jetzt einen Bürgermeister einen Stadtvorsteher oder was auch immer hat und wie sie bestimmt werden. -- Southpark 00:32, 4. Sep 2004 (CEST) (3000 Ew., Hauptamtlich, Schleswig-Holstein braucht dringend eine Gemeindereform)

Bürgermeister

die geschlechtsneutrale schreibweise ist nicht primär dazu da, irgendwas in den köpfen irgendwelcher menschen aufzubrechen. ich finde, es soll geschlechtsneutral formuliert werden, weil es schlicht der realität besser entspricht. das argument, dass das binneni den lesefluss stört, halte ich nur für bedingt stichhaltig. natürlich kenne auch ich textstellen, an denen die häufung von alternativen endungen bzw. pronomen leicht verwirrend ist, aber was spricht (dieses argument betrachtend) dagegen, dem artikel den titel BürgermeisterIn statt der männlichen form Bürgermeister zu geben? -"das wär ja wohl das mindeste", möcht ich da am liebsten sagen! natürlich seh auch ich, dass ein artikel, der im titel geschlechtsneutral ist, im text dann aber doch wieder nicht, ästhetisch nicht grad schön ist, und dass das mit der geschlechtsneutralen sprache nicht immer ganz einfach umzusetzen ist. aber: wollen wir deshalb so tun, als gäbe es nur bürgermeister und keine bürgermeisterinnen?

also bevor der artikel in männlicher form bleibt, würd ich ihn in weibliche form umschreiben. das hätte wenigstens ein bisschen witz. ;-) (*scherz*)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Bürgermeister und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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