Bibliothekswissenschaft

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Bibliothekswissenschaft, im weiteren Sinn der systematisch geordnete Inbegriff aller wissenschaftlichen und technischen Erfahrungen auf dem Gebiet des Bibliothekswesens. Sie wird traditionell in die beiden einander gleichstehenden, koordinierten Teile der Bibliothekenlehre und der Bibliothekenkunde unterschieden, von denen keiner als untergeordneter Bestandteil gilt.

Die Bibliothekenlehre (Bibliothekonomie, Bibliothektechnik, auch Bibliothekswesen im engeren Sinn) handelt von der Einrichtung und Verwaltung einer Bibliothek überhaupt.

Die Bibliothekenkunde (Bibliothekographie) beschäftigt sich mit der Geschichte und Beschreibung der einzelnen Bibliotheken älterer und neuerer Zeit.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung einer sogenannten Wissensgesellschaft verschiebt sich der Focus der Bibliothekswissenschaft zunehmend in den "virtuellen Raum". (Stichwort: Digitale Bibliothek) Gegenstand des Faches sind nicht mehr nur die Bibliothek als physischer Ort sowie ihre Bestände, wie es primär im Rahmen von Bibliothekenlehre und und -kunde der Fall war, sondern generell informationslogistische Prozesse (Sammlung, Erschließung, Verfügbarmachung) von publizierter Information.

Die Aufgabe des Faches ist die Erfassung und Analyse von Entwicklungenim Bereich der Informationsdistribution sowie auf dieser Grundlage die Entwicklung von Methoden und Theorien zur Informationsversorgung (hauptsächlich in der Wissenschaft). Eine zunehmende Rolle spielen dabei auch statistische Verfahren der Bibliometrie und Szientometrie (und z.T. der Webometrie).

Weiterhin gewinnen im Rahmen der sogenannten "Informationsflut" oder "Informationsüberflutung" durch eine Omnipräsenz von großen Datenmengen, besonders auch in elektronischen Netzen, Aspekte der Beurteilung und Sicherung von "Informationsqualität" innerhalb des Faches an Bedeutung.

Die Bibliothekswissenschaft besitzt aufgrund ihres Forschungsgegenstandes ein hohes interdisziplinäres Potential.

Studiert werden kann Bibliothekswissenschaft in Deutschland am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, am Institut für Informationswissenschaft der Fachhochschule Köln, an der HTWK Leipzig und (bis vor kurzem) an der Universität Koblenz-Landau.

Geschichte

Friedrich Adolf Ebert (1791-1834)
Martin Schrettinger (1772 - 1851), Klosterbibliothekar, später Königlich Bayrischer Hofbibliothekar in München
Zur Geschichte der bibliothekswissenschaftlichen Ausbildung in Berlin

Siehe auch

Literatur

  • Werner Krieg (Hrsg.): Bibliothekswissenschaft. Versuch einer Begriffsbestimmung in Referaten und Diskussionen bei dem Kölner Kolloquium (27.-29.Oktober 1969). Greven, Köln 1970.
  • Petra Hauke (Hrsg.): Bibliothekswissenschaft – quo vadis? = Library Science – quo vadis? Eine Disziplin zwischen Traditionen und Visionen. Saur, München 2005. ISBN 3-598-11734-5
  • LIBREAS - Library Ideas - OA-Zeitschrift am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU Berlin die sich mit einem breiten Spektrum an bibliothekswissenschaftlich relevanten Themen befasst.

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Bibliothekswissenschaft


Man kann Bibliothekswissenschaft auch an der Hochschule der Medien in Stuttgart studieren. Der Studiengang heißt dort Bibliotheks- und Medienmanagement.

MfG Caiman



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Bibliothekswissenschaft und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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