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Der Artikel Epilepsie gehört zur Kategorie: Epilepsie, Neurologie, Kinderheilkunde
Unter Epilepsie (v. griech. ἐπιλαμβάνειν „ergreifen, packen, anfallen“) versteht man ein Krankheitsbild mit wiederholt auftretenden epileptischen Anfällen (mindestens 2), die nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache hervorgerufen wurden. Ein epileptischer Anfall ist die klinische Äußerung einer abnormen und exzessiven Entladung von Nervenzellverbänden im Gehirn. Er ist charakterisiert durch plötzlich auftretende und vorübergehende Erscheinungsformen wie Änderung des Bewusstseins, motorische Ereignisse (Zuckungen, Verkrampfung oder Versteifung der Muskeln), Veränderungen der Wahrnehmung und des Gefühls, die möglicherweise nur vom Patienten oder auch einem Beobachter wahrgenommen werden. Einzeln auftretende epileptische Anfälle sind von dieser Definition ausgenommen und werden auch als "Gelegenheitsanfälle" bezeichnet.
Zur Diagnosestellung wird neben der Erhebung der Krankengeschichte immer eine Hirnstromkurve (Elektroenzephalogramm, EEG; siehe Elektroenzephalografie) abgeleitet. Auch bildgebende Untersuchungen gehören zur Routinediagnostik, während speziellere Verfahren besonderen Fragestellungen vorbehalten sind. Die Behandlung besteht zunächst in der Gabe von krampfunterdrückenden Medikamenten (Antikonvulsiva). In therapieresistenten Fällen kommen auch andere spezielle Verfahren bis hin zur Epilepsiechirurgie zum Einsatz. Eine Epilepsie hat für den Betroffenen vielfältige Auswirkungen auf das Alltagsleben, die in der Behandlung ebenfalls Berücksichtigung finden sollten.
Anfallsformen
Die verschiedenen Verlaufsformen der epileptischen Anfälle werden nach der Definition der Internationalen Liga gegen Epilepsie (ILAE) wie folgt eingeteilt.Generalisierter Krampfanfall
Ein Anfall wird als generalisiert bezeichnet, wenn der Verlauf und die Symptome keine Hinweise auf eine anatomisch begrenzte Lokalisation geben und keine Zeichen eines fokalen (herdförmigen) Beginns zu erkennen sind. Die generalisierten Anfälle werden in 3 Untertypen unterteilt.- konvulsive Anfälle, der typische „große“ Anfall mit Bewusstseinsverlust, Sturz, Verkrampfung und anschließend rhythmischen Zuckungen beider Arme und Beine (tonisch-klonischer Anfall), aber auch Verlust der Spannung der Muskulatur (atonischer Anfall) oder krampfhaft gesteigerte Spannung der Muskulatur (tonischer Anfall).
- nicht konvulsive generalisierte Anfälle, die Absence-Anfälle mit kurzer Bewusstseinspause ohne Sturz, früher auch französisch mit Petit-mal bezeichnet.
- myoklonische Anfälle, bei denen einzelne oder unregelmäßig wiederholte Zuckungen einzelner Muskelgruppen auftreten.
Partieller (fokaler) Krampfanfall
Ein anderer Ausdruck hierfür ist auch Herdanfall. Diese Anfallsform ist dadurch gekennzeichnet, dass es ein Zeichen für einen Beginn des Anfallsgeschehens in einer umschriebenen Region des Gehirns gibt. Dabei ist es egal, ob es zu einer sekundären Ausbreitung auf die restliche Hirnrinde kommt (sekundäre Generalisierung). Insbesondere ein Anfallsbeginn mit einer Aura hat einen hohen Aussagewert, in welcher Hirnregion der Anfall seinen Ursprung hat, denn sie sind das Ergebnis einer umschriebenen Aktivierung von Nervenzellverbänden.- Wenn der Patient beim Anfall wach ist und angemessen auf seine Umgebung reagiert, wird der Anfall einfach partiell genannt.
- Wenn das Bewusstsein eingeschränkt ist und eine Erinnerungslücke oder Verwirrtheitszustände während des Anfalls oder danach auftreten, wird der Anfall komplex partiell genannt.
- Bei manchen Anfällen kann man keine Unterscheidung zwischen einfach und komplex partiell treffen. Dann nennt man ihn partiellen Anfall unbekannten Typs.
- Weitet sich das Anfallsgeschehen nach herdförmigen Beginn zu einem generalisierten Anfall aus, so nennt man ihn komplex partiellen Anfall mit sekundärer Generalisierung.
Aura
Der Begriff Aura stammt aus dem Griechischen und bedeutet die „Wahrnehmung eines Lufthauches“. Man könnte sie auch mit einem „unbestimmten Vorgefühl“ umschreiben. Wenn die Aura isoliert bleibt, kann sie das einzige - subjektive - Symptom eines einfach partiellen Anfalls darstellen. Sie ist das Ergebnis einer epileptischen Aktivierung der Nervenzellen einer umschriebenen Hirnregion. Aufgrund der funktionellen Zuordnung der Symptome zu den entsprechenden Arealen der Hirnrinde kommt ihnen eine hohe Bedeutung in der Lokalisationsdiagnostik von epilepsieauslösenden Herden zu. Breitet sich die epileptische Aktivität aus, kann ein sogenannter sekundär generalisierter Anfall folgen.Beispiele für Auren sind die sogenannte viszerale Aura, ein Aufsteigen unbestimmt unangenehmer Gefühle aus der Magengegend, als häufigste Aura bei Schläfenlappenepilepsie, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Nadelstiche als Aura bei Scheitellappenepilepsie oder visuelle Halluzinationen bei Hinterhauptslappenepilepsie.
Multiple Anfallsformen
Wenn bei einem Patienten sowohl generalisierte als auch partielle Anfälle auftreten, so muss jeder Anfallstyp beschrieben werden.Unklassifizierte Anfälle
Diese Kategorie soll nur benutzt werden, wenn aufgrund fehlender Information das Anfallsgeschehen in keine der anderen Kategorien eingeordnet werden kann.Einteilung der Epilepsien
Die verschiedenen Formen der Epilepsien werden nach einer Klassifikation der Internationalen Liga gegen Epilepsie (ILAE) eingeteilt.Lokalisationsbezogene (fokale, lokale, partielle, herdförmige) Epilepsien und Syndrome
Bei dieser Form der Epilepsien beschränkt sich die anfallsartige Entladung zumindest zu Beginn der Anfälle auf eine begrenzte Region der Hirnrinde, sie geht von einem Herd oder Fokus aus. Im Verlauf kann sich die Anfallsaktivität aber auch ausbreiten und schließlich die gesamte Hirnrinde erfassen. Dann spricht man auch von einem sekundär generalisierten Anfallsleiden.Idiopathisch
Idiopathisch werden Epilepsien ohne erkennbare Ursache, aber entweder mit bekannter Genmutation oder anderen Hinweisen (familiäre Häufung, altersbezogener Beginn) auf eine genetische Ursache genannt.(Die Bezeichnung "Idiopathische Epilepsie" ist eigentlich inkorrekt, da sie auf eine unbekannte Ursache verweist ,nicht aber auf eine genetische Disposition. Aus historischen Gründen wird sie jedoch beibehalten.)Gutartige Epilepsie des Kindesalters mit zentro-temporalen spikes (Rolando-Epilepsie)
Diese Anfallsart ist durch schlafgebundene Anfälle mit tonischer Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur, vermehrtem Speichelfluss und der Unfähigkeit zu sprachlichen Äußerungen verbunden. Die Sprechstörung kann auch nach Abklingen der Verkrampfung noch einige Minuten fortbestehen, was ein wegweisendes Symptom darstellt. Der Beginn liegt zwischen dem 2. und 12. Lebensjahr mit einem Erkrankungsgipfel zwischen dem 5. und 9. Lebensjahr. Im EEG finden sich typische Veränderungen, sogenannte zentro-temporale sharp-waves. Das "gutartige" an diesen Epilepsien bezieht sich darauf, dass sie immer mit Abschluss der Pubertät ausheilen! Mit etwa 10 - 15 % aller Epilepsien im Kindesalter stellen diese Epilepsien die häufigste Anfallsart im Kindesalter dar.Epilepsie des Kindesalters mit occipitalen Paroxysmen
Diese Epilepsie (1981 erstmals von Gastaut beschrieben) ist wesentlich seltener als die vorbeschriebene. Sie ist durch Anfälle mit visuellen Symptomen gefolgt von motorischen oder psychomotorischen Manifestationen charakterisiert. Das Elektro-Enzephalogramm (EEG) zeigt wiederholte epilepsietypische Entladungen in der Region des Hinterhauptlappens. Die betroffenen Kinder seien sonst normal entwickelt und die Anfälle würden im Erwachsenenalter verschwinden.Primäre Leseepilepsie
Bei dieser speziellen Form werden die Anfälle durch - besonders lautes - Lesen ausgelöst. Auch andere sprachliche Aktivitäten könne Anfälle auslösen. Diese äußern sich in Verkrampfungen der Kaumuskulatur und manchmal auch der Arme. Wenn der Reiz nicht unterbrochen wird, können sie sich auch zu generalisierten Anfällen ausweiten. Es besteht eine starke Vererblichkeit. Im Elektro-Enzephalogramm (EEG) finden sich epilepsietypische Veränderungen bevorzugt der linken Scheitel-Schläfenregion. Der Verlauf ist gutartig. Vermeidung der spezifischen Auslösereize stellt die Behandlung dar. Falls notwendig ist auch eine medikamentöse Therapie möglich.Symptomatische Epilepsien
Bei symptomatischen Epilepsien stellen die Anfälle Symptome einer zugrundeliegenden Hirnschädigung dar. Diese Kategorie umfasst sehr unterschiedliche Krankheiten, deren Einordnung auf der anatomischen Lokalisation und den damit verbundenen Anfallsmerkmalen sowie anderen klinischen Merkmalen beruht.Epilepsia partialis continua des Kindesalters
Dies ist eine Form der Epilepsie mit Zuckungen einer Körperregion, die stundenlang, tagelang, wochenlang oder noch länger anhalten können. Durch gelegentliche Ausbreitung können sekundär andere Anfallsformen hinzutreten. Sie tritt in Assoziation mit unterschiedlichen Hirnschädigungen (u. a. Durchblutungsstörungen, Neubildungen, Hirnschädigung durch Sauerstoffmangel unter der Geburt) auf. Die Zuckungen einzelner Muskeln sind therapieresistent. In manchen speziellen Fällen können epilepsie-chirurgische Maßnahmen die Anfälle reduzieren.Temporallappenepilepsien (Schläfenlappenepilepsien)
Bei dieser Form der Epilepsien haben die Anfälle ihren Ursprung in definierten anatomischen Strukturen des Gehirns, dem Hippocampus, der Windung um den Hippocampus herum und dem Mandelkern. Sie stellt mit etwa 27 % die häufigste Form der anatomisch klassifizierbaren lokalisationsbezogenen Epilepsien dar. Die Anfälle sind charakterisiert durch meist viszerale Auren mit Aufsteigen unangenehmer Gefühle aus der Magengegend. Sie werden gefolgt von herdförmigen Anfällen mit Bewusstseinsverlust, die sich in schmatzend-kauenden Mundbewegungen, gefolgt von sich wiederholenden Handbewegungen, dann Umhergucken und schließlich Bewegungen des ganzen Körpers. Die medikamentöse Therapie ist bei Temporallappenepilepsien zumindest schwierig, nur etwa ein Viertel der Patienten wird anfallsfrei, bei einem weiteren Drittel wird zumindest eine Abnahme der Anfallshäufigkeit erreicht. In therapieresisten Fällen stellt auch hier die Epilepsiechirurgie eine Möglichkeit dar.Frontallappenepilepsien (Stirnlappenepilepsie)
Entsprechend der vielfältigen Funktionbereiche des Stirnlappens sind die von ihm ausgehenden Anfälle in ihrem Erscheinungsbild sehr vielgestaltig. Es treten gewöhnlich kurz dauernde, vorwiegend schlafgebundene fokale klonische oder assymmetrisch tonische Anfälle, aber auch komplex ausgestaltete Automatismen bis hin zu Sprachäußerungen auf. Eine nur minimale oder ganz fehlende Verwirrtheit nach dem Anfall spricht ebenfalls für einen Ursprung im Frontallappen. Therapeutisch kommt auch bei den Frontallappenepilepsien nach einer medikamentösen Therapie die Epilepsiechirurgie in Frage, wenn eine definierte Läsion gefunden werden kann.Parietallappenepilepsien (Scheitellappenepilepsien)
Charakteristisch für diese Form der Epilepsien sind sogenannte sensorische Herdanfälle, die sich in Missempfindungen in Form von Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Nadelstichen äußern. Eher selten kommt auch anfallsartiger brennender Schmerz, auch als Bauchschmerz oder Kopfschmerz oder einer ganzen Körperhälfte vor. Die Therapie entspricht der bei den anderen symptomatischen fokalen Epilepsien. Liegt eine umschriebenen Schädigung des Scheitellappens als Ursache vor, sind die Ergebnisse des epilepsiechirurgischen Vorgehens sehr gut.Okzipitallappenepilepsien (Hinterhauptslappenepilepsie)
Die Okzipitallappenepilepsie stellt mit 5 - 10 % aller symptomatischen fokalen Epilepsien die seltenste Form dar. Typischerweise gehen die Anfälle mit visuellen Halluzinationen in Form anhaltender oder blitzender Flecken oder einfacher geometrischer Figuren, Blindheit und seltener tonischen oder klonischen Augenbewegungen einher.Kryptogen
Epilepsiesyndrome mit herdförmigen Anfällen, für die keinerlei Ursache gefunden wird, werden als kryptogen kategorisiert.Generalisierte Epilepsien und Syndrome
Bei generalisierten Anfällen ist immer von Anfang an die gesamte Hirnrinde von der elektrischen Anfallsaktivität betroffen. Diese Anfallsformen gehen daher auch immer mit einem Bewusstseinsverlust einher. Sie werden nochmals in sogenannte kleine (Petit-mal, frz. kleines Übel) und große (Grand-mal, frz. großes Übel) Anfälle unterschieden.Idiopathisch (s. o.)
Benigne (gutartige) familiäre Neugeborenenkrämpfe
Hierbei handelt sich um ein seltenes, aber gut definiertes autosomal dominant vererbtes Krankheitsbild. Es wurden zwei Gen-Loci auf Chromosom 20 und auf Chromosom 8 identifiziert. Ein weiterer, noch nicht identifizierter existiert. Betroffen sind reifgeborene Neugeborene, die am 2. oder 3. Lebenstag 1 - 3 Minuten andauerende Anfälle mit Atemstillständen (Apnoen), Augenbewegungen sowie tonischen und klonischen Äußerungen zeigen. Die Anfälle hören im Lauf der ersten sechs Lebensmonate auf. Die Kinder entwickeln sich altersentsprechend.Benigne (gutartige) Neugeborenenkrämpfe
Dies ist eine sporadisch auftretende, nicht erblich bedingte Form von Krampfanfällen im Neugeborenenalter, die typischerweise am 5. Lebenstag (engl. fifth-day-fits, Spannweite 3. - 7. Lebenstag) auftreten. Sie äußern sich in klonischen Zuckungen und Atemstillständen, nie in tonischen Anfällen. Sie sind durch Medikamente kaum zu beeinflussen, hören aber spontan wieder auf und die Prognose ist gut.Benigne (gutartige) myoklonische Epilepsie des Kleinkindalters
Die benigne myoklonische Epilepsie des Kleinkindesalters stellt mit etw 0,2 % aller Epilepsien im Kindesalter eine sehr seltene Erkrankung dar. Es wird vermutet, dass es sich um eine frühe Verlaufsform der juvenilen myoklonischen Epilepsie handelt. Sie tritt im Alter zwischen 4 Monaten und 4 Jahren bei normal entwickelten Kindern auf und äußert sich ausschließlich in kurzen generalisierten Myoklonien. Sie spricht gut auf eine medikamentöse Therapie an und hat dementsprechend eine gute Prognose.Absence-Epilepsie des Kindesalters (pyknoleptische Absencen)
Diese Epilepsieform ist durch typische Absencen, kurz (5 - 15 s) dauernde Abwesenheitszustände mit Bewusstseinsverlust und Erinnerungslücke, die täglich einige bis mehrere hundert Male mit Beginn vor der Pubertät bei sonst unauffälligen Kindern auftreten. Im Verlauf können Grand-mal-Anfälle folgen. Familiäre Häufung, Zwillingsstudien und die Assoziation mit einem Genort auf Chromosom 8 weisen auf eine genetische Ursache dieses Syndroms hin. Die Diagnose wird durch typische Anfallsmuster im Elektro-Enzephalogramm (EEG) gestützt. Die Absencen lassen sich relativ gut medikamentös behandeln. Dementsprechend hat diese Epilepsie eine gute Prognose.juvenile Absence-Epilepsie (nicht pyknoleptische Absencen)
Auch die juvenile Absence-Epilepsie gehört zu den erblich bedingten generalisierten Epilepsien mit altersgebundener Manifestation. Der Beginn fällt zumeist mit dem Beginn der Pubertät zusammen und liegt im Gipfel bei 10 - 12 Jahren. Die Anfälle gleichen denen bei der Pyknolepsie, sind jedoch weniger häufig und dauern dafür etwas länger an. Etwa 80 % der Patienten haben zusätzlich generalisierte, tonisch-klonische Anfälle, meist nach dem Aufwachen. Die medikamentöse Therapie ist nicht ganz so erfolgversprechend wie bei der Pyknolepsie und dementsprechend die Prognose etwas kritischer.Juvenile myoklonische Epilepsie (Impulsiv-Petit-mal-Epilepsie)
Die juvenile myoklonische Epilepsie ist ein erblich bedingtes generalisiertes Anfallsleiden. Die myoklonischen Anfälle zeigen sich in plötzlichen, kurzen, meist beidseitigen Muskelzuckungen, der Schultern und Arme, die vom Patienten bewusst wahrgenommen werden. Sie treten einzeln oder unregelmäßig wiederholt vor allem in den Morgenstunden auf und sind von stark wechselnder Stärke. Bei etwa einem Fünftel der Patienten gehen den myoklonischen Anfällen Absencen und generalisierte tonisch-klonische Anfälle voraus. Bei bis zu 95 % der Patienten treten Aufwach-Grand-mal-Anfälle hinzu. Vermeidung von auslösenden Situationen stellt neben krampfdämpfenden Medikamenten ein wichtiges Therapieprinzip dar. Durch die medikamentöse Therapie kann zumeist eine Anfallsfreiheit erreicht werden, sie muss allerdings in der Regel lebenslang durchgeführt werden.Aufwach-Grand-Mal-Epilepsie
Diese ebenfalls zu den genetisch bedingten Epilepsien gehörende Form manifestiert sich mit einem Häufigkeitsgipfel um das 17. Lebensjahr (Spannweite 6 - 24). Es treten generalisierte tonisch-klonische Krampfanfälle ohne Aura ausschließlich oder überwiegend in den ersten Stunden nach dem Aufwachen auf. Neben der Vermeidung von Auslösefaktoren gründet sich die Therapie auf die Gabe eines anfallsdämpfenden Medikaments. Die Prognose ist umso günstiger, je jünger die Patienten bei Erkrankungsbeginn sind.Andere generalisierte Epilepsien
Epilepsien mit spezifisch ausgelösten Anfällen (Reflexepilepsien)
Bei diesen Epilepsien werden tonisch-klonische Anfälle als Antwort auf spezifische, gut abgrenzbare Reize ausgelöst. Sie sind überwiegend idiopathisch. In seltenen Fällen von symptomatischen Reflexepilepsien treten auch fokale Anfälle auf. Zu den auslösenden Reizen gehören überwiegend Flickerlicht und andere visuelle Reize. Diese seltene Form der Epilepsie liegt vor, wenn Anfälle durch Fernsehen oder Videospiele ausgelöst werden.Kryptogen oder symptomatisch
West-Syndrom (Epilepsie mit Blitz-, Nick-, Salaam-Krämpfen)
Es handelt sich hierbei um eine altersgebunden auftretende generalisierte Epilepsie, die fast immer im Säuglingsalter mit Serien von 2 bis 150 kurzdauernden Anfällen beginnt und mit einem typischen Muster im Elektro-Enzephalogramm (EEG), der sogenannten Hypsarrhythmie einhergeht. Die Prognose ist hinsichtlich der insbesondere kognitiven Entwicklung auch bei erfolgreicher medikamentöser Therapie meist ungünstig, wobei dies in der Regel auf bestehende hirnorganische Schädigungen zurückzuführen istund nicht auf die epileptischen Anfälle selbst.Lennox-Gastaut-Syndrom
Dies ist eine der schwersten Epilepsien des Kindes- und Jugendalters. Es ist durch häufiges Auftreten von verschiedenen generalisierten Anfallsformen, insbesondere von tonischen Sturzanfällen charakterisiert. Es besteht Therapieresistenz und die Patienten haben meist mittelschwere bis schwere geistige Defizitie. Die Abgrenzung gegen andere Epilepsiesyndrome ist allerdings häufig schwierig.Epilepsie mit myoklonisch astatischen Anfällen (Doose-Syndrom)
Die myoklonisch-astatische Epilepsie beginnt zumeist in des ersten fünf Lebensjahren. Neben den namengebenden astatischen Sturzanfällen durch plötzlichen Verlust der Spannung der Muskulatur, meist eingeleitet von kurzen Zuckungen können auch Absencen und generalisierte tonisch-klonische Anfälle auftreten. Die Patienten sprechen unterschiedlich gut auf die medikamentöse Therapie an und die Prognose kann bei mit häufigen generalisierten tonisch-klonischen Anfällen getrübt sein.Epilepsie mit myoklonischen Absencen
Hierbei handelt es sich um eine spezielle Epilepsie des Kindesalters, bei dem ausschließlich oder überwiegend Absencen auftreten, die von stark ausgeprägten, rhythmischen und beidseitigen Zuckungen vor allem der Schultern und Arme, weniger der Beine, begleitet werden. Im Elektro-Enzephalogramm (EEG) finden sich die auch bei den übrigen Absence-Epilepsien typischen Anfallsmuster. Bei fast der Hälfte der Kinder ist schon vor Beginn der Epilepsie eine geistige Entwicklungsstörung vorhanden. Da ein beträchtlicher Teil der Kinder nicht anfallsfrei wird, kommen im Verlauf der Erkrankung noch etwa ein Viertel dazu. Sprechen die Absencen jedoch rasch und anhaltend auf die Therapie an, bleibt die Intelligenz erhalten.Symptomatisch
Diesen Epilepsien liegt eine nachgewiesene Hirnschädigung zurückliegender (Zustand nach Infektion des Zentralnervensystem, Schädel-Hirn-Trauma, Gefäßerkrankung des Gehirns) oder fortschreitender (Stoffwechselerkrankungen mit Beteiligung des Zentralnervensystems, Tumoren des Zentralnervensystems, chronische Infektion des Zentralnervensystems) Art zugrunde.Epilepsien und Syndrome, die nicht als lokalisationsbezogen oder generalisiert bestimmbar sind
Neugeborenenkrämpfe
Hiervon spricht man bei streng auf die ersten vier Lebenswochen beschränkten Anfällen, die in den allermeisten Fällen auf eine Schädigung des Gehirns, z. B. durch Infektion, vorübergehenden Sauerstoffmangel oder Unterzuckerung zurückzuführen und somit symptomaticher Natur sind.Schwere myoklonische Epilepsie des Kindesalters
Dieses Krankheitsbild ist extrem selten. Es beginnt bei sonst gesunden Kindern im ersten Lebensjahr mit häufig wiederkehrenden, generalisierten oder halbseitigen Anfällen mit und ohne Fieber, die eher einen verlängerten Verlauf haben. Im zweiten bis dritten Lebensjahr treten einzeln oder in kurze Serien von zwei bis drei Zuckungen vor allem der Rumpfmuskulatur von sehr unterschiedlicher Stärke auf. Die Therapie ist schwierig und die Prognose dementsprechend schlecht.Epilepsie mit anhaltenden spike-wave-Entladungen im synchronisierten Schlaf (ESES)
Das Besondere an diesem Epilepsiesyndrom ist das Auftreten von durchgehenden generalisierten epilepsietypischen Entladungen im Elektro-Enzephalogramm (EEG) während des gesamten sogenannten synchronisierten Schlafes. In Verbindung hiermit kommt es bei den Kindern zu einem geistigen Abbau sowie einer erheblichen Beeinträchtigung der Sprache, und der zeitlichen und räumlichen Orientierung. Es treten häufige und vielfältige Anfälle (einseitige fokale motorische Anfälle, atypische Absencen, atonische Anfälle mit Stürzen, generalisierte tonisch-klonische Anfälle - aber nie tonische Anfälle) mit Beginn im Alter von im Mittel 4 Jahren auf.Aphasie-Epilepsie-Syndrom (Landau-Kleffner-Syndrom)
In der ILAE-Klassifikation wird dieses Syndrom von der Epilepsie mit anhaltenden spike-wave-Entladungen im synchronisierten Schlaf getrenn, obwohl vermutet wird, dass beide Syndrome wahrscheinlich nur unterschiedliche Erscheinungsformen ein und derselben Krankheit zu sein. Allerdings tritt hierbei bei der Mehrzahl der Fälle im Alter von 3 - 8 Jahren ein Verlust der Sprachfähigkeit (Aphasie) als erstes Symptom auf. Bei etwa 40 % der Kinder äußert sich die Erkrankung zuerst in unterschiedlichen epileptischen Anfällen. Die Prognose ist bezüglich der Anfälle gut, bezogen auf die Sprachfunktion aber durchaus kritisch.Spezielle Syndrome
Gelegenheitsanfälle
Fieberkrämpfe
Hierunter versteht man an fieberhaft Infekte gebundene meist generalisierte tonisch-klonische Anfälle im Kindesalter zwischen einem halben und sechs Jahren. Sie sind immer harmlos, bleiben in zwei Drittel der Fälle ein einmaliges Ereignis und gehen auch im Wiederholungsfall nicht mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Epilepsie einher.Isolierte Anfälle
Ausschließlich bei akuten Ereignissen auftretende Anfälle
Zu den möglichen Auslösern gehören z. B. Alkohol(entzug), Drogen, Schwangerschaftsvergiftung.Ursachen von Epilepsie
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Unterschiedliche Einflüsse verursachen eine Epilepsie Bildherkunft |
Schon der Einteilung der Epilepsien lässt sich entnehmen, dass diese Gruppe von Erkrankungen Ausdruck von unterschiedlichen Krankheitszuständen des Gehirns sein kann und sich keine einheitliche Ursache benennen lässt. Grundsätzlich lassen sich aber drei Gruppen von zugrundeliegenden Ursachen unterscheiden:
- Symptomatische Epilepsien sind die Folge einer nachweisbaren Hirnschädigung (Fehlbildung, Narbe, Tumor o. ä.).
- Bei den idiopathischen Epilepsien liegt eine erbliche Veranlagung zugrunde.
- Findet man keine der beiden vorgenannten Ursachen, nennt man die Epilepsie kryptogen.
Pathophysiologie
Obwohl das Wissen über die Entstehung von Epilepsien in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat, sind die Zusammenhänge noch immer nur unvollständig verstanden. Zum Auftreten epileptischer Anfälle tragen zum einen eine Übererregbarkeit (Hyperexzitabilität) von Nervenzellen, zum anderen eine abnorme gleichzeitige elektrische Aktivität von größeren Nervenzellverbänden (neuronale Netze) bei. So nimmt man an, dass ein Ungleichgewicht von Erregung und Hemmung in diesen neuronalen Netzen Krampfanfälle entstehen lässt.Verstärkte Erregung oder verminderte Hemmung können sowohl durch Veränderungen in den Membraneigenschaften der Nervenzellen als auch in der Erregungsübertragung von Nervenzelle zu Nervenzelle durch die Neurotransmitter (Überträgersubstanzen) bewirkt werden. So können sich Defekte in den Ionenkanälen für Natrium- und Calciumionen an der Entstehung und Ausbreitung von Anfallsentladungen beteiligen. Als erregende Neurotransmitter sind die Aminosäuren Glutamat und Aspartat beteiligt, die über eine Bindung an NMDA- oder AMPA-Rezeptoren Ionenkanäle öffnen. Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) stellt als hemmender Überträgerstoff sozusagen den Gegenspieler dar. Defekte in der Biosynthese, gesteigerter Abbau oder Hemmung dessen Rezeptoren (GABA-Rezeptoren) kann ebenfalls zum Anfallsgeschehen beitragen. Auch die zentral hemmende Wirkung einiger Neuropeptide, wie z. B. Neuropeptid Y und Galanin, wird als körpereigener Mechanismus der Verhütung epileptischer Krämpfe diskutiert.
Die Mechanismen, die dazu führen, dass aus einzelnen Krampfanfällen eine Epilepsie entsteht, sind weitaus komplexer und noch unbekannt. Da die Mehrzahl der Anfälle Einzelereignisse bleiben, scheinen sie nicht zwangsläufig epilepsieauslösende Veränderungen zu verursachen. Allerdings hat das tierexperimentelle Modell des „Kindling“ auch die Vorstellung zur Entstehung von Epilepsien beim Menschen geprägt. Unter Kindling versteht man einen dynamischen Vorgang, bei dem die wiederholte Ausübung elektrischer Reize, die noch nicht ausreichen, einen Anfall hervorzurufen, eine zunehmende Verstärkung der Anfallsbereitschaft hervorrufen, bis schließlich Krampfanfälle auftreten. Anschließend bleibt die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Reiz bestehen. Klinische Untersuchungen über den Abstand zwischen den Anfällen zu Beginn einer Epilepsie konnten aber zumindest nicht einheitlich zeigen, dass sich die Intervalle verkürzen, weil ein Anfall den nächsten bahnt.
Genetische Befunde bei Epilepsien
In einigen wenigen Fällen wurde durch Stammbäume und molekulargenetische Untersuchungen nicht nur ein Vererbungsmodus, sondern sogar ein Genort für die mutierten Gene festgestellt. Einen Überblick gibt die Tabelle. Als veränderte Genprodukte konnten zum Beispiel spannungsabhängige Kanäle für Natrium-Ionen oder Rezeptoren von Neurotransmittern identifiziert werden.| Epilepsie | Erbgang | Genort | Gen |
| benigne familiäre neonatale Krampfanfälle | autosomal dominant | 20q 8q24 | KCNQ2 KCNQ3 |
| benigne familiäre infantile Krampfanfälle | autosomal dominant | 19q13 | CHRNA4 |
| Absenceepilepsie des Kindesalters | komplex | 8q24 | n. b. |
| juvenile myoklonische Epilepsie | komplex | 15q4 6p | ?CHRNA7 n. b. |
| nordisches Epilepsiesyndrom | autosomal rezessiv | 8pter-p22 | n. b. |
| generalisierte Epilepsie mit Fieberkrämpfen plus | autosomal dominant | 19q13 | SCN1B |
| benigne fokale Epilepsie mit zentro-temporalen Spikes | komplex | 15q14 | n. b. |
| autosomal dominante nächtliche Frontallappenepilepsie | autosomal dominant | 20q13.2 15q24 | CHRNA4 ?CHRNA3/CHRN5/CHRN5 |
| familiäre Temporallappenepilepsie | autosomal dominant | 10q22-q24 | n. b. |
Außerdem können Epilepsien natürlich auch bei Krankheiten auftreten, denen eine Veränderung des Erbgutes zu Grunde liegt, bei denen das Anfallsleiden aber nur ein Symptom der Erkrankung ist. Beispiele hierfür sind die Tuberöse Sklerose oder das Angelman-Syndrom.
Diagnostik
- An erster Stelle steht, wie bei allen anderen Erkrankungen auch, die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Bei Epilepsie-Patienten sollte hierbei besonderes Augenmerk neben dem familiären Auftreten von Epilepsien und anderen Erkrankungen des Nervensystems auf Vorerkrankungen gerichtet sein, die möglicherweise eine symptomatische Epilepsie verursachen. Dazu gehören Störungen und Risiken in der Schwangerschaft, Probleme unter der Geburt, die zu einem Sauerstoffmangel führen, Unfälle mit Schädel-Hirn-Trauma oder entzündliche Erkrankungen des Zentralnervensystems.
- Darauf folgt die körperliche Untersuchung insbesondere des Nervensystem mit Untersuchung von Kraft, Gefühl (Sensibilität), Reflexen, Hirnnervenfunktion, Gleichgewicht und Koordination.
- Laboruntersuchungen aus dem Blut dienen zum einen dem Erkennen von möglichen Ursachen symptomatischer epileptischer Anfälle (z. B. Unterzuckerung, Mineralstoffmangel). Zum anderen überwacht der behandelnde Arzt unter einer medikamentösen Therapie die Menge des Medikamentes im Blut (Medikametenspiegel oder Therapiespiegel) wie auch mögliche Nebenwirkungen (Blutbild mit Blutplättchen, Leberenzyme, Nierenfunktion, Blutgerinnung, Calcium-Phosphat-Stoffwechsel).
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Für eine Absence-Epilepsie typisches Anfallsmuster im EEG Bildherkunft |
- Durch eine Elektroenzephalografie (EEG) kann die Bereitschaft des Gehirns zu epileptischen Entladungen direkt angezeigt werden. Dazu bekommt der Patient eine Art Kappe mit Elektroden in definierten Abständen aufgesetzt, von denen über einen Wechselspannungsverstärker die elektrische Oberflächenaktivität der Hirnrinde abgeleittet wird. Zur routinemäßigen Ableitung bei der Fragestellung nach einer Epilepsie gehört die Aktivierung mit Hyperventilation und Photostimulation. Im Rahmen der Erstdiagnostik dient das EEG vor allem der Einordnung des Anfalls bzw. der Epilepsie und der Lokalisation des Herdes bei herdförmigen Anfällen. Bei speziellen Fragestellung können auch Langzeitableitungen z. B. über 24 Stunden (Langzeit-EEG) oder Ableitungen mit gleichzeitiger paralleler Videoaufzeichnung des Patienten (Video-Doppelbild-EEG) durchgeführt werden.
- Dagegen leitet die Magnetoenzephalographie (MEG) die magnetische Aktivität des Gehirns mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung ab. Es handelt sich hierbei aber um eine sehr aufwändige, teure und neue Methode, die vor allem der exakten Lokalisation von epilepsieauslösenden Hirnarealen dient.
- Die cerebrale Computertomografie (CCT) ist eine spezielle Röntgenschichtuntersuchung und war das erste bildgebende Verfahren, mit dem auslösende gröbere Veränderungen am Hirngewebe gefunden werden konnten. Seine Vorteile liegen in der schnellen Verfügbarkeit und der Wirtschaftlichkeit. Da seine Auflösung der Gewebeveränderungen am Gehirn aber anderen Methoden unterlegen ist, hat sie auch wegen der mit ihr verbunden Strahlenbelastung an Bedeutung verloren.
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MRT Aufnahme Bildherkunft |
- In der Magnetresonanztomografie (MRT bzw. MRI) werden die Bilder durch wechselnde, starke Magnetfelder erzeugt. Die Darstellung hat eine deutlich höhere Auflösung und einen besseren Kontrast zwischen grauer und weißer Substanz. Für spezielle Fragestellungen insbeondere in der prächirurgischen Diagnostik steht die Funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRI) zur Verfügung, mit der spezielle Hirnfunktionen den zugehörigen Rindenarealen zugeordnet werden kann.
- Bei Neugeborenen und Säuglingen kann auch durch eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns durch die offene Fontanelle Hinweise auf anatomische Abweichungen gewonnen werden.
- Mit Positronen-Emissionstomografie (PET), Flumazenil-PET und Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) stehen weitere Spezialverfahren zur Verfügung mit denen vor allem epilepsieauslösende Herde genau lokalisiert und im Falle prächirurgischer Diagnostik neurologische Ausfälle durch die Operation abgeschätzt werden können.
Behandlung
Ziel der Behandlung bei Epilepsien ist die völlige Anfallsfreiheit ohne oder zumindest mit möglichst wenig Nebenwirkungen. Bei Kindern soll durch die Therapie darüberhinaus eine unbeeinträchtigte Entwicklung gewährleistet werden. Allen Patienten soll eine Lebensform ermöglicht werden, die den Fähigkeiten und Begabungen gerecht wird. Dabei ist zwichen der Akutbehandlung eines epileptischen Anfalls und der Dauerbehandlung zu unterscheiden. Diese Therapieziele werden in erster Linie durch eine geeignete Pharmakotherapie erreicht. Mit Hilfe einer Monotherapie mit Valproinsäure, Carbamazepin oder einem anderen Antiepileptikum gelingt es in circa zwei Drittel der Fälle die Anfälle zu kontrollieren. Bei den übrigen Patienten spricht man von einer pharmakoresistenten Epilepsie. Der zusätzlichen Einsatz weiterer Antiepileptika (Add-On-Therapie) führt bei pharmakoresistenten Epileptikern zwar nur sehr selten zur dauerhaften Anfallsfreiheit (etwa 10 %), jedoch sind Teilerfolge, wie z. B. eine reduzierte Anfallsfrequenz oder mildere Anfallsformen, erzielbar.Bei pharmakoresistenten Epileptikern sollte ebenfalls frühzeitig geprüft werden, ob sie geeignete Kandidaten für einen epilepsiechirurgischen Eingriff sind. Die Epilepsiechirurgie kann mittlerweile - bei pharmakoresistenten fokalen Epilepsien - die Epilepsie „heilen“, wenn das epileptogene Areal im Hirn genau identifizert werden kann und operabel ist. Die Chance auf Anfallsfreiheit durch einen epilepsiechirurgischen Eingriff liegt je nach Befundkonstellation bei 50-80 %.
Zu einem umfassenden Behandlungskonzept gehört aber auch eine Aufklärung und Beratung bis hin zur Patientenschulung, die Anleitung zur Anfallsdokumentation gegebenenfalls durch Führen eines Anfallstagebuchs und Hilfen zur Integration in Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft.
Akutbehandlung
In der Regel ist kein Eingreifen nötig und der Anfall endet nach (maximal) wenigen Minuten von selbst. Viele Epileptiker empfinden es sogar als unangenehm und belastend, wenn bei einem „einfachen“ Anfall der Rettungsdienst gerufen oder gar eine Klinikeinweisung veranlasst wird. Die nötigen Hilfsmaßnahmen bestehen regelmäßig in der Verhinderung von Verletzungen (Abpolstern, Entfernen von umgebenden Gegenständen, kein Festhalten, kein Mundkeil). Auf jeden Fall therapiebedürftig ist der Status epilepticus. Wenn mehrere Anfälle kurz hintereinander erfolgen, sollte dringend ärztliche Hilfe angefordert werden.Ein akuter epileptischer Anfall kann jedoch auch medikamentös durch Antikonvulsiva aus der Gruppe der Benzodiazepine unterbrochen werden. Unter diesen haben sich insbesondere Lorazepam, Diazepam, Clonazepam, Midazolam und Nitrazepam in der Akuttherapie etabliert, wobei Lorazepam die längste antikonvulsive Wirkung, bei gleichzeitig geringerer sedierender Wirkung als die anderen Substanzen. Sowohl für Lorazepam als auch für Diazepam gibt es Darreichungformen, die man als Laie entweder in die Wangentasche oder den Enddarm einführen kann. Für die Dauerbehandlung sind diese Arzneistoffe jedoch weniger geeignet, da sie bei regelmäßiger Einnahme insbesondere zu einer psychischen Abhängigkeit führen können.
Dauerbehandlung
Zur Vorbeugung epileptischer Anfälle haben sich in erster Linie Valproinsäure, Carbamazepin und sein Ketoanalog Oxcarbazepin etabliert. Carbamazepin gilt dabei als Mittel der Wahl zur Dauerbehandlung fokaler Anfälle, während Valproinsäure bei der Dauerbehandlung primär generalisierter Anfälle bevorzugt wird. Als Monotherapeutika stehen darüber hinaus die klassischen Breitspektrum-Antiepileptika Phenytoin, Phenobarbital und Primidon mit allerdings recht ungünstigem Nebenwirkungsprofil zur Verfügung. Eine spezielle Gruppe von Epilepsien des Kindesalters, die benignen idiopathischen Partialepilepsien, werden bevorzugt mit Sultiam behandelt. Ihre Effekte erzielen diese Arzneistoffe über eine Erhöhung der Reizschwelle durch Hemmung von Natrium-Ionenkanälen (Valproinsäure, Carbamazepin, Oxcarbazepin und Phenytoin) bzw. durch eine Aktivierung von GABA-Rezeptoren (Phenobarbital und sein Prodrug Primidon) im Zentralnervensystem.Da die Monotherapie epileptischer Erkrankungen bei einem Teil der Patienten nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führt, kann eine Therapie unter Verwendung eines Zusatztherapeutikums mit einem ergänzenden Wirkmechanismus erwogen werden. Als Zusatztherapeutika haben sich die GABA-Analoga Gabapentin, Tiagabin und Vigabatrin, welche die GABA-Konzentration im Gehirn erhöhen, etabliert. Alternativ stehen die Ionenkanal hemmenden Suximide Mesuximid und Ethosuximid, Lamotrigin, Felbamat und Topiramat zur Verfügung.
Nach längerer Zeit der Anfallsfreiheit - wenigstens zwei Jahre - kann in Abhängigkeit vom Risiko des Wiederauftretens von Anfällen und den möglichen psychosozialen Auswirkungen erneut auftretender Anfälle einerseits und den wahrgenommenen Beeinträchtigungen durch die Therapie andererseits auch ein ausschleichendes Beendigen der medikamentösen Therapie erwogen werden. Zahlreiche Studien haben das Risiko des Wiederauftretens von Anfällen nach Beendigung der Medikamenten-Behandlung untersucht. Zusammengefasst besteht eine Chance von etwa 70 % für eine dauerhafte Anfallsfreiheit ohne Medikamente wenn
- eine Anfallsfreiheit von 2-5 Jahren bestand,
- nur ein Anfallstyp bestand,
- eine normale Intelligenz und ein normaler neurologischer Befund besteht und
- sich das Elektroenzephalogramm unter der Therapie normalisiert hat.
Sonstige Methoden der Epilepsiebehandlung
Alternative pharmakologische Maßnahmen
Neben den im eigentlichen Sinne krampfunterdrückenden Arzneistoffen gibt es für verschiedene schwer behandelbare Epilepsien noch weitere medikamentöse Behandlungsansätze. Beim West-Syndrom hat sich die Behandung mit ACTH (Adrencorticotropes Hormon aus der Hirnanhangdrüse, das die Nebennieren zu vermehrter Produktion von Cortison stimuliert) oder Corticosteroiden direkt als sehr wirksam erwiesen. Diese nebenwirkungsreiche Behandlung (u. a. Bluthochdruck, Verdickung der Herzmuskulatur mit eingeschränkter Pumpfunktion, Nierenverkalkung, Diabetes mellitus) wird auch beim Landau-Kleffner-Syndrom, der myoklonisch astatischen Epilepsie und dem Lennox-Gastaut-Syndrom mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten eingesetzt.Die Beobachtung, dass bei epilepsiekranken Kindern mit Heuschnupfen eine Injektion von Immunglobulinen zu einer Verbesserung des Anfallsleidens führte, hat dazu geführt auch diese systematisch anzuwenden. Warum Immunglobuline bei Epilepsie überhaupt wirksam sind, ist noch unklar. Auch fehlen noch Kriterien, die bei der Vorhersage helfen, bei welchen therapieschwierigen Epilepsien diese Therapie erfolgversprechend ist. Eine Übersichtsarbeit, die 24 Studien zusammenfasste, konnte bei erheblich unterschiedlicher Behandlungsdauer und Dosierung in den einzelnen Behandlungen insgesamt eine Anfallsfreiheit von etwa 20 % und ein Reduktion der Anfallshäufigkeit von etwa 50 % zeigen.
Ketogene Diät
Ausgehend von der seit Jahrhunderten bekannten Erfahrung, dass bei Menschen mit Epilepsie Fasten vorübergehend zu einer Anfallsfreiheit führte, wurde seit 1921 mit einer Diät mit sehr hohem Fett- und geringem Kohlenhydrat- und Eiweißanteil zur Erzeugung einer anhaltenden Stoffwechsellage mit überwiegender Fettverbrennung und Bildung von Ketonkörpern (Ketose) der biochemische Effekt des Fastens imitiert. Diese sogenannte ketogene Diät erwies sich bei Epilepsiepatienten als effektiv. Der genaue Wirkmechanismus ist dabei bis heute nicht geklärt. Zahlreiche Studien konnten aber zeigen, dass etwa ein Drittel der behandelten Patienten anfallsfrei werden und etwa ein weiteres Drittel eine deutliche Reduktion der Anfälle um mindestens die Hälfte erfährt. Sie ist aus praktischen Gründen besonders gut für Kinder von 1-10 Jahren geeignet, aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen wirksam. Am besten scheinen myoklonische und atonische Anfälle, weniger gut generalisierte tonisch-klonische und fokale Anfälle und am wenigsten gut Absencen anzusprechen. Sie soll normalerweise zwei Jahre lang durchgeführt werden. Bei einem Teil der Patienten hält der erzielte Effekt über die Beendigung der Diät hinaus an. Als Nebenwirkungen können zu Beginn der Diät Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Verweigerung der Diät auftreten. Insbesondere während zusätzlicher akuter Erkrankungen kann sich eine Übersäuerung des Körpers einstellen. Das Risiko für die Bildung von Nierensteinen ist erhöht. Häufig zeigt sich auch eine teilweise massive Erhöhung der Blutfettwerte. Die mögliche Langzeitauswirkung auf Herz-Kreislauf-Erkrankugen lässt sich nicht abschätzen. Besonders bei schwer verlaufenden Epilepsien stellt die ketogene Diät eine wirksame Behandlungsalternative dar.Epilepsiechirurgie
Wenn trotz optimaler Wahl der Antiepileptika in höchster ertragbarer Dosierung keine befriedigende Anfallskontrolle erreicht wird, die Auswirkungen der Anfälle auf die Lebensqualität und die Nebenwirkungen der Medikamente auf die geistigen Fähigkeiten und das Verhalten sehr gravierend sind und eine strukturelle Läsion des Gehirns als ursächlich für die Anfälle nachgewiesen werden kann, kommt auch eine chirurgische Therapie des Anfallsleidens in Frage. Hierzu muss in sorgfältigen und ausgedehnten Untersuchungen vor dem Eingriff (prächirurgische Diagnostik) das anfallsauslösende Areal exakt lokalisiert und die funktionelle Beeinträchtigung nach Verlust des entsprechenden Hirngewebes abgeschätzt werden.Vagusnervstimulation
Hierbei wird durch einen elektrischen Stimulator, der mit Batterie an der Brustwand eingesetzt wird, entweder in festen Intervallen oder auf Aktivierung durch den Patienten bei Anfallsvorgefühl der Vagusnerv mit elektrischen Strömen gereizt. Dieser leitet die Erregung ins Gehirn weiter. Dadurch kann die Anfallsfrequenz gesenkt werden. Als Nebenwirkungen können lokale Schmerzen oder Missempfindungen, Veränderungen der Stimmlage, Luftnot, Übelkeit und Durchfälle auftreten. Obwohl der Vagusnerv auch direkt den Herzmuskel versorgt und an der Steuerung der Herzfrequenz beteiligt ist, wurde nicht über Veränderungen der Herzfrequenz berichtet!Verhaltenstherapie
(mit oder ohne Biofeedback) kann den Betroffenen ermöglichen, auf Vorzeichens eines Anfalls zu reagieren und diesen zu verhindern oder abzumildern. Heutzutage wird versucht die Epilepsie durch eine ganzheitliche Sozialmedizin zu behandeln. Hier wird insbesondere Ausdauersport und eine weniger strenge Behütung des Patienten empfohlen. Viele Hunde können den epileptischen Anfall eines Familienmitglieds vorhersagen. Daher versucht man neuerdings gezielt Epilepsiehunde auszubilden.Tod bei Epilepsie (SUDEP)
Als SUDEP (von englisch: sudden unexpected death in epilepsy) wird ein plötzlicher unerwarteter Tod bei Epilepsie bezeichnet. In einer Studie wurden folgende Risikofaktoren identifiziert:
- jüngeres Lebensalter
- symptomatische Epilepsien mit nachweisbarer Gehirnveränderung
- männliches Geschlecht
- niedrige Serumkonzentration der eingenommenen Antiepileptika
- generalisierte tonisch-klonische Anfälle
- Schlaf
Die Forschung nach Todesursachen von Epilepitkern und die Erfassung ihrer Mortalität ist in Deutschland noch wenig ausgeprägt, weshalb nur wenige Informationen hierzu in der Literatur zu finden sind.
Von den Menschen mit Epilepsie liegt die Sterblichkeitsrate bei 600 von 100.000 Personen pro Jahr, bei Neubetroffenen bei 60 von 100.000 Personen pro Jahr. Das Risiko für einen SUDEP liegt bei ca. 50 von 100.000 bis 100 : 100.000 Personen pro Jahr; liegt eine schwere Epilepsie und/oder eine neurologische Beeinträchtigung vor, sind es sogar 500 zu 100.000 Personen pro Jahr.
In Großbritannien wird die Zahl der an oder in Folge von Epilepsie gestorbenen Menschen mit 1000 pro Jahr angegeben. Es wird geschätzt, dass es sich bei den meisten dieser Todesfälle um SUDEP handelt (Quelle: National Sentinel Clinical Audit of Epilepsy-Related Death 2002 - englisch).
Psychosoziales
Obwohl viele Menschen mit Epilepsie durch medikamentöse Behandlung kaum noch Anfälle haben, können die Beeinträchtigungen groß sein. Es kann sich hierbei um objektiv vorhandene Beeinträchtigungen handeln wie Medikamentennebenwirkungen. Es kommen jedoch psychologische Faktoren hinzu. Einen Grand mal-Anfall in der Öffentlichkeit oder am Arbeitsplatz gehabt zu haben, ist einfach unangenehm. Epilepsie unterscheidet sich von anderen "Volkskrankheiten" wie Diabetes dadurch, dass ihr ein Stigma anhaftet. Dies kann subjektiv immer noch der Fall sein, wenn auch die Einstellung in der Bevölkerung glücklicherweise sich verbessert hat. Der Informationsstand ist jedoch, bedingt dadurch, dass Epilepsie in den Medien praktisch nicht präsent ist, immer noch unzureichend.Tatsache ist, dass der Arbeitslosenanteil unter den Menschen mit Epilepsie weit überproportional ist, selbst überproportional unter den Menschen mit Behinderungen allgemein. Dieser hohe Anteil ist nicht allein mit objektiv vorhandenen Leistungsverminderungen zu erklären.
Das Spektrum der Erkrankung ist jedoch sehr groß: es reicht von Formen mit guter Prognose und wenigen Anfällen bis zu Formen mit hoher Anfallsfrequenz und eintretenden Gehirnschädigungen. Auch wenn Menschen mit Epilepsie in etlichen Lebensbereichen auch heute noch auf Schwierigkeiten stoßen, führen sie meist ein relativ normales Leben.
Unter Epilepsie leiden
Epilepsie ist eine Krankheit, die auch bei weitgehender Anfallsfreiheit immer präsent ist: man steigt nicht so ohne weiteres auf eine Leiter, man läuft nicht noch schnell bei Rot über die Straße, wenn schon ein Auto naht. Eine Bezeichnung von Epilepsiekranken als "krank" liegt nahe, weil die meisten Betroffenen mit (einer) Epilepsie/n aus medizinischer Sicht dauerhaft den Status von Patienten inne haben.
Die Bezeichnung "Epileptiker" ist bei Betroffenen häufig nicht sehr beliebt - es wird eher von z. B. "Menschen mit Epilepsie" gesprochen (siehe auch political correctness). Epilepsie ist nach wie vor ein Stigma.
Eine andere Möglichkeit, mit der Bezeichnung "Epileptiker" umzugehen, ist ihr offensiver Gebrauch, wie es zum Beispiel mit der Bezeichnung Queer geschah. Ein Leben mit Epilepsie - und nicht gegen sie - kann durch die Zumutung des Verzichts auf normalerweise selbstverständliche Sicherheiten tief greifende Veränderungen der Weltsicht und der Psyche mit sich bringen und einen Einfluss auf die persönliche Identität haben.
In englischsprachigen Epilepsie-Foren im Internet wird manchmal der Ausdruck verwendet: "I had an E". In deutschsprachigen Foren findet eher "meine Epi" Verwendung. Der schon alte, selbstironische Spruch "epileppy aber happy" ist dabei nicht ganz in Vergessenheit geraten.
Computerspiele und Medien
Bildschirme können durch Hell-Dunkel-Wechsel, durch wechselnde Farbkombinationen und durch Muster epileptische Anfälle provozieren.
Hell-Dunkel-Wechsel sind, wenn der Wechsel nur wenige Male pro Sekunde stattfindet, für die meisten Menschen gefahrlos. Die Wechsel wirken anregend und motivieren zum Beispiel Kinder dazu, mit einem Stock an Lattenzäunen entlang zu laufen, oder Jugendliche, in die Disko zu gehen. Durch sehr schnelle Farb- und Hell-Dunkel-Wechsel löste 1997 in Japan die Kindersendung Pocket Monsters bei über 600 Zuschauern ohne epileptische Vorgeschichte, zumeist Kindern, epileptische Reaktionen aus, so dass 200 von ihnen im Krankenhaus übernachten mussten.
Ähnliche Wirkungen sind bei Computerspielen möglich. In vielen Handbüchern zu Computerspielen findet sich daher an prominenter Stelle eine Epilepsiewarnung. Die besondere Reaktionsbereitschaft auf Lichtreize wird Photosensibilität genannt, tritt dadurch ein Anfall auf, handelt es sich um einen Fotogenen Reflexanfall. Menschen, die auch ohne Lichtreizung epileptische Anfälle haben, können je nach Anfallsform gar nicht, nur eingeschränkt oder ohne Probleme Computerspiele spielen. Die Photosensibilität tritt bei diesen Menschen zu über 90 % mit idiopathisch-generalisierter Epilepsie auf, selten jedoch bei der fokalen Anfallsform. Die Prävalenz für Photosensibilität wird mit 0,5 bis 8,9 % in der nicht-epileptischen Gesamtbevölkerung geschätzt und mit 2 bis 9,9 % in der epileptischen Bevölkerung. In der nicht-epileptischen Bevölkerung kommt Photosensibilität besonders häufig während der Pubertät vor und führt selten zu Anfällen, d. h. kann meist nur im EEG nachgewiesen werden. (Alberto Verrotti MD, PhD; Daniela Trotta, MD; Carmela Salladini, MD; Giovanna di Corcia, MD, Photosensitivity and Epilepsy, J Child Neurol. 2005; 19 (8): 571-578)
Röhrenbildschirme wie zum Beispiel herkömmliche Fernsehgeräte und Computer-Monitore mit Kathodenstrahlröhre, evtl. auch Kinos, können unabhängig davon, ob sie ruhige oder schnelle Bilder zeigen, epileptische Anfälle auslösen. Diese Systeme erzeugen durch sehr schnelle Lichtwechsel den Eindruck eines stehenden Bildes. Da sich bei diesen Systemen keine deutlichen Warnungen finden und gewisse Anfallsformen leicht mit vegetativen Störungen oder Kreislaufproblemen verwechselt werden, besteht die Möglichkeit, dass das Problem nicht erkannt wird. Es besteht außerdem die Möglichkeit, dass das Problem auch von Neurologen nicht erkannt wird. In diesem Fall werden vermeidbarerweise Antiepileptika genommen. Technisch ist das Problem häufig durch die Verwendung von Flachbildschirmen oder Bildschirmen mit hohen Bildwiederholfrequenzen lösbar.
Ein größeres Problem im Hinblick auf Photosensibilität stellen jedoch natürliche Phänomene dar, wie z. B. bei tiefer Sonne durch eine Allee fahren.
Geschichte
Da das Erscheinungsbild bei epileptischen Anfällen spektakulär sein kann, sind Epilepsiekranke im Lauf der Geschichte sowohl positiv wie negativ stigmatisiert worden. So galten Epilepsiekranke in manchen antiken Kulturen als Heilige, da ihnen der (scheinbare) Übergang in Trancezustände so leicht fiel. Bereits im Reich der alten ägyptischen Antike und zur Zeit des babylonischen Königs Hammurabi war die Epilepsie bekannt und gefürchtet. Altägyptische Hieroglyphen für das Wort Anfallsleiden sind "Wasser", "gefalteter Stoff", "zwei Schilfblätter" und "Brotlaib", umrahmt von der "Kobraschlange" am Anfang, die "Ausspruch einer Gottheit" bedeutet, und dem "schlangenden Mann" am Ende, der "Feind, Tod" darstellt. Bei den alten Griechen galt die Epilepsie als "heilige Krankheit", als "Besessensein von der göttlichen Macht" - der Epilepsiebegriff stammt von dem griechischen Wort "epilambanein" ab, das "packen, jemanden heftig ergreifen" bedeutet. Rund vierhundert Jahre vor Christus schrieb jedoch der griechische Arzt Hippokrates (ca. 460 - 375 v. Chr), dass das Gehirn verantwortlich für die "Heilige Krankheit" sei.
Im Mittelalter wurde ein Anfall allerdings häufig als "Angriff von oben", als göttliche Strafe oder "dämonische Besessenheit" interpretiert und konnte für den Betroffenen gefährliche Konsequenzen haben, wie beispielsweise einen Exorzismus. Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt die Epilepsie allmählich wieder ihren Stellenwert in der Reihe der übrigen Krankheiten, doch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es wissenschaftlich zu beweisen, dass die Epilepsie einen natürlichen Ursprung hat.
In der Zeit des Nationalsozialismus galten Epilepsiekranke wie viele andere "Behinderte" als "unwertes Leben". Im Alten Rom mussten angehende Soldaten bei ihrer Musterung durch ein rotierendes Wagenrad in eine Lichtquelle (zum Beispiel die Sonne) schauen. Erlitten sie einen Anfall, wurden sie ausgemustert.
Dennoch gab es über alle Zeiten berühmte Epileptiker, wie beispielsweise Alexander den Großen, Julius Cäsar, Mohammed, Napoleon, Dostojewski, Agatha Christie, Molière, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Vincent van Gogh, Georg Friedrich Händel, Paganini, Alfred Nobel und einige Philosophen. Mit Pius IX. (1792 - 1878) gelangte ein Epileptiker sogar auf den Papststuhl, obwohl Personen mit einer Epilepsie lange Zeit als Besessene verfolgt wurden. Die Epilepsie ist so alt wie die Menschheit und gehört zu den häufigsten chronischen Krankheiten überhaupt.
Recht
Hat ein Mensch öfter epileptische Anfälle und kann auch durch Behandlung nicht über mindestens ein Jahr anfallsfrei bleiben, dann darf er kein Auto fahren oder eine Tätigkeit verrichten, die ihn selbst oder andere gefährdet. Epilepsiekranke haben daher auch größerer Probleme mit der Berufswahl und sollten neben einem Spezialisten für Neurologie auch manchmal einen Facharzt für Arbeitsmedizin konsultieren. Betroffene einer Epilepsie haben in Deutschland je nach Schwere der Erkrankung die Möglichkeit, auf Antrag einen Schwerbehindertenausweis zur Gewährung steuerlicher und beruflicher Nachteilsausgleiche zu erhalten. Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen und auch Unfallversicherungen verweigern die Aufnahme von Epilepsieerkrankten, wenn diese nicht mindestens zwei Jahre anfallsfrei sind.Siehe auch
Epilepsie beim Hund
Auch beim Hund gibt es eine Epilepsie. Aufgrund der anderen Nervenschaltungen im Hundehirn wird allerdings häufig vom "epileptiformen Anfall" gesprochen. Wie beim Menschen gibt es eine Aura, partielle und generalisierte Anfälle.
Bei der partiellen Epilepsie kann es zu Verhaltensänderungen (Absencen) bzw. zu Zuckungen von bestimmten Körperteilen (z. B. Ohren) kommen. Auch stereotypen Bewegungen, wie z. B. im Kreis laufen, Fliegenschnappen können dazu gezählt werden. Eine Abgrenzung zu besonderen individuellen Verhaltensmustern von gesunden Hunden ist häufig schwierig.
Bei der idiopathischen Epilepsie ist eine Rassen- bzw. familiäre Disposition offensichtlich. Bei diesen Rassen ist ein Auftreten einer Epilepsie vor dem 3 Lebensjahr häufig:
Deutscher und Belgischer Schäferhund, Retriever, Berner Sennenhund, Spaniel, Beagle, Dackel, Irish Setter, Irish Terrier, Pudel, Husky, Foxterrier
Der Erbgang (Retriever und Berner Sennenhund) ist z. T. rezessiv, d. h. dass andere Faktoren mitspielen müssen, um eine manifeste Epilepsie auszulösen (z. B. schwere Erkrankung). Die Liste verlängert sich leider immer weiter.
Typisch ist beim Hund das regelmäßige Auftreten der Anfälle, die für gewöhnlich in immer kürzeren Zeitabständen zutage treten.
Die Behandlung erfolgt wie beim Menschen mit Antikonvulsiva, Narkosemitteln oder Beruhigungsmitteln, zum Teil werden mehrere Präparate kombiniert.
Bei der idiopathischen Epilepsie ist die Prognose für gewöhnlich schlecht bis infaust. Selbst Tiere, die anfangs auf die Medikamente ansprechen, entwickeln später eine Gewöhnung (Enzymerhöhung der Leber).
Bei anderen Haustieren kommt die Epilepsie nur selten vor (Kaninchen, Katze). Die Behandlung erfolgt wie beim Hund.
Literatur
- Krämer, Günter: Das große Trias-Handbuch Epilepsie (2005)
- Krämer, Günther: Epilepsie von A-Z - Medizinische Fachwörter verstehen (2004)
- Krämer, Günter: Diagnose Epilepsie - Kurz und bündig. Wie Sie die Krankheit verstehen, die besten Therapien für sich nutzen, Ihren Alltag optimal gestalten (2003)
- Altrup u.a.: Epilepsie - Informationen in Texten und Bildern für Betroffene, Angehörige und Interessierte (2000)
- Puckhaber, Haiko: Epilepsie im Kindesalter - Eine interdisziplinäre Aufgabe (2000)
- Schneble, Hansjörg: Epilepsie bei Kindern: Wie ihre Familie damit leben lernt, was Epilepsie ist, wie der Arzt untersucht und behandelt (1999)
- Krämer, Günter: Epilepsie - Antworten auf die häufigsten Fragen (1998)
- Volkers, Helmut: Anfälle im Kindesalter - Schwerpunkt gutartige Epilepsien. Antworten auf Elternfragen (1998)
Kinder- und Jugendbücher zum Thema Epilepsie
- Appleton, Richard & Krämer, Günter: Epilepsie-Wörterbuch für Kinder
- Dingenotto, Beate: Was Du schon immer wissen wolltest über Dein Gehirn, Deine Anfälle und das Krankenhaus.
- Fährmann, Willi: Jakob und seine Freunde (ab 9 Jahre)
- Heinen, Gerd: Bei Tim wird alles anders. (ab 5 Jahre)
- Howard, Ellen: Edith allein.
- Schröder, Silke & Elisabeth Reuter: Carla. Eine Geschichte über Epilepsie (ab 4 Jahre)
- Habermann-Horstmeier, Lotte: Karin und Max. Geschichten von einem Jungen und seiner geistig behinderten, epilepsiekranken Schwester.
- Schneble, H.: Das Eigentor oder die Geschichte vom Peter Guck-in-die Luft (ab 12 Jahre)
- Brandes, S.: Kein bisschen cool (ab 12 Jahre)
Geschichte
- Owsei Temkin: The Falling Sickness: A History of Epilepsy from the Greeks to the Beginning of Modern Neurology. 1945; 2nd ed. revised, 1971
Weblinks
- Epilepsie Bundes-Elternverband e.V.
- Epilepsie für Kinder erklärt
- Zeitschrift der Selbsthilfe
- Infoseite Anfallskind.de
- Epilepsiezentrum am Universitätsklinikum Freiburg
- Epilepsie-Informationen
- Epilepsie-Netzwerk
- Epilepsie-Netz
- Informationszentrum Epilepsie
- Deutsche Epilepsievereinigung
- Schweizerische Liga gegen Epilepsie
- Eltern SHG epilepsiekranker Kinder Salzburg
- Epilepsie Bonn
- Epilepsiezentrum Kork
- Deutsches Epilepsiemuseum Kork
- Zusammenfassende Informationen zur Epilepsie
- Dekade des menschlichen Gehirns
- Infoseite Tuberöse Sklerose Epilepsie
Diskussion der Autoren über den Artikel: Epilepsie
Diverses
"Es gibt jedoch keinerlei Disposition für das Erkranken an der Epilepsie. Jeder Mensch kann zu jeder Zeit an ihr erkranken."Ich habe das rausgenommen, weil eine Narbe im Gehirn wohl eher doch zu einer Epilepsie disponiert -- Robodoc 21:09, 22. Feb 2004 (CET)
Das stimmt auch nur teilweise, da es durchaus vorkommt, dass Epilepsie auftritt, obwohl der Cortex voellig in Ornung ist. Das ist jedoch eher selten, die hauefigste uersache, zumindest fuer Temporallappenepilepsie, ist eine Hyppocampussclerose. --Acren 11:50, 28. Mär 2004 (CEST)
Eine Frage an die Fachleute: Ist eine Absencen ein Petit Mal oder doch wieder was ganz anderes?
- Müsste man die Auren nicht noch erwähnen? Streggenommen sind das ja auch epileptische Anfälle, wenngleich sie für die Umwelt nicht wahrzunehmen sind, sondern lediglich für den Betroffenen Kaffeefan
Zu Absencen: So viel ich weiß, gehören sie zu den Petit Mal-Anfällen. Zu Auren: Ja, sie müßten als Vorboten von epileptischen Anfällen unbedingt erwähnt werden. --ChristophDemmer 21:00, 2. Sep 2004 (CEST)
- Das Problem ist, dass die Kategorien die beschrieben sind ueberholt sind. Inzwischen gibt es ein neues System zum Klassifizieren von epileptischen Anfaellen. Dort unterscheidet man zwischen einfach- (tonisch, klonisch, tonisch-klonisch) bzw komplex- (auto-, hypermotorisch) motorischen Anfaellen, absence Nafaellen und Auren (somatosensible, visuelle, epigastrische) (und das sind nur die Anfallstypen, die mir spontan einfallen...). Das sollte man mal bei Gelegenheit komplett ueberarbeiten.
- Epileptiker duerfen, solange sie Anfaelle haben, kein Auto fahren und muessen 2 Jahre lang anfallsfrei sein, um wieder autofahren zu duerfen.Acren 23:57, 27. Nov 2004 (CET)
- Ähm... Acren, das stimmt so nicht: Schau mal etwas weiter unten, bei dem Link zum Abschnitt Recht, da steht das ganz genau und differenzierter... Gruß, Marilyn.hanson 14:18, 30. Nov 2004 (CET)
- Ich glaube, daß noch viel fehlt, siehe im Vergleich :en:Epilepsy, auch z.B. die Möglichkeit einer Fehldiagnose als Schizophrenie. Aber ich in medizinischen Artikeln halte ich mich etwas zurück, solange ich mir nicht ganz sicher bin. -- Pjacobi 21:05, 2. Sep 2004 (CEST)
- Hier darf ich jetzt docheinmal ganz besonders auf die EKT als mögliche Ursache für Epilepsie-ähnliche Symptome hinweisen, da bestimmte Verlaufsformen der „Schizophrenie“ als (eigentlich aber untaugliche) Rechtfertigung für die EKT verwendet werden; bei der EKT kommt es zu einer Hirnschädigung, die vielleicht nicht einer Narbe ähnelt aber immerhin... Der Nachweis der Anwendung von Psychotechniken durch Ärzte zur Schaffung der EKT-Indikation „ganz furchtbar Therapie-resistente Schizophrenie“ würde dann den ärztlichen, nicht finalen Hirnriss vollumfänglich abrunden... --213.54.159.234 23:53, 16. Jul 2005 (CEST)
Kommentar Diskussion/Artikel
- Absencen sind das klassische Petit mal, daneben gibt es im wesentlichen noch myoklonische Anfälle. Die weiteren "kleinen" Anfälle werden in der Epileptologie nicht als Petit mal bezeichnet. Zu den Auren: Neben einigem anderen fehlen die Auren, die bereits epileptische Anfälle sind, nur eben nicht in Hirnbereichen, die für Bewegungen etc. zuständig sind, sondern eben für Wahrnehmungen (aller Art: sehen, fühlen, schmecken, hören, psychische Phänomene,...). Vorsicht! Es stehen viele Halb- oder Nichtwahrheiten auf der Seite. Wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich den Artikel mal etwas nach meinem Wissen überarbeiten. In der Zwischenzeit würde ich die unten auf der Seite angegebenen links (Epi-Netz etc.) nutzen.
Es fehlen noch sehr viele Anfallsformen der Epilspie! Wie z.B. fokale Anfälle usw.! Was wirklich nicht als eigener Artikel eingebracht wurde, sind die Absencen, die mangigfaltig auftreten können. Bin selber Epileptikerin, und war entsetzt, wie manche Aussagen auf der Dokuside, falsch waren! Auch unter den angeblichen Todesursachen, bei Epilepsie. Dies können z.B. auch sein, wenn ein Epileptiker isst, und dann einen Anfall bekommt. Ist nicht lustig, ist mir schon passiert.
Mir sind noch viele Dinge aufgefallen, die auf der Hauptseite einfach fehlen. Was ist mit den Nebenerkrankungen, bedingt durch jahrelanges einnehmen, der Antiepileptikas? Oder, das viele Epileptiker im Laufe ihrer Erkrankung sehr oft, prozentual nachgewiesen, Depressionen bekommen. Dazu können durch manche Epi-Generikas (Antiepileptikas) Oseteoporose und andere Erkankungen auftreten. Die Hauptseite ist so überholt, das ich mich echt teilweise geärgert habe.
Recht
Wo genau ist diese gesetzliche Grundlage verankert, die einem Epileptiker das Autofahren verbietet, solange er Anfälle hat? Welche Art von Epileptiker betrifft das überhaupt?
Nach meinen bisherigen Recherchen ist es zwar nicht gesetzlich geregelt, doch gibt es Gutachten der Fachgesellschaft dazu. Ausserdem gibt es zu der Problematik Gerichtsurteile. Ich werde mich weiter darum kuemmern. --ChristophDemmer 10:56, 26. Okt 2004 (CEST)
Informationen befinden sich u.a. unter [LINK]
--ChristophDemmer 08:43, 24. Nov 2004 (CET)
Hier sollte nochmal ergänzt werden, dass nach der Gesetzeslage niemand Autofahren darf, der unvorhergesehen in eine Situation kommen kann, in der er das Fahrzeug nicht mehr sicher führen kann. Irgendwie entsteht immer der Eindruck, das das nur für Epilepsie-Patienten gilt, aber dem Gesetzgeber ist es egal, ob ein Diabetiker im Unterzucker, ein Epileptiker im Anfall oder ein herzkranker Patient während einer Rhythmusstörung nicht mehr handlungsfähig ist. Alle dürfen nicht Autofahren, solange die Gefahr besteht, dass Sie unvorhersehbar in eine solche Situation kommen. Es gibt eben für die Epilepsien sehr differenzierte Regelungen (wie der Link oben zeigt), deshalb werden diese oft als exemplarisches Beispiel angeführt.
Geschichtliches
Weiss jemand von Euch, was es mit Mohammed auf sich hat? Ich habe mal irgendwo gelesen, er sei auch Epileptiker gewesen, muss aber erst mal das Buch wiederfinden :-)
Ja, er wird oefters in Aufzaehlungen aufgefuehrt. Z. B.: "Berühmte Persönlichkeiten hatten vermutlich eine Epilepsie: Julius Caesar, Alexander der Große und Napoleon Bonaparte, die Forscher Isaac Newton und Blaise Pascal, die Schriftsteller Charles Dickens, Fjodor Dostojewski und Edgar Allen Poe, ebenso Apostel Paulus und der Prophet Mohammed." (Quelle: Klinik fuer Epileptologie Bonn). Derartige Aufzaehlungen sehe ich allerdings sehr skeptisch.
--ChristophDemmer 08:47, 24. Nov 2004 (CET)
Ich finde es kritisch hier zu erwähnen, dass diese Krankheit von manchen Menschen als anstößig empfunden wird. Es mag den Tatsachen entsprechen, aber es stellt sich die Frage, ob man durch die Nennung dieses Sachverhalts dieses Ressentiment weiterträgt. Bevor ich das gelesen hatte, war mir nicht bekannt, dass diese Krankheit dieses Image hat. Ich habe den Satz gestrichen.
Für NichtepileptikerInnen ist es wohl weniger nützlich zu wissen, dass diese "Krankheit" von manchen Menschen als anstößig empfunden wird, für EpileptikerInnen vielleicht eher. Mir ist z.B. ein Fall bekannt, bei dem ein Epileptiker versuchte, eine Körpertherapie zu machen. Die Therapeutin bestand auf Begutachtung durch einen Neurologen, ohne zuvor mit dem Klienten zu klären, welche Auswirkungen die Epilepsie denn auf die Therapie haben könnte. Der Klient, der über eine jahrzehntelange Erfahrung mit "seiner" Epilepsie verfügt, sagte: "Wenn Sie wissen wollen, wie sich meine Epilepsie auswirkt, dann fragen Sie mich doch." Doch die Therapeutin weigerte sich zu fragen. Hätte sie gefragt, dann hätte sie erfahren, dass es zu Absencen von max. 1 s Dauer kommen konnte. Eine detailliertere Behandlung der Diskriminierung von EpileptikerInnen könnte dazu beitragen, dass EpileptikerInnen nicht unversehens gegen Mauern knallen. In diesem Fall hätte eine entsprechende Information z.B. dazu beitragen können, dass der Klient, bevor er der Therapeutin in teuren und anstrengenden probatorischen Sitzungen "sein Herz ausschüttet", sicherstellt, dass es sich nicht um eine Epileptiphobikerin handelt. --Maike123 01:11, 22. Jun 2005 (CEST)
Epilepsie bei berühmten Persönlichkeiten
Man sagt sich das manche Epileptiker bei ihren Anfällen Visionen haben... Ob daran etwas Wahres ist, weiss ich auch nicht...
- Ich halte das ehrlich gesagt für Quatsch. Bei einem Anfall (zumindest bei einem grand mal) ist man völlig platt.--Parvati 6. Jul 2005 13:24 (CEST)
- Hier fallen mir zwei Kinofilme, die jedoch eher der Unterhaltung als der Ausbildung dienen könnten, ein:
- Butterfly Effect (hier tritt Anfalls-artig ein korrektiver Prozess ein, der nicht kausal (hier und im hier Folgenden im Sinne der konventionellen Regelungstechnik gemeint; also: die Wirkung einer Ursache X findet zeitlich nach X statt) ist)
- The Order (in B.Rep.Deut: Sineater) (hier wird behauptet, die Sterbenden (durch Strangulatione; also hoher Druck in der Hirse und dafür wenig Sauerstoff) seien ebenfalls nicht nur kausal bei ihren (letzten) Äußerungen tätig)
- Aber was hat das mit Berühmten zu tun? :-)) --213.54.159.234 23:39, 16. Jul 2005 (CEST)
Aura
Ich habe als Betroffener soeben einen Abschnitt über die Aura eingefügt. Sollte jemand andere Erfahrungen mit Auren haben so wäre es gut, wenn er dies ergänzen würde. Übrigens: Bei einem Grand Mal gibt es garantiert keine Sinneswahrnehmungen!
Hallo, ich versuche es zu ergänzen. Wichtig wäre vielleicht, dass du noch die Art der Epilepsie eingrenzt, auf die sich deine Aura-Beschreibung bezieht. --Maike123 01:20, 22. Jun 2005 (CEST)
- Ich finde die beiden Beschreibungen zur Aura sehr gut und erhellend. Nur den Nebensatz "so dass Nervereien begrenzt bleiben" finde ich etwas komisch. Könnte man den nicht irgendwie verbessern? Da ich nicht genau weiß, was damit gemeint ist, sollte das vielleicht lieber der Autor selbst machen.--Parvati 6. Jul 2005 13:33 (CEST)
- Ich habe das einmal versucht... Ist auf jedenfall länger geworden... --213.54.159.234 23:03, 16. Jul 2005 (CEST)
- Ich habe mir erlaubt nach Überarbeitung des Abschnittes über die Anfallsformen richtig zu stellen, dass eine Aura nicht den Beginn eines Grand-Mal-Anfalles darstellt sondern für sich das einzige Äquivalent oder der Beginn eines partiellen Anfalles ist. Ob dieser dann sekundär generalisiert und in einem "großen Anfall" endet, sei dahingestellt. Aus diesem Grund habe ich den Abschnitt auch bei den Anfallsformen unter die partiellen Anfälle eingeordnet! --Der Lange 17:35, 2. Sep 2005 (CEST)
EKT
An dieser Stelle scheint mir auch die Betrachtung der EKT interessant, durch die -meiner Meinung nach- das Gehirn physisch geschädigt wird und durch die das Gehirn in die Lage versetzt wird, den erlebten epileptoiden Anfall in entsprechenden Situationen diesesmal jedoch ohne von außen angelegte elektrische Spannung zu reproduzieren. --213.54.159.234 23:03, 16. Jul 2005 (CEST)Psycho-Soziales
Mir persönlich ist von einem Arzt in einer eMail (ich vermute jedenfalls stark, dass die von dem war) mitgeteilt worden, er sei in der Lage psychiatrische Symptome in seiner Funktion als Vorlesungs-Assi zu „produzieren“, was dem Dozenten dann im Anschluss aufgrund dessen sanfter Art nicht mehr gelang. Hieraus möchte ich schließen, dass das Auslösen von Epilepsie-Anfällen durch Psychotechniken möglich ist. --213.54.159.234 23:03, 16. Jul 2005 (CEST)Elektro-Technisches
Mir ist nicht mehr erinnerlich, wo ich es gehört habe, aber ich bin mir sicher, dass mir von außen akustisch eingegeben wurde, dass das Gehirn im Rahmen eines epileptischen Anfalls eine erhebliche Spannung durch das aktivieren ganzer Stränge/Bereiche von Nerven produziert. Mich würde hier interessieren, ob dies überhaupt möglich ist, da mir durch die Synapsen/Neurotransmitter eine galvanische Trennung zu erfolgen scheint, wobei das elektrische Potential vielmehr durch das in jedem feuernden Neuron gleiche Ionen-Verhältnis in dem Axon bestimmt ist. --213.54.159.234 23:03, 16. Jul 2005 (CEST)Weblinks
Kann jemand die Weblinks reduzieren. weniger ist mehr StillesGrinsen 12:49, 11. Jun 2005 (CEST)
Ursachen
Unter Ursachen und Computerspielen steht folgendes: Die Wechsel wirken anregend und motivieren zum Beispiel Kinder dazu, mit einem Stock an Lattenzäunen entlang zu laufen - Ist das wahr? --Jonathan Hornung 09:20, 12. Jul 2005 (CEST)- Dieser Satz ist für mich auch schwer nachvollziehbar. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich dies auf Menschen mit oder ohne Photosensibilität bezieht. Bei vorliegender Photosensibilität versucht man eher diese Situtationen zu vermeiden, weil sie unangenehm sind und man sich dabei schlecht fühlt (ich gehe da mal von mir aus).--Parvati 15:18, 3. Aug 2005 (CEST)
Schlafepilepsie
Diese spezielle Form wurde von mir hinzugefügt, da diese selbst unter Medizinern noch kaum bekannt ist und es meines bisherigen Wissens nur wenige Professoren in Deutschland gibt, die diese Untersuchen. --TeKing 23:44, 13. Jul 2005 (CEST)- Ich halte es für ein Gerücht, die Schlafepilepsie sei bei Medizinern kaum bekannt. Die ist angeblich etwas verbreiteter als die Aufwachepilepsie. In meinem schon etwas in die Jahre gekommenen Epilepsiebuch (Ansgar Matthes, 1997) las ich gerade Schlaf-grand-mal machen 45% der Grand Mal, Aufwachepilepsie 34% und Diffuses Grand Mal 21% aus. Deine Aussage, die Anfälle seien weniger stark, könnten zu sehr aus deiner persönliche Situation abgeleitet sein (ist ja schön, dass es so ist, aber lieber ein bisschen vorsichtig sein mit allgemeinen Aussagen). Ich habe die Aufwachepilepsie ergänzt und das ganze unter Grand Mal einsortiert.--Parvati 16:08, 3. Aug 2005 (CEST)
Schulungen für Patienten und Angehörige
Im Artikel fehlen noch Information über bestehende Schulungsprogramme für Epilepsiekranke und ihre Angehörige. Zu nennen wäre beispielsweise MOSES für Erwachsene. Flip & Flap und FAMOSES für Kinder und Jugendliche. -- FRatzinger 08:04, 15. Jul 2005 (CEST)
Klassifikation
Ich finde die Auflistung und Klassifikation immer noch unzureichend. Fokale Epilepsien fehlen fast ganz. Ist Temporallappenepilepsie unter Petit Mal wirklich richtig? Die Zusammenstellung hat etwas zufälliges an sich.--Parvati 16:23, 3. Aug 2005 (CEST)
- Einen Anfang habe ich gemacht, eine Klassifikation der Epilepsiesyndrome nach ILAE wird folgen, ist in Arbeit! --Der Lange 08:51, 2. Sep 2005 (CEST)
- Geschafft, die Klassifikation ist erstellt, werde den Artikel mal im Auge behalten und weiter überarbeiten. --Der Lange 17:38, 2. Sep 2005 (CEST)
Behandlung
Hallo,
ein paar Anmerkungen zum Punkt Behandlung.
Zu der Akutbehandlung gehören die Benzodiazepine dazu. Im Gegenzug würde ich sie bei den Antiepileptika löschen, da es sich 'nur' um Notfallmedikamente handelt. Sie sind nicht zur regelmäßigen Einnahme geeignet, da sie zur Abhängigkeit führen und nach relativ kurzer Zeit ihre antikonvulsive Wirkung verlieren.
Die Informationen zur Ersten Hilfe sollten nicht unter Akutbehandlung stehen, sondern in einem eigenen Punkt. Gute Anleitungen zur Ersten Hilfe finden sich unter Kurzinformation über Epilepsie und Erste Hilfe und Erste Hilfe für Ersthelfer.
cu
FRatzinger 12:57, 15. Aug 2005 (CEST)
Hallo, ich lese hier: "Die optimale Einstellung durch einen Neurologen ermöglicht es, diese Nebenwirkungen in den Griff zu bekommen, so dass sie kaum beeinträchtigend sind."
Dies ist natürlich Unsinn im Falle eines Patienten, der im Bereich der Therapieressistenz liegt. Dort führen die Medikamente zu einer permanenten Müdigkeit und Langsamkeit,
mit freundlichen Grüßen, --RoSchmid 01:29, 5. Sep 2005 (CEST)
Trennung von Epilepsie- und Anfallsformen
Leider fehlt die Trennung der Klassifikationen von Epilepsien und Anfallsformen.
Epilepsie bezeichnet die Erkrankung, Anfall das Symptom.
Um mal ein bißchen Ordnung reinzubringen:
Prinzipiell werden Epilepsien eingeteilt nach 2 Merkmalen:
A. Ursache der Epilepsie: Idiopathisch (hier im Gegensatz zu anderen Bereichen der Medizin in der Bedeutung "mit genetischer Ursache") vs. symptomatisch (eine Hirnläsion liegt der Epilepsie zugrunde) vs. kryptogen (Ursache unbekannt)
B. Lokalisation der Epilepsie: Fokal (=partiell, betrifft nur einen Teil des Gehirns, hier wird nach dem betroffenen Lappen in Frontal-, Temporal-, Parietal- und Okzipitallappenepilepsie eingeteilt, wobei die Temporallappenepilepsien am häufigsten sind) vs. generalisiert (betrifft das gesamte Gehirn).
Daher ergeben sich 7 verschiedene Epilepsieformen:
1. Symptomatisch fokal (sehr häufig, z.B. nach Schlaganfall, nach Hirnhautentzündung oder sonstigen Hirnschädigungen, bei Temporallappenepilepsien oft auch mit Hippokampussklerose, bei der nicht klar ist, ob es sich um Ursache oder Folge der Epilepsie handelt).
2. Idiopathisch fokal (selten, z.B. Rolando-Epilepsie des Kindesalters)
3. Symptomatisch generalisiert (selten, z. B. Lennox-Gastaut-Syndrom)
4. Idiopathisch generalisiert (häufig, z. B. Absencenepilepsie, Epilepsie mit Aufwach-Grand-Mal)
5. Kryptogen fokal (Häufigkeit abnehmend, da bessere Diagnostik (v. a. Bildgebung)).
6. Kryptogen generalisiert (Häufigkeit abnehmend, da zunehmend genetische Defekte entdeckt werden).
7. Unklassifizierbar
Literatur: Klassifikation der Epilepsien (ILAE, International League Against Epilepsy): "Proposal for revised classification of epilepsies and epileptic syndromes. Commission on Classification and Terminology of the International League Against Epilepsy" in Epilepsia. 1989 Jul-Aug;30(4):389-99
Dagegen werden die Anfälle wie folgt klassifiziert:
I. Fokale Anfälle:
- A. Einfach fokale Anfälle (ohne Bewußtlosigkeit)
- 1. mit motorischen Symptomen (z.B. Zuckungen oder Verkrampfung der Hand)
- 2. mit sensiblen oder sensorischen Symptomen = Aura (z.B. Kribbeln im Bein, Lichtblitze, Töne)
- 3. mit autonomen Symptomen (z. B. aufsteigende Übelkeit (epigastrische Aura), Schwitzen, Blässe)
- 4. mit psychischen Symptomen (z. B. dejá vu, Angst)
- 5. Illusionen
- 6. Halluzinationen
- B. Komplex fokale Anfälle (mit beeinträchtigtem Bewußtsein/Bewußtseinsverlust); z. T. mit Automatismen (Schmatzen, Nesteln); können sich auch aus einfach fokalen Anfällen entwickeln
- C. Fokale Anfälle mit sekundärer Generalisierung (Ausbreitung auf das gesamte Gehirn, es kann dann z. B. ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall folgen (s.u.))
II. Primär generalisierte Anfälle:
- A Absencen und atypische Absencen: Bewußtseinsverlust meist ohne motorische Symptome mit typischem EEG-Muster (generalisierte 3/s-Spike-Wave-Komplexe)
- B Myoklonische Anfälle: Kurzes Muskelzucken
- C Klonische Anfälle: Wiederholtes rhythmisches Zucken des gesamten Körpers
- D Tonische Anfälle: Verkrampfung des gesamten Körpers
- E Tonisch-klonische Anfälle: Meist als "Grand mal" bezeichnet; erst Verkrampfung des gesamten Körpers, dann übergehend in rhythmisches Zucken.
- F Atonische (astatische) Anfälle: Tonusverlust der Muskulatur, man wird schlaff und stürzt
C Unklassifizierbare Anfälle
Literatur: Klassifikation der Anfälle (ILAE, International League Against Epilepsy): "Proposal for revised clinical and electroencephalographic classification of epileptic seizures. From the Commission on Classification and Terminology of the International League Against Epilepsy." in Epilepsia. 1981 Aug;22(4):489-501.
Als "Grand mal" bezeichnete man früher generalisierte Anfälle vom Typ II E (primär und sekundär generalisiert tonisch-klonisch), als "Petit Mal" meist Anfälle der Typen II A (Absencen) und II B (Myoklonische Anfälle, "Impulsiv-Petit-Mal").
Durch die ähnliche Nomenklatur (fokal, generalisiert) entstehen häufig Verwechslungen von Epilepsieform und Anfallsform.
Was soll das alles? Wichtig ist die Unterscheidung zunächst für die Diagnosestellung: Patienten mit fokalen Epilepsien können sowohl fokale als auch (sekundär) generalisierte Anfälle haben. An der Anfallsform allein läßt sich die Epilepsieform also nicht (immer) ablesen! Die Behandlung der Epilepsieformen unterscheidet sich nicht nur bei der medikamentösen Therapie; Patienten mit fokalen Epilepsien können im Gegensatz zu solchen mit generalisierten Epiepsien oft operativ behandelt werden (durch Resektion der epileptogenen Zone im Gehirn). Zum Schluß: die o. g. Klassifiaktionen für Anfälle und Epilepsien sind zwar "offiziell" gültig, haben aber auch Nachteile. Die Anfallsklassifikation enthält nämlich neben der klinischen Symptomatik auch EEG-Merkmale. Beispiel: Ein Patient mit Temporallappenepilepsie hat Anfälle, bei denen er kurz das Bewußtsein verliert (ohne motorische Symptome). Hierbei handelt es sich nicht um eine Absence, sondern um einen komplex-fokalen Anfall (s. o. I B). Ein Patient mit Absencenepilepsie kann klinisch die gleichen Symptome haben, aber es gehört eben noch die spezifische EEG-Aktivität (generalisierte 3/s-Spike-Wave-Komplexe) zur Definition einer Absence dazu. Die Behandlung der beiden Patienten wäre völlig unterschiedlich.
HTH, Serabi
- Hab Anfallsformen und Klassifikation der Epilepsien mal überarbeitet und in ILAE-taugliche Form gebracht. Ich hoffe es findet Deine Zustimmung! --Der Lange 17:40, 2. Sep 2005 (CEST)
Eigenartige Definition
Zitat aus der Einleitung:
[Der epileptische Anfall] ist charakterisiert durch plötzlich auftretende und vorübergehende Erscheinungsformen wie Änderung des Bewusstseins, motorische Ereignisse, Veränderungen der Wahrnehmung und des Gefühls, die vom Patienten oder einem Beobachter wahrgenommen werden.
"Motorische Ereignisse"?
"Veränderung des Gefühls, die vom Patienten oder einem Beobachter wahrgenommen wird"?
Wer sich unter Epilepsie wirklich nichts vorstellen kann, hat von dieser Definition m.E. nichts - oder wie würdet ihr "motorische Ereignisse" interpretieren?
Ich verstehe außerdem nicht, wie Epilepsie in der Gesellschaft stigmatisiert ist, wie es mehrfach im Artikel angesprochen wird. Mir ist keine Stigmatisierung der Epilepsie bekannt. --Abdull 06:34, 16. Okt 2005 (CEST)
- Erst mal danke für die Rückmeldung, dass die Einleitung für dich unverständlich ist, ich werde versuchen, sie zu überarbeiten! Das Problem entsteht dadurch, dass epileptische Anfälle sehr vielgestaltig aussehen können und teilweise tatsächlich nur vom Betroffenen wahrgenommen werden ("Auren"). Somit ist es schwierig, eine griffige Erklärung in einem oder zwei Sätzen für die Einleitung zu formulieren. Die Formulierung ist der Definition der Internationalen Liga gegen Epilepsie entnommen und somit vielleicht tatsächlich nicht wirklich "omatauglich", Gruß --Der Lange 12:17, 16. Okt 2005 (CEST)
- PS: Die einzelnen Anfallsformen werden weiter unten gesondert ausführlicher beschrieben, damit man sich eine Vorstellung machen kann, wie ein epileptischer Anfall aussieht. --Der Lange 12:19, 16. Okt 2005 (CEST)


