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Der Artikel Eques gehört zur Kategorie: Römische Gesellschaft, Militär im Römischen Reich
Der Ausdruck Eques ("Reiter", von lateinisch equus 'Pferd', Plural equites; oft als 'Ritter' übersetzt) bezeichnete im römischen Reich das Mitglied des ordo equester, eines mit besonderen Vorrechten ausgestatteten Standes. Er kam in der gesellschaftlichen Rangfolge nach dem Senatorenstand (ordo senatorius).
In der Frühzeit der Römischen Republik dienten die reichsten Bürger, die sich ein eigenes Pferd und die dazugehörige Ausrüstung leisten konnten, als Reiter im Heer. Ihre militärische Rolle verschwand später, die Equites blieben aber eine politisch herausgehobene Gruppe. In der späten Republik, als die Senatoren offiziell keine Handelsgeschäfte mehr ausüben durften, betätigten sich viele Equites wirtschaftlich, beispielsweise durch die Übernahme von Staatsaufträgen (publicani).
Für Equites war es im Gegensatz zu den plebeii einfacher, in politische Ämter zu gelangen, was mit einem Aufstieg in den Senatorenstand verbunden war. Personen, die als erste ihrer Familie in den Rang des Konsul gelangten, wurden homines novi (Singular: homo novus; „neuer Mann“) genannt.
In der Kaiserzeit seit Augustus wurden die Equites zu einem klar abgegrenzten Stand mit einem Mindestcensus von 400.000 Sesterzen und Standesabzeichen (Ritterring; schmaler Purpursaum an der Tunica, der so genannte angustus clavus). Angehörige des ordo equester übten herausgehobene Tätigkeiten in Verwaltung und Militär aus (nur die Spitzenpositionen blieben in der Regel den Senatoren vorbehalten).
Angehörige dieses Standes waren unter anderem: Marcus Tullius Cicero (der als homo novus Konsul wurde), Publius Vergilius Maro, Publius Ovidius Naso.
Daneben bestand die rein militärische Bedeutung des Wortes eques fort, das den Reiter einer Hilfstruppeneinheit oder Legion bezeichnen konnte.
Siehe auch
- Portal:Rom, Themenliste Rom
Literatur
Zu den equites als Stand:- Ségolène Demougin (Hrsg.): L'ordre équestre: histoire d'une aristocratie (IIe siècle av. J.-C. - IIIe siècle ap. J.-C.). École Française de Rome, Rom 1999. ISBN 2-7283-0445-9
zum Reiten in römischer Zeit:
- Marcus Junkelmann: Römische Kavallerie - Equites Alae. Die Kampfausrüstung der römischen Reiterei im 1. und 2. Jahrhundert n. Christus. Schriftenreihe des Limesmuseums Aalen (Stuttgart 1989).
- Marcus Junkelmann: Die Reiter Roms. Kulturgeschichte der antiken Welt (Mainz am Rhein 1990 ff.). Zu den einzelnen Bänden siehe hier.