Estland

Toplinks zu diesem Thema:
Deutschland, Union, Schweden, Inseln, Nahrungsmittel, Anlage, Energie, Europa, Hochschule, Karten, Ostsee, Sgp, Skandinavien, Slowenien, Telekommunikation, Tourismus, Usa, Versicherung, Wirtschaft, Zeit, Armee, Atlantic, Bank, Belgien, Berlin, Bern, Bildung, Bulgarien, Dienstleistungen, Druck


Der Artikel Estland gehört zur Kategorie: Land in der EU, Staat, Estland
Republik Estland
Eesti Vabariik
Abbildung
Flagge Estlands
Bildherkunft

Abbildung
Wappen Estlands
Bildherkunft

(Details) (Details)

Amtssprache Estnisch
Hauptstadt Tallinn
Präsident Arnold Rüütel
Premierminister Andrus Ansip
Fläche 45.227 km²
Einwohnerzahl 1.341.664 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 30 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 6.472 US-$ (2004)
Unabhängigkeit 24. Februar 1918 (Deklaration); 20. August 1991 (Wiedererlangung)

Währung Estnische Krone
Zeitzone UTC+2
Nationalhymne Mu isamaa, mu õnn ja rõõm
Staatsgrenze 633km
Kfz-Kennzeichen EST
Internet-TLD .ee
ISO-Ländercode (num) 233
Vorwahl +372
Abbildung
Lage von Estland in Europa
Bildherkunft

Abbildung
Karte von Estland
Bildherkunft

Estland (estnisch Eesti) ist ein Staat in Nordeuropa und Mitglied der Europäischen Union.

Geographie

Abbildung
Finnischer Meerbusen
Bildherkunft

Estland grenzt an Lettland, Russland sowie an die Ostsee. Über den Finnischen Meerbusen hinweg bestehen enge Beziehungen zu Finnland. Das Land ist flächenmäßig etwas kleiner als Niedersachsen und etwas größer als die Schweiz. Im Süden des Landes befindet sich die höchste Erhebung, der Suur Munamägi (318 m). Der größte See ist der Peipsi Järv (Peipussee). Vorgelagert befinden sich 1520 Inseln, die größte davon ist Saaremaa.

Siehe auch: Liste der Inseln Estlands, Liste der Städte in Estland

Flora und Fauna

Auffällig ist der reiche Baumbewuchs, rund 44% der Landesfläche sind bewaldet. Neben Hirschen, Rehen und Füchsen kommen auch Elche (2000-3000), Biber, Marder, die sehr seltenen Schneehasen (ca. 200) und vereinzelt Rentiere vor. Auch sind die großen Raubtierarten Braunbär (ca. 800!) und Wolf (ca. 600) in Estland heimisch, ebenso der Luchs (ca. 2000). Immer wieder hört man vereinzelt von Hunden und Schafherden, die angeblich von Wölfen angefallen werden. Wolf, Bär und Luchs sind in Estland jagbar, wobei der Beitritt zur EU hier - in Estland oft kritisierte - Einschränkungen gebracht hat, zumal es sich bei der Luchsjagd um reinen "Sport" handele.

Bevölkerung

Die Einwohner Estlands (2003) gehören folgenden Nationalitäten an:

Mittlerweile lassen sich zahlreiche Ausländer einbürgern. Das Einbürgerungsverfahren ist jedoch mit einem Sprachtest verbunden, den viele vor allem ältere Russen als unzumutbar empfinden, da sie es heute noch ablehnen, Estnisch zu lernen. 40.000 Esten leben in Russland.

Größte Städte

Stadt Kreis Einwohner
31.3.2000
Einwohner
1.1.2005
Tallinn Harju 400.378 396.010
Tartu Tartu 101.169 101.483
Narva Ida-Viru 68.680 67.144
Kohtla-Järve Ida-Viru 47.679 46.032
Pärnu Pärnu 45.500 44.396
Viljandi Viljandi 20.756 20.354
Sillamäe Ida-Viru 17.199 16.678
Rakvere Lääne-Viru 17.097 16.786
Maardu Harju 16.738 16.601
Kuressaare Saare 14.925 14.897
Võru Võru 14.879 14.609
Valga Valga 14.323 13.980
Jõhvi Ida-Viru 12.112 11.533
Haapsalu Lääne 12.054 11.809
Paide Järva 9.642 9.744
Keila Harju 9.388 9.401
Kiviõli Ida-Viru 7.405 6.992

Religion

Ein Großteil der Esten ist heute konfessionslos.

Religion spielt nurmehr für eine Minderheit der Bevölkerung eine Rolle. Traditionelle Religion der Esten ist der christliche Glaube in der Form des protestantischen Luthertums, wie er in Skandinavien weit verbreitet war. Dennoch ist die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche (EELK) eine quasi offizielle Kirche (Gottesdienste zu Parlamentseröffnungen usw.) und ihr Erzbischof die Zentralfigur der estnischen öffentlichen Religion; die EELK dominiert auch die relativ umfassende Theologenausbildung in Estland (in Tartu an der Universität und in Tallinn an der Kirchlichen Hochschule). Heute bekennen sich noch etwa 32 % der Bevölkerung als Mitglieder in christlichen Kirchen beziehungsweise Glaubensgemeinschaften. Davon sind:

Daneben gibt es kleinere Gemeinden sonstiger protestantischer, jüdischer und zum Teil islamischer Gemeinschaften.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Estlands

Abbildung
Geschichtsträchtig: Tallinn, das alte Reval
Bildherkunft

Estland stand bis zum Ende des Nordischen Krieges unter schwedischer Herrschaft (die letzten schwedischsprachigen Bewohner wurden während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg nach Schweden repatriiert). Bis zu dieser Zeit wurde in Teilen Estlands, vor allem auf den Inseln Hiiumaa (Dagö), Vormsi und Ruhnu (Runö) noch Estlandschwedisch gesprochen. Dieser Dialekt, der mit dem Finnlandschwedischen zu den Ostschwedischen Sprachen zählt, hat sich mit der Zeit durchaus zu einer selbstständigen Sprache entwickelt. Während des Zerfalls des Russischen Reiches im Verlauf der Oktoberrevolution erlangte Estland 1918 seine Unabhängigkeit. In den Jahren 1939/40 wurden die Deutschbalten von den Nationalsozialisten aus Estland und Lettland "heim ins Reich" geholt. Grund war die im Geheimabkommen zum Hitler-Stalin-Pakt geschlossene Vereinbarung, das Baltikum dem sowjetischen Einzugsbereich zu überlassen. Unter dem Druck der Sowjetunion "traten" die baltischen Staaten 1940 der Sowjetunion "bei" (Estnische Sozialistische Sowjetrepublik), nachdem sie zuvor bereits russische Truppen dulden mussten. Von 1941 bis 1944 war das Land von deutschen Truppen besetzt und beteiligte sich nun als Teil des Generalkommissariats Ostland an der Genozid-Politik des Dritten Reiches. Aufgrund der Erfahrungen mit den Sowjets schlossen sich auch Esten den deutschen Truppen an, allerdings kämpften ebenso Esten auf der sowjetischen Seite. Nach der erneuten Besetzung durch die Rote Armee im Herbst 1944 wurde, als Folge der Konferenz von Jalta, das Land in die SU eingegliedert. Deportierungen folgten.

Im August 1991 wurde Estland nach mehrjährigen Bemühungen insbesondere seit 1988 wieder unabhängig. Der Begriff der singenden Revolution zeigte den überwiegend friedlichen Verlauf der Befreiungsbemühungen. Es wurde am 2. April 2004 NATO-Mitglied. Die estnische Bevölkerung befürwortete am 14. September 2003 in einem Referendum den Beitritt zur Europäischen Union. Am 1. Mai 2004 wurde daraufhin Estland in die EU aufgenommen. Noch 2001 waren in Umfragen nur 30 Prozent dafür und 51 Prozent gegen den Eu-Beitritt; 2004 wurde die grosse russische Minderheit vom Referendum ausgeschlossen.

Politik

Europäisches Währungssystem

Am 27. Juni 2004 traten Estland und weitere zwei der 10 neuen EU-Länder dem Wechselkursmechanismus II bei - was der erste Schritt ist, um in frühestens 2 Jahren den Euro einzuführen. Estland, Litauen und Slowenien legten die Leitkurse ihrer Währungen zum Euro fest und verpflichten sich ab sofort, die Schwankungen unter ± 15 % zu halten.

Der Leitkurs für die estnische Krone ist nun 15,6466 pro Euro, was eine maximale Schwankungsbreite von (gerundet) 13,30 bis 17,99 Kronen bedeutet. Entsprechender Kurs ergibt sich auf die 1993 festgelegte Kopplung der Krone zur D-Mark im Verhältnis 1 DEM = 8 EEK. Weiterhin verpflichtet sich Estland (wie auch Litauen) zu einer nachhaltigen Haushaltspolitik.

Abstimmung zur EU-Mitgliedschaft

Am 14. September 2003 stimmten die Esten über den Beitritt zur Europäischen Union ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 64 %. Mit einer Mehrheit von 66,9 % Ja-Stimmen zu 33,1 % Nein-Stimmen votierten die Bürger für die Mitgliedschaft in der EU; das ist die niedrigste Zustimmungsrate aller zentral- und osteuropäischen EU-Neumitglieder.

Siehe auch: Estnische Euromünzen

Ergebnisse der Europawahlen 2004

Wahlbeteiligung: 26,89 %
Partei % Sitze
Sozialdemokraten 36,8 3
Zentrumspartei 17,5 1
Vaterlandsbund 10,5 1
Reformpartei 12,2 1

Grenzvertrag mit Russland

Am 18. Mai 2005 wurde in Moskau der seit 1999 ausverhandelte Grenzvertrag mit Russland unterzeichnet. Die Verzögerung hing mit der Weigerung des russischen Präsidenten Putin zusammen, die estnische Sicht der Annexion 1940 (Estnische Sowjetrepublik) zu akzeptieren (siehe auch Vertrag von Dorpat 1920). Am 27. Juni 2005 zog Russland die geleistete Unterschrift allerdings wieder zurück, da es mit dem estnischen Entwurf der Präambel nicht einverstanden war, den diese dem Vertrag voranstellen wollten und in dem auf die "Jahrzehnte der Besatzung" sowie die vergangenen "Aggressionen der Sowjetunion gegen Estland" hingewiesen wird. Die Grenzfrage ist damit weiterhin ungeklärt

Homosexualität

In Estland sind einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Erwachsenen legal. Unabhängig von der sexuellen Orientierung liegt das Schutzalter bei 14 Jahren. Schwule werden vom Großteil der Bevölkerung ignoriert und leben ihre Sexualität mehr oder weniger im Verborgenen. In Estland gibt es für Lesben und Schwule weder gesetzlichen Antidiskriminierungsschutz noch die Möglichkeit einer gesetzlich eingetragenen Partnerschaft.

Verwaltungsgliederung

Abbildung
Kreiseinteilung Estlands
Bildherkunft

Estland gliedert sich in 15 Landkreise (estnisch pl. maakonnad, sing. maakond):

 !Kreis
Verwaltungssitz
Harju Tallinn
Hiiu Kärdla
Ida-Viru Jõhvi
Jõgeva Jõgeva
Järva Paide
Lääne Haapsalu
Lääne-Viru Rakvere
Põlva Põlva
Pärnu Pärnu
Rapla Rapla
Saare Kuressaare
Tartu Tartu
Valga Valga
Viljandi Viljandi
Võru Võru

Infrastruktur

Das Verkehrsnetz ist gut ausgebaut. Die Straße und die Schifffahrt auf der Ostsee spielen die wichtigste Rolle, im Güterverkehr zudem auch die Eisenbahn in Form der Gesellschaft Eesti Raudtee. Hochseehäfen befinden sich in Tallinn und Pärnu. Von Süden nach Norden wird das Land von der Via Baltica durchquert. Am 28. September 1994 sank die estnische Fähre Estonia vor der Küste Finnlands auf der Überfahrt nach Stockholm, nachdem die Bugklappe auf hoher See abbrach. Bei dem Unglück starben 852 Menschen.

Wirtschaft

Nach skandinavischem Vorbild organisierte Estland nach dem Fall der Mauer sein Gemeinwesen völlig um: wenig Hierarchien, viel Transparenz der staatlichen Organe, moderne Kommunikationstechnik. Dies hat sich schnell bezahlt gemacht.

BIP

Seit der Überwindung der Russlandkrise von 1998/99 wachst die Wirtschaft aller drei baltischer Staaten, allerdings ausgehend von einem niedrigen Ausgangszustand nach der Krise. In Estland lag der Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) (real) seither bei jährlich mindestens 5 %, (2004) bei 6,2%, 2005- voraussichtlich 8,5 %.

Das BIP 2004 erreichte damit 2004 9,0 Mrd. , das entspricht 6.703€ pro Einwohner (zum Vergleich: Deutschland: 26.400 €).

Staatsbudget, Preise und Löhne

Das Staatsbudget lag 2004 bei 3,37 Mrd. Euro, wobei ein Überschuss von 151 Mio. Euro zu verzeichnen war. Seit 2001 war dies der vierte positive Staatshaushalt in Folge - eine Seltenheit in der EU. Dies führte dazu, dass sich der estnische Staat und damit die Bevölkerung wieder mehr leisten kann, die Staatsquote (Anteil der Staatsausgaben am BIP) stieg 2004 auf 38% an (wie zuletzt 1998), nachdem sie bereits auf 35% (2001) gesunken war.

Die Verteuerung hatte sich 2003 deutlich verlangsamt (1,3%), mit dem EU-Beitritt aber wieder angezogen (2004: 3%). Die vergleichsweise hohen Preissteigerungen der Vorjahre (im Schnitt bei 5%) hatten - bei stabiler Währung - in Estland zu deutlich höheren Lebenshaltungskosten als in den Nachbarstaaten Lettland und Litauen geführt. Entsprechend sind die vergleichsweise hohen Durchschnittslöhne von 462 € (2004; zum Vergleich: Lettland 317 € (2004)) nicht automatisch mit höherem Lebensstandard gleich zu setzen.

Steuersystem

Estland hat einen Einheitssteuersatz, der bei 24 % liegt.

Nach der Unabhängigkeit 1991 galt in Estland für Personen eine progressive Besteuerung mit 16, 24 und 33 Prozent. Das Steuersystem wurde 1994 reformiert. Als erstes europäisches Land führte Estland einen niedrigen Einheitssteuersatz ein, der damals bei 26 % lag. Aktuell beträgt dieser 24 % und soll bis 2009 auf 20 % abgesenkt werden.

Produktionszweige

Vorherrschender Industriezweig sind (2002) die Holz-, Papier- und Möbelindustrie (25%) und die Nahrungsmittelindustrie (21%). Große Zuwächse gab es in der Elektroindustrie / Maschinen- und Fahrzeugteilebau (18%), wo Estland mit Norma einen der weltweit größten Hersteller für Sicherheitsgurte beherbergt.

Bedeutende Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Estland:

  • Holz- und Möbelindustrie: Horizon in Kehra
  • Fahrzeugteile: Norma in Tallinn (Sicherheitsgurte)
  • Elektronik: Elcoteq in Tallinn
  • Baustoffe: Nordic Tsement in Kunda
  • Bauindustrie: Merko Ehitus in Tallinn
  • Textilindustrie: Kreenholm (Küchentextilien) in Narva, Baltex 2000 (Stoffe und Garne) in Tallinn
  • Nahrungsmittel: Rakvere Lihakombinaat in Rakvere (Fleisch), A.LeCoq in Tartu (Bier & Getränke), Saku in Saku/Harjumaa (Bier & Getränke), Kalev in Rae bei Tallinn (Süßigkeiten)
  • Energie: Eesti Põlevkivi in Jõhvi (Ölschieferabbau)

Direktinvestitionen

Das kleine Estland hat mit Stand 31. Dezember 2004 knapp 7 Mrd. € ausländisches Kapital an Direktinvestitionen angezogen, das sind 5.170 € pro Kopf und fast 80 % des jährlichen BIP (zum Vergleich Litauen: knapp 1350 € pro Kopf). Bedeutendstes Herkunftsland von Direktinvestitionen (FDI) in Estland ist mit weitem Abstand Schweden. Die Investitionen in Höhe von annähernd 3,2 Mrd. € wurden v.a. im Bereich Bankwesen und Telekommunikation getätigt. Es folgen Finnland (1,7 Mrd. €) und mit bereits großem Abstand die USA (300 Mio. €). Aus Deutschland stammen bisher lediglich 157 Mio. €, unwesentlich mehr als aus Österreich (104 Mio. €).

Bedeutende ausländische Investoren:

  • Finanzwesen: Swedbank (S): 60% an Hansabank, SEB (S): 100% an Eesti Ühispank, Sampo Bank (SF), If (S/Versicherung), Ergo (D/Versicherung), Nordea Finance (SF/Leasing)
  • Telekommunikation: TeliaSonera über Baltic Tele (S-SF): 50% an Eesti Telekom (Festnetz), Tele 2 (S)
  • Energie: Shell bzw. Statoil (UK bzw. N/Tankstellen), E.on Ruhrgas, Fortum und Gazprom (D/SF/RU) an Eesti Gas, Daikia (F) an Tallinna Küte (Wärme)
  • Textil: Tolaram (SGP) 100% an Baltex 2000, Bora's Wäfveri (S) an Krenholm
  • Baustoffe: Atlas Nordic Cement (SF) an Kunda Nordic Tsement
  • Holzverarbeitung: Tolaram (SGP): 100% an Horizon, Atlantic Veneer Group (USA) an Balti Spoon (Holzplatten, Möbel)
  • Nahrungsmittel: HK Ruokatalo (SF) an Rakvere Lihakombinaat (Fleisch), Olvi an A. LeCoq (Bier & Getränke), Carlsberg/Scottish-Newcastle über Baltic Breweries Holding (UK-DK) an Saku (Bier & Getränke), Procordia Food (S) an Felix Pöltsamaa (Konserven)

Außenhandel

Haupthandelspartner Estlands sind die skandinavischen Nachbarländer Schweden und Finnland sowie die Baltikum-Nachbarstaaten Lettland und Litauen. Aber auch Deutschland ist ein wichtiger Partner: 8% der Exporte gehen nach Deutschland und sogar 13% der Importe kommen aus Deutschland (jeweils Rang 3).

Hauptexportprodukte sind Maschinen und Maschinenteile (27% der Ausfuhrgüter) gefolgt von Holz und Holzprodukten / Möbeln (13 %). Erst dann folgen Textilien (9%), Metalle und Metallprodukte (8%) und Nahrungsmittel (7%). Trotz der im Vergleich zu den baltischen Nachbarländern etwas höher wertigen Ausfuhrprodukte ist die Handelsbilanz anhaltend deutlich negativ (mit sogar steigender Tendenz): Exporten im Wert von 4,7 Mrd. € stehen Importe im Wert von 6,7 Mrd. € (2004) gegenüber. Dadurch bleibt auch die Zahlungsbilanz (inkl. Finanztransfers/Direktinvestitionen, Dienstleistungen) negativ, das Defizit erreicht 2004 13% des BIP-Wertes.

Infrastruktur

In Estland kam es in nur wenigen Jahren zu einer wahren elektronischen Revolution: 74 % der Bevölkerung haben ein Mobiltelefon (2004) und per Gesetz garantiert Estland den Zugang ins Internet, indem es kostenlose öffentliche Internetstellen eingerichtet hat. Diese Regelung ist in Europa bisher einmalig und schon heute nutzt die Hälfte der Esten das Internet, bis 2007 will die estnische Regierung den Anteil auf 90 % steigern. In Estland sind außerdem alle Schulen online.

Siehe auch: Tourismus in Estland

Kultur

Bedeutend ist seit alters her die Universität Tartu als einzige Volluniversität neben mehreren anderen Hochschulen, darunter besonders die Technische Universität Tallinn.

Die estnische Kultur orientiert sich wegen der Sprachnähe des Estnischen zum Finnischen stark an Finnland und wird sehr von Skandinavien aus beeinflusst. Das estnische Nationalepos ist der Kalevipoeg. Siehe auch Estnische Literatur.

Musik

Weltweit bekannt ist Arvo Pärt, ein zeitgenössischer Komponist moderner Klassik. Rudolph Tobias ist als erster estnischer Komponist zum Ausgang des 19. Jahrhunderts durch seine Motetten auch in Deutschland Kennern der Chormusik ein Begriff. Eduard Tubin machte im 20. Jahrhundert durch seine romantisch bis a-tonale Symphonien auf Estland aufmerksam, was im Jahr 2005 durch ein großes Festival gewürdigt wurde. Neeme Järvi ist Dirigent von Weltruf (derzeit Detroiter Symphonieorchester). Im Popularbereich kommt dem Pianist Olav Ehala eine große Bedeutung zu, der zahlreiche Filmmusiken schrieb, und bei Theaterproduktionen mitwirkt. Ester Mägi schreibt ähnlich wie Veljo Tormis viele Kompositionen und Volkslieder für Chor um, die während der Besatzungszeit der Sovjetunion in Vergessenheit zu geraten drohten und seit der Unabhängigkeit sehr populär geworden sind. Man denke nur an das alle fünf Jahre aufgeführte Chorfest, wo Zehntausende, vereint zu einem Chor nationales Liedgut singen.

Estland ist momentan auch sehr erfolgreich mit Acts wie Eda-Ines Etti und Vanilla Ninja in der europäischen Pop-Kultur integriert. Estland hat auch beachtliche Erfolge beim Eurovision Song Contest erreicht, den das Land 2001 gewann. Der Eurovision Song Contest 2002 fand daraufhin in Tallinn statt.

Bauwerke

Das höchste Bauwerk Estlands ist der Fernsehturm in Tallinn (314 m), der in den Jahren 1975-1980 anlässlich der Olympischen Spiele in Moskau erbaut wurde.

Literatur

  • Yorck Deutschler, " "Die Singende Revolution" - Chronik der Estnischen Freiheitsbewegung (1987-1991)", Teil 1 (Chronik, Annex I Estnische Staatssymbole - Fahnen und Wappen, Annex II Die wichtigsten estnischen Lieder, Annex III Ein fragmentarischer Essay zur Wortbedeutung des "Baltischen", nebst Anlage I Die Aestii - Bezeichnung der heutigen Esten Estlands oder der untergegangenen Pruzzen Ostpreußens und Anlage II Deutsch-Balten contra Baltendeutsche), Teil 2 (Personen- und Stichwortverzeichnis), 349 Seiten, 15 Karten und Dokumenteablichtungen, Ingelheim, März 1998/Juni 2000, ISBN 3-88758-077-X
  • Seraina Gilly, Der Nationalstaat im Wandel. Estland im 20. Jahrhundert, (= Arbeiten aus dem Historischen Seminar der Universität Zürich, Bd. 97) Bern/Berlin unter anderem 2002, 676 S., 26 Abb., 4 Karten, ISBN 3-906769-19-4
  • Krista Hinno, Bildung und Sozialstruktur. Das Fallbeispiel Estland, Marburg 2004, 290 S., 70 Abb., ISBN 3-8288-8652-3

Weblinks

{{Navigationsleiste mit Bild|BILD=

Abbildung
Flagge der Europäischen Union
Bildherkunft

|TITEL=Mitgliedstaaten der Europäischen Union |INHALT= Belgien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Italien | Lettland | Litauen | Luxemburg | Malta | Niederlande | Österreich | Polen | Portugal | Schweden | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Ungarn | Vereinigtes Königreich | Zypern

Beitrittsverträge zum 1.1.2007 unterzeichnet mit: Bulgarien | Rumänien }}

ast:Estonia fiu-vro:Eesti nds:Estland roa-rup:Estonia scn:Estonia simple:Estonia udm:Эстония zh-min-nan:Eesti


Diskussion der Autoren über den Artikel: Estland


Tallinn oder Reval?

Momentan steht an zwei Stellen im Text "Reval", obwohl sich der Satz eindeutig auf die gegenwärtige Hauptstadt bezieht. Meiner Meinung nach sollte überall konsequent "Tallinn" stehen und möglicherweise bei der ersten Erwähnung "(früher: Reval)" ergänzt werden. Was meint Ihr?

Erledigt. Ich denke, so müsste es gehen. Gruß, J budissin - J budissin 20:19, 20. Jul 2005 (CEST)

Religionszugehörigkeit

An anderer Stelle werden bei den Religionszugehörigkeiten 80% der Bevölkerung als lutheranisch eingestuft - das steht im Widerspruch zu den im Artikel erwähnten lediglich 25% einer Religion angehörigen. Kann jemand was genaueres sagen?

Mir erscheinen die 25% näher an der Realität, nach 50 Jahren Sowjetunion und Abschaffung irgendeines Staatskirchentums. Seidl 10. Mai 2004

Kann es sein, dass 80 % der einer Religionsgemeinschaft zugehörigen Personen lutherisch sind?

Geographie

Nach der neuen Rechtschreibung heißt es wie auch schon vorher "Geographie", "Geografie" ist eine erlaubte Schreibweise aber nicht die Hauptvariante.

Mir ist nicht ganz einsichtig, warum die Überschrift "Geographie und Klima" heißen soll. In dem hier vorhandenen Zusammenhang ist das Klima ein Teil der geographischen Beschreibung eines Landes. Mit der gleichen Berechtigung müssten dann auch Vegetation, Relief, Böden, administrattive Gliederung in der Überschrift erscheinen. --Hph 16:47, 28. Mai 2004 (CEST)

KFZ-Kennzeichen EST oder EW?

Teilweise wird als offizielles KFZ-Kennzeichen auch "EW" für Eesti Wabariik (Alte Schreibweise mit "W", keine Ahnung warum, das "W" existiert sonst im Estnischen gar nicht) angegeben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass zumindest 1993 das offizielle Kennzeichen "EW" war, auch wenn schon damals das inoffizielle "EST" gerne benutzt wurde weil es "moderner" war.

--Das Kennzeichen heißt EST. Es hieß früher EW.

--EW war das Kennzeichen der Vorkriegszeit. Kam gegen Ende der UdSSR wieder ins öffentliche Leben als Leute sich EW Schilder an die Autos montierten als Unabhängigkeit sehr wahrscheinlich scheinte jedoch noch nicht da war. Legal hat EW nach der Sowjetzeit nie was bedeutet, hatte nur Symbolische Bedeutung

Vandalismus

Kann bitte mal jemand prüfen, welche Version jetzt die richtige ist. Ich komm durcheinander wegen der Trolls, die da unterwegs waren. Nocturne 12:50, 22. Jun 2004 (CEST)

Ich glaube diese Version ist die richtige: (Aktuell) (Letzte) 21:25, 21. Jun 2004 Ixnay. Obwohl Ixnay seinen Beitrag im Artikel signiert hat. lg Gugganij 12:55, 22. Jun 2004 (CEST)
Ich hab jetzt deine Version hergestellt. Aber der Troll müsste unbedingt gesperrt werden. Oder die Seite Estland für eine Zeit geblockt.Nocturne 12:56, 22. Jun 2004 (CEST)
Ich überprüfe einmal die Daten die Ixnay in den Artikel gestellt hat. Wenn der Scherzkeks seinen Artikelbeitrag signiert, wer weiß ob die Abstimmungsergebnisse korrekt sind. lg Gugganij 12:59, 22. Jun 2004 (CEST)
Also laut [LINK] stimmen die Daten zur Wahl zum Europäischen Parlament nicht ganz. (vgl. Sozialdemokraten laut unseren Artikel ca. 36% laut offiziellem Ergebnis 50 %). Abgesehen davon bin ich mir ja nicht ganz sicher ob solche Details in einem Länderartikel gut aufgehoben sind. Es gibt doch sicher einen Artikel über die Ergebnisse der EU-Volksabstimmungen der neuen Mitgliedsländer und der Europawahl, oder? lg Gugganij 13:09, 22. Jun 2004 (CEST)
Ich weiß nicht, es sollte vielleicht mal ein Experte, der an dem Artikel gearbeitet hat, darüber schauen. Ich hatte nur in der Versionsgeschichte gesehen, dass Benutzer mit rotem link ebenfalls herumgewerkelt haben und war mir nicht sicher, ob dies jetzt fachmännisch oder eher zerstörend gewesen ist.Nocturne 13:14, 22. Jun 2004 (CEST)
Nunja, ich habe die Daten über die Abstimmung halt so gefunden... Außerdem halte ich es für ganz interessant zumindest bei den neuen EU Ländern zu wissen was sie von der EU halten (z.B. anhand von Abstimmungen). Und wenn ihr die Abstimmung nicht direkt reinhaben wollt, wäre zumindest ein Link an eine entsprechende Stelle sinnvoll...
Wo ist der Unterschied zwischen Benutzern mit rotem Link und den anderen??--Ixnay 21:54, 23. Jun 2004 (CEST)

Du hast recht, ich finde es auch interessant, mehr darüber zu erfahren, was die neuen EU-Länder über die EU so meinen. Gibt es schon einen Artikel zu diesem Thema? Wenn nein, vielleicht lohnt es sich ja einen neuen zu schreiben. Die Länderartikel haben aber im Sinne des einheitlichen Bildes und im Sinne des "Übersichtscharakters" eine gewisses Format, mit einer Art normierten Artikelgestaltung weder deren Anzahl noch deren Inhalt ist aber natürlich in Stein gemeißelt (siehe Wikipedia:Formatvorlage Staat - vielleicht möchtest du dich ja an der Diskussion über die Formatvorlage Staat ja beteiligen). Detailliertere Informationen werden "ausgelagert" und mit dem Länderartikel verlinkt.

Die Artikelbeiträge selber werden nicht mit den Benutzernamen () signiert. Dein roter Benutzernamen hat denselben Grund als Ursache wie andere rote Links in wikipedia auch - der entsprechende Artikel existiert noch nicht. Klick deinen Benutzernamen einfach an, schreib was hinein, und dein Benutzernamen wird blau. Viel spass beim mitwerken!lg Gugganij 02:24, 24. Jun 2004 (CEST)

Was reizt die Leute nur so an Wikingern? Sollte man den Abschnitt Flora und Fauna ausführlicher gestalten oder löschen? --SH 16:24, 20. Jul 2004 (CEST)

Homosexualität

Ich seh ja ein, daß das Thema Homosexualität immer wichtiger wird, aber als eigener Menüpunkt - ist das nicht zu hoch gegriffen?

  • sehe ich ähnlich. Selbst wenn ich explizit wissen wollte, wie die rechtliche Situation Homosexueller in Estland aussieht, würde ich diese Information nicht in diesem Artikel vermuten oder suchen. Ich halte es außerdem auch nicht so sinnvoll damit anzufangen Gesetze aufzuzählen, die in einem Land nicht existieren. Damit diese wissenswerten Informationen nicht einfach gelöscht werden, schlage ich vor dafür einen Abschnitt auf Homosexualität "Rechtliche Situation" oder so ähnlich, einzurichten, in dem diese Informationen gesammelt werden können. --Guido Arnold 22:03, 2. Jan 2005 (CET)

Unabhängigkeit im Exil?

Mit Verlaub, aber eine bloße Exilregierung ist zur Annahme eines unabhängigen Staates nicht ausreichend. Dazu fehlen qua definitionem noch ein paar Dinge, z.B. Volk und Staatsgebiet, über die die estnische Exilregierung nicht verfügen konnte. Ich hab deswegen wieder revertiert. --Macador Macador 01:06, 28. Mai 2005 (CEST)
Das ist warscheinlich eine Frage, die ein Admin entscheiden sollte, da sie nicht wirklich sehr "einfach" ist. Jedoch sollte 1918 auf jeden Fall auch drinnen stehen. Das Datum von 1918 gilt ist der Estnische Staatsfeiertag, der Unabhängigkeitstag. Die Sache ist, dass eine Anerkennung des Unabhängigkeitstages in 1991 die Heutige Estnische Republik das Recht verliert, sich als legaler Nachfolger der Regierung von vor 1940 zu sehen. Was dann auch heisst, das der Verlust der Unabhängigkeit an die USSR, dann an das Dritte Reich, dann wieder an die USSR als dem Völkerrecht entsprechend anerkannt wurde. Der Verlust der Unabhängigkeit der Baltischen Staaten wurde in nicht-"Ostblock" Ländern nur von Finnland und Schweden ratifiziert, jedoch Hauptsächlich hier nur wegen politischen Drucks von der Sowjetunion. Dass dies alles äußerst de iure ist, ist mir klar. Nur wofür haben wir unser Völkerrecht, wenn wir es nicht einmal nachtragend anerkennen?
Ich hab mich nur entschieden, dass ich dies ändern sollte, nachdem ich kontrolliert habe, was in den drei anderen "wichtigen" wikis bezüglich dem drinnen steht - Estnisch, Englisch, Russisch. Nicht das die Deutsche Wiki denen Untergeordnet sein sollte, dass ist klar :D .. aber wenn sogar die Russische die Unabhängichkeit von vor dem Zweiten Weltkrieg anerkennt, sollte die Deutsche das Meiner Meinung nach auch tun. Vor allem wenn es Rechtlich eine Okkupation war und keine Eingliederung des Landes, wenn man den Rechten der Welt minus Warschauer Pakt minus Finnland und Schweden folgt.
Habe das Wort "Wiedererlangung" eingegliedert .. hoffe dass das so ein bisschen "besser" kommt. Wenn nicht ist das vielleicht eine Frage die ein Administrator Regeln sollte, werde es nach meinem letzten Edit nicht mehr berühren. Sollte auch überhaupt einmal die Regeln lesen, bevor ich mehr herumpfusche, auch wenn ich mir meines Wissens/meiner Meinung wo ziemlich sicher bin :D .. danke für den Link zu denen übrigens.
Habe den Edit nur gemacht, nachdem ich von einer Estnischen Freundin ein "Ach Gott!" hörte als sie die Deutsche Wiki durchstöberte. Nichterwähnen von 1918 scheint dort überhaupt nicht gut anzukommen.
Das, und dass im Österreichischen Artikel 1918 als Gründung der Republik auch erwähnt wird .. auch wenn in Österreich die Eingliederung in die Fremdmacht wesentlich "freiwilliger" war, auch wenn viele Österreicher das nochimmer nicht hören wollen.
--ChiLlBeserker

Infrastruktur

Um Infrastruktur schreibt man in zwei Teilen. Dirgela 15:50, 18. Jul 2005 (CEST)

Bitte? -- J budissin - J budissin 16:10, 18. Jul 2005 (CEST)
er meint, dass der abschnitt "infrastruktur" doppelt im artikel steht. einer davon kann sicher raus, denk ich mal. Pikku 20:12, 18. Jul 2005 (CEST)

Ah, ich war nur etwas verwirrt ob des Satzes. -- J budissin - J budissin 12:17, 19. Jul 2005 (CEST)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Estland und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten