Geografische Koordinaten

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Der Artikel Geografische Koordinaten gehört zur Kategorie: Geodäsie, Nautik
Die geografischen Koordinaten im eigentlichen Sinne sind geografische Länge (früher Längengrad), geografische Breite (früher Breitengrad) und Höhe über Normalnull.

Um die geografische Lage eines Ortes auf der Erde anzugeben, können verschiedene Koordinatensysteme verwendet werden. Die geographischen Koordinaten sind aber die am häufigsten verwendete Möglichkeit, die Lage auf der Erdoberfläche zu beschreiben.

Die Erde wird dabei in 360 Längengrade und 180 Breitengrade aufgeteilt. Normalnull bezeichnet die Höhe des Wasserspiegels der Weltmeere, z. B. gemessen am mittleren Wasserpegel von Amsterdam (für Deutschland), Triest (Österreich) oder Marseille (Schweiz).

Koordinatensystem

Abbildung
Geographische Koordinaten auf der Kugel
Bildherkunft

Das Gradnetz der Erde ist ein gedachtes Koordinatensystem auf der Erdoberfläche mit sich rechtwinklig schneidenden Längen- und Breitenkreisen; es dient zur geografischen Ortsbestimmung. Die Breitengrade werden dabei vom Äquator aus gezählt, die Pole liegen bei 90° Nord bzw. Süd, die Längengrade werden von einem willkürlichen Nullmeridian nach Osten und Westen gezählt bis 180°. Die Festlegung der Winkel stimmt nicht mit dem in Mathematik und Physik üblichen Kugelkoordinatensystem überein.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren in verschiedenen Ländern verschiedene Nullmeridiane gebräuchlich (beispielsweise Ferro und Paris), heutzutage wird der Meridian von Greenwich (Sternwarte in London) international verwendet.

Bei der genauen Ortsbestimmung muss beachtet werden, das sich Geographischen Koordinaten auf unterschiedliche Bezugsysteme beziehen können. Das am häufigsten genutzte Bezugsystem ist das WGS84. Je nach Zweck werden auch andere Referenzellipsoide, eine Kugel oder das Geoid verwendet.

Karten

Da Kartographen in früheren Jahrhunderten die vielen regionalen Abweichungen der Erdoberfläche vom idealen Ellipsoid dadurch ausglichen, dass sie im betreffenden Gebiet das Koordinatensystem „verschoben“, entstanden Dutzende geodätische Systeme (Bezugssysteme für Karten). Mit der Entwicklung der Satellitennavigation musste ein weltweit einheitliches System geschaffen werden (siehe WGS84).

In Land- oder Seekarten, die fast immer auf früheren Systemen beruhen, könnte eine Angabe in einem falschen Bezugssystem (etwa das Eintragen einer GPS-Position) einen Fehler von etlichen Hundert Metern verursachen, wenn das Referenzellipsoid (auch Kartendatum, Bezugssystem) der Angabe nicht dasselbe ist wie das der Karte. Werte können natürlich von einem System zu einem anderen umgerechnet werden.

Luftfahrt und Nautik

Genauere Positionsangaben sind in der Luftfahrt und Nautik erforderlich. Hier wird die geografische Breite und Länge auf Bogenminuten genau angegeben, z. B. Zugspitze Lat = 47° 25' N, Lon = 10° 59' E oder Ost.
  • Bogenminuten werden dezimal weiter unterteilt.
  • Gemäß DIN 13.312, gültig für Luft- und Seefahrt, wird die geografische Breite mit Lat oder älter auch φ abgekürzt, die geografische Länge mit Lon oder λ. B und L sind nicht normgemäß.
  • Eine Breitenminute entspricht auf der Erdoberfläche einer Strecke von ca. 1.852 m und definiert die Länge einer Seemeile.
  • Die Strecke, die einer Längenminute entspricht, beträgt zwar am Äquator ebenfalls 1.852 m, nimmt aber zum Pol hin bis auf Null ab. Sie ist also breitenabhängig. Innerhalb Europas liegt die Strecke zwischen 1 km und 1,5 km.

Vermessungswesen

Im Vermessungswesen sind cm-Genauigkeiten gefragt - daher genügt die Angabe von Bogensekunden nicht, da eine Bogensekunde (1") etwa 31 m (Breitenangabe) bzw. 20 m (Längenangaben in Europa) entspricht. In Deutschland wurde bisher die Lage der Festpunkte auf Millimeter genau als Gauß-Krüger-Koordinate, bezogen auf das Bessel-Ellipsoid, beziehungsweise im Gebiet der früheren DDR ab den 1950-er Jahren, bezogen auf das Krassowski-Ellipsoid, angegeben. Seit den 1990-er Jahren erfolgt in Deutschland eine Umstellung auf UTM-Koordinaten im ETRS89-System, bezogen auf das GRS80-Ellipsoid.

Eselsbrücke

Damit Breite und Länge nicht verwechselt werden, ist folgendes Bild nützlich: Man stelle sich die Erde als einen dicken (= breiten) Mann vor. Der Äquator ist seine breiteste Stelle, ein Breitengrad.

Beispiele

natürliche, astronomische, ellipsoidische, geodätische Koordinaten

Die natürlichen Koordinaten (astronomische Breite φ und astronomische Länge λ) können durch astronomische Ortsbestimmung ermittelt werden. Sie beziehen sich auf die tatsächliche Lotrichtung am Messpunkt. Die Ellipsoidischen Koordinaten (B, L - auch geodätische Koordinaten genannt) beziehen sich hingegen auf die Normalenrichtung des verwendeten Referenzellipsoids. Die Differenz von Lotrichtung und Ellipsoidnormale ist üblicherweise kleiner als 10" und wird als Lotabweichung bezeichnet. In der Regel verlaufen weder Lotrichtung noch Ellipsoidnormale durch den Erdmittelpunkt.

Bei geringen Genauigkeitsansprüchen z.B. bei Kartendarstellungen in sehr kleinen Maßstäben wird der Erdkörper zur Vereinfachung durch eine Kugel angenähert. In diesem Fall entsprechen geographische Breite und Länge sphärischen Koordinaten. Nur dann ist die Breite der Winkel im Erdmittelpunkt zwischen dem Äquator und dem gesuchten Punkt.

Siehe auch

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Geografische Koordinaten


Distanz

Man kann doch aufgrund zweier Koordinaten die Distanz errechnen - Wie? Matt1971 15:28, 26. Jun 2005 (CEST)

Siehe Orthodrome! -- Stefan Kühn 16:44, 26. Jun 2005 (CEST)

Eselsbrücke

Derzeit im Artikel: "das Mittelmeer ist von E nach W sehr lang gestreckt, von N nach S viel weniger; daher läuft die Länge also in Ost-West-Richtung". Hilft diese Eselsbrücke wirklich, oder kann man mit "Ost-West=Länge" nicht auch fälschlicherweise schlussfolgern, dass Längengrade von Ost nach West verlaufen? Ich bin bei beiden Eselsbrücken skeptisch, aber bei der zweiten noch viel mehr als bei der ersten. --Asdert 17:44, 2. Sep 2005 (CEST)

Freeware

GeoConv - freeware program for coordinate-conversions -- Cherubino 12:11, 27. Sep 2005 (CEST)

Kugelkoordinaten

Es wird behauptet das geographische Koorinatensystem stimmt nicht mit Kugelkoordinaten überein? Es gibt meines Erachtens mehr Ähnlichkeinten als Unterschiede. Wie wäre es, die Unterschiede herauszuarbeiten? --Langläufer 14:40, 7. Okt 2005 (CEST)

geodätische Koordinaten

... sind in der Geodäsie (metrische rechtwinklige Koordinaten (also Gitter) (z.B. GK, UTM) und haben mit Länge und Breite nichts zu tun! Wofür steht somit L und B ? Dort unterscheidet zwischen astronomischen (das sind die, die man vor Ort beobachten mit astronomischen Beobachtungen bestimmen kann) und ellipsoidschen Koordinaten. --Langläufer 14:48, 7. Okt 2005 (CEST) Wie ich nun im Astonomie-lexikon gefunden habe sind dort Geodätische Koorinaten definiert, wobei mir nicht klar ist, ob (aus gedätischer sicht) astronomische oder ellipsoidische gemeint sind. Vielleicht können wir das Problem klären und darauf hinweisen? Ich finde, dann ist das auch einen eigenen Artikel wert.

http://www.geoinformatik.un... http://lexikon.astronomie.i... http://www.geocities.com/Ca...

--Langläufer 09:39, 8. Okt 2005 (CEST)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Geografische Koordinaten und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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