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Der Artikel Germanisches Nationalmuseum gehört zur Kategorie: Nürnberg, Kunstmuseum in Deutschland, Museum in Bayern, 1852, Lesenswert
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Haupteingang des Germanischen Nationalmuseums von SW (Herbst 2003) Bildherkunft |
Das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg (Kartäusergasse 1) ist das größte kulturhistorische Museum Deutschlands und beherbergt eine der bedeutendesten Sammlungen zur deutschen Kultur und Kunst von der Vor- und Frühgeschichte bis zur unmittelbaren Gegenwart.
Aufbau des Museums
Angeschlossen sind ein Archiv, eine Bibliothek, eine Restaurierungsabteilung (Institut für Kunsttechnik und Konservierung) und ein Pädagogisches Zentrum. Als Zweigstellen betreut das Museum unter anderem die Spielzeugsammlung in der ehemaligen Kinderbewahranstalt der Kirchengemeinde von St. Lorenz (Kartäusergasse 20), das Kaiserburg-Museum auf der Nürnberger Burg und das nördlich gelegene Schloss Neunhof, einen hervorragend erhaltenen Herrensitz, in dem die Jagdsammlung untergebracht ist. Das Museum ist heute eine Stiftung des öffentlichen Rechts; 1921 in der Neufassung der Satzung erstmals als "öffentlich-rechtliche Stiftung" genannt. Seit dem 2. Juli 1954 unterstützten Unternehmen und Einzelpersonen als "Fördererkreis" die Arbeit des Museums; dieser Kreis ist seit 1984 ein eingetragener Verein mit dem Namen Fördererkreis des Germanischen Nationalmuseums e. V. und besteht aus ca. 300 Mitgliedern. Das Museum zählte im Jahr 2004 372.459 Besucher (2003: 351.280).
Als Forschungseinrichtung hat das GNM auch den Auftrag, die Sammlungsgegenstände und deren geschichtliches Umfeld zu erforschen und in Publikationen und Ausstellungen zu zeigen.
Das Museum unterhält den Verlag des Germanischen Nationalmuseums.
Geschichte des Museums
Gründung bis 1945
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Germanisches Nationalmuseum im Jahr 1884 Bildherkunft |
Nach langjährigen Vorarbeiten begründete Freiherr Hans von und zu Aufseß im Jahre 1852 das Museum als "Generalrepertorium". In dieser Bezeichnung kommt zum Ausdruck, daß Aufseß in erster Linie ein umfassendes, über den eigenen Bestand hinausgehendes Verzeichnis erstellen wollte; mithin hielt er das Sammeln von Originalobjekten für nur nachgeordnet wichtig. Diese Gründung genehmigte der bayerische König nur wenig später als Stiftung. Bereits 1853 wurde die Literarisch-artistische Anstalt des germanischen Museums etabliert, dies ist der Vorläufer des noch heute hauseigenen Verlages.
Am 20. April 1857 überließen die Stadt Nürnberg und das Königreich Bayern das ehemalige Kartäuserkloster als Standort. 1862 trat Aufseß freiwillig von der Leitung des Museums zurück. Die Leitung übernahm nun Andreas Ludwig Michelsen, der die Sammlung schriftlicher Quellen in den Vordergrund rückte. 1866 wurde der Bauhistoriker und Architekt August Ottmar Essenwein Museumsleiter, der besonderen Wert auf die Anschaffung neuer Objekte und auf eine Neuordnung und Dokumentation der Sammlung legte - der Schritt hin zu einem kulturhistorischen Museum war getan. Essenwein gab 1891 die Leitung auf und Nachfolger wurde Gustav von Bezold (1894-1920); in dieser Zeit wurde das Museum räumlich zunächst bis zum 50-jährigen Jubiläum 1902 und dann ab 1908/1913 bis 1920 durch den sogenannten Galeriebau von German Berstelmeyer stark erweitert.
Ernst Heinrich Zimmermann (1920-1936) betrieb den systematischen Ausbau der Gemäldesammlung (Barockgalerie) und der Skulpturenabteilung, dabei finanzierte er Neuerwerbungen oft durch Verkäufe aus dem eigenen Bestand.
In der Zeit des Nationalsozialismus ließ sich die Leitung nicht zum Identifikationspunkt der Ideologie machen, es kam beispielsweise zu keinem Besuch des Führers
1945 bis heute
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Großer Kreuzgang des ehem. Katharinenklosters, Nordflügel, nach O (2003-11-25). An der Wand Schattenbilder der Maßwerkfenster und zahlreiche Grabmäler, im Hintergrund ein modernes Kunstwerk Bildherkunft |
Unter dem neuen Direktor Ernst Günter Troche (1945-51) begann mit bescheidenen Mitteln die Sicherung der Gebäude und Rückführung der Sammlungsobjekte.
Ludwig Grote (1951-1962) wurde 1951 als Erster Direktor berufen. Er bewerkstelligte durch Aufnahme des Geistes und der Werke des Bauhauses den Anschluss an das international bedeutsame Kunst- und Kulturschaffen; er richtete aber auch so genannte »Heimatgedenkstätten« für die Vertriebenen des Zweiten Weltkrieg ein. Dabei wurde der Wiederaufbau der Gebäude nach Plänen des Architekten Sep Ruf durchgeführt. Erich Steingräber übernahm 1962 die Leitung; 1964 wurde die Sammlungsgrenze vom Verwaltungsrat bis in den Expressionismus verschoben. Jüngere zeitgenössische Werke wurden zur Ausstattung von Empfangs-, Sitzungs- und Büroräumen verwendet. In den 1950er und 1960er Jahren schied man die meisten Abgüsse, so sie überhaupt den Krieg überstanden hatten, aus der Sammlung aus.
Im Dezember 1980 trat Gerhard Bott das Amt des Generaldirektors an (bis 1993). Für das Bekenntnis zur Internationalität steht das Bestreben, einen universellen Kontext herzustellen. So erhielt Dani Karavan beispielsweise den Auftrag, als Außenskulptur die »Straße der Menschenrechte« (»Way of Human Rights«) zu realisieren; dieses Werk ist somit dem Komplex Kunst am Bau zuzuordnen.
Der Generaldirektor ist seit 1994 G. Ulrich Großmann.
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Bau für Kunst des 20.Jahrhundert, von SO (2004-01-16) Bildherkunft |
Im Jahr 1999 wurde das 1910 erbaute Haus der ehemaligen Kinderbewahranstalt der Kirchengemeinde von St. Lorenz erworben (das Gebäude ist gegenüber dem Südwestbau gelegen); seit dem 17. Mai 2002 ist dort die Spielzeugsammlung ausgestellt.
Der Sammlungsbestand
In der Sammlung werden Kunstwerke höchsten Ranges aufbewahrt und in den Räumen großzügig präsentiert; Beispiele sind: der Codex Aureus aus Echternach, mittelalterliche Goldschmiedearbeiten, Gemälde von Albrecht Dürer, Skulpturen von Ferdinand Dietz sowie Volkskunst und Kunstgewerbe, wissenschaftliche Instrumente (Fernrohre, Zeitmesser und Globen), Musikinstrumente, Möbel (zum Beispiel auch Teile des Arbeitszimmers von Jacob und Wilhelm Grimm), Nürnberger Puppenhäuser, Spielzeug, eine Abgusssammlung, Architekturteile und vieles mehr. Teile des Praunschen Kabinetts werden ausgestellt und mit dem Bayerischen Gewerbemuseum ist sogar der Bestand eines kompletten Museums in die Sammlung integriert.
Insgesamt beherbergt das Museum über 1,2 Millionen Einzelstücke (Stand 2003). Zahlreiche Stücke sind dem Museum leihweise zu Ausstellungszwecken überlassen worden; wichtige Leihgeber sind zum Beispiel die Stadt Nürnberg und die Bundesrepublik Deutschland.
Teile der 17 Fachabteilungen (Stand 2005) sind in thematisch erarbeiteten Schausammlungen für das Publikum zugänglich. Seit 2002 wurden die folgenden Zusammenstellungen neu eröffnet:
- Bürgerliche Kunst und Kultur im 19. Jahrhundert. Vom Vorabend der Französischen Revolution bis zur Epoche der Weltausstellungen.
- Spielwelten. Kinderspielzeug und Erwachsenenspiele von 1550 bis 1950 (im Nebengebäude der ehemaligen Kinderbewahranstalt).
- Kleiderwechsel. Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts.
Im Gange sind momentan (2005) folgende Neueinrichtungen:
- Neueinrichtung der Vor- und Frühgeschichtlichen Sammlung: seit 2002 sind vorübergehend bis voraussichtlich 2006 nur ausgewählte Stücke zu besichtigen.
- Von Schätzen, Heiligen und Fabeltieren. Neueinrichtung der Sammlungen zum Mittelalter bis ca. 1430 (voraussichtlich Anfang 2006 abgeschlossen).
- Von der Dürerzeit bis zum Vorabend der Französischen Revolution. Neukonzeption der Schausammlung für die Kunst- und Kulturgeschichte 1500 bis 1800. Während der Baumaßnahmen, die 2008 beendet sein sollen, werden die Hauptwerke dieses Bestandes in der großen Ausstellungshalle als Sonderausstellung präsentiert; das bedeutet, daß ca. 200 Stücke des Museums derzeit nur für einen Aufpreis zum eigentlichen Eintrittsgeld gesehen werden können.
Gemälde bis 1800
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Idealbild Karl des Großen mit den Reichskleinodien, gemalt 1513 von Albrecht Dürer im Auftrag seiner Vaterstadt Nürnberg Bildherkunft |
Ende der 1870er Jahre gelang es, die Sammlung der Gemälde zu einer bedeutsamen Abteilung des Museums werden zu lassen. Einen Schwerpunkt bilden heute die spätmittelalterlichen Werke der Stadt Nürnberg, aber auch Hans Holbein der Ältere, Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach der Ältere und viele andere Künstler des 15./16. Jh. sind vertreten.
Die Glasmalerei läßt sich in einem eigenen Raum studieren; die Werke dieser Gattung beginnen in der romanischen Zeit (12. Jh.).
Skulpturen bis 1800
Auch für die Skulpturensammlung schuf Aufseß den Grundstock; Gipsabgüsse integrierte er gleichrangig in die Sammlung. Zahlenmäßig überwogen die Abgüsse die Originale schnell bei weitem. 1875 und auch noch später erhielt das Museum hervorragende Stücke als Dauerleihgabe aus den historischen Sammlungen der Stadt Nürnberg (z.B. bedeutende Arbeiten von Adam Kraft). Vom Ausbau der Abgußsammlung nahm man erst unter Bezold (1894-1920) Abschied; zudem entwickelte er ein Konzept, dass zwischen "hoher" und "angewandter" Kunst unterschied - dieses Konzept blieb jedoch nicht unwidersprochen. Nach dem Ersten Weltkrieg konnten der Sammlung systematisch Werke des Barock und des Rokoko hinzugefügt werden.
Das Münzkabinett
Mit der Museumsgründung 1852 wurde auch eine Münz- und Medaillensammlung begonnen; in der Frühzeit wurden, wie auch bei anderen Abteilungen, Abgüsse anstelle der Originale in die Sammlung aufgenommen. Zahlreiche Stücke aus mittelalterlichen Fundkomplexen konnten erworben werden.
Als Leihgabe gehörte auch die Münzsammlung der Stadt Nürnberg (ca. 7000 Stück) zum derzeitigen Bestand.
Vor- und Frühgeschichte
Die bekanntesten Stücke dieser Abteilung sind der Goldkegel und die Adlerfibel (um 600). (Hinweis: Diese Abteilung ist noch bis Herbst 2005 wegen Umbaus geschlossen. Während dieser Zeit können ausgewählte Stücke in der Ehrenhalle besichtigt werden.)
Kunsthandwerk
Kunsthandwerk des Mittelalters
Erst unter Essenwein (1866ff.) konnte das Sammlungsgebiet der mittelalterlichen Schatzkunst, die auf den kirchlichen Kultus bezogenen Gerätschaften, eine gewisse Bedeutung erlangen; allerdings bestand der Zuwachs zunächst hauptsächlich in Gipsabgüssen. Erst der Ankauf der Sammlung des Bremer Arztes Dr. Hermann Freiherr von Eelking (1818-1884) konnte 1880 den Wert dieser Abteilung deutlich steigern. Danach konnten nur noch, allerdings zum Teil höchte bedeutende, Einzelstücke wie zum Beispiel 1894 eines der wenigen karolingischen Vortragekreuze (das so genannte Ardennenkreuz, wohl um 830) oder 1955 ein Echternacher Prachtevangeliar (den Codex Aureus, aus ottonischer Zeit). Zu dieser Abteilung gehört auch der Heiltumsschrein, der ehemals die Reichskleinodien barg.
Kunsthandwerk der Neuzeit
Die Stücke des neuzeitlichen Kunsthandwerks (16. bis 18. Jahrhundert) gehören vornehmlich dem profanen Bereich an; viele Gegenstände sind bereits seit dem 19. Jahrhundert Bestandteil des Museums: italienische Majoliken der Renaissance beziehungsweise Fayence und Porzellan.
Das Schlüsselfelder Schiff, eine große Goldschmiedearbeit, von 1503 kam 1875 zur Sammlung.
Spielzeug
Die Spielzeugsammlung ist seit 2002 in dem separaten Haus Kartäusergasse 20 aufgestellt. Zuvor war diese Abteilung seit 1968 in drei Räumen über dem Refektorium am Kleinen Kreuzgang untergegracht gewesen. Neben Kinderspielzeug sind auch historische Spiele für Erwachsene Gegenstand dieser Sammlung. Die vier großen Nürnberger Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert bilden das Zentrum dieser Abteilung.
Historische Musikinstrumente
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Historische Instrumentenbauerwerkstatt Bildherkunft |
Das Museum verfügt über einen bedeutenden Bestand an historischen Musikinstrumenten (ca. 2.500 Stücke). Folgende Einzelsammlungen wurden in die Museumssammlung integriert:
- Sammlung historischer Musikinstrumente Dr. Dr. h.c. Ulrich Rück (1962 aufgenommen)
- Klavierhistorische Sammlung Neupert (1968),
- Sammlung Karl Schreinzer (MI 403) (1967),
- Sammlung Will Jansen (Kürzel MIJ) (1971 angekauft).
Besonders reizvoll sind die Darstellungen musikalischer Gesellschaftsereignisse, die sich auf und in den Deckeln einiger älterer Tasteninstrumente befinden.
Wissenschaftliche Instrumente
Aus unterschiedlichen Quellen zusammengekommen, unter anderem gehört zu dieser Sammlung der Nachlaß des Mathematikers und Astrononen Regiomontanus (Leihgabe der Stadt?), findet man hier Fernrohre, Zeitmesser, Weltmaschinen sowie Erd- und Himmelsgloben - darunter auch der älteste heute noch erhaltene Erdglobus von Martin Behaim aus dem Jahr 1492 (Martin Behaims Erdapfel).Volkskunde
Diese Abteilung umfasst unter anderem Trachten und Möbel zur ländlichen Wohnkultur sowie Alltagsgegenstände des 19. und 20. Jahrhunderts (zum Beispiel industriell hergestellter Wandschmuck).
Historische Bauteile (Architektur)
Zu diesem Gebiet gehören so unterschiedliche Dinge wie bauplastische Fragmente (Kapitelle, Konsolen, Gewände), Brunnen, Treppen, Öfen oder Tapeten, aber auch nur einfache Backsteine. Andererseits müssen auch Großobjekte wie Kapellen in Teilen oder Stuben und Zimmer genannt werden. Auch Pläne zur Architektur sind hier anzuschließen.
Hervorzuheben sind das Chörlein des Sebalder Pfarrhofs in Nürnberg, um 1370, seit 1902 im Museum und am originalen Standort durch eine Kopie ersetzt, und der Schöne Brunnen, 1385-1392, ebenso am originalen Standort 1902 beziehungsweise nach 1945 durch eine rekonstruierende Kopie ersetzt.
Die Gebäude des Museums
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Ansicht vom Kornmarkt, v. NO (Okt. 2003): Heuß-Bau, Alter Eingang, Bibliotheksbau Bildherkunft |
Baugeschichte
Das spätmittelalterliche Kartäuserkloster bildet den Kern der Anlage. Um- und Erweiterungsbauten aus der Entstehungszeit des Museums (2.H.19.Jh.) sind kaum überkommen. Die nächste erhaltene Zeitschicht bilden die im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts hinzugebauten speziellen Museumsgebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf Sep Ruf Zusatzbauten; dabei wurde historische Substanz zu erheblichen Teilen vernichtet und nur einige Bauten wurden restaurierend wiederaufgebaut.
Der großzügige Erweiterungsbau entstammt der jüngsten Zeit (1983/1988-1996), dieser so genannte Kartäuserbau mit dem Museumsforum verursachte Kosten von 140 Mio. DM.
Baubeschreibung
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Straße der Menschenrechte und Haupteingang v. SW Bildherkunft |
Von der »Straße der Menschenrechte«, die zwischen den durch Glasflächen gekennzeichneten Erweiterungsbauten hindurchführt, betritt der heutige Besucher die zunächst verwirrenden Gebäudeeinheiten des Museums. In der Eingangshalle liegen am Rande die Museumskasse sowie engbedrängt der Museumsbuchladen. Im Kellergeschoss befinden sich die Garderoben, Toiletten und das Museumsbistro sowie der Durchgang zu den Räumlichkeiten für Wechselausstellungen.
Durchschreitet man die großzügig bemessene Eingangshalle, so gelangt man rechter Hand in den Komplex des ehemaligen Klosters; vom Kloster selbst sind noch die Kirche sowie der große und der kleine Kreuzgang mit anliegenden Räumen erhalten.
Raumklima
Bei der Konzeptionen der Bauten des 20. Jahrhunderts hat man offensichtlich kaum bedacht, dass sommerliche Temperaturen die Räume sehr schnell aufheizen können. In zahlreichen Raumfolgen ist der Aufenthalt für Wachpersonal und Besucher in den Sommermonaten eine kräftezehrende Angelegenheit. Es gibt offensichtlich kein Konzept, die tagsüber aufgestaute Wärme nachts und in den Morgenstunden (oder auch nur an kühleren Tagen) abzuführen.Das Archiv
Das Archiv ist in mehrere Abteilungen untergliedert.Das Historische Archiv
Von Aufseß war dem Archiv die erste Stelle im Abteilungsgefüge des Museums zugedacht, es sollte die Aufgabe eines deutschen Zentralarchivs übernehmen, indem es weniger die Originalurkunden, sondern Kopien und Faksimiles (bis 1650) verwahren sollte. Dies Projekt überforderte zur damaligen Zeit jedoch die Beteiligten; nur die Siegelabgußsammlung machte schnell gute Fortschritte.
Bald wandte man sich der Sicherung originaler Quellen zu; dabei wollte man bewusst nicht in Konkurrenz zu den staatlichen Archiven treten, sondern man verstand sich in erster Linie als Auffangbecken für Adels- und Privatarchive, um so zu verhindern, dass Pergament- und Papierdokumente einer Zweitverwertung (Blattgoldmacher, Papierhersteller) zugeführt würden.
Der Bestand reicht heute unter anderem von hochmittelalterlichen Kaiser- und Papsturkunden über Adelsarchive wie das der Grafen von Wolckenstein-Rodenegg (13.-18. Jahrhundert) bis zu Stadt- und Rechnungsbüchern, aber auch Gerichtsakten.
Übernommene Archivalienbestände wurden nie aufgelöst (nur Pergamenturkunden wurden aus dem jeweiligen Komplex herausgenommen); allerdings wurden vornehmlich in den 1970er Jahren "Flurbereinigungen" mit dem Ziel vorgenommen, versprengte Einzelstücke und Reste zuständigen Archiven zuzuführen.
Archiv für Bildende Kunst
Das Archiv für Bildende Kunst wurde 1964 gegründet und beherbergt mehr als 1.200 Nachlässe (Stand 1997) von Künstlern, Kunstwissenschaftlern und -kritikern, aber auch von -mäzenen und -institutionen wie Kunstvereinen und schriftliche Quellen aus dem Bereich der bildenden Kunst überhaupt. Zu nennen sind unter anderem die folgenden Nachlässe: Wilhelm Worringer, Franz Marc, August Macke, Erich Heckel, Richard Riemerschmid oder Otto Dix.
Seit 1976 stellt das Archiv bedeutende Nachlässe aus, die es erworben konnte; dabei wird stets eine Werkauswahl gezeigt und es erscheint eine erläuternde Publikation. Neuzugänge werden im Anzeiger mitgeteilt.
Seit 1966 ist auch das Deutsche Glockenarchiv ein Teil des Archivs für bildende Kunst; vergleiche Claus Pese: Mehr als nur Kunst. Das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum, Ostfildern-Ruit 1998, S.136-145.
Die Bibliothek
Die Bibliothek ist ihrer Bestimmung nach zugleich eine Sammlung wie auch eine öffentlich zugängliche Handbibliothek, die nunmehr in die Systematik intergrierte Bibliothek des Gründers (Aufseß-Bibliothek) bildete dazu den Grundstock.
Im 19. Jahrhundert baute sich der Bestand hauptsächlich durch Freiexamplare der Verlage auf. Im 20. Jahrhundert ließ die Spendenfreudigkeit mehr und mehr nach. 1978 umfasste der Bestand ca. 400.000 Bände.
Der Verlag des Germanischen Nationalmuseums
Neben dem »Anzeiger« erscheinen heute zwischen 5 und 10 Bänden jährlich im hauseigenen Verlag. Bei großen Publikationen geht man aus Kostengründen und wegen besserer Vertriebsmöglichkeiten oft Kooperationen mit Fachverlagen ein.
Öffentlichkeitsarbeit
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit erstellt das Museum unter anderem zahlreiche Flyer und ein Programmheft, das ab 2004 im vierteljährlichen Rhythmus erscheinen soll und neben Informationen zum Museum auf 8 von 48 Seiten Fremdwerbung enthält. Das Programmheft wird regelmäßig an die über 6.500(?) Mitglieder des Museums versendet.Literatur
Hauptartikel: Literatur zum Germanischen Nationalmuseum
Gesamtdarstellungen
- Germanisches Nationalmuseum, in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888-90, Bd. 7, S. 181.
- Bernward Deneke und Rainer Kahsnitz (Hg.): Das Germanische Nationalmuseum. Nürnberg 1852-1977. Beiträge zu seiner Geschichte, München/Berlin 1978. - Ein umfassender Sammelband (1242 Seiten).
- Schatzkammer der Deutschen. Aus den Sammlungen des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, Nürnberg 1982.
- G. Ulrich Großmann: Germanisches Nationalmuseum - Führer durch die Sammlungen, Nürnberg 2001.
Laufende Publikationen
- Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums (Jahrbuch seit 1852)
- Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum (Jahresgabe):
- Bd.1: G. Ulrich Großmann: Architektur und Museum - Bauwerk und Sammlung, Ostfildern-Ruit 1997.
- Bd.2: Claus Pese: Mehr als nur Kunst. Das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum, Ostfildern-Ruit 1998.
- Bd.3: Ursula Peters: Moderne Zeiten. Die Sammlung zum 20. Jahrhundert, in Zusammenarbeit mit Andrea Legde, Nürnberg 2000.
- Bd.4: Petra Krutisch: Aus aller Herren Länder. Weltausstellungen seit 1851, Nürnberg 2001.
- Bd.5: Anette Scherer (Red.): Mäzene, Schenker, Stifter. Das Germanische Nationalmuseum und seine Sammlungen, Nürnberg 2002.
- Bd.6: Arnulf v. Ulmann (Hg.): Anti-Aging. Restaurieren - Umgang mit den Spuren der Zeit, Nürnberg 2004.
- Bd.7: Jasmin Doosry: Käufliche Gefühle. Freundschafts- und Glückwunschbillets des Biedermeier, Nürnberg 2004.
- Bd.8: Daniel Hess: Mit Milchbrei und Rute. Familie, Schule und Bildung in der Reformationszeit, mit Beiträgen von Max Liedtke, Manfred Prenzel und Werner Röcke, Nürnberg 2005.
- KulturGUT. Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums, erscheint ab April 2004 vierteljährlich.
Siehe auch
Weblinks
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Germanisches Nationalmuseum
Siehe auch: Diskussion:Germanisches Nationalmuseum/Archiv01
Aufbau des Artikels
Es wäre gut, wenn wir Literatur und Weblinks bei den Unterabschnitten belassen könnten: es wird nicht mehr lange dauern und ich werde den Artikel aufteilen müssen - dann ist es für mich bequemer, wenn diese Angaben gleich an Ort und Stelle sind. --Keichwa 09:09, 23. Okt 2003 (CEST)Die Gliederung muß so bleiben, auch wenn die einzelnen Abschnitte bisweilen noch etwas kurz sind. Wenn die Zwischenüberschriften entfernt werden, wird schnell alles ein einziger Brei und eine effiziente Weiterbearbeitung wird quasi unmöglich. --Keichwa 13:47, 30. Okt 2004 (CEST)
Finanzierung
ein paar Sachen würden mich doch interessieren: zum Thema Geld/Eigentum - da steht nur, dass Private Förderer das Museum mittlerweile finanziell unterstützen, woher kommt das restliche Geld, welchen Etat hat das Museum ungefähr und ist der in Zeiten kulturellen finanzkahlschlags gesichert? -- Southpark 09:19, 21. Sep 2004 (CEST)
- Dazu kann man teilweise gute Aufstellungen in dem Anzeiger finden. Es ist immer noch auf meinem "To-do", diese Angaben mal "nachzurechnen". --Keichwa 11:48, 30. Okt 2004 (CEST)
Zur Geschichte des Museums
So langsam wirds peinlich. Haben die bisherigen Autoren wirklich keine Fakten über die Nazizeit? Oder gibt es Leute, die dann sofort die Löschtaste drücken? linumEklatante Lücke (Nationalsozialismus)
Dass die Zeit des 2. Weltkrieges komplett ausgeblendet ist, halte ich für keine Kleinigkeit in diesem Kontext. Weil diese Auslassung nicht behoben wurde, habe ich mit contra abgestimmt. --Thüringer 00:08, 22. Okt 2004 (CEST)- Ein paar Hinweise sind bereits als Kommentar im Rohtext enthalten; die Materie ist aber nicht ganz einfach. Es gibt zwar bereits etliche Untersuchungen zu dieser Zeit, aber wahrscheinlich kann man erst jetzt nach 50 Jahren so langsam beginnen, die Fakten sine ira et studio zu überblicken. Dies wurde ja auch bereits ausgegraben: --Keichwa 11:48, 30. Okt 2004 (CEST)
- Was diesen Aspekt angeht, habe ich im Quelltext nochfolgenden Kommentar gefunden: Zeit des Nationalsozialismus einfügen! Zumindest teilweile der Ideologie gefügig: den Forderungen/Wünschen der NSDAP willfährig. Die Bücher des Verlags wurden in Inhalt und Form den Vorstellungen der Nationalsozialisten angepaßt und Grußadressen an die neuen Machthaber sind zu verzeichnen. Nach dem Einmarsch in Polen 1939 stützt man das System durch die Ausstellung »Deutschtum am Weichselbogen«. Kann man das noch irgendwie ein- und ausbauen bzw. auf Richtgkeit prüfen? --ALE! 23:36, 22. Sep 2004 (CEST)
Aus dem Review
Den Artikel halte ich für einen der besten und ausführlichsten zu einem deutschen Museum - und eines der wichtigsten und ältesten dazu. Was fehlt, was ist zu viel, was stimmt noch nicht. Bei Bedarf kann ich gern KollegInnen aus dem GNM um Mitarbeit und Auskunft bitten. Krtek76 16:44, 20. Sep 2004 (CEST)- Menno, stell doch mal Artikel vor, bei denen man nicht so lange suchen muss, bis man was zum meckern findet. Aber ich war glücklich, ein paar Sachen würden mich doch interessieren: zum Thema Geld/Eigentum - da steht nur, dass Private Förderer das Museum mittlerweile finanziell unterstützen, woher kommt das restliche Geld, welchen Etat hat das Museum ungefähr und ist der in Zeiten kulturellen finanzkahlschlags gesichert? Bei der Bedeutung, welche Bedeutung hat das Museum für die Forschung/für die Bildung/für Tourismus-Stadtmarketing? und bei den heißen Räumen bin ich darüber gestoplert, dass die zwar für Besucher und Wachmannschaft unerträglich sind, aber schadet sowas für gewöhnlich nicht auch den Ausstellungsstücken? -- Southpark 09:19, 21. Sep 2004 (CEST)
- Ein paar Kleinigkeiten habe ich auch gefunden, ansonsten ein schöner Artikel:
- Die Zeit des 2. Weltkrieges ist komplett ausgeblendet. Es geht praktisch bis 1936 und dann weiter ab 1945, wo etwas über die Rückführung steht. War das Museum im 2. WK geschlossen? Wohin hat man die Kunstgegenstände gebracht? Ist etwas kaputt oder verloren gegangen? 2-3 Sätze reichen.
- Was diesen Aspekt angeht, habe ich im Quelltext nochfolgenden Kommentar gefunden: Zeit des Nationalsozialismus einfügen! Zumindest teilweile der Ideologie gefügig: den Forderungen/Wünschen der NSDAP willfährig. Die Bücher des Verlags wurden in Inhalt und Form den Vorstellungen der Nationalsozialisten angepaßt und Grußadressen an die neuen Machthaber sind zu verzeichnen. Nach dem Einmarsch in Polen 1939 stützt man das System durch die Ausstellung »Deutschtum am Weichselbogen«. Kann man das noch irgendwie ein- und ausbauen bzw. auf Richtgkeit prüfen?
- "Gemälde bis 1800: Ende der 1870er Jahre gelang es, die Sammlung der Gemälde zu einer bedeutsamen Abteilung des Museums werden zu lassen." Was machte die Sammlung so bedeutend? Welche Künstler, welche Stilrichtungen? Mehr als ein Satz wäre angebracht.
aus Wikipedia:Kandidaten für exzellente Artikel:
Germanisches Nationalmuseum, 9. Oktober
- pro, ein Museum mit all seinen Facetten gut dargestellt. Auch wenn hier und da etwas listenhaft. Wenn möglich würde ich mir neben den tollen Bildern der Architektur auch ein paar Bilder von Ausstellungstücken wünschen. --Finanzer 03:12, 10. Okt 2004 (CEST)
- Blass und additiv-deskriptiv, der Aufseßsche Gründungsgedanke wird nicht erfaßt (siehe auch http://archiv.twoday.net/st... die umfangreiche eigene Literaturliste umfaßt im wesentlichen Aufsätze aus der alten Festschrift. Zum Jubiläum 2003: nichts. --Historiograf 00:49, 12. Okt 2004 (CEST)
- ...Ferner würde ich mir die Umsetzung der folgenden beiden Punkte wünschen:
- Die Gliederung gehört m.E. überarbeitet und kann vermutlich wesentlich gestrafft werden; dann entfallen auch die aus meiner Sicht unsinnigen Zwei-Zeilen-Abschnitte mit eigener Überschrift und der tatsächlich eh schon sehr deskriptive Gesamtcharakter des Beitrags wird nicht mehr durch diese Mini-Abschnitte zusätzlich unterstrichen.
- In der Einleitung ist die Rede von einer der bedeutendsten Sammlungen. Ich habe "zu" lange gebraucht, um etwas zu dieser herausgehobenen Bedeutung zu erfahren - da wühlt man sich erst durch den Abschnitt Aufbau und anschließend gleich durch zwei Abschnitte "Geschichte", die nichts anderes sind, als eine Aneinanderreihung der jeweiligen Leiter/Direktoren (immerhin mit ihren jeweiligen Schwerpunkten).
- Dieses Museum ist eine wirklich sehr komplexe Angelegenheit. Da kann ich alles Wichtige in aller Breite gleich am Beginn des Artikels stehen. Möglicherweise wird der Artikel mit der Zeit etwas runder, aber erst einmal war es wichtig, die Facts zusammenzustellen. Man könnte beispielsweise auch noch einen eigenen Unterartikel zu den (Sonder-)Ausstellungen des Museums fabrizieren; auch das Restaurieren und die Öffentlichkeitsarbeit als solche kommt auch noch etwas kurz weg. --Keichwa 13:47, 30. Okt 2004 (CEST)
- Kurios ist, wie manche wohl glauben, nur weil ein Artikel höhere Weihen bekommen soll, würde dieser sich dann automatisch perfektionieren... Ich halte von diesem "Exzellente Artikel"-Getue nicht viel. --Keichwa 13:47, 30. Okt 2004 (CEST)
Name
Im Artikel steht leider nicht drin, warum das Museum ausgerechnet "Germanisches" "National"museum heißt und seit wann. Dieser etwas sonderbare und ja in Anbetracht der Sammlungen auch irreführende Name erscheint mir aber durchaus erklärungsbedürftig. --AndreasPraefcke AndreasPraefcke 00:29, 15. Feb 2005 (CET)
- Zur Zeit der Gründung des Museums war das, was wir heute als Deutschland kennen, immer noch stark zersplittert und uneins. Von Aufseß war dagegen von der Idee eines Nationalstaats überzeugt und dieser Gedanke spiegelt sich auch in "seinem" Museum wieder: Germanisch bedeutet schlicht, dass der gesamte deutsche Sprach- und Kulturraum (wir kennen ja noch das Fach Germanistik!) in den Sammlungen erfasst werden sollte, also über das heutige Deutschland hinausgehend auch z.B. die Schweiz, Österreich, die Niederlande oder das Sudetenland. Mit dem Volksstamm/Völkerkonglomerat der Germanen hat das direkt nichts zu tun. -Flo
Lesenswert-Diskussion
Das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg (Kartäusergasse 1) ist das größte kulturhistorische Museum Deutschlands und beherbergt eine der bedeutendesten Sammlungen zur deutschen Kultur und Kunst von der Vor- und Frühgeschichte bis zur unmittelbaren Gegenwart.Pro Antifaschist 666 15:52, 10. Okt 2005 (CEST)
Pro Sehr informativ, Kritik an der Benutzbarkeit der Architektur ist auch mal ein wichtiger Aspekt. Eine peinliche Lücke ist noch der fehlende Hinweis auf die Museumsleitung in der Zeit des Nationalsozialismus, gerade Nürnberg und damit sicher auch das GERMANISCHE Nationalmuseum waren doch im Fokus der Nazis!!! (Trotzdem: pro - in der Hoffnung auf Besserung) --Arnis 22:25, 12. Okt 2005 (CEST)
Neutral, da abwartend. Die Position der Leitung in der Nazizeit, sich eben nicht zum Identifikationspunkt der Ideologie machen zu lassen (Kein "Führerbesuch" im GNM), Auslagerung von Sammlungsteilen, Zerbombung, Zerstörung von wichtigen Ausstellungsstücken, das muß alles rein. Erst dann für mich lesenswert. DieAlraune DieAlraune 11:55, 14. Okt 2005 (CEST)
Pro: Ich hab die Infos von Alraune mal eingebaut, wäre gut, es noch zu ergänzen. Ergänzen könnte man auch noch die paar kurzen Abschnitte.--G 18:19, 16. Okt 2005 (CEST)







