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Der Artikel Hanse gehört zur Kategorie: Hanse, Deutsche Geschichte, Wirtschaftsgeschichte, Lübeck
Hanse (althochdeutsch Hansa "Gruppe, Gefolge, Schar") - auch Deutsche Hanse oder dudische Hanse, lat.: HANSA TEUTONICA - ist die Bezeichnung für die zwischen Mitte des [(Gründung:1254)[12. Jahrhundert]]s und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen deutscher Kaufleute mit dem Ziel, ihre wirtschaftlichen Interessen besonders im Ausland besser vertreten zu können. Aus ihr entstand der Städtebund der Hanse, in dem sich die Hansestädte zusammenschlossen und ihre Interessen gegenüber anderen Nationen sowie dem Kaiser vertraten. Die Farben der Hanse waren weiß und rot. Diese Farben finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte.
In den Zeiten ihrer größten Ausdehnung waren beinahe 200 See- und Binnenstädte Nordeuropas in der Hanse zusammengeschlossen.
Heute wird das Wort allgemein zur Bezeichnung eines Städtebundes gebraucht, der in Nordeuropa nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein wichtiger Faktor war.
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1241 Bildherkunft |
Geschichte
Die Hanse war über lange Zeit eine politische Macht ersten Ranges, der es gelang, ohne eigene Souveränität - ihre Mitglieder verblieben jeweils unter der Herrschaft unterschiedlicher weltlicher und kirchlicher Gewalten - sogar siegreiche Kriege zu führen. Anfang und Ende der Hanse sind schwer zu bestimmen.
Die Anfänge
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Das Holstentor in Lübeck um 1900. Bildherkunft |
Schon vor dem offiziellen Zusammenschluss gab es – etwa seit dem 11. Jahrhundert – deutsche Kaufmannsgenossenschaften, die im Ausland privilegiert waren. Die erste Genossenschaft dieser Art ist 1157 in London urkundlich belegt. In dieser schlossen sich Kölner Kaufleute zusammen und erwarben ein Grundstück, den Stalhof. Diese Niederlassung war exterritorial. Auf der Insel Gotland entstand die Gemeinschaft der deutschen Gotlandfahrer, in Nowgorod der Peterhof als Konkurrenz zum skandinavischen Gotenhof und die Tyske Brygge in Bergen. Diese Genossenschaften wehrten sich gemeinsam gegen Gefahren und aus ihrer Sicht unberechtigte Ansprüche, zum Beispiel aus dem Grundruhrrecht und dem Strandrecht. Mitglied der Hanse konnte eine Stadt auf dreierlei Weise sein oder werden. Bis zur Mitte des 14.Jh. wuchsen die Städte durch die Teilnahme ihrer Kaufleute am hansischen Handel in die Gemeinschaft hinein. Seit der Mitte des Jh. stellten die Städte förmliche Aufnahme oder Wiederaufnahmeanträge. Einen dritten Weg in die Hanse beschritten, vielfach die kleineren Städte, indem sie sich ohne besondere Formalitäten von einer der größeren Städte aufnehmen ließen. Ein Sonderfall blieb das rheinische Neuß, das 1475 durch kaiserliches Privileg in den Rang einer Hansestadt erhoben wurde. Die Hanseeigenschaft ging verloren durch Nichtbenutzung der Privilegien, durch freiwilligen Austritt aus der Gemeinschaft oder durch den förmlichen Ausschluß einer Stadt (Verhansung), der bei gravierenden Verstößen gegen die Prinzipien und Interessen der Gemeinschaft von der Städteversammlung vorgenommen werden konnte. Zu den Fragen, auf die sich keine eindeutige Antworten geben lassen, gehört auch die Frage, seit wann es die Hanse überhaupt gibt. Es gibt kein Gründungsdatum der Hanse. Sie ist entstanden, gewachsen. Nicht einmal die Zeitgenossen scheinen klare Vorstellungen darüber gehabt zu haben. Als sich der Rat der Stadt Bremen 1418 in einem Streit mit Hamburg an Köln wandte, um eine Abschrift der Gründungsurkunde der Hanse bat, antworteten die Kölner, sie hätten vergeblich nach der geforderten Schrift van der fundatacien der Duytzschen hensze gesucht, würden aber weitersuchen und den Bremern die gewünschte Abschrift schicken, sobald sie fündig geworden seien. Den eigentlichen Beginn der Hanse gibt Philippe Dollinger mit der Neugründung bzw. dem Wiederaufbau Lübecks im Jahre 1159 an. Wichtige Voraussetzung für die Entstehung der Hanse war die Ostkolonisation, die Erschließung des Ostseeraums, die Gründung Lübecks und die Bildung der Gotländischen Genossenschaft.
Hansetag
Der allgemeine Hansetag war das höchste Leitungs- und Beschlussgremium der Hanse. Hansetage fanden je nach Bedarf, gewöhnlich auf Einladung Lübecks, statt, das 1294 als caput et principium omnium (Haupt und Ursprung aller) bezeichnet worden ist und als hovestad der Hanse im 14. und 15. Jh. mehrfach bestätigt wurde. Besondere Rechte gegenüber den Städten der Hanse konnte Lübeck aus dieser Funktion jedoch nicht herleiten. Behandelt wurden auf dem Hansetag alle Fragen, welche das Verhältnis der Kaufleute und Städte untereinander oder die Beziehungen zu den Handelspartnern im Ausland betrafen. Der Idee nach sollten die Beschlüsse für alle Mitglieder verbindlich sein. Aber der Hansetag besaß keine den Städten übergeordnete Zwangsgewalt. Die Verwirklichung der Beschlüsse hing vom guten Willen der Städte ab; allein in ihrem Ermessen lag es, Beschlüsse des Hansetages mitzutragen oder eigene Wege zu gehen. Sie fühlten sich deshalb auch nur gebunden, wenn sich die Beschlüsse mit den eigenen lokalen Interessen deckten, andernfalls verweigerten sie ihre Mitwirkung, z.B. die Weigerung Dortmunds, sich dem 1367 in Köln geschlossenen, für die Geschichte der Hanse so folgenreichen Kriegsbündnis der wendischen, preußischen und einiger niederländischen Städte gegen den dänischen König Waldemar IV. anzuschließen. In einem Schreiben an die in Lübeck versammelten Ratsendboten stellte die Stadt fest, sie habe die Kriege der Seestädte noch nie unterstützt und wolle das auch jetzt nicht tun. Ähnliche Beispiele gibt es zuhauf.
Die Blütezeit
Zwischen etwa 1350 und 1400 stand die Hanse als nordeuropäische Großmacht da. 1356 schloss sich ein unter der Leitung Lübecks stehender lockerer Städtebund offiziell zum Bund van der düdeschen hanse zusammen. Die deutsche Hanse war auch nach dieser offiziellen Gründung eher frei organisiert, hatte keine Verfassung und keine Mitgliederlisten, keine dauerhafte eigenständige Finanzgebarung oder Beamte.
Ihren Kern bildeten etwa 70 Städte, weitere 130 waren locker assoziiert. So dehnte sich der Einflussbereich der Hanse über ein Gebiet aus, das von Flandern bis nach Reval reichte und dabei den gesamten Ostseeraum bis hin zum Finnischen Meerbusen umfasste. Wichtigstes nichtstädtisches Mitglied war der Deutsche Orden.
Die Beschlüsse der Hanse wurden ab 1356 an so genannten Hansetagen mit einfacher Mehrheit gefasst.
Die so erreichte Vormachtstellung der Hanse in Nord- und Ostsee erregte vor allem den Widerstand Dänemarks: 1361 kam es im Ersten Hanse-Dänemark-Krieg zum Kampf gegen den dänischen König Waldemar IV., der die Rechte der Hanse einschränken wollte. Der ursprünglich nur wirtschaftlichen Interessen dienende Bund erhielt durch die gegen die Bedrohung des Dänenkönigs geschlossene Kölner Confederation am 19. November 1367, der die Städte zum Kriegsbündnis mit Schweden und Norwegen gegen Dänemark zusammenschloss, auch hohe politische Bedeutung. Der siegreiche Ausgang dieses Zweiten Hanse-Dänemark-Krieges brachte der Hanse mit dem Frieden von Stralsund 1370 eine ungewöhnliche Machtstellung. Die Königswahl in Dänemark wurde abhängig gemacht von der Zustimmung der Hanse. (Diese Option wurde allerdings von der Hanse nicht wahrgenommen.)
Die Hanse bewährte sich auch im Kampf gegen den Seeräuberbund der Vitalienbrüder, der 1402 mit der Hinrichtung durch Enthauptung ihres Anführers Klaus Störtebeker in Hamburg endete.
Der Versuch des dänischen Königs Erichs VII., Skandinavien aus der Abhängigkeit zu lösen, führte 1420 bis 1435 zu einem neuerlichen Krieg, in dem Dänemark wieder unterlag.
Niedergang der Hanse
Der Machtverlust der Hanse begann mit dem Erstarken der landesherrlichen Territorialgewalten im Ostseeraum, durch die die Städte den Interessen der regierenden Fürsten untergeordnet wurden. Ein anderer, späterer Grund war die Entdeckung Amerikas, die den bisher dominierenden Ostsee-Westsee (Nordsee) Handel nun in überseeische Gebiete ausdehnte. Dabei ging nicht etwa das Handelsvolumen der Hanse im eigentlichen Sinne zurück, wohl entstanden jedoch mächtige Konkurrenten, die die Bedeutung der Hanse für die einzelnen Städte - und Kaufleute - schwächten.Schon 1441 musste die Hanse die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Niederländer anerkennen, nachdem Brügge als wichtigstem Kontor der Hanse mit Antwerpen ein mächtiger Konkurrent erwachsen war und sich die Niederlande zusätzlich mit den Dänen als den "Herren des Sunds" verbündet hatten. Zudem entstand Uneinigkeit zwischen den Städten über den Umgang mit den Niederländern: Während die wendischen Städte durch das Erstarken des holländischen Handels stärker bedroht waren und zu einer unversöhnlichen Politik drängten, konnten der Deutsche Ritterorden, Köln und die livländischen Städte ihren eigenen Interessen entsprechend mit einer konzilianteren Politik besser leben.
Der endgültige Niedergang der Hanse begann 1494 mit der Schließung des Kontors in Nowgorod durch Iwan III.. Mit der Verlagerung des Außenhandels nach Übersee verlor die Hanse, die aufgrund ihrer Monopolstellung nicht viel Notwendigkeit gesehen hatte, sich Neuerungen gegenüber zu öffnen, im 15. und 16. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der Mitgliedsstädte ging immer mehr zurück. 1669 hielten die letzten in der Hanse verbliebenen Städte, Lübeck, Hamburg, Bremen, Danzig, Rostock, Braunschweig, Hildesheim, Osnabrück und Köln den letzten Hansetag in Lübeck ab, wobei die drei erstgenannten den Schutz der im Ausland befindlichen Kontore übernahmen.
1684 forderte Kaiser Leopold die Lübecker Hanse zur Geldhilfe für den Krieg gegen die Türken auf.
Mit Beginn des 17. Jahrhunderts war der stolze und mächtige Städtebund der Hanse nur noch dem Namen nach ein Bündnis. Der Dreißigjährige Krieg, 1618-1648, brachte die völlige Auflösung. Ein Vorschlag Spaniens, eine Hanseatisch-Spanische Compagnie, die den Handel nach den neuen spanischen Kolonien in Mittelamerika betreiben sollte, scheiterte an den protestantisch-katholischen Glaubensgegensätzen. Auf den Hansetagen 1629 und 1641 wurden Hamburg, Bremen und Lübeck beauftragt, das Beste zum Wohle der Hanse zu wahren. Das Kontor in Bergen wurde 1775, der Stahlhof in London 1858 verkauft. Das 1540 von Brügge nach Antwerpen verlegte Kontor im Osterling-Haus ging 1863 in die Hände der belgischen Regierung über. Der Peterhof in Nowgorod war bereits 1494 bei der Eroberung Nowgorods durch Iwan den Schrecklichen zerstört worden.
Organisation
Der Hauptort Lübeck, im Spätmittelalter nach Köln die zweitgrößte Stadt Deutschlands und neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz eine der fünf Herrlichkeiten des Reiches, gemäß Edikt von Kaiser Karl IV. vom 20. Oktober 1375, war Appellationsgericht für alle Hansestädte, die nach eigenem Lübischen Recht zu richten hatten.
Schifffahrt
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Kogge Lisa von Lübeck Bildherkunft |
Die Verbindung von Land und Seeverkehr in einer Organisation war der entscheidende Schritt in die Zukunft, die der Hanse schließlich die monopolartige Vorherrschaft in Handel und Transport auf Nord- und Ostsee bringen sollte. Neue Verkehrwege auf dem Wasser wurden allerdings bis weit ins 14. Jh. von der Hanse nicht erschlossen, man übernahm vielmehr die von Friesen, Sachsen, Engländer und Skandinavier erschlossenen Verkehrswege. Die Handelspartner und Schiffer wurden verdrängt, oft unter dem Anschein fairer Verträge unter gleichberechtigten Partnern. Beispielhaft dafür ist das Privileg Heinrichs des Löwen an die Gotländer von 1161. Als diese sich weigerten, mit den Kaufleuten aus dem gerade wieder gegründeten Lübeck (1159) als Handelspartner zu akzeptieren, vermittelte Heinrich und gestand den Gotländern in seinem Gebiet die gleichen Rechte zu, wie sie die Gotländer den deutschen auf ihrer Insel einräumen sollten. Nun konnten die Kaufleute aus Wisby, die bis dahin den Zwischenhandel auf der Ostsee beherrschten, ihre Waren allenfalls bis Lübeck bringen, der direkte Weg weiter ins Binnenland blieb ihnen versperrt. Ein weiterer Vorteil der Hanseschifffahrt war eine gewisse Rechtssicherheit gegenüber Konkurrenten, ein entwickeltes Seerecht, das Fragen der Befrachtung, der Bemannung, der Verhältnisse an Bord, des Verhaltens im Seenotfall usw. regelte. Die Rechtssicherheit für Hanseschiffe, vor allem im Ausland, war grundlegend für das reibungslose Funktionieren der Verkehrorganisation. Auch Fragen der technischen Schiffssicherheit und der Seefähigkeit der Schiffe wurden sehr ernst genommen, ebenso wie der Schutz der Handelschiffe vor Piraterie. Die Schiffer fuhren deshalb meist im Verband in Fahrtgemeinschaften von zwei und drei Schiffen, und ab 1477 mussten größere Hanseschiffe je 20 Bewaffnete an Bord haben. Gegen Kaperungen schützten diese Maßnahmen jedoch nicht immer.
Kontore
Kontore der Hanse waren in Nowgorod, Bergen, London und Brügge; an ihrer Spitze standen gewählte Oldermänner und Beisitzer. Ihre Aufgabe war es, den Schutz der kaufmännischen Interessen gegenüber den auswärtigen Mächten wahrzunehmen, zugleich aber auch, die Einhaltung der den Kaufleuten zugestandenen Freiheiten durch die Kaufleute selbst zu überwachen, zu deren Befolgung diese sich bei der Aufnahme in die Kontorgemeinschaft eidlich verpflichten mussten. Ferner gab es Statuten, die das Zusammenleben der Kaufleute und Fragen des örtlichen Handels regelten, es gab eine eigene Kasse, es gab ein eigenes Siegel. Aber die Kontore galten nicht als Mitglieder der Hanse.
Hansekaufleute
Der auf sich allein gestellte, das volle Risiko tragende, nur auf eigene Rechnung Handel treibende Kaufmann war in der Hanse des 14. Und 15. Jh. der Ausnahmefall. Der typische Hansekaufmann des späten Mittelalters war Mitglied einer oder mehrerer Handelsgesellschaften. Seit dem 12. Jh. sind die einfache Selschop, eine kurzfristige Gelegenheitsgesellschaft, bei der ein Kaufmann auf die Handelsreise Kapital oder Ware eingibt, Risiko und Gewinn geteilt wurden, und die Sendeve, das Kommissionsgeschäft, bei dem der Gewinn des beauftragten Kaufmanns durch festen Lohn oder einer Provision ersetzt wurde und der Auftraggeber das alleinige Risiko trug. Bei dem am häufigsten vorkommenden Typ der freien Gesellschaft brachten zwei oder mehr Partner Kapital in gleicher oder unterschiedlicher Höhe ein; Gewinnausschüttung und Verlustzuweisung erfolgten je nach Anteil. Es gab neben den aktiven Gesellschaftern, häufig auch mehrere stille Teilhaber. Gewöhnlich blieb die Dauer der Gesellschaft auf wenige Jahre befristet. Gerade die größeren Hansekaufleute mit Handelsbeziehungen zwischen Ost und West waren in mehreren solcher Gesellschaften vertreten, um das Risiko besser zu verteilen. Bei der Wahl der Gesellschaftspartner spielten verwandtschaftliche Beziehungen immer eine große Rolle.
Treuhänder und Erben
Wo immer die Hanse als Bezugspunkt städtischer Traditionen beschworen wird, gelten die Hanseaten als weltoffen, urban, nüchtern und zuverlässig, aristokratisch-reserviert und steif. Lübeck, Hamburg und Bremen werden mit solchen Klischees gern verbunden. Die Städte nahmen den Begriff Hansestadt allerdings erst im 19. Jh. in ihren Staatstitel auf - über eineinhalb Jahrhunderte nachdem die Hanse bereits erloschen war.
Hansaplatz und Hansaport
Die Hanse wird den positiven Erscheinungen der Geschichte zugerechnet. Wo immer eine Stadt einst der Hanse angehört hat, scheint dies ihr Ansehen zu heben, und lässt sich damit werben. Plätze, Straßen und Bauten erinnern daran: Hansaplatz, Hansastraße, Hanseatenweg, Hansahof, Hanse-Viertel, Hansaport um nur Beispiele aus Hamburg und Lübeck anzuführen. Zahlreiche öffentliche und private Bauten und Firmen beschwören vermeintliche Hansetradition und führen Bezeichnungen wie Hanse, Hansa, hanseatisch oder hansisch zum Bestandteil ihres Namens. Das weist oft auf ihren Sitz oder ihre Zuständigkeit hin, etwa im Fall des Hanseatischen Oberlandesgerichts, Hanseatischen Versicherungsanstalt von 1891, oder Deutsche Lufthansa. Zumeist dient es jedoch als eine Art Gütesiegel.
Neue Hanse
1980 wurde in Zwolle die „neue Hanse“ als Lebens- und Kulturgemeinschaft der Städte über die Grenzen hinweg gegründet. Ihr Ziel ist neben der Förderung des Handels auch die Förderung des Tourismus.
- siehe auch: Deutsche Marine (Geschichte)
Seit den 1980er Jahren werden wieder Hansetage der Neuzeit in ehemaligen Hansestädten abgehalten. Allerdings steht dabei vor allem die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit von Kommunen auf der Tagesordnung. Besonders auf eine Einbindung der zuvor im Ostblock gelegenen Hansestädte wird viel Wert gelegt.
Auf dem Hansetag in Stade 1994 beschlossen die damals rd. 100 Hansestädte aus 10 Ländern (Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Schweden, Polen, Rußland und Deutschland) als gemeinsames Projekt im Rahmen einer Solidaritätsaktion aller Hansestädte, die St. Nikolaus-Kathedrale im Hansehof von Nowgorod zu restaurieren. Die Federführung in dieser Angelegenheit haben die Städte Visby (S) und Bergen (N) übernommen. Insgesamt werden rd. 750.000 € von Deutschland, Holland, Belgien, Norwegen, Schweden, Finnland und den Baltischen Staaten aufzubringen sein. Die Arbeiten haben im Sommer 1994 begonnen.
Bedeutung
Die mittelniederdeutsche Sprache der Hanse, die eine Lingua franca des Mittelalters war, beeinflusste die Entwicklung der skandinavischen Sprachen deutlich.
Ziel der Hanse war neben dem Schutz der Kaufleute die Sicherung von Handelsvorteilen, die sie sich vor allem durch den Verhansung genannten Boykott eines Hafens oder Landes zu verschaffen wusste. Die Dokumente der Hanse bezeugen auch, dass der Schutz vor Piraten und Räubern auf dem Land ein wichtiges Anliegen der Hanse war.
Berühmte Schiffe
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Ein Hansekoggen. Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurden die Koggen mehr und mehr vom ähnlichen Holk, danach vom Kraweel abgelöst. Bildherkunft |
- Peter von Danzig (Danzig)
- Bunte Kuh (Hamburg)
- Adler von Lübeck
- Löwe von Lübeck
Siehe auch
- Hansestadt
- Hansekogge
- Deutsche Marine (Geschichte)
- Wirtschaftliche Faktoren vom Mittelalter bis zur europäischen Neuzeit
- Freie Reichsstadt
Literatur
- Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse — Lebenswirklichkeit und Mythos, 2 Bde., Hamburg 1989. Katalog der Ausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte in Hamburg 24. August-24. November 1989. Teils hochinformativ.
- Philippe Dollinger: Die Hanse, 5. Auflage, Stuttgart 1998. Mit Abstand die beste Gesamtdarstellung.
Weblinks
- Überblicksportal.
- Hansebund der Neuzeit
- Der Hansetag – Kommunikationsforum und Beschlussorgan
- Die deutsche Hanse -- Netzwerk für Wissensweitergabe
- -- Westfälischer Hansebund
- Anfänge der Hanse
nds:Hanse
Diskussion der Autoren über den Artikel: Hanse
Gibt es eine Quelle für das "Hänseln"-Einsprengsel? Bin spontan etwas skeptisch.
Ich bin auch skeptisch wenn gesagt wird, dass auf einer Kogge "1000 (eintausend) Mann Platz fanden". CFL
Beim Thema Skepsis: ich bin skeptisch, dass das Bild den Hamburger Baumwall um 1500 zeigt. Die englische Quelle nennt 1241. Auch sieht es nicht so sehr nach Hamburg aus, die Klippen würde ich eher an der Ostseeküste unterbringen. Weiß jemand näheres? --Okrumnow 18:29, 5. Mär 2004 (CET)
Ein kleines Problem habe ich bei den Vitalienbrüdern und zwar die wiedersprüchlichen Daten über die hinrichtung Störtebeckers & Michels. Im Fall Störtebcker wird immer der 21.Oktober genannt, aber mal anno 1400, ´01 oder ´02 !?! Michels Tod wird auf "ein Jahr später" datiert. Hakunah 09:29, 24. Jan 2005 (CET)
Ich vesuche mal, die Struktur des Beitrags zu verbessern: Zuerst eine seitenlnage Bezugnahme auf die Geschichte der Hanse, dann Inhaltsverzeichnis usw. .. -- Robodoc Robodoc 19:04, 27. Feb 2005 (CET)
Ich finde diesen Artikel ganz toll! Er kann vielleicht noch weiter ausgebaut werden, ist aber jetzt schon außerordentlich interessant. Zum Verb "hänseln" kann ich sagen, dass die Etymologie zu stimmen scheint. "Hänseln" soll ein Diminitivum zu "hansen" sein (und bezieht sich auf Initiationsriten, die vornehmlich bei Seeleuten vorgenommen wurden,wenn sie einen Ort zum ersten Mal besuchten bzw. auf der Seefahrt passierten, also so etwas wie die Äquator-Taufe). Vielleicht sollte diese Information aber woanders im Artikel stehen als sie es jetzt tut. Ich habe das Wort in mehreren Internet-Enzykopädien kontrolliert, verfüge zu Hause leider nicht über einen "Kluge".--Elchjagd 13:33, 20. Mär 2005 (CET)
Grundlegende Kritik
An diesem Artikel muß noch sehr viel gemacht werden.1.: Dafür, daß die Hanse ein so bedeutendes historisches Themengebiet darstellt, kommt der Geschichtsteil viel zu kurz. Dafür kann man die Auflistung der Hansestädte weglassen, sie stört das Gesamtbild und ein Verweis auf Hansestädte reicht völlig aus.
2.: Überhaupt ist die ganze Gliederung schwach. Die Geschichte der Hanse in einen Abschnitt zu quetschen, während der nächste gerade mal drei Sätze umfaßt, der dritte zwei Punkte und der letzte eine elend lange Liste, stellt eine ziemliche Schieflage dar.
3.: Schließlich gibt es auch viele inhaltliche Schwächen, Auslassungen, Ungenauigkeiten etc. Ich werde mich demnächst mal damit befassen - nicht wundern, wenn der Artikel dann ganz anders aussieht;-).
@Hakunah: 1402 ist veraltete Forschungsmeinung. 1401 wird heutzutage am häufigsten genannt, während nicht zuletzt Matthias Puhle überzeugende Argumente dafür vorgelegt hat, daß Gefangennahme und Hinrichtung Störtebekers noch 1400 stattgefunden haben könnten. Grund für dieses Wirrwarr ist wohl die nicht eindeutige Form mittelalterlicher Chroniken ("Im folgenden Jahr passierte dasunddas... Ein Jahr später diesundjenes..." usw.). Gruß, --Lord Flashheart 12:17, 18. Aug 2005 (CEST)
Hansestädte
Wie heute z.b Hansestadt Bremen
Gründung der Hanse
Ich habe Probleme mit der Behauptung, man könne nicht feststellen, wann die Hansezeit begonnen habe. Sicher ist eine Datierung nicht vorschnell vorzunehmen und es gibt auch meist verschiedene Ansichten über den Beginn bzw. das Ende von etwas, aber eine Möglichkeit, den Beginn der Hanse zu datieren, wäre z.B. der Vergleich Heinrichs des Löwen aus dem Jahre 1161 mit den Gotländern, in dem er diesen gleichen Rechtsschutz wie seinen Kaufleuten versichert, sofern die Versicherung auf voller Gegenseitigkeit beruhe. Vgl.: MGH, C 3, Bd. 1, Nr. 48. Wie gesagt, nur ein Vorschlag... Aber diese Urkunde bietet einige solide Anhaltspunkte für die Geburt der Hanse, auch wenn das Kind noch nicht beim Namen genannt wird.
Peterhof
Der Peterhof bei St.Petersburg auf den hier gelinkt wird kann ja nicht gemeint sein. Hat(te) Nowgorod einen eigenen Peterhof oder hieß der anders? --Fristu Fristu 21:10, 6. Dez 2005 (CET)- Vielleicht guckst Du mal bei Nowgorod, dann hatten die einen Eigenen.--Kresspahl 21:16, 6. Dez 2005 (CET)




