Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim

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Der Artikel Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim gehört zur Kategorie: Justizvollzugsanstalt (Deutschland), Bauwerk in Stuttgart, RAF
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Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim
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Das Gefängnis in Stuttgart-Stammheim ist weit über die Grenzen der Stadt Stuttgart hinaus bekannt.

Die Justizvollzugsanstalt wurde 1963 nach den damals modernsten Erkenntnissen der Sicherheit erbaut und liegt im Stadtteil Stammheim, dem nördlichsten Stadtbezirk der Landeshauptstadt.

Eigens für die Prozesse gegen einige Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) wurde 1975 neben dem Gelände der Haftanstalt eine gepanzerte Mehrzweckhalle erbaut. Zum Schutze vor Befreiungsversuchen mit Hubschraubern wurde diese Halle, ebenso wie der Hofgang, großflächig mit Stahlnetzen überspannt.

Nachdem sich Ulrike Meinhof bereits am 9. Mai 1976 erhängt hatte kamen am 18. Oktober 1977 im Hochsicherheitstrakt drei weiter Mitglieder der Roten Armee Fraktion durch Schussverletzungen zu Tode: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Allgemein wird heute angenommen, dass es sich um Selbsttötungen handelte. Einige Kritiker sind der Meinung, dass Mord bzw. Totschlag die Todesursachen gewesen seien, weil sie u.a. bezweifeln, dass in einer Strafanstalt Gefangene - insbesondere solche, die einen Status wie die Mitglieder der RAF hatten - unbemerkt über Schusswaffen hätten verfügen können und außerdem die Untersuchungen der Todesumstände von Widersprüchen und Justizfehlern überschattet gewesen seien. Das vierte inhaftierte Mitglied der Gruppe, Irmgard Möller, überlebte eine Stichverletzung in die Brust, mit der sie in ihrer Zelle aufgefunden wurde. Sie bestreitet bis heute die offizielle Version eines kollektiven Suizids.

Voran gegangen war diesen Ereignissen ein gescheiterter Freipressungsversuch. Durch die Entführung des Industriellen Hanns-Martin Schleyer durch ein RAF-Kommando und die Entführung einer Lufthansa-Maschine durch ein palästinensisches Kommando sollte die Freilassung der Stammheimer Gefangenen erzwungen werden. Die Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt weigerte sich, die Gefangenen gegen Schleyer und die festgehaltenen Urlauber in ihrem Flugzeug auszutauschen. Die Maschine wurde in der somalischen Hauptstadt Mogadischu durch ein GSG 9-Kommando des Bundesgrenzschutzes gestürmt (Operation Feuerzauber), drei der vier palästinensischen Entführer wurden getötet. Schleyer wurde wenige Tage später von seinen Entführern erschossen.

Heute (2004) sitzen rund 830 Häftlinge in der Stammheimer JVA ein.

siehe auch Isolationshaft

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Literatur

  • Tatjana Botzat, Elisabeth Kiderlen und Frank Wolff: Ein deutscher Herbst. Zustände 1977. ISBN 3801503151
  • Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex. Hamburg Hoffmann und Campe 1987 ISBN 3-455-08253-X
  • Kurt Oesterle: Stammheim, München 2005, ISBN 3453620070. Bericht eines in Stammheim eingesetzten Justizbeamten über die RAF-Häftlinge

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Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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