Knochenbruch

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Der Artikel Knochenbruch gehört zur Kategorie: Unfallchirurgie
Ein Knochenbruch, fachsprachlich Fraktur, ist eine Verletzung des Skeletts.

Bei der Heilung wächst der Knochen wieder zusammen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich die beiden Teile in richtiger Stellung zueinander befinden. Eine Ruhigstellung erfolgt konservativ, mit Hilfe eines Gipsverbandes oder einer Schiene oder operativ als Osteosynthese z. B. mit Hilfe eines Marknagels oder einer Verplattung. Werden die Knochenenden nicht ruhiggestellt, kann die Heilung ausbleiben und es kommt zur Pseudarthrose, einem sogenannten Falschgelenk.

Abbildung
Röntgenbild einer Fersentrümmerfraktur mit Verplattung
Bildherkunft

Erkennen

Sichere Frakturzeichen sind aus der Wunde ragende Fragmente, Achsenfehlstellungen (zB: Fuß zeigt in die falsche Richtung), abnorme Beweglichkeit oder Knirschen der Bruchstelle (sog. Krepitation).

Unsichere Frakturzeichen sind Schmerz, Schwellung, ein Bluterguß (Hämatom) oder eine eingeschränkte Beweglichkeit. In diesem Fall sollte sofort ein Krankenhaus oder ein Arzt mit Röntgenausstattung aufgesucht werden, da eine Fraktur nicht ohne Röntgenuntersuchung festgestellt oder ausgeschlossen werden kann.

Einteilung

Offener Bruch

Ein offener Bruch liegt vor, wenn Teile des Knochens aus der Haut heraus treten. Das kann, je nach Schweregrad der Verletzung, bis zur traumatischem Amputation, (sprich: verletzungsbedingtem Gliedmaßenverlust) reichen.

Frakturtypen mit entsprechender Gewalteinwirkung

Abbildung
Hüftgelenk, Bruch des Oberschenkelhalses
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Man unterscheidet nach den verschiedenen Unfallmechanismen bei vollständigen Frakturen (unvollständige Aufzählung):

  • Abscherfraktur, durch tangential einwirkende Kräfte wird ein Stück des Knochens abgespalten. Das kommt im gelenknahen Bereich vor.
  • Abrissfraktur. Oft ist die Verbindung zwischen dem Bandapparat und dem Knochen stabiler als der Knochen selber. Der Bandansatz reißt dann zusammen mit einem Stück Knochen von der Unterlage ab.
  • Biegungsfraktur: Meist kommt es zum Aussprengen eines Biegungskeiles aus dem Knochenschaft.
  • Torsionsfraktur: Häufig beim Skilaufen. Die Bruchenden sind spiralig geformt.
  • Kompressionsfraktur: An der Wirbelsäule wird die axiale Belastbarkeit eines Wirbelkörpers überschritten, der vorwiegend spongiöse Knochen sackt in sich zusammen. Das sieht man oft bei älteren Menschen.
  • Berstungsfraktur: Wird die axiale Belastbarkeit eines Wirbelkörpers beim jüngeren Menschen überschritten, zerplatzt oder "birst" der Wirbelkörper in mehrere Stücke. Das kann dann häufig das Rückenmark schädigen und zu einer Querschnittssymptomatik führen.
  • Trümmerfraktur: Die Bruchenden sind nicht glatt, sondern in einzelne Stücken zerbröckelt.
  • Defektfraktur: Der Unfall bewirkt, daß ein Teil der Spongiosa zusammengequetscht wird. Wird bei der operativen Knochenbruchbehandlung versucht, die Bruchstücke wieder zusammenzusetzen, fehllt ein Teil.
  • Stressfraktur (= Ermüdungsfraktur): Ungewohnte Anstrengungen ermüden nicht nur die Muskulatur, sondern können auch am Knochen eine Materialermüdung bewirken. Ohne wesentliche Gewalteinwirkung zerbricht dann ein Knochen, zum Beispiel nach einem längeren, ungewohnten Marsch ein oder mehrere Mittelfußknochen, die "Schipperfraktur", bei der Dornfortsätze der Brustwirbelsäule abbrechen, ist auch hier einzuordnen.
  • Refraktur: Ist ein Knochenbruch noch nicht vollständig verheilt, kann er auch ohne schwere Gewalteinwirkung wieder brechen. Die Bruchheilung wird dann deutlich schlechter vonstatten gehen.

Frakturen ohne entsprechende Gewalteinwirkung

  • pathologische Fraktur. Damit sind Knochenbrüche gemeint, die durch krankhafte Veränderungen des Knochens zustande gekommen sind. In der Vorgeschichte sind keine Unfallereignisse zu finden, die den Bruch erklären könnten. Im Wesentlichen lassen sich zwei Ursachen grob unterscheiden: Entweder ist die Knochensubstanz durch eine Erkrankung allgemein verändert, das tritt zum Beispiel bei der Osteoporose auf. Oder eine Metastase oder ein anderer Knochentumor hat den Knochen an der Bruchstelle zerfressen.

Unvollständige Frakturen

  • Biegungsfraktur
  • Torusfraktur (= Wulstfraktur)
  • Grünholzfraktur

Während bei Erwachsenen durch die starke Mineraleinlagerung vor allem vollständige Brüche zu beobachten sind, treten bei Kindern auch unvollständige Brüche auf. Bekanntestes Beispiel ist die Grünholzfraktur, bei der nur die Kortikalis (Rindenschicht) verletzt wird, während das Periost (Knochenhaut) intakt bleibt. Der Knochen knickt wie ein frischer Ast, ohne tatsächlich zu zerbrechen. Der Grünholzbruch bereitet an zwei Stellen Schwierigkeiten: Einerseits fehlt das normalerweise auftretende Hämatom, wodurch so ein Bruch oft nicht wahrgenommen wird, und andererseits kann die Form des Knochens dadurch dauerhaft verändert werden, das hat spätere Störungen der Gelenkfunktion zur Folge. Es kommt recht häufig vor, daß Erwachsene über belastungsabhängige Schmerzen an einem Handgelenk klagen. Die nähere Diagnostik zeigt dann einen Zustand nach dem typischen Bruch der Speiche mit resultierender Fehlstellung der sogenannten Tragplatte. Auch auf näheres Befragen hin kann dann keine Verletzung angegeben werden.

Weitere Beispiele sind die Wulstfraktur, bei der die Spongiosa (Knochenbälkchen im Inneren des Knochens) eingestaucht wird und der Biegungsbruch, bei dem der gesamte Knochen sich verbiegt. Diese Verletzungsmechanismen setzen eine relativ zähe, wenig spröde Knochensubstanz voraus, wie sie nur bei jungen bzw. sehr jungen Leuten vorkommt.

Knochenheilung

Wird ein Knochen verletzt, tritt aus der Bruchfläche Blut aus. Das kann recht viel sein, bei einem Oberarmkopf gut ein Liter, an einem Schenkelhals gehen auch bis zu zwei Litern Blut verloren. Das Blut gerinnt, eine bindegewebige Narbe bildet sich, in die zunächst ungerichtet Knochenzellen einspriessen. Allmählich bildet sich eine Art Manschette aus Bindegewebe und Knochenmaterial, der Kallus. Die Bruchzone wird damit überbrückt, die Verbindung zwischen den Bruchenden wird allmählich wieder stabil.

Dieser Ablauf muß natürlich nicht auf jeden Fall ungestört und regelrecht vonstatten gehen. Wird der betroffene Arm, das betroffenen Bein nicht korrekt ruhiggestellt, hört die Bruchzone nicht auf zu wackeln. Es kann sich ein Falschgelenk, eine Pseudarthrose bilden. Der Zug der Muskulatur kann die Bruchenden verschieben, dadurch kann sich das Bein oder der Arm verkürzen, die Richtung der Fragmente zueinander kann abweichen, es resultieren Fehlstellungen oder Achsabweichungen. Vor Allem die benachbarten Gelenke werden dann später in ihrer Funktion gestört und arthrosegefährdet. Zusammenfassend wird das eine Defektheilung genannt.

Behandlung

Der Körper ist im Stande Knochenbrüche, selbstständig auszuheilen, jedoch muss bei instabilen Frakturen medizinisch interveniert werden. Dies erfolgt nach dem Grundsatz: Reposition, Retention, Rehabilitation.

  • Reposition: Hier werden die Fragmente der Fraktur - meist unter Betäubung oder Narkose - wieder in die richtige Position gebracht, so dass eine funktionsgerechte Stellung erreicht wird.

  • Retention: Ruhigstellung und Fixierung der Fragmente. Wie das zu machen ist, muß jeweils unter genauer Betrachtung der Verletzung, aber auch des betroffenen Patienten entschieden werden. Um ein Beispiel zu nennen: Bei älteren Leuten ist das Risiko eine langen Immobilisation ausgesprochen hoch. Hier wird, unter dem Ziel der möglichst frühen Remobilisation, ein nicht optimales Ergebnis der Behandlung in Kauf genommen. Die bekannteste Methode der Ruhigstellung ist der Gipsverband. Angelegt wird dieser meist bei unkomplizierten Brüchen. Der Nachteil dieser Methode ist der lange Funktionsverlust der geschädigten Extremität, was zu Muskel- und Knochenrückbildung (Atrophie) bei langer Schonzeit führt. Um dies zu verhindern und möglichst frühzeitig wieder mit der Rehabilitation beginnen zu können, entscheidet man sich für die Osteosynthese (Operation). Der Vorteil dieser Methode liegt in der exakteren Wiederherstellung der Anatomie und der besseren Fixierung der Fragmente durch Nägel oder Platten. Für ältere Patienten ist dies meist die einzige Möglichkeit, ihre vorherige Selbstständigkeit nicht auf lange Zeit oder vielleicht für immer zu verlieren. Nachteil der Operation ist die nie ganz ungefährliche Narkose und das immer bei offenen Operationen vorhandene Infektionsrisiko. Bei jeder Verletzung der unteren Extremitäten besteht ein Thromboserisiko, ob hier nun operativ oder konservativ behandelt wurde.

  • Rehabilitation: Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Funktion. Überwacht wird das von einem Therapeuten, der durch spezielle Gymnastik dafür sorgt daß sich die Muskulatur wieder aufbaut.

Erste Hilfe

Maßnahmen

Der Knochenbruch wird durch den Ersthelfer nicht eingerenkt oder gerichtet. Der Verunglückte ist so wenig wie möglich zu bewegen oder zu transportieren. Man lagert den Verunglückten ruhig und fixiert mit den Dreiecktüchern aus den Verbandkasten wenn nötig die Bruchstelle.

Offene Brüche mit einer blutenden Wunde werden immer zunächst mit einer keimarmen, nicht flusenden Wundauflage abgedeckt. Sollte die Blutung dadurch nicht gestoppt werden können, kann man versuchen, die Arterie, die Blut zur Wunde transportiert, abzudrücken. Ältere Lehrmeinungen lassen das Gliedmaß abbinden, was aber umstritten ist. Dieses Abbinden wird immer noch in Rotkreuz- Kursen, etwa für den Führerschein, gelehrt. Oft hat diese Aktion aber nur den Effekt, daß das verletzte Bein, der Arm gestaut wird und die Blutung dadurch erst richtig in Gang kommt. Sinnvoller ist es, die Wunde keimfrei abzudecken, eventuell einen Druckverband anlegen, die verletzte Extremität so ruhig wie möglich zu lagern und den Rest den Ärzten im Krankenhaus zu überlassen. Bei einer derart großen Verletzung wird reflektorisch der Blutdruck extrem niedrig, also kommt nahezu jede Blutung zum Stehen.

Falls man abbindet, ist der Zeitpunkt des Abbindens unbedingt dem Notarzt mitzuteilen. O- Ton in einem Rotkreuz- Kurs: Mit Blut die Uhrzeit auf den Verband schreiben. Wahrscheinlich wurde das schon in Stalingrad so gehandhabt.

Weitere Versorgung

Nach der ruhigen Lagerung wird mit den weiteren Maßnahmen zur Versorgung des Patienten fortgefahren, wichtig ist dabei

Siehe auch

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Knochenbruch


Fahrlässigkeit

Juristische Aussagen ohne konkrete Belegung wirken unseriös: "Allerdings gab es schon Gerichtsurteile, die dem Ersthelfenden der Fahrlässigkeit für schuldig befanden, weil er abgebunden hat."Ersthelfer können lediglich für grobe Fahrlässigkeit bestraft werden, ein solches Urteil mit Strafe wegen Abbindens konnte ich leider nirgends finden. Daher würde ich diese Passage streichen.

Dafür (es zu entfernen). Finde es ungeschickt beherzte Ersthelfer abzuschrecken, zumal keine Quelle angegeben wird. Ebenso sollten meines Erachtens sehr starke Fehlstellungen, wenn nicht durch Laien, so doch durch Rettungshelfer, Sanitäter und erst recht Notärzte grob reponiert werden, um nicht die Durchblutung der betroffenen Extremität zu gefährden. Sjoehest 22:23, 27. Jun 2005 (CEST)

wech damit, das ist juristischer Unfug; er kann nur belangt werden wenn er es besser hätte wissen müssen. darum hab ichs rausgehauen. Auserdem ist das hier kein Lehrbuch sondern eine enzy...., allgemine Dinge zur ersten Hilfe hab ich raus genommen. greetz VanGore 13:47, 29. Okt 2005 (CEST)

Wie heilt der Körper

Wie heilt der Körper den Bruch? Hab das mal bei Galileo gesehen, aber ich weiß das natürlich nicht mehr. Medizinstudenten an die Front!

Bin zwar kein Studi mehr, hab´ aber was dazu geschrieben.--Scuba-limp 19:29, 30. Okt 2005 (CET)

Erste Hilfe

Hai hier in meinen Augen nicht soviel zu suchen, sollte eher in einem eigenen Lemma behandelt werden. Zu Knochenbruch werde ich noch ein Bisschen schreiben--Scuba-limp 00:58, 29. Okt 2005 (CEST)

I´m on it!--Scuba-limp 08:49, 30. Okt 2005 (CET)

ÜA

Die Einteilung ist mir nicht ganz klar, vor allem die Abgrenzung zwischen Offenen und dem Normalen Bruch. greetz VanGore 13:47, 29. Okt 2005 (CEST)

Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Knochenbruch und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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