Lateinisches Alphabet

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Das lateinische Alphabet wurde von der lateinischen Sprache auf viele romanische, germanische, slawische, finno-ugrische und weitere Sprachen übertragen und ist das am weitesten verbreitete Alphabet der Welt. Das lateinische Alphabet wird vorwiegend in christlichen Ländern verwendet.

Das lateinische Alphabet wurde, über Vermittlung der Etrusker, aus dem westgriechischen Alphabet entlehnt. Es bestand ursprünglich aus 20 Buchstaben: A B C D E F H I K L M N O P Q R S T V X.

Anfangs wurde C für den stimmlosen (/k/) und den stimmhaften (/g/) Velar verwendet. Das zeigen noch die Abkürzungen C. für Gaius und Cn. für Gnaeus und inschriftliche Formen wie CRATIA. Später wurde durch Hinzusetzen eines diakritischen Striches unterschieden: C = /k/, G = /g/.

In augusteischer Zeit wurden zur Wiedergabe griechischer Fremdwörter und Eigennamen die Buchstaben Y und Z eingeführt: ζώνη zona (Gürtel, Zone), κύκλος cyclus (Kreis, Zyklus).

Die Römer verwendeten die Buchstaben I und V sowohl als Vokal ([i] bzw. [u]), als auch als Halbvokal/Konsonant ([j] bzw. [v], Lautwert etwa wie das W in engl. water). Erst im Mittelalter wurde dies auch in der Schrift durch die Buchstaben J und U unterschieden. Noch jünger ist der aus einer Ligatur von zwei V entstandene Buchstabe W (daher sein englischer Name "double u").

Damit war jenes Alphabet, das man heute unter dem Begriff lateinisches Alphabet versteht, komplett. Es besteht aus folgenden 26 Buchstaben:

A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z.
a, b, c, d, e, f, g, h, i, j, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, v, w, x, y, z.

Im Deutschen Alphabet kommen noch die Buchstaben Ä ä, Ö ö und Ü ü, sowie - außer in der Schweiz und Liechtenstein - der Kleinbuchstabe ß hinzu.

Eine Umschrift anderer Alphabete in das lateinische Alphabet nennt man Latinisierung.

Die Römer kannten nur Großbuchstaben (Majuskel). Erst in der Spätantike und im Frühmittelalter entstanden die Kleinbuchstaben (Minuskel, Gemeine).

Diakriten, Ligaturen, Variationen

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Besonders im Mittelalter wurden viele häufige Präfixe, Suffixe und sogar Stämme mit Ligaturen abgekürzt.
Bildherkunft

In zahlreichen Sprachen wurde das lateinische Alphabet um diakritische Zeichen ergänzt (z.B. å, é, ï, ò, û), um weitere sprachspezifische Laute darstellen zu können. Am extremsten geht dabei das Vietnamesische vor, das wie das Türkische erst spät ein neues Alphabet erhielt.

Daneben wurden Buchstabenkombinationen entwickelt (wie ch, sch, th, ng, sz), aus denen im Laufe der Zeit auch Ligaturen werden konnten, die später dann oft zu selbständigen Buchstaben wurden (wie W aus VV im Spätlateinischen, Englischen, Deutschen und Polnischen, æ aus a und e im Dänischen, Norwegischen und Isländischen oder ß aus langem s (ſ) und rundem s (s) bzw. im Deutschen zusätzlich aus ſ und z).

Außerdem entstanden neue Buchstaben, indem Buchstaben in ihrer Form differenziert wurden. Aus ursprünglichen Varianten (Allografen) eines Buchstabens wurden eigenständige Buchstaben (im klassischen Latein schon G in Unterscheidung zu C, im späteren Latein j neben i und u neben v).

Darüber hinaus wurde das lateinische Alphabet auch durch Buchstaben aus anderen Alphabeten ergänzt (zu Zeiten des klassischen Lateins gelangten so Y und Z aus dem Griechischen ans Ende des lateinischen Alphabets, im Isländischen wurden der Buchstabe Þ (Thorn) aus dem Runenalphabet übernommen).

Siehe auch: Liste lateinisch-basierter Alphabete, Beghilos

Aussprache

Die Aussprache der einzelnen Buchstaben hat sich schon innerhalb des römischen Reiches gewandelt (Lautverschiebung) und unterscheidet sich auch heute mehr oder weniger von einer Sprache zur anderen. Auch das internationale phonetische Alphabet(IPA) basiert zum Großteil auf dem lateinischen Alphabet (wobei eine Variante des lateinischen Alphabets, das pannigerianische Alphabet, wiederum Zeichen aus dem IPA übernommen hat).

Literatur

  • Carl Faulmann: Das Buch der Schrift, enthaltend die Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten und aller Völker des Erdkreises (1878, aktuell in Nachdrucken erhältlich)
  • Harald Haarmann: Geschichte der Schrift. C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47998-7
  • Harald Haarmann: Universalgeschichte der Schrift. Campus Verlag, Frankfurt/Main; New York 1990, ISBN 3-593-34346-0
  • Hans Jensen: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart. 1987(Reprint). ISBN 3326002327

Weblinks

Unicode Code Charts (PDF):

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Lateinisches Alphabet


Font

Weiß jemand, welcher Font für die mittelalterlichen Abkürzungen verwendet wurde? Liebe Grüße, User:Marathi Tut mir leid weiß ich leider auch nicht.

Einführung in Deutschland?

Weiß jemand genaueres, wann und unter welchen Umständen das lateinische Alphabet in Deutschland als Schulschrift eingeführt wurde? Ich glaube mich dunkel zu errinnern, dass es in den 1930er Jahren war. -- xorx*xorx 13:00, 6. Dez 2005 (CET)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Lateinisches Alphabet und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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