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Der Artikel Leopold und Loeb gehört zur Kategorie: US-Amerikaner, Mörder
Nathan Leopold (links) und Richard Loeb (Mitte) nach ihrer Verhaftung
Das Verbrechen
Die beiden 19-Jährigen planten eine Entführung mit anschließendem Mord. Sie hielten sich für so gerissen, angesehen und talentiert, dass sie keine Strafe fürchteten. Am 21. Mai 1924 setzten sie ihren Plan in die Tat um: Sie lockten Bobby Franks, einen entfernten Verwandten von Loeb, in ihr Auto. Dort schlug ihn Loeb mit einem Meißel nieder und erstickte ihn anschließend. Nachdem die Täter die Leiche außerhalb Chicagos deponiert hatten, erhielt die Familie des Opfers eine Lösegeldforderung in Höhe von 10.000 Dollar. Damit erschien eine Entführung plausibel.
Doch bevor die Familie das Lösegeld auftreiben konnte, fanden Eisenbahnarbeiter die Leiche. Den Ermittlern war sofort klar, dass es sich um kein einfaches Kidnapping handeln konnte. Ein Entführer hätte keinen Grund gehabt, Bobby Franks zu töten.
Eine Brille, die neben dem Körper gefunden wurde, führte schließlich auf die Spur von Nathan Leopold. Der Brief mit der Lösegeldforderung war auf einer Schreibmaschine getippt worden, die dieser zusammen mit einigen Studienkollegen genutzt hatte. Während des Verhörs fielen die Alibis der Täter in sich zusammen. Beide gestanden das Verbrechen und bezichtigten jeweils den anderen des Mordes an Bobby Franks.
Ihre Planung hatte sich über Monate erstreckt und enthielt auch einen Weg, um an das Lösegeld zu kommen, ohne erwischt zu werden. Allerdings rechneten sie nicht damit, dass die Leiche vor dem Erhalt des Lösegelds entdeckt werden würde.
Doch das Geld war nicht ihr Hauptmotiv; Ihre Familien versorgten sie mit allem was sie brauchten. Vielmehr gaben beide zu, den mit einer solchen Tat einhergehenden Nervenkitzel gesucht zu haben. Selbst im Gefängnis erregten Leopold und Loeb die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, indem sie die Reporter mit sämtlichen schockierenden Details ihres Verbrechens versorgten.
Die Folgen und das Verfahren
Die Öffentlichkeit war außer sich vor Wut. In der jüdischen Gemeinde hatte sich niemand vorstellen können, dass solch herausragende Beispiele für Erfolg ein derartiges Verbrechen begehen könnten. Die Familien beider Täter waren wohlhabend und nahezu jeder junge Student an der University of Chicago hatte damals eine gesicherte Zukunft vor sich. Es gab also absolut keinen Grund, zum Verbrecher zu werden.
Antisemitische Politiker wie Gene Scott nutzten diesen Fall in ihrer Propaganda, obwohl keiner der Angeklagten praktizierender Jude war. Bei Loebs Mutter handelte es sich sogar um eine Katholikin (die damit ihre Kinder vom jüdischen Weg abbrachte) und Leopold hatte oft vor und während des Prozesses seinen Atheismus betont. Meyer Levin merkte an, dass "der ebenfalls jüdische Glaube des Opfers eine Erleichterung war" und traf damit die Meinung vieler jüdischer Gemeindemitglieder.
Die Familie von Loeb engagierte den 67jährigen Anwalt Clarence Darrow als Verteidiger, einen erbitterten Gegner der Todesstrafe. Obwohl jeder erwartete, dass er auf Freispruch wegen Wahnsinns plädieren würde, bekannten sich beide Angeklagte als schuldig. Dadurch vermied er ein Urteil durch eine Jury, die wegen der aufgeheizten öffentlichen Meinung sicherlich die Todesstrafe gefordert hätte. Stattdessen konnte er vor einem einzelnen Richter argumentieren und damit die Leben seiner Klienten retten.
Darrow hielt eine zweistündige Rede, die berechtigterweise als seine beste gilt. Es könnte sogar sein, dass er den Fall als Gelegenheit nutzte, um eine solche Rede zu halten. Damit konnte er den Abdruck seiner starken Argumente gegen die Todesstrafe durch Zeitungen aus aller Welt sicherstellen. Und wenn er zeigen könnte, dass selbst solch grausame Mörder nicht hingerichtet werden sollten, würden vielleicht andere Todesurteile schwerer durchzusetzen sein.
Am Ende verurteilte der Richter Leopold und Loeb zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe für den Mord und zu 99 Jahren Gefängnis für das Kidnapping.
Im Gefängnis nutzten die beiden ihre Bildung zu ihren Gunsten, indem sie anderen Häftlingen Unterricht gaben. Aber Anfang 1936 wurde Loeb, im Alter von 32 Jahren, von seinem Zellengenossen mit einem Rasiermesser attackiert und starb an den Wunden.
1958, nach 33 Jahren im Gefängnis, wurde Leopold auf Bewährung entlassen. Er zog nach Puerto Rico, um der Aufmerksamkeit durch die Presse zu entgehen. 1971 starb er mit 66 Jahren an einem Herzinfarkt.
Adaptionen in Literatur und Filmen
1956 behandelte Meyer Levin den Fall in seinem Roman "Compulsion", einer fiktionalisierten Version der wirklichen Ereignisse, in der die Namen in "Steiner" und "Strauss" geändert wurden. 1959 diente das Buch als Vorlage für den gleichnamigen Film, in dem Dean Stockwell und Bradford Dillman die Hauptrollen spielen. Der auf Darrow basierende Charakter wurde von Orson Welles dargestellt. Dessen Rede am Ende des Films, die die Schlussargumente von Darrow übernahm, gilt als einer der längsten Monologe der Filmgeschichte.
Das Verbrechen inspirierte außerdem Alfred Hitchcock zu seinem Film "Cocktail für eine Leiche" (1948).
Siehe auch: Kunst des Mordes
Weblinks
Schlussworte der zweistündigen Rede von Darrow (englisch)
Diskussion der Autoren über den Artikel: Leopold und Loeb
Der Artikel stammt aus der englischen Wikipedia. Ich werde demnächst die Formatierung übernehmen und noch am sprachlichen Stil feilen :) mfg Tcb
Diskussion aus dem Review
Von der Hauptseite. -- Southpark 00:53, 12. Nov 2004 (CET)
- zum review. schön, nett, aber nicht exzellent. zu den charakteren steht fast nichts im artikel, von der anwaltsrede erfahre ich nur, dass sie herausragend war - aber was sagte er denn? die sicher stattfindende mediale diskussion zum thema wird kaum diskutiert, ebensowenig wie die tatmotive. und wenn die rolle des verbrechens in der diskussion um die todesstrafe hervorsticht (laut einleitung), welche hatte es denn? nur, dass der anwalt einmal mit seinen nicht genannten argumenten in der zeitung war? -- Southpark 00:58, 12. Nov 2004 (CET)
