Maes Howe

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Der Artikel Maes Howe gehört zur Kategorie: Archäologie, Kultbau, Steinzeit, Jungsteinzeit
Maes Howe ist ein in der Jungsteinzeit (ca. 2.700 v. Chr.) errichtetes Grossteingrab vom Typ der "cruciform passage graves" (Passage tomb), die sich in dieser Form vor allem in Irland, in einigen Examplaren aber auch in Wales finden (Barclodiad y Gawres auf Anglesey).

Lage

Maes Howe liegt auf Mainland, der Hauptinsel der schottischen Orkney, ca. 10 km westlich des Hauptortes Kirkwall.

Aufbau

Abbildung
Grundriss von Maes Howe mit Kennzeichnung der Stennes Steine
Bildherkunft

Die gesamte Anlage ist aus plattenartigen Steinen errichtet und daher mit relativ glatten Wänden versehen und diente als Kultstätte bzw. Grab. Ein ca. 11 m langer relativ niedriger Gang führt in eine große Hauptkammer mit drei Seitennischen. Dieser Zugang ist präzise auf den Untergangspunkt der Sonne am Tag der Wintersonnenwende ausgerichtet, so dass die Strahlen, ähnlich wie in Newgrange, (nur) um diese Zeit bis in die Kammer fallen. Im Eingangsbereich finden sich Spuren einer Türkonstruktion, die es ermöglichte, die Kammer mit einem Stein zu verschließen, wobei der Lichtspalt frei blieb. Der von einem breiten Grabenring umgebene die Anlage bedeckende Hügel ist ca. 7 m hoch - mit einem Durchmesser von ca. 35 m.

Die Form einiger Orthostaten des Ganges und der Kammer weist durch darauf hin, dass sie ursprünglich im nahegelegenen Steinkreis (Stones of Stennes) standen, der nur noch fragmentarisch existiert. Die Zerstörung des Kreises verweist auf religiöse Umbrüche, die sich zeitnah auch im so genannten Schisma von Knowth zeigen und sich nur am Beginn der Bauweise von Passage tombs mit kreuzförmiger Kammer so gut nachweisen lassen.

Sekundärnutzung

Maes Howe wurde von Wikingern bzw. Normannen aufgesucht, die durch die Decke eindrangen und sich mit den längsten bekannten Runeninschriften der Welt verewigten. Einer der Schreiber, der von sich behauptet der erfahrendste Runenschreiber des westlichen Ozeans zu sein und die Runen mit seiner Axt geritzt zu haben, wurde als Thórhallr Asgrimsson identifiziert. Ob auch eine Plünderung erfolgte, wie eine Inschrift behauptet ist allerdings unklar.

Siehe auch: Britische Megalithik

Literatur

  • Patric Ashmore: Maes Howe, HMSO, Edinburgh 1997, ISBN 1-900168-06-5
  • Frances Lynch: Megalithic tombs and Long Barrows in Britain, Shire Books, Princes Risborough 1997, ISBN 0-7478-0341-2
  • Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Europäische Kultplätze der Steinzeit, Beeier & Beran, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Maes Howe und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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