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Maeslant-Sturmflutwehr Bildherkunft |
Das Sturmflutwehr "Maeslantkering" bietet nicht nur Schutz für ca. eine Million Menschen im Großraum Rotterdam sondern ist gleichzeitig ein faszinierendes Bauwerk von unglaublicher Größe und Präzision.
Nach einer verheerenden Überschwemmungskatastrophe 1953, welche 1.836 Menschenleben kostete, wurde der Deltaplan entwickelt. Der Hauptgedanke bestand darin, daß man das Gebiet von Rotterdam bis Antwerpen mit Dämmen schützen wollte. Die Meeresarme sollten verschlossen, die Küstenlinie somit verkürzt werden und weniger Angriffsfläche bieten.. Und so wurde der Bau der Sturmflutwehr Maeslantkering geplant. Von mehreren Entwürfe und Modellen der Bauunternehmen wurde die beste und uns heute bekannte Konstruktion schließlich verwirklicht. Noch nie zuvor wurde ein Sturmflutwehr mit solch großen beweglichen Teilen gebaut. Da alle beweglichen Teile am Land liegen wird der Schiffsverkehr auf dem Weg vom/zum Rotterdamer Hafen nicht beeinträchtigt.
Die beiden halbrunden Tore haben je ein Kugelgelenk mit einem Durchmesser von 10 Metern und einem Gewicht von 680 Tonnen. Die Fachwerkarme haben eine Länge von 237 m und bestehen aus drei großen, miteinander verbundenen Stahlrohren. Die Tore des Wehres sind 22 m hoch und je 210 m lang. Die Fundamente der Scharniere bilden große Kissen aus Beton. Bei normalem Wasserstand befinden sich die Tore in Trockendocks am Ufer des "Nieuwe Waterweg". Die Schifffahrt kann dann ungehindert passieren. Bei einer drohenden Sturmflut werden die Docks geflutet. Dadurch schwimmen die Tore auf. Mit einem sogenannten Lokomobil werden die Tore in die Mitte des "Nieuwe Waterweg" bewegt. Dort werden die Tore geflutet und auf den Grund der Schifffahrtsstraße abgesenkt. Kurz vorm Auftritt am Boden entseht ein starker Strom zwischen den Toren und dem Grund, welcher das Fundament von Ablagerungen und Störelementen befreit. So schließen die Tore den 360 Meter breiten "Nieuwe Waterweg" ab. In der Mitte bleibt jedoch ein Spalt von 8 cm, damit die Tore bei Sturm nicht aufeinander prallen.
Die Schließung der Wasserstraße dauert genau 2 ½ Stunden und erfolgt dann, wenn bei Rotterdam ein Wasserstand von 3,00 Meter über dem Amsterdamer Pegel erwartet wird. Dieser Wasserstand tritt im Durchschnitt einmal in fünf Jahren auf. An beiden Seiten der Sturmflutwehr gibt es ein Kontrollzentrum, wo der Computer die Schließung automatisch steuert. Alle 10 Minuten wird eine Voraussage des Wasserstandes der nächsten 24h erstellt. Einmal im Jahr wird eine gesamte Schließung zur Überprüfung durchgeführt.
Das gewaltige Sturmflutwehr wurde von 1991 bis 1997 von 600 Arbeitern errichtet und kostete 660 Mio €. Die gesamte Konstruktion besteht aus doppelt so viel Stahl wie der Eiffelturm in Paris. Der Baustil ähnelt dem Fachwerk, die unteren Rohre tragen die Druckkräfte und die oberen die Zugkräfte. Dadurch verteilt sich die Kraft auf dieses System von etlichen Rohren. Die mächtigen Mauern bestehen aus insgesamt 18 Segmenten, welche auf Schiffen im Wasser aneinander geschweißt wurden.
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