Martin Bormann

Toplinks zu diesem Thema:
Berlin, Mann, Frankfurt, Abwesenheit, Analyse, Bau, Deutschland, Dna analyse, Druckerei, England, Israel, Leiter, Paderborn, Rom, Schatten, Schnell, Selbstmord, Versicherung, Zeit


Der Artikel Martin Bormann gehört zur Kategorie: Mann, Deutscher, NSDAP-Mitglied, Politiker (3. Reich), Kriegsverbrecher, Geboren 1900, Gestorben 1945
Martin Bormann (* 17. Juni 1900 in Wegeleben bei Halberstadt; † 2. Mai 1945 in Berlin) war in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus Leiter der Parteikanzlei der NSDAP mit den Befugnissen eines Reichsministers. Er war verheiratet mit Gerda Bormann.

Abbildung
Martin Bormann
Bildherkunft

Abbildung
Martin Bormann
Bildherkunft

Bormann trat 1927 in die NSDAP ein, in der er bereits ein Jahr später in die Führungsriege aufstieg. 1928 übernahm er die SA-Versicherung und baute sie später weiter zur Hilfskasse der NSDAP aus. 1933 wurde er Stabsleiter bei Rudolf Heß, dem "Stellvertreter des Führers", und machte sich unentbehrlich. Adolf Hitler ernannte Bormann zum Verwalter seines Vermögens und betraute ihn mit dem Bau und der Aufsicht seines Berghofes Obersalzberg. Nachdem Heß 1941 nach England geflogen war, ernannte Hitler keinen neuen Stellvertreter, machte aber Bormann zum Chef der Parteikanzlei mit den Befugnissen eines Reichsministers. Bormann war inoffiziell der mächtigste Mann nach Hitler. Je länger der Krieg dauerte, umso mehr konnte er beeinflussen, wer direkten Zugang zu Hitler bekam um seine Anliegen vorzutragen. Am 12. April 1943 erhielt er dann den Titel eines "Sekretärs des Führers".

Bis zum Ende im Führerbunker im April 1945 blieb der in Parteikreisen und dem Militär unbeliebte Bormann bei seinem "Führer", ohne dessen Anwesenheit seine Machtbasis und Legitimation nicht sichergestellt war. Bormann war bei der Verbrennung von Hitlers Leiche dabei, verschwand danach Anfang Mai vorerst spurlos und wurde 1946 bei den Nürnberger Prozessen in Abwesenheit zum Tod verurteilt.

Im Mai 1945 hatten Bormann und der letzte Leibarzt Hitlers, Ludwig Stumpfegger, nach Hitlers Tod, zusammen mit anderen Insassen des Führerbunkers, einen Durchbruch aus dem damals stark umkämpften Stadtzentrum von Berlin versucht. Dabei wurden die beiden von ihrer Fluchtgruppe getrennt und verübten schließlich, erschöpft und demoralisiert, am Lehrter Bahnhof Selbstmord mittels Giftampullen. Diese Version der Ereignisse ist mittlerweile gesichert.

1973 wurde in der Nähe des Lehrter Bahnhofs durch Zufall ein Skelett im Boden entdeckt, das genau untersucht wurde. Dieses wurde schnell Bormann zugeordnet. 1998 wurde durch eine DNA-Analyse endgültig bewiesen, dass es sich um das Skelett Bormanns handelte. Bis zur Auffindung des Skeletts waren Geschichten kursiert, nach denen Bormann nach Südamerika geflohen sei und sich dort versteckt halte.

Siehe auch

Literatur

  • Jochen v. Lang: Der Sekretär. Martin Bormann: Der Mann, der Hitler beherrschte. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, 3. überarbeitete Neuauflage, München/Berlin 1987, ISBN 3776614951.
  • Martin Bormann jr.: Leben gegen Schatten. Bonfifatius Druckerei, 9., aktualisierte Auflage, Paderborn 2003, ISBN 3897102668.
  • Albert Speer: Erinnerungen. Propyläen, ISBN 3549071841.
  • Benz, Wolfgang / Hermann Graml /Hermann Weiß: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1997.
  • Benz, Wigbert / Bernd Bredemeyer / Klaus Fieberg: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Beiträge, Materialien Dokumente. CD-Rom, Braunschweig 2004.
  • Gutman, Israel / Eberhard Jäckel / Peter Longerich (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. München 1998
  • Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt/Main 2003
  • Von Lang, Jochen / Claus Sibyll (Hrsg.): Der Sekretär. Martin Bormann: Der Mann, der Hitler beherrschte. Frankfurt/M 1980.

Weblinks



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Martin Bormann und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten