Masern

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Der Artikel Masern gehört zur Kategorie: Infektionskrankheit, Meldepflichtige Krankheit
Die Masern (Morbilli) sind eine durch das Masernvirus hervorgerufene, hochansteckende, systemische Infektionskrankheit mit - sofern die Infektion überlebt wird - anschließender lebenslanger Immunität.

Verlauf

Abbildung
Koplik-Flecken
Bildherkunft

Nach der Inkubationszeit von 10-11 (8-12) Tagen folgt das 3-4 Tage dauernde Prodromal- oder Initialstadium. Dieses äußert sich durch eine Entzündung der Schleimhäute des oberen/mittleren Atemtraktes und der Konjunktiven mit Katarr (Katarrh): Rhinitis, trockene Bronchitis, Konjunktivitis und Fieber bis 41°C sind die Folge nebst Übelkeit und Kopfschmerzen mit leichten EEG-Veränderungen in etwa 50% der Erkrankungen. Am 12.-13. Tag kann ein typisches Enanthem (Koplik-Flecken an der Wangenschleimhaut auftreten; Epithelnekrosen infolge Virusvermehrung sind in 50-90% der Fälle nachweisbar.

Abbildung
typische Hauterscheinungen bei Masern
Bildherkunft
Am 14.-15. Tag breitet sich ein makulopapulöses, zum Teil konfluierendes Exanthem - retroaurikulär (das heißt hinter den Ohren) beginnend - innert 24 Stunden über den ganzen Körper aus. Nach 4-5 Tagen bilden sich alle Symptome zurück. Als Überbleibsel des Exanthems kann eine kleieförmige Schuppung für kurze Zeit bestehen bleiben.

Während und nach der Erkrankung an Masern kommt es regelhaft zu einer insgesamt 4-6 Wochen dauernden Immunschwäche. Diese kann anderen Infektionserregern den Weg bereiten und stellt daher eine zusätzliche Gefahr für das erkrankte Kind dar.

In unkomplizierten Fällen folgt eine rasche Erholung und eine lebenslang anhaltende Immunität.

Diagnose

Die Diagnose ist in unkomplizierten Fällen nur über den serologischen Nachweis von IgM-Antikörpern zu führen. Die Diagnose anhand des "typischen" Masernexanthems ist mit einer Fehlerhäufigkeit von 50% behaftet.

Der Erreger

Masernvirus
Systematik
Reich: Viren
(-)ssRNA-Viren
Ordnung: Mononegavirales
Familie: Paramyxoviridae
Gattung: Morbilli-Viren
Art: Masernvirus

Wissenschaftlicher Name
Morbilli

Das Masernvirus ist ein ausschließlich humanpathogener etwa 120-140 Nanometer großer Erreger aus der Familie der Paramyxoviren (Genus Morbillivirus). Das einzige Reservoir bildet der infizierte Mensch. Es gibt mehrere stabile Genotypen und einen ebenso stabilen Serotyp. Seine Hülle ist lipidhaltig, was die Kontagiosität erhöht. In der Hülle ist weiter Hämagglutinin, jedoch keine Neuraminidase enthalten. Das Masernvirus ist sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie erhöhten Temperaturen, Licht, UV-Strahlen, Fettlösungs- und Desinfektionsmitteln.

Das bedeutet:

  • Das Virus wird nur von Mensch zu Mensch übertragen, ist also theoretisch ausrottbar.
  • Da es nur in einem stabilen Serotyp vorkommt, konnte ein guter Impfstoff hergestellt werden.
  • Und da es in mehreren Genotypen - in Mitteleuropa C2 und D6 - vorkommt, können die weltweiten Infektionswege genau nachvollzogen werden.

Übertragung

Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) oder direkten menschlichen Kontakt. Eine Infektion ist bereits bei kurzer Exposition möglich, der Kontagionsindex liegt bei 0,95. Das heißt, dass sich 95% aller Menschen ohne entsprechende Immunität infizieren und daraufhin klinische Erscheinungen entwickeln. Erregernachweis:

ELISA und KBR (Komplement Bindungsreaktion) - Antikörpernachweis

Nachweis der Virus-RNA - aufwendig, nur in Speziallaboren

Epidemiologie

Der Erreger kommt weltweit vor und ist in mehreren Entwicklungsländern noch weit verbreitet, andererseits zwischenzeitig durch gut organisierte Impfkampagnen in verschiedenen Ländern jedoch ausgerottet.
  • So sank die Anzahl der Masern-Erkrankungen in den USA von 800.000 1958 auf einige (wenige) Fälle in den letzten Jahren, wobei alle Erreger von ungeimpften Personen aus Europa und Asien importiert worden waren, was durch die Bestimmung des Genotyps nachgewiesen werden konnte. Einen dramatischen Anstieg der Fälle gab es jedoch in den Jahren 1989-1991. In diesen 3 Jahren wurden 55.622 Erkrankungsfälle berichtet, von denen 123 tödlich endeten. Hauptsächlich waren Kleinkinder aus hispanoamerikanischen und afroamerikanischen Familien betroffen, wobei die Rate an ungeimpften Kindern dort 4-7x höher war als bei den Betroffenen der übrigen weißen Bevölkerung. Zwischenzeitig treten genuine Masernerkrankungen in allen amerikanischen Staaten von Kanada bis Argentinien mit Einschluss der Karibik kaum noch auf.
  • In Finnland mit seinen 5,2 Mio Einwohner gab es von 1996 - 2000 4 Masernfälle. Und auch diese waren aus dem Ausland importiert!
  • In Deutschland wurden im Jahre 2003 779 Masernfälle gemeldet. Im Jahr 2005 ist es in Deutschland bereits zu zwei größeren Masernausbrüchen gekommen, im Februar starb ein 14jähriges Mädchen in Hessen, im Mai wurden 110 Fälle aus Oberbayern gemeldet.
  • In Österreich, das für Masern bis 2001 keine Meldepflicht kannte, wurde vom Institut für Virologie des AKH in Wien ein freiwilliges Meldesystem geschaffen, das etwa 8% der österreichischen Bevölkerung abdeckt. Somit konnten für den Zeitraum von 1993-1997 etwa 28.000 - 30.000 Masernfälle für ganz Österreich hochgerechnet werden, wobei besonders 1996 und 1997 ein beinahe epidemisches Auftreten von Masernerkrankungen zu verzeichnen war. Insgesamt dürfte die Durchimpfungsrate in Österreich somit nur unwesentlich besser sein als in Deutschland. Würden hier jedoch ähnlich strenge Richtlinien wie in den USA angewandt werden, würde man hier schon 2700 Erkrankungen in 5 Jahren nicht akzeptieren.
  • In Rumänien kam es zwischen dem 1. Dezember 1996 und dem 30. September 1997 zu einer Masern-Endemie mit 20034 Erkrankungen und 13 Todesfällen. Quelle: Centers of Disease Contol and Prevention, Atlanta

Meldepflicht

In Deutschland sind durch das 2001 in Kraft getretene Infektionsschutzgesetz Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod ebenso wie der direkte oder indirekte Nachweis des Masernvirus meldepflichtig geworden. Bei Krankheitsverdacht oder Erkrankung besteht Tätigkeits- und Aufenthaltsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen.

In Österreich besteht Meldepflicht seit Dezember 2001 (BGBl. II Nr. 456/2001 Verordnung: Anzeigepflichtige übertragbare Krankheiten) In der Schweiz besteht seit März 1999 Meldepflicht (Melde-Verordnung, SR 818.141.1).

1984 legte die WHO einen Zeitplan für die Elimination der Masern bis zum Jahr 2000 fest - tatsächlich starben da jedoch weltweit nach Angaben der WHO noch etwa 1 Million Menschen - davon etwa 777.000 Kinder - an Masern. Masern-Infektionen sind für ungefähr die Hälfte aller durch Impfung vermeidbaren Todesfälle verantwortlich. Der neue Zeitplan sieht die weltweite Ausrottung des Virus - bei entsprechender Anstrengung - jetzt für das Jahr 2007 vor.

Komplikationen

Etwa 20% aller Masern-Infektionen gehen mit Komplikationen einher, wobei Mittelohrentzündung und Lungenentzündung die häufigsten sind. Das Robert-Koch-Institut gibt an, dass die Letalität bei Masern der Literatur zufolge bei 1:10.000 bis 1:20.000 liegt, bei einem Ausbruch in den Niederlanden 1999/2000 starben 3 von knapp 3000 Betroffenen, die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) geben für die USA eine Sterblichkeit von ca. 1:500 bis 1:1000 an. In Entwicklungsländern liegt die Letalität wesentlich höher (laut Literaturangaben bis zu 25%). Zum Tode führende Komplikationen sind meist die Masernpneumonie oder -enzephalitis.

Masernkrupp

Durch eine Kehlkopfentzündung mit Schwellung der Schleimhaut kommt es zu Heiserkeit und Atemnot bereits im Vorstadium. Siehe Krupphusten.

Mittelohrentzündung

Die Mittelohrentzündung, eventuell verbunden mit einer das Erkrankungsbild weiter komplizierenden Mastoiditis, ist die häufigste Komplikation der Masernerkrankung. Gefürchtet ist eine Schädigung des Hörvermögens und dadurch bedingte Probleme in der Schule.

Masernpneumonie

  1. Primäre Masernpneumonie: Eine interstitielle Pneumonie mit Bronchiolitis, die sich hauptsächlich als Atemstörung äußert. Mittels körperlicher Untersuchung ist sie schwer zu diagnostizieren, so dass ein Röntgenbefund erforderlich ist.
  2. Bronchopneumonie als bakterielle Superinfektion: als bakterielle Superinfektion insbesondere nach oder bei einer interstitiellen Viruspneumonie auftretend.
  3. Riesenzellpneumonie: Eine seltene Pneumonie mit vielkernigen, von den Alveolarepithelien abstammenden Riesenzellen, pathognomonisch für Masern (Masernriesenzellen) und Keuchhusten, selten auch bei Diphtherie oder Grippe.

Myokarditis

Entzündung des Herzmuskels

Eine Mykokarditis kann sich durch Herzjagen, Kurzatmigkeit, Beklemmung, Müdigkeit, blaßbläuliches Aussehen und niedrigen Blutdruck bemerkbar machen.

Behandlung: Behandelt wird die Myokarditis mit Antibiotika; bei rheumatischem Fieber oder einer anderen Grundkrankheit muss diese primär therapiert werden.

Wichtig: Eine unzureichend behandelte oder verschleppte Myokarditis kann zu einer narbigen Veränderung des Herzmuskels und so zu eines Herzinsuffizienz (Herzschwäche) führen. Mitunter greift die Entzündung auch auf die Herzinnenhaut über und kann so eine Schwächung der Herzklappen verursachen

Keratitis

multiple, punktförmige, epitheliale Läsionen an der Kornea. In Entwicklungsländern sind die Masern eine der häufigsten Ursache der Erblindungen von Kindern

Enzephalomyelitis

3-10 Tage nach Exanthembeginn. Bei Patienten über 6 Jahren häufiger als bei Kleinkindern. Fieber, Kopfschmerz, Bewußtseinstrübung, meningeale Reizung (Nackensteifigkeit, Erbrechen unter anderem ): Rückgang nach 1-3 Tagen. Bei leichten Formen ist keine Krankenhauseinweisung notwendig. Schwere Verlaufsformen äußern sich in epileptischen Anfällen und Funktionsstörungen des ZNS. Herdförmige oder diffuse Ausbreitung. Häufigkeit: Nach Einführung der Masernimpfung sank die Zahl ständig und liegt derzeit in Deutschland bei <10/Jahr. Letalität: 20%; Defektheilungen: 20-40%.

Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)

Die Angaben über die Häufigkeit von SSPE schwanken zwischen 1 bis 22 pro 1 Mio. Masern-Fällen. Die Erkrankung tritt Monate bis 10 Jahre nach einer Maserninfektion auf. Die Häufigkeit der SSPE ist durch die Masern-Impfung deutlich reduziert worden
Quelle: Kommentar DDr. Maurer, Wien

  1. Stadium: psychische Störung und Demenz
  2. Stadium: Myoklonien, epileptische Anfälle
  3. Stadium: Dezerebrationssyndrom
  • langsam progredienter Verlauf über 1-3 Jahre (Die SSPE zählt zu den sog. Slow Virus Infections)
  • in 20% akuter Verlauf
  • die Isolierung eines Masernvirus mit defektem M-Protein war möglich: "SSPE-Virus"
  • Letalität 100% - der Verlauf führt immer zum Tod
  • im EEG finden sich typische Veränderungen, die nahezu diagnostisch für die SSPE sind (Radermecker-Komplex)

Thrombozytopenische Purpura

2-3 Wochen nach Exanthemausbruch; spontane Rückbildung; selten.

weitere Komplikationen

Durchfall, Blinddarmentzündung, generalisierte Lymphadenitis

Impfung

Die Impfung gegen Masern soll als Masern-Mumps-Röteln-Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff (MMR-Impfstoff) durchgeführt werden, in der Regel zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, möglichst bis zum Ende des 2. Lebensjahres, um den frühestmöglichen Impfschutz zu erreichen. Damit ist nach einmaliger Impfung bei 95% der Kinder ein ausreichender Impfschutz vorhanden. Da bei einer Durchimpfungsrate von weniger als 95% mit sporadischen Masernepidemien (alle 5 bis 7 Jahre) zu rechnen ist, müssen mit einer zweiten Impfung - frühestens vier Wochen nach der ersten - Impflücken geschlossen werden, um Impfversagern den entsprechenden Impfschutz zu gewähren.

Steht bei einem Kind die Aufnahme in eine Kindereinrichtung an, kann die MMR-Impfung auch vor dem 12. Lebensmonat, jedoch nicht vor dem 9. Lebensmonat erfolgen, da im 1. Lebensjahr im Blut des Säuglings noch vorhandene mütterliche Antikörper die Impfviren neutralisieren können (es handelt sich um eine Lebendimpfung, für deren Erfolg die Vermehrung der Impfviren erforderlich ist). Sofern die Erstimpfung vor dem 12. Lebensmonat erfolgte, sollte die MMR-Impfung bereits im 2. Lebensjahr wiederholt werden.

Auch wenn von Eltern oder Impflingen angegeben wird, dass eine Masern-, Mumps- oder Rötelnerkrankung bereits durchgemacht wurde, sollte die zweite MMR-Impfung durchgeführt werden. Anamnestische Angaben über eine Masern- oder Rötelnerkrankung sind ohne mikrobiologisch-serologische Dokumentation der Erkrankungen unzuverlässig und nicht verwertbar. Es gibt keine Hinweise auf Nebenwirkungen nach mehrmaligen Masern-, Mumps- oder Rötelnimpfungen (siehe Diskussion unter Impfkritik)

Stand: Juli 2005
  • In Österreich: 2 Teilimpfungen im 2. Lebensjahr mit einem Mindestabstand von 1 Monat. Wiederholungen der Impfung bei Schuleintritt im 7. Lebensjahr und im 13. Lebensjahr vom öffentlichen Gesundheitsdienst kostenlos angeboten.
herunterladbare Version des österreichischen Impfplans für 2003

Impfkomplikationen

Von Impfreaktionen sind die Impfkomplikationen abzugrenzen, die zu vorübergehenden oder anhaltenden Schäden oder gar zum Tod führen können. Prinzipiell ist zu sagen, dass ein direkter Zusammenhang mit einer Masernimpfung schwer zu beweisen ist. Andererseits ist es gerade in der Diskussion mit Impfgegnern sinnlos, auf diesem Standpunkt zu beharren. So soll festgehalten werden, dass es bei einer von 200.000 Impfungen zu einem Impfschaden mit bleibenden Folgen und auf ca 500.000 Impfungen ein Todesfall kommt.
Da es sich bei der Masernimpfung um eine Impfung mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff handelt, können in 3-5% der Fälle so genannte Impfmasern auftreten. Diese stellen eine abgeschwächte Form der Masern dar: eine Konjunktivitis, eine Tracheitis, ein feiner Hautausschlag und sehr selten eine Otitis media können auftreten. Schwerwiegendere Folgen bei besonders empfänglichen Kindern sind denkbar oder möglich, solange Masernimpfungen durchgeführt werden müssen.

Fieber und lokale Impfreaktionen wie Rötung, Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle können wie bei allen Impfungen vorkommen und sind als harmlose Nebenwirkungen zu betrachten.

Argumente der Impfgegner

Die Argumente der Impfgegner sind schwer nachzuvollziehen, wenn man die Erkrankungsraten der Staaten auf dem amerikanischen Kontinent und der nordeuropäischen Länder betrachtet. Diese Wortmeldungen reichen von einem Abstreiten der Existenz eines Masernvirus bis zu der Behauptung, ein Kind müsse die Kinderkrankheiten durchmachen, weil diese vor späteren schwerwiegenderen Krankheiten schützen würden. Bislang konnte für keine dieser Behauptungen Untersuchungsergebnisse vorgelegt werden, die einer Überprüfung standhielten. Tatsächlich wären die Masern genau so ausrottbar wie es die Pocken waren. Wären die Masern ausgerottet, brauchte es keine Impfung mehr.

Eine klassische "Argumentationskette" von Impfgegnern wäre beispielsweise folgende:

Da die Pocken nach der Erklärung ihrer Ausrottung durch die WHO noch mindestens einmal aufgetreten sind, muß man obiger Aussage mit der gebotenen Skepsis begegnen. Die Durchimpfungsrate in den USA beträgt zirka 95 Prozent, was dazu geführt hat, daß weniger Kinder erkranken. Weniger erkrankte Kinder führen aber zu weniger Ansteckungen im Kindesalter. Dadurch steigt die Anzahl der Erkrankungen im Erwachsenenalter, deren Verlauf dann regelmässig dramatischer ist. Es sterben daher in den USA mehr Menschen als vor Beginn der Impfkampagne.

siehe auch: Masernparty

Studien zur Masernimpfung

Siehe unter Masern-Mumps-Röteln-Impfung (Studien)

Siehe auch: Mumps - Röteln - Kinderlähmung Influenza

Geschichte

Erste Berichte über die Masern gehen auf das 7. Jahrhundert zurück und werden dem jüdischen Arzt Al-Yehudi zugeschrieben. Die erste minutiöse Beschreibung der Masern verdanken wir dem persischen Arzt Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi ([LINK]), Anfang des 10. Jahrhunderts, der angab, sie würden "mehr gefürchtet als die Pocken".

Den Namen "Morbilli", was soviel wie "kleine Pest" bedeutet, erhielten die Masern während der ausgedehnten Epidemien des Mittelalters, da damals wie heute viele Kinder an den Masern starben.

1882 veröffentlichte der französische Arzt Antoine Louis Gustave Béclère seine Aufsehen erregende Arbeit "Die Ansteckung mit Masern".

1954 wurde das Virus erstmalig isoliert, ab 1963 war der erste Impfstoff erhältlich. Zuvor bekam aufgrund des hohen Ansteckungspotentials des Erregers beinahe jeder die Masern: es handelte sich um ein Ereignis im Leben, das unweigerlich auftrat und auf das man wartete. Mehr als die Hälfte der Kinder bekam die Masern vor dem 6. und 90% vor dem 15. Lebensjahr. Hatte man die Krankheit überstanden, konnte man aufatmen. Ex!

Siehe auch

Impfung, Mumps, Röteln

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Masern


Ich hab den Beitrag neu geschrieben - schön langsam brauche ich aber Hilfe! Namensgebung: Morbilli sind ein Diminutiv von Morbus - ich galube aber zu wissen, dass das etwas mit der Pest zu tun hat ... --Robodoc 15:29, 27. Sep 2003 (CEST)

Habe jetzt noch den Beitrag über Studien zur MMR-Impfung neu angelegt, um diesen hier nicht zu lang werden zu lassen. Bitte Ergänzungen zu den leeren Überschriften. Tut mir leid, falls ich vorhin etwas unwirsch reagiert haben sollte. Hab in 10 Minuten 3 Bearbeitungskonflikte erhalten u. A. bei einem Satz, den sich selber gerade geändert hatte. -- Robodoc 22:35, 20. Dez 2003 (CET) PS: Und bitte Verweise auf externe Internetseiten im Text erst rausnehmen, wenn in der Wikipedia selbst schon Beiträge vorhanden sind. Danke -- Robodoc 22:38, 20. Dez 2003 (CET)

Zu den Verweisen: Ok.

Ich verstehe das Handbuch so, dass Weblinks eher nach ganz unten und nicht in den Text gesetzt werden sollen. Deshalb habe ich ihn dann oben gelöscht, aber leider vergessen, ihn unten einzufügen. Sorry. Wipape 23:10, 20. Dez 2003 (CET)

Gut, stimmt schon, das betrifft aber Verweise zum Gesamtthema, während hier auf ein klienes Detail weiter verwiesen wird, das ganz unten schon wieder deplaziert wäre -den Kerl - so berühmtder damals war - hat man heutzutage doch schon wieder vergessen, wenn man bei den "Weblinks" abgekommen ist. Möglicherweise Schade - Beitrag schreiben. -- Robodoc 02:06, 21. Dez 2003 (CET)

OK, ich habe - hier und da ein klein wenig umformuliert - ein oder zwei Rechtschreibfehler korrigiert - ein paar Links geändert (zum Beispiel statt Impfgegner Impfkritik) - und unten die Zeile "siehe auch" hinzugefügt. Was könnte man dort noch hinzufügen? --Omones 18:38, 8. Okt 2004 (CEST)

vieles aber trotzdem stark

Ich finde den ersten Satz sofern die Infektion überlebt wird unmöglich!!!!! Er ist total übertrieben und schürt doch bei den Eltern unnötig Aengste!!!! Die meisten Kinder überleben Maserninfektionen ohne Komplikationen. Nur in sehr seltenen Fällen kommt es zu Hirnhautinfektionen . Kann man/frau Z.B. unter http://www.medizinfo.de/hau... ist unter Komplikationen zu lesen 'Wegen des geschwächten Immunsystems treten manchmal sekundär andere Infektionen auf. Häufig sind es dann Bronchitiden, Lungen- oder Mittelohrentzündungen, die den Verlauf der Erkrankung verlängern. In seltenen Fällen kommt es nach 1-2 Wochen zu Hirnentzündungen'

Gruss Pythia

Nun, darüber kann man streiten. Ich finde den Satz in Ordnung. Er verdeutlicht, dass Masern eben keine "harmlose Kinderkrankheit" sind, sondern dass man daran eben auch sterben kann. Die Letalität von 0,1% mag gering aussehen, aber diese Zahl gilt auch nur für die hoch entwickelten Industrieländern, in Entwicklungsländern liegt die Letalität wesentlich höher. Ich bin dafür, den Satz so zu belassen. --FataMorgana 17:49, 13. Jun 2005 (CEST)

Ist sehr schön

Was soll das "ist sehr schön" unter siehe auch? Ich würde vorschlagen, diese Änderung rückgängig zu machen. Sie hat keinen enzyklopädischen Inhalt. --FataMorgana 12:20, 12. Jun 2005 (CEST)

Ich bin auch dafür ihn rauszunehmen. Der Satz kommt ziemlich komisch rüber. -- Omones 13:01, 13. Jun 2005 (CEST)

Und ausserdem entspricht er nicht dem NPOV. Bin auch für Löschung des Satzes. --217.83.72.197 10:07, 18. Jun 2005 (CEST)

Ich habe "ist sehr schön" jetzt gelöscht, nachdem niemand hier widersprochen hat. --FataMorgana 11:23, 22. Jun 2005 (CEST)

Inzidenz und Letalität

Dieser Satz ist falsch! "In Deutschland werden jährlich noch 50.000 - 100.000 Masernfälle diagnostiziert und registriert." Vgl. http://www.rki.de/cln_011/n... Gemeldet (registriert) wurden etwa im Jahr 2003 insgesamt 779 Fälle von Masern in D; in den Jahren zuvor waren es zwar deutlich mehr (2001: ca. 6.000), aber nicht annähernd in der zitierten Größenordnung. - Das im Februar gestorbene Mädchen hatte das Down-Syndrom und daher Immundefizite; erst nach ihrem Tod wurde das Masernvirus (bei einer Obduktion) festgestellt. Das macht die Sache nicht besser; dennoch muss man festhalten, dass es sich um ein "Risikokind" handelte. http://www.rki.de/cln_011/n...

"Man geht in Mitteleuropa von einer krankheitsbezogenen Sterblichkeit (Letalität) von ca. 0,1% aus, das heißt, jedes Tausendste an Masern erkrankte Kind stirbt." Fragwürdig, vgl. http://www.rki.de/cln_011/n... : "Nach Literaturangaben entfällt auf etwa 10.000–20.000 Masernerkrankungen eine Erkrankung mit tödlichem Ausgang."

Moment mal, das finde ich nicht ganz OK bei so einem "heißen Eisen" einfach ohne Diskussion im Artikel rumzulöschen. Natürlich sind die Angaben vom RKI hilfreich, aber die 0,1% waren auch nicht frei erfunden, sondern basieren auf Untersuchungen eines Masern-Ausbruchs in den Niederlanden 1999/2000 (s. z. B. Deutsches Ärzteblatt 101, Ausg. 26 vom 25.6.2004, S. A-1895). Ich werde mal die Original-Literatur beim Verfasser anfordern. --FataMorgana 08:21, 22. Jun 2005 (CEST)

Okay, vielleicht etwas voreilig. Mein Bedürfnis war, lapidare Aussagen über die Letalität (immer ein schwieriges Kapitel, wie jeder Statistiker weiß!) durch eine zuverlässig richtige Aussage (Das RKI geht aus von ...) zu ersetzen. Allzu schnell wird aus einer irgendwoher geholten Prozentangabe ein positives, unerschütterliches Faktum, wie ja auch hier auf dieser Diskussionsseite ("die Letalität von 0,1% mag gering aussehen ..."). Es wäre nichts dagegen einzuwenden, zB zu schreiben: Das RKI geht davon aus ... Bei einer Masernepidemie in den Niederlanden 1999 gab es unter ca. 3.000 Erkrankten 3 Tote ... (Anm.: Richtig ist natürlich, dass in diesem Fall 0,1% der Erkrankten starben. Es ist aber nicht zulässig, aus dieser - geringen - Fallzahl eine Letalität von 0,1% "in Mitteleuropa" abzuleiten.)

Einerseits muss ich Dir Recht geben, dass die Verallgemeinerung der Untersuchung aus den Niederlanden unzulässig ist. Allerdings handelt es sich ja gerade nicht um eine geringe Fallzahl, wenn man die 3000 Betroffenen einmal mit der aktuellen (gemeldeten) Inzidenz in Deutschland vergleicht. Hierzulande dauert es nämlich mehrere Jahre, bis so viele (gemeldete) Fälle zusammenkommen. Ich frage mich, ob daraus kalkulierte Letalitätszahlen nicht noch ungenauer sind. Interessant wäre daher, aus welcher Literatur das RKI die Zahl von 1:10.000-1:20.000 entnommen hat. Ich habe auch einmal die Studie aus den Niederlanden angefordert. --FataMorgana 11:20, 22. Jun 2005 (CEST)

Ich habe nun eine Literaturstelle von dem Autor des Ärzteblattartikels erhalten (s. http://www.cdc.gov/mmwr/PDF... Es handelt sich um die Untersuchung des Ausbruchs in den Niederlanden 1999/2000. Die Letalität wird mit 0,1% angegeben (3 Tote auf 2961 Fälle, 1 Kind davon mit kardialer Vorerkrankung, 2 zuvor gesunde Kinder). In der Editorial Note wird berichtet, dass die in den Niederlanden beobachteten Komplikationen mit früheren Daten aus den USA und anderen Industrieländern vergleichbar sind. Wenn man dann die dort angegebene Literaturstelle aufsucht, gelangt man zu http://www.cdc.gov/mmwr/PDF... Dort wird von den CDC zur Letalität der Masern zusammengefasst: "Death occurs in 1-2 of every 1.000 reported measles cases in the United States". Insofern ist die Letalitätsangabe von 0,1% (ich hatte sie aus dem o. g. Ärzteblatt-Artikel) durchaus als solide zu bezeichnen. Vielleicht werden wir uns am ehesten hier einig, wenn wir z. B. für Industrieländer einen Bereich von 1:500-1:20.000 angeben (wobei dieser dann natürlich *sehr* weit ist). Woher hat denn das RKI die Zahlen? Aus dem deutschen Meldewesen? --FataMorgana 19:27, 30. Jun 2005 (CEST)

So weit einverstanden; ich finde die derzeitige Zusammenstellung eigentlich gut (besser als eine täuschend exakte Zahl), weil man sich daraus ein Bild machen kann: Todesfälle sind selten, kommen jedoch auch in Industrieländern gelegentlich vor, die Zahlen differieren aber. Damit hat man eine gute Basis, die jeder verstehen kann. Mir ging es eigentlich hauptsächlich darum, eine Letalitätsziffer nicht als fraglose Tatsache zu sehen; Letalität lässt sich grundsätzlich nur für eine bestimmte Gruppe unter bestimmten Bedingungen berechnen, sie ist nie einfach ein Charakteristikum "der Krankheit" (nach dem Motto: Masern = 0,1). Das heißt nicht, dass eine solche Ziffer nicht eine Größenordnung angeben könnte (so wie der Pearl-Index etc.); es ist aber wichtig, die Streuung im Kopf zu behalten, die ja (gerade bei geringen Todesraten) sehr weitgehend von der Erfassung der Krankheit, der korrekten Diagnose und Behandlung (zB von Komplikationen) abhängt, u.U. aber auch vom Impfstatus, der genauen Masernvariante usw., wie die starken Unterschiede zu den Entwicklungsländern ja sehr deutlich zeigen. -- Woher das RKI seine Zahlen hat, kann ich Dir nicht sagen; ich werd sie aber fragen und hoffe, dass ich Antwort kriege. Die Angabe findet sich im dritten Weblink ("Informationsblatt") und ist, wie sie schreiben und ich auch geschrieben habe, "aus der Literatur" entnommen. -- 62.245.140.150 09:25, 20. Jul 2005 (CEST)

Todesfälle durch Masern weltweit

Während in diesem Artikel behauptet wird, dass im Jahre 2000 weltweit 770.000 KINDER an Masern starben, heißt es in dem Artikel zur Masern-Mumps-Röteln-Impfung, dass es in demselben Jahr 220.000 KINDER waren. Es wäre dringend nötig, diese Angabe zu überprüfen.

Kosteneffektivität

Damit ist sicherlich nicht die Effektivität der Kosten für den Einzelnen (krankenversicherten) Impfling gemeint (Krankenkasse zahlt die Impfung), sondern die gesamtgesellschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung, denn den Krankenkassen entsteht durch die Impfung natürlich ein erheblicher finanzieller Aufwand, dem eine Einsparung von Behandlungskosten (incl. Verdienstausfall) durch akute Erkrankung und Komplikationen gegenübersteht. Leider habe ich aber dazu momentan auch keine Literatur parat. --Der Lange 10:52, 26. Sep 2005 (CEST)

Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Masern und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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