Phönizisches Alphabet

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Das phönizische Alphabet (mittlere Säule) ist die Mutter verschiedener heutiger Alphabete
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Das phönizische Alphabet ist die Grundlage des aramäischen Alphabets, welches seinerseits Grundlage des hebräischen, des arabischen und damit der verschiedenen indischen Alphabete ist sowie des griechischen und damit des lateinischen und des kyrillischen Alphabets. Erkenntlich ist dies auf den ersten Blick durch die beiden gleichen Anfangsbuchstaben, in manchen Alphabeten sind es auch mehr als zwei gleiche Anfangsbuchstaben:

Das arabische Alphabet (Abdschadiya) weicht dann aber von der nahezu einheitlichen Reihenfolge ab, da die Buchstaben später nach optischer Ähnlichkeit neu gruppiert wurden. In der älteren Version, dem Abjad, ist diese Reihenfolge noch erhalten. Auch die indischen Alphabete weichen wegen einer späteren Neugruppierung nach Lautähnlichkeit von der Standardreihenfolge ab.

Ableitungen des phönizischen Alphabets liegen direkt oder zumindest als Inspirationsquelle fast allen heute gebrauchten Schriften der Welt zugrunde, mit Ausnahme der ostasiatischen Schriften (chinesische Schrift und Abkömmlinge).

Aleph

Aleph ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal Alpha wurde. Der Buchstabe leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Stierkopfes ('alef = Rind) her. Lateinische Entsprechung: A.

Beth

Beth ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung des Grundrisses eines Hauses (beth = Haus) herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Beta. Lateinische Entsprechung: B.

Gimel

Das Gimel ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Kamelrückens (gamel = Kamel) herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Gamma. Lateinische Entsprechungen: C und G.

Daleth

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Daleth
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Das Daleth ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung einer aufgeklappten Zelttür herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Delta. Lateinische Entsprechung: D.

He

He ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal Epsilon wurde. Der Buchstabe leitet sich vermutlich von der stilisierten Darstellung eines vor Schmerz oder Freude aufschreienden Menschen her. Lateinische Entsprechung: E.

Waw

Waw ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung eines Haken oder eines Nagels herleitet. Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Digamma und Ypsilon. Lateinische Entsprechungen: F, U, V, W und Y.

Zajin

Zajin ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung einer Waage oder einer Waffe herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Zeta. Lateinische Entsprechung: Z.

Chet

Chet ist ein semitischer Guttural. Der Buchstabe leitet sich von der Darstellung eines Zaunes oder einer Haarsträne her. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Eta. Lateinische Entsprechung: H.

Tet

Tet ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Garnrolle herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Theta. Keine lateinische Entsprechung.

Jod

Jod ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal Iota wurde. Der Buchstabe leitet sich von der Darstellung einer Hand (yod = Hand) her. Lateinische Entsprechungen: I und J.

Kaph

Kaph ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer geöffneten Hand herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Kappa. Lateinische Entsprechung: K.

Lamed

Lamed ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Stabes herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Lambda. Lateinische Entsprechung: L.

Mem

Mem ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung einer Wasserlinie herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe My. Lateinische Entsprechung: M.

Nun

Nun ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Schlange oder eines Fisches herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Ny. Lateinische Entsprechung: N.

Samech

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Samech
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Samech ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Stützpfeilers herleitet. Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Xi und Chi. Lateinische Entsprechung: X.

Ajin

Ajin ist ein semitischer Guttural, aus dem erst im griechischen Alphabet die Vokale Omikron und Omega wurden. Der Buchstabe leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Auges her. Lateinische Entsprechung: O.

Pe

Pe ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Mundes herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Pi. Lateinische Entsprechung: P.

Zade

Zade ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Heuschrecke herleitet. Dieser Buchstabe wurde als Sampi vorübergehend in das griechische Alphabet übernommen, später aber nur noch als Zahlzeichen verwendet. Keine lateinische Entsprechung.

Qoph

Qoph ist ein Konsonant, der sich von der stark stilisierten Darstellung eines sitzenden Äffchens mit herabhängendem Schwanz herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Qoppa, der aber nur für seinen Zahlwert 100 beibehalten wurde. Lateinische Entsprechung: Q.

Resch

Resch ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Menschenkopfes im Profil herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Rho. Lateinische Entsprechung: R.

Shin

Schin ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der stilisierten Darstellung eines Zahnes herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Sigma. Lateinische Entsprechung: S.

Taw

Taw ist ein Konsonant, dessen schriftliche Form ein Markierungszeichen ist. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Tau. Lateinische Entsprechung: T.

Unicode

Das Phönizische Alphabet wird in einer zukünftigen Version von Unicode im Bereich U+10900 – U+1091F kodiert werden. Ein alternativer Vorschlag, alle nordwestsemitischen Abjaden als Fontvarianten des Hebräischen Alphabets zu behandeln, wurde abgelehnt.

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Phönizisches Alphabet


Buchstabennamen im Phönizischen

Es scheint mir, daß die angegebenen Buchstabennamen im Phönizischen einfach durch Übernahme der hebräischen Bezeichnungen angenommen und aufgeschrieben wurden. In dieser Form ist das sicherlich nicht zutreffend. Die hebräischen Buchstabennamen zeigen ja die Segolierung an (alEph, dalEth usw.), eine sprachgeschichtlich recht späte Entwicklung (jedenfalls nachexilisch, womöglich erst um die Zeitenwende herum). Weiterhin bleibt so der Bezug zu den griechischen Buchstabennamen unklar. Ich möchte auch auf die Rekonstruktion der Buchstabennamen im Ugaritischen bei J. Tropper verweisen.

Unklar ist mir ebenfalls die Herkunft der verwendeten Buchstabennamen im Aramäischen. Hier handelt es sich doch eher um syrische Aussprachetraditionen? Syrisch ist zwar ein aramäischer Dialekt, da aber in aller Regel mit aramäisch die klassische Sprachstufe benannt wird, sollte hier, um Verwirrung zu vermeiden, entweder nicht von aramäisch die Rede sein oder aber die (klassisch-)aramäischen Buchstabennamen Verwendung finden.

Höchstwahrscheinlich ist es besser, wenn Du gleich zur Tat schreitest, statt auf eine Antwort zu hoffen. Hier auf :de: ist Aramäisch in der Hand der -mit Verlaub gesagt- Dilettanten. Auf :en: haben :en:User:Garzo et al den Bereich gut abgedeckt, aber davon ist noch nicht viel hier eingeflossen. --Pjacobi 12:28, 13. Okt 2005 (CEST)

Bitte um Entschuldigung für die vergessene Signatur, bin noch neu. Ich werde mich aber erst einmal um Ausbau und Korrektur der entsprechenden Artikel zu Hebräisch etc. kümmern. --Shmuel haBalshan 12:37, 13. Okt 2005 (CEST)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Phönizisches Alphabet und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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