Plutarch

Toplinks zu diesem Thema:
Athen, Autoren, Geist, Griechenland, Griechisch, Inhalt, London, Rom, Schriftsteller, Stuttgart, Tinte, Wein


Der Artikel Plutarch gehört zur Kategorie: Philosoph (Antike), Autor, Antike (Literatur), Literatur (Altgriechisch), Biografie, Sachliteratur
Plutarch (griechisch: Ploutarchos, lateinisch: Plutarchus; * um 45 in Chaironeia; † um 125) war ein griechischer Schriftsteller, bekannt vor allem durch seine biographischen und philosophischen Werke.

Abbildung
Plutarch - Kupferstich von Johann Rudolf Holzhalb (1723–1806)
Bildherkunft

Plutarch stammte aus Chaironeia in Böotien, wo er auch einen großen Teil seines Lebens verbrachte. Er studierte in Athen, wo er mit verschiedenen Philosophenschulen bekannt wurde, (vor allem der Stoa und dem Platonismus), und besuchte mehrmals Rom. Er war hochgebildet und hatte eine enzyklopädische Ader, die dem Hellenismus eigen gewesen war. Obwohl er das römische Bürgerrecht erhielt, fühlte er sich stets als Grieche. Dennoch nahm er mehrere Magistraturen (Ämter) in der Provinz Achaia (Griechenland) wahr. Am Apollontempel von Delphi übernahm er ein Priesteramt.

Werke

Biographien

  • 23 Biographienpaare (hoi bioi paralleloi), die jeweils einen Griechen und einen Römer zusammenstellen, deren Leben gewisse Ähnlichkeiten aufweisen (z. B. Alexander der Große und Caesar, Demosthenes und Cicero). Plutarch selbst kam es vor allem darauf an, den Charakter der Personen, ihre Tugenden und Fehler deutlich werden zu lassen. Seine Vitae (lat. 'Leben' pl.) sind unter bestimmten Aspekten zu betrachten. Zum einen wollte er mit seinen Parallelbiographien unterhalten. Des Weiteren wird in ihnen die moralische Qualität des Dargestellten herausgearbeitet. Zudem wollte er den Römern und Griechen die Kultur des jeweils anderen Volkes vermitteln. In den Hintergrund tritt dabei der Anspruch der chronologischen und geographischen Richtigkeit. Dennoch sind für manche antike Gestalten die Biographien Plutarchs, die auf zumeist verlorenen historischen Werken beruhen, die ausführlichste Quelle, zumal Plutarch Zugriff auf Werke von Autoren hatte (und auch teilweise benennt), die uns nicht erhalten geblieben sind.
  • Biographien der römischen Kaiser von Augustus bis Vitellius (nur die von Galba und Otho sind erhalten).
  • Einzelne Biographien verschiedener Personen, vor allem Griechen; erhalten sind die Darstellungen des Großkönigs Artaxerxes II. und von Arat von Sikyon.

Philosophische Schriften

Abbildung
Titelseite aus: "Auserlesene Moralische Schriften von Plutarch", Gedruckt bei Füeßlin und Compagnie, Zürich 1768
Bildherkunft

  • etwa 80 im weitesten Sinne philosophische Schriften (Moralia), vor allem zur Ethik, aber auch zu naturwissenschaftlichen und religiösen Themen, teilweise in Form von platonischen Dialogen.

Textausgaben

  • Konrat Ziegler (Hrsg.): Große Griechen und Römer. 6 Bde. Zürich 1954. (Bibliothek der alten Welt) Zahlreiche Nachdrucke.
  • J. L. Marr (Hrsg.): Plutarchus, Life of Themistocles. Aris & Phillips, Warminster 1998. ISBN 0-85668-676-X

Zitate

  • Der Wein: ... ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneimitteln das Schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste.

  • Audacter calumniare semper aliquid haeret (lat. "Verleumde nur dreist, etwas bleibt immer hängen")
    Inhalt des Sprichwortes ist die Tatsache, dass bei langanhaltender öffentlicher Diffamierung, auch wenn diese völlig haltlos erfolgt, immer ein schlechtes Bild der diffamierten Person in der Öffentlichkeit zurückbleibt.

  • Über die drakonischen Gesetze sprechend, diese seien mit "Blut und nicht mit Tinte geschrieben"

  • Der Geist ist kein Schiff, das man beladen kann, sondern ein Feuer, das man entfachen muss.

Literatur

  • Judith Mossman (Hrsg.): Plutarch and His Intellectual World. Duckworth, London 1997. ISBN 0-7156-2778-3
  • Konrat Ziegler: Plutarchos von Chaironeia. 2. Aufl. Druckenmüller, Stuttgart 1964 (ursprünglich Artikel im Pauly-Wissowa).

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Plutarch


Das "Beispiel Alexander und Caesar" habe ich soeben gelöscht, weil es sich um einen Irrtum handelte.

Weder Alexander, noch Caesar sind in den "Parallelen Biografien" enthalten. Vermutlich handelt es sich um eine Verwechslung, denn Plutarch hat eine eigenständige Alexander-Biographie verfasst in der er Parallelen zu Caesars Lebene zieht.

Der Artikel in der englischen Wikipaedia ist hier richtig.

Sorry, liebe IP, aber das ist Unsinn. Das Paar Alexander – Caesar gehört natürlich zu den bioi paralleloi, und der Artikel in widerspricht dem auch nicht.--StefanC 13:43, 3. Nov 2005 (CET)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Plutarch und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten