Publius Petronius Niger

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Der Artikel Publius Petronius Niger gehört zur Kategorie: Mann, Autor, Antike (Literatur), Literatur (Latein), Roman, Epik, Satire, Geboren 11, Gestorben 66
Publius Petronius Niger, auch bekannt unter den unzutreffenden Namen Gaius Petronius, Gaius Petronius Arbiter oder Titus Petronius (* 11, † 66 n. Chr.) war ein römischer Politiker und Schriftsteller.

Name

Die spärlichen antiken Quellen geben verschiedene Namen an, sodass die Wiederherstellung des eigentlichen Namens nicht ganz einfach ist.

Handschriftlich sowie auf Wachstäfelchen aus Herculaneum überliefert sind T. Petronius, T. Petronius Niger, C. Petronius, C. Petronius Arbiter und Petronius Arbiter.

Hierbei sind die Schwankungen beim Vornamen nicht ungewöhnlich, da diese im Latein stets abgekürzt geschrieben wurden, dadurch im Laufe der Überlieferung auch leicht Abschreibfehler auftreten konnten, und zudem die Vornamen im 1. Jahrhundert bereits abzusterben begannen. Nun findet sich auf einer in Altgriechisch verfassten Inschrift aus Ephesus die Namensform Ποπλίω Πετρωνίω Νίγρω Publio Petronio Nigro (Dativ Singular), deren - ausgeschriebenes - Zeugnis klar für Publius spricht.

Auch das Cognomen Niger ist durch diese inschriftlichen Funde gesichert. Die im Spätlatein zum Teil belegte Form Arbiter, die sich auch in moderner Zeit hartnäckig als Cognomen hält, ist offensichtlich der irrtümlich als Cognomen aufgefasste Beiname.

Leben und Werk

Durch seinen mit großem Aufwand betriebenen Müßiggang galt er am Hofe Neros als "Schiedsrichter des feinen Geschmacks" (arbiter elegantiae). Dass dieser Müßiggang allerdings nur eine Facette seines Lebens - und vielleicht auch nicht einmal authentisch - war, bewies er als energischer Prokonsul von Bithynien im Jahre 62 sowie dann als Consul.

Obwohl die Verfasserfrage nicht ganz geklärt ist und in zeitgenössischen Quellen keine Rede davon ist, dürfte der satirische Roman Satyrica, von dem Teile erhalten sind, von Petronius verfasst worden sein. Darauf deuten die zahlreichen Anspielungen auf Personen und Ereignisse, von denen keine jünger ist als die 60-er Jahre des 1. Jahrhunderts.

Vom Prätorianerpräfekten Tigellinus wohl aus Neid der Teilnahme an der Pisonischen Verschwörung gegen Kaiser Nero beschuldigt, kam Petronius einer Verurteilung zuvor. Seinen Freitod inszenierte er auf betont lockere Art und gleichsam als Gegenteil des Philosophentodes von Seneca und schnitt sich die Pulsadern auf; das Testament enthielt keine Lobhudeleien an den Kaiser, sondern eine detaillierte Schilderung von Neros neuesten Lastern, auch warf er dem Kaiser "Krämergeist" vor.

Nachleben

Die Figur des Petronius wurde aus den spärlichen antiken Nachrichten im Roman Quo Vadis von Henryk Sienkiewicz und danach z. B. in der Verfilmung von Mervyn LeRoy (1951) rekonstruiert.

Literatur

Marmorale, E.V., La questione petroniana, Bari 1948.

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Publius Petronius Niger


Sind diese Ergänzungen belegt? Handelte es sich tatsächlich um einen "Freitod"? Eine unfreiwillige Selbsttötung wird man wohl nicht "Freitod" nennen können, auch wenn sie "mit Stil" begangen wird. Rainer Zenz 00:03, 29. Mai 2004 (CEST)

Ja; du kannst mir vertrauen; ich bin klassischer Philologe und kenne meinen Petron. Der Bericht bei Tacitus sagt genau das aus: Petron wurde verhaftet und wartete dann gar nicht mehr auf ein Urteil. Gruß, Christian --Seidl 00:19, 29. Mai 2004 (CEST)

Worauf ich hinaus will: Ist es legitim, eine Selbsttötung "Freitod" zu nennen, wenn sie einer zu erwartenden Hinrichtung zuvorkommt und ohne diese Aussicht nicht stattgefunden hätte? Du wirst die Umstände besser kennen als ich, aber daß Petronius seinen Tod gewünscht hat, erscheint mir nicht plausibel. Vielleicht läßt sich eine neutrale Formulierung finden. Rainer Zenz 00:56, 29. Mai 2004 (CEST)

Eine Frage an den Fachmann zu den Ausführungen über die Namensform - sind das neue Forschungsergebnisse? Wenn ja, wäre m.E. zumindest ein Literaturhinweis wünschenswert (für eine detailliertere Argumentation ist hier wohl sicher nicht der Platz) und evtl. auch ein Hinweis, wo die besagte Epheser Inschrift publiziert ist und aus welcher Zeit sie stammt (zur Inschrift noch eine Frage: Fehlt tatsächlich das Iota subscriptum?). Ansonsten würde ich mir noch einen Hinweis auf unsere Hauptquelle Tacitus wünschen, aus der ja die Schilderung seines Todes entnommen ist - vielleicht könnte man auch etwas aus der Beschreibung seines Lebenswandels übernehmen (macht die Nacht zum Tage etc.)? Grüße --T.christi 23:16, 13. Jun 2005 (CEST)

als Altphilologe und Althistoriker grüble ich auch ein bißchen, wie man eine Inschrift so ohne weiteres auf eine bestimmte Person beziehen kann, da ja offensichtlich eine ganze Reihe von Personen mit dem Gentiliz Petronius belegt sind. mir persönlich ist bisher keine Publikation bekannt, die den taciteischen Petronius eindeutig mit dem Petronius Niger dieser Inschrift (von der ich auch noch nichts gehört habe) identifizieren kann. gibt es da wirklich neuere Forschungserkenntnisse, und wenn ja, mit welchen Kriterien wird die Identifikation begründet? viele Grüße --Ulixes 01:03, 19. Jul 2005 (CEST)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Publius Petronius Niger und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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