Pythia

Toplinks zu diesem Thema:
Frauen, Bodensee, Frau, Nizza


Der Artikel Pythia gehört zur Kategorie: Griechische Mythologie, delphi
Abbildung
Pythia, Statue von Marcello, 1870
Bildherkunft

Pythia war der Titel der Priesterin, die im Tempel von Delphi den Ratsuchenden weissagte. Das Amt ist jedoch nicht als das einer Prophetin anzusehen, da die pythischen Sprüche noch gedeutet werden mussten.

Sie saß auf einem Dreifuß im Adyton, der über einer Erdspalte stand, aus dem ein ethylenhaltiges Gas quoll. Das Gas versetzte sie in Trance. Man glaubte, dass in diesem entrückten Zustand der Gott Apollon aus ihr sprach. Interpretiert wurden ihre Worte von den Oberpriestern des Gottes, die Pythia war lediglich ein Medium ohne Machtposition. Sie durfte als einzige Frau den Apollontempel betreten - ansonsten war der Kult ausschließlich männlichen Priestern und Gläubigen vorbehalten. Vermutlich ist das Amt der weiblichen Priesterin ein Relikt aus der Frühzeit des Orakels, das ursprünglich der Erdgöttin Gaia geweiht war.

Die Pythien wurden nicht besonders auserwählt - es waren einfache Frauen aus der Stadt Delphi. Sie mussten jungfräulich bleiben. Zu Beginn des Orakelkultes übten auch junge Mädchen das Amt aus, doch nach Übergriffen von Pilgern wurden nur noch reife, über 50jährige Frauen zu Pythien. An stark frequentierten Tagen arbeiteten mehrere der Priesterinnen im Schichtdienst.

Pythia ist auch der Name des Planetoiden Nummer 432, Pythia (Asteroid) (entdeckt 1897 in Nizza).

Pythia vom Bodensee ist ein Spitzname von Elisabeth Noelle-Neumann; die Umfrage-Forscherin hat die Bedeutung der Intuition auch in der Wissenschaft nie gering geschätzt.

Siehe auch: Orakel von Delphi, Portal:Mythologie, Risikotypen, Prophetie



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Pythia und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten