Schweden

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Der Artikel Schweden gehört zur Kategorie: Staat, Schweden, Monarchie, Land in der EU
Königreich Schweden
Konungariket Sverige
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Flagge Schwedens
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Wappen Schwedens
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(Details) (Details)

Amtssprache Schwedisch
Hauptstadt Stockholm
Staatsform parlamentarische Monarchie
König Carl XVI Gustaf
Staatsminister Göran Persson
Reichstagspräsident Björn von Sydow
Fläche 449.964 km²
Einwohnerzahl 9.013.109 (Stand: 31. Januar 2005)
Bevölkerungsdichte 20 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 42.392 US-$ (2005)
Gründung
Währung Schwedische Krone (SEK)
Zeitzone UTC +1
Nationalhymne Du gamla, Du fria
Kfz-Kennzeichen S
Internet-TLD .se
Vorwahl +46
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Lage von Schweden in Europa
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Wichtige Städte in Schweden
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Topographische Karte Schwedens
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Das Königreich Schweden (schwedisch Konungariket Sverige ) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt - neben dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel - die Inseln Gotland und Öland mit ein. Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.

Geografie

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Kebnekaise, der höchste Berg Schwedens
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Schweden grenzt an das Kattegatt, die Staaten Norwegen und Finnland, sowie die Ostsee. Zu Schweden gehören zwei große Inseln in der Ostsee: Gotland (ca. 3.000 km²) und Öland (ca. 1.300 km²). Es gibt ca. 221.800 Inseln. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1.572 km, von Osten nach Westen 499 km.

Während weite Teile des Landes flach bis hügelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis über 2.000 m Höhe an, sie gipfeln im Kebnekaise, 2.111 m. Über das Land verteilt gibt es 28 Nationalparks die flächenmäßig größten im Nordwesten des Landes.

Regionale Einteilung

Traditionell wird Schweden in die drei Regionen (schwed.: landsdelar) Götaland, Svealand und Norrland eingeteilt. Die vierte historische Region Schwedens war bis 1809 Österland, das heutige Finnland. Bis zur von Axel Oxenstierna 1634 durchgeführten Verwaltungsreform waren die Regionen weiterhin in folgende 25 Landschaften (landskap) gegliedert:

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Die größte Stadt ist die Hauptstadt Stockholm. Andere wichtige Städte sind Göteborg, Malmö, Uppsala, Linköping, Västerås, Örebro und Norrköping. Siehe auch die Liste der Städte in Schweden.

Grob lässt sich Schweden in den stärker entwickelten und besiedelten Süden und den sehr schwach besiedelten Norden einteilen. Der Norden beginnt nördlich einer Linie Mora-Borlänge-Falun-Gävle-Söderhamn. Um 1900 wurde begonnen den Norden zu erschließen. Zwischen 1907 und 1937 wurde die Inlandsbahn zwischen Kristinehamn und Gällivare gebaut, um diese Erschließung voranzutreiben.

Topografie

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Blick auf den Vänern von Hjortens Udde
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Süd- und Mittelschweden (Götaland und Svealand), das nur zwei Fünftel von Schweden umfasst, ist von Süden nach Norden in drei Großlandschaften geteilt, Nordschweden, das die restlichen drei Fünftel umfasst, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt.

Der südlichste Teil, die historische Provinz Schonen, ist eine Fortsetzung der Tiefebene Norddeutschlands und Dänemarks. In Schonen liegt auch der tiefste Punkt Schwedens (ausgenommen Seen u. ä.) mit 2,4 Metern unter Meereshöhe. Nördlich davon erstreckt sich das Südschwedische Hochland, eine Hochebene umgeben von einer Hügellandschaft, mit einer großen Anzahl von langgestreckten Seen, die durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Die dritte Großlandschaft ist die Mittelschwedische Senke, eine flache, jedoch zerklüftete Landschaft mit großen Ebenen, Horsten, Tafelbergen, Fjorden und einer Reihe von Seen (darunter die vier größten Seen Schwedens Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren).

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Das Rapadelta, eine nacheiszeitliche Flusslandschaft im Sarek Nationalpark, gehört zum Welterbe Laponia
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Der Westen Nordschwedens ist durch das Skandinavische Gebirge geprägt, das die Grenze zu Norwegen bildet. Die Gebirgskette weist Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Im Skandinavischen Gebirge liegt auch Schwedens höchster Berg, der Kebnekaise (2.111 m). Nach Osten hin schließt das Vorland an, Schwedens ausgedehnteste Großlandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich große Hochlandsebenen auf einer Höhe von 600-700 Metern über dem Meeresspiegel, die in ein welliges Hügelland übergehen, das nach Osten abfällt. In dieser Landschaft befinden sich auch die großen Erzvorkommen (Eisen, Kupfer, Zink, Blei) Schwedens. Die großen Flüsse Schwedens, die ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge haben, fließen beinahe parallel in tiefen Talgängen in Richtung Ostsee. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich die ebene Küstenlandschaft, die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik von einem bis an die Ostseeküste reichenden Ausläufer des Vorlandes (Höga kusten, Nationalpark) unterbrochen wird.

Die skandinavische Halbinsel war während der letzten Eiszeit von Eis bedeckt. Der Druck und die Bewegung der Eismassen hat die Landschaft in vielen Teilen wesentlich mitgestaltet. Ein auch heute noch wichtiger Faktor ist die Landhebung. Das Abschmelzen der Eismassen, die die Erdkruste niedergedrückt hatten, hat seit der letzten Eiszeit (ungefähr 10.000 v. Chr.) zu einer Landhebung von 800 m geführt. Heutzutage beträgt die Landhebung 10-11 mm jährlich.

Die längsten Flüsse Schwedens sind Klarälven, Torneälv, Dalälven, Umeälv und Ångermanälven.

Die größten Seen sind Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren.

Klima

Schwedens Klima ist für seine geografische Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die Nähe zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom bestimmt. Große Teile Schwedens haben daher ein temperiertes, feuchtes Klima mit reichlichem Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor. Die Durchschnittstemperatur für den Januar beträgt 0 °C bis -2 °C im Süden und -12 °C bis -14 °C im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16 °C bis 18 °C im Süden und 12 °C bis 14 °C im Norden.

Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter beträchtlich.

Flora und Fauna

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Eine Bucht auf Gotland
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In Nordschweden prägen die ausgedehnten borealen Nadelwälder das Bild. Je südlicher man jedoch kommt, als markanter Grenzraum für Flora und Fauna gilt der sogenannte "limes norrlandicus", desto häufiger gibt es Mischwälder. In Südschweden mussten die Laubwälder dem Ackerbau Platz machen oder wurden durch Nadelbäume aufgrund der höheren Wachstumsrate ersetzt.

Auf den Inseln Gotland und Öland findet man eine beeindruckende und vielfältige Flora vor. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Orchideenarten.

Schwarz- und Rotwild gibt es reichlich, wobei das Wildschwein zum Ende des 19. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgerottet war, jedoch nach erfolgreicher Flucht aus Wildgehegen wieder eine lebensfähige Population entwickelte. Raubtiere wie Bären, Wölfe und Luchse sind in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch dank strenger Umweltbestimmungen. Die vielen Seen und langen Küsten bieten viel Lebensraum für Wassertiere. Süß- und Salzwasserfische gibt es reichlich und auch Robben sind anzutreffen.

Schweden richtete 1910 als erstes Land in Europa Naturschutzgebiete ein und ist auch heute noch stets darauf bedacht, die heimische Natur zu schützen. Die Menschen haben ein starkes Umweltbewusstsein.

Bevölkerung

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Schwedens Einwanderer nach Herkunftsland (Stand: 2001)
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Schweden hat ca. 9,04 Millionen Einwohner. 90,8 Prozent sind ethnische Schweden, 2,5 Prozent sogenannte einheimische Finnen (Tornedalen). Es wird geschätzt, dass noch etwa 20.000 Sami (Lappen) in Schweden leben, wovon ein Großteil bereits in der übrigen Bevölkerung aufgegangen ist und nur noch wenige sich mit der Rentierzucht beschäftigen.

6,7 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer, wovon die Finnen mit 100.000 die größte Gruppe sind. Die neu eingewanderten Finnen, werden zur Unterscheidung der alteingesessenen Tornedalen "Schweden-Finnen" genannt. Durch die Krise im Irak haben auch viele Iraker den Weg nach Schweden gefunden. Weiterhin gibt es noch Norweger, Dänen, Kroaten, Serben, Bosnier, Deutsche und Polen. Letztere sind im Gesundheitssektor als Gastarbeiter stark verbreitet (Stand 2001).

Die Geburtenrate von 1,6 Kindern pro Frau (2002) ist eine der bisher niedrigsten in der Geschichte Schwedens, obwohl sie damit noch über dem europäischen Durchschnitt liegt.

Sprache

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Skandinavien - Norwegen, Schweden und Finnland im Winter
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Die Umgangssprache ist fast überall Schwedisch. Norwegisch wird meist im Norden und an der Grenze verstanden, da es dem Schwedischen sehr ähnlich ist. Dänisch wird im allgemeinen ab Mittelschweden nicht verstanden, da es sich in der Aussprache zu sehr vom Schwedischen unterscheidet. Südschweden war lange Zeit ein Teil des dänischen Königreiches, was sich auch im alltäglichen Idiom Südschwedens widerspiegelt. In einigen Gebieten werden Finnisch und Samisch gesprochen.

In Schweden haben Finnisch, Meänkieli, Jiddisch, Romani und Samisch den Status anerkannter Minoritätensprachen. Fast 80 % der schwedischen Bevölkerung sprechen Englisch als Fremdsprache, da Englisch zum einen die erste Fremdsprache an den Schulen darstellt und zum anderen im Fernsehen sehr stark vertreten ist. Als zweite Fremdsprache wählt die Mehrheit der Schüler Deutsch und als dritte zu 24 % Französisch, wobei neuerdings Spanisch ebenfalls stark im Kommen ist und an manchen Schulen Deutsch schon überholt hat. Allerdings war Deutsch bis etwa 1950 die erste Fremdsprache in Schweden, wie auch im restlichen Skandinavien.

Schwedisch wird ebenfalls auf der Inselgruppe Åland gesprochen. In Teilen Finnlands wird zudem noch Finnlandschwedisch gesprochen, eine mittlerweile fast eigene schwedische Sprache, die Einflüsse des Finnischen zeigt.

Religion

75 % der schwedischen Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis 1999 Staatskirche war. Die zweitgrößte Gruppe, die der Moslems, lässt sich zahlenmäßig nur schwer einschätzen. Ihre Mitgliederzahl liegt bei ungefähr 250.000. Die römisch-katholische Kirche hat 150.000 Mitglieder und christlich-orthodoxe Kirchen etwa 100.000. Daneben gibt es in Schweden etwa 23.000 Zeugen Jehovas. Etwa 10.000 Menschen gehören zu einer mosaischen Gemeinde.

Soziales Leben

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Stockholms Altstadt
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Das schwedische Modell”, ein Begriff vor allem der 1970er Jahre, bezieht sich auf den Wohlfahrtsstaat, ein umfassendes System sozialer Sicherheit und sozialer Fürsorge, das das Ergebnis einer einhundertjährigen Entwicklung ist. Zwischen 1890 und 1930 wurden teilweise die Grundlagen für ein Sozialsystem geschaffen, aber erst ab den 1930er Jahren – insbesondere nach der Regierungsübernahme der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1932 - wurde der Aufbau des Wohlfahrtsstaates als politisches Projekt vorangetrieben. Das schwedische Sozialsystem erfasste schließlich alle vom Kleinkind (über die kommunale Kinderfürsorge) bis zum Rentner (über die kommunale Altenfürsorge). Erst im letzten Jahrzehnt kam es zu einschneidenden Veränderungen. Eine schwere Wirtschaftskrise am Beginn der 1990er Jahre führte zu einer Kürzung von Sozialleistungen, und die erwartete demographische Entwicklung führte zu einem radikalen Umbau des Rentensystems, das nun an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt ist. Die letzten Wahlen zeigten aber, dass gerade die Kernbereiche des Wohlfahrtsstaates auch heute dem Staatsbürger am Herzen liegen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Schwedens

Politik

Hauptartikel siehe Politisches System Schwedens.

Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König Karl XVI. Gustav. Das Einkammern-Parlament, der Reichstag (schwed.: Riksdag) hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, m), die Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna, fp), die Zentrumspartei (Centerpartiet, c), die Christdemokraten (Kristdemokraterna, kd), die Grünen (Miljöpartiet de gröna, mp), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens(Sveriges socialdemokratiska arbetareparti, s) und die Linkspartei (Vänsterpartiet, v). Der Reichstag ernennt den Premierminister (statsminister), der seinerseits die weiteren Minister (schwed.: statsråd) seiner Regierung ernennt. Zur Zeit wird Schweden von einer sozialdemokratischen Minderheitenregierung mit Unterstützung der Grünen und der Linkspartei regiert.

Das Königreich ist in 21 Provinzen (schwed.: län) gegliedert. Die staatlichen Verwaltungsaufgaben auf regionaler Ebene werden von einem Regierungspräsidenten (schwed.: landshövding) und einer Provinzialregierung (schwed.: länsstyrelse) wahrgenommen.

Die kommunale Selbstverwaltung geschieht auf zwei Ebenen: den 289 Gemeinden (schwed. kommun), die kommunale Aufgaben wie u. a. das Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur wahrnehmen und den Provinziallandtagen (schwed. landsting), die für die Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zuständig sind, die die Kraft einzelner Gemeinden übersteigen, wie das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den Regionalverkehr und die Verkehrsplanung u. a. Die Gemeinden und die Provinziallandtage finanzieren ihre Tätigkeit durch die Erhebung von Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zuschüssen.

In Schweden gilt das Öffentlichkeitsprinzip, das heißt dass behördliche Schriftstücke mit geringen Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zugänglich sind. Niemand muss angeben, warum er ein Schriftstsück einsehen möchte, noch muss man sich ausweisen.

Eine weitere skandinavische Besonderheit ist das System der Ombudsmänner (schwed.: ombudsman). Sie sollen die Rechte des Einzelnen beim Kontakt mit den Behörden schützen und die Befolgung wichtiger Gesetze sicherstellen. Bürger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein, können sich an die Ombudsmänner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell als Sonderankläger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in Zusammenarbeit mit den Behörden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen, Aufklärungsarbeit betreiben und Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Neben den Justizombudsmännern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen Kinderombudsmann, einen Gleichberechtigungsombudsmann sowie Ombudsmänner gegen ethnische Diskriminierung und gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Veranlagung.

Schweden galt lange Zeit als sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europäischen Linken als gelungenes Beispiel für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gesehen.

Am 14. September 2003 wurde in Schweden über die Einführung des Euro als Landeswährung abgestimmt. Die Einführung war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2 %, Wahlausgang: 56,1 % dagegen, 41,8 % dafür, 2,1 % Enthaltungen, 0,1 % ungültig). Die Skeptiker sahen in der Euro-Einführung eine Bevormundung der schwedischen Währungspolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor 2013 soll es nach der Ankündigung der schwedischen Regierung keinen weiteren Volksentscheid zur Einführung des Euro geben. Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh schwer überschattet.

Verwaltungsgliederung

Die 21 offiziellen Verwaltungseinheiten, Län genannt, die mit den Landschaften nicht deckungsgleich sind, heißen:
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Wirtschaft

Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden – trotz des Eisenbahnbaues - ein ausgeprägter Agrarstaat, in dem 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten. Erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts setzte eine umfassende Industrialisierung ein, die bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 die Grundlagen für eine moderne Industriegesellschaft legte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu einer der führenden Industrienationen der Welt. Die Entwicklung erreichte in der Mitte der 1960er Jahre ihren Höhepunkt, seit den 1970er Jahren geht die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie zurück, während der Dienstleistungsbereich wächst. 2002 betrug der Anteil der Landwirtschaft am BIP nur mehr 2 % und der des sekundären Sektors 28 %, während 70 % des BIP durch den tertiären Sektor erwirtschaftet wurden.

Land- und Forstwirtschaft

Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und das Klima geprägt. 10 % der Staatsfläche werden landwirtschaftlich genutzt. 90 % der Anbaufläche befinden sich in Süd- und Mittelschweden. Ein Großteil der Landwirtschaftsbetriebe sind in Familienbesitz. Angebaut werden vor allem Getreide, Kartoffeln und Ölpflanzen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einnahmen (58 %) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem die Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24 % der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen auch über Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft. Die Forstwirtschaft ist von einiger Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten Länder der Erde ist. Von Wald bedeckt sind 52 % der Staatsfläche.

Bergbau und Industrie

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Kiruna und sein Erz
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Schweden ist reich an Bodenschätzen, die schon ab dem Mittelalter abgebaut wurden. Eisenerz wird – nach der Eisen- und Stahlkrise der 1970er Jahre - nur noch in Norrland (Kiruna, Gällivare-Malmberget) abgebaut und exportiert. Kupfer, Blei und Zink übersteigen den Eigenbedarf um das Mehrfache und werden ebenfalls exportiert, während Silber zu 60 % und Gold zu 80 % den Eigenbedarf decken. Größere Erzreserven sind vorhanden, deren Abbau ist aber zur Zeit unwirtschaftlich.

Was die schwedische Industrie auszeichnet, ist der verhältnismäßig hohe Anteil von Großunternehmen. Nach einer Krise am Beginn der 1990er Jahre (mit einem Produktionsrückgang von 10 % innerhalb von zwei Jahren) hat sich die Industrie wieder erholt. Die größten Industriezweige sind Fahrzeugbau (1996: 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Volvo, Scania, Saab-Automobile, Saab AB (Flugzeuge und Raumfahrttechnik) u. a., die Holz- und Papierindustrie (ebenfalls 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit vier Großunternehmen, der Maschinenbau (12 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Electrolux, SKF, Tetra-Pak, Alfa-Laval und die Elektro- und Elektronikindustrie (10 % der industriellen Wertschöpfung) mit den dominierenden Unternehmen Ericsson und ABB.

Energie

Die in Schweden erzeugte elektrische Energie stammt zu einem Anteil von 50,8 % (2001) aus Wasserkraftwerken an den großen Flüssen (Luleälv, Indalsälv, Umeälv und Ångermanälv) im Norden des Landes und zu ca. 43 % aus Atomkraftwerken. Nur ca. 4 % der Stromproduktion stammt aus fossilen Energieträgern.
Atomausstieg

Nach der partiellen Kernschmelze in Three Mile Island in den USA (1979) wurde in Schweden eine Volksabstimmung gegen Kernenergie erfolgreich durchgeführt. Dies hatte zur Folge, dass das Parlament 1980 entschied, keine weiteren Atomkraftwerke mehr zu bauen und die vier vorhandenen bis 2000 abzuschalten.

Dieser Ausstiegsplan wurde nur teilweise vollzogen. Zwischenzeitlich versuchte eine konservative Regierung den Atomausstieg ganz auszusetzen, dies wurde jedoch durch starke Proteste aus Teilen der Bevölkerung verhindert. 1997 nahm der Schwedische Reichstag die Vorlage über „Eine nachhaltige Energieversorgung“ an. Diese bestimmte u. a., einen der Reaktoren am Standort Barsebäck vor dem 1. Juli 1998 und den zweiten vor dem 1. Juli 2001 stillzulegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass deren Stromproduktion kompensiert werden kann. Der frühere Beschluss, alle Reaktoren bis 2010 stillzulegen, wurde aufgehoben. Barsebäck Block 1 wurde schließlich am 30. November 1999 stillgelegt, Barsebäck Block 2 am 1. Juni 2005.

Der Verzicht auf die Nutzung der Kernenergie wird in Schweden kontrovers diskutiert. Die Industrie befürchtet den Verlust einer preiswerten und auch umweltverträglichen Stromerzeugung und damit eine Beeinträchtigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Ein Verzicht auf die Kernenergienutzung ohne über ausreichende andere und verlässliche Stromerzeugungstechniken zu verfügen, habe erhebliche negative Folgen für die schwedische Volkswirtschaft.

Die Leistung der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist in den letzten Jahren erheblich gesteigert worden. Diese Steigerung ermöglichte die Kompensation des Ausfalls von Barsebäck. Eine Ausnutzung von vorhandenen weiteren großen Wasserkraftpotenzialen ist nicht möglich. Der Schwedische Reichstag beschloss 1998, aus Naturschutzgründen keine weiteren Ausbauten von Gewässern zuzulassen. Per Gesetz geschützt sind die Flüsse Kalixälv, Piteälv, Torneälv und Vindelälv.

Trotz erheblicher Anstrengungen, wirtschaftlich tragfähige Alternativen zur Kernenergienutzung als auch zum Verbrauch fossiler Brennstoffe zu schaffen, ist davon auszugehen, dass Schweden noch weit über das Jahr 2010 hinaus auf die Nutzung der Kernenergie nicht verzichten kann. Die Betreiber von Kernkraftwerken gehen von einer Nutzungszeit der bestehenden Anlagen etwa bis zum Jahr 2050 aus.

Dienstleistungen

Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet heute 70 % des BIP, was sich vor allem darauf zurückführen lässt, dass der öffentliche Sektor in den letzten Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Dennoch steht der private Dienstleistungsbereich für mehr als zwei Drittel der Produktion.

Außenhandel

Schwedens Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig. Die wichtigsten Exportländer sind die USA (11,9 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Deutschland (10,2 %), Norwegen (8,3 %) und Großbritannien (7,8 %). Die wichtigsten Exportprodukte sind Maschinen (15,5 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Elektro- und Elektronikprodukte (14,9 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (14,4 %). Die wichtigsten Importländer sind Deutschland (19 % des Importes im ersten Quartal 2004), Dänemark (8,8 %) und Großbritannien (8 %). Die wichtigsten Importprodukte sind Elektro- und Elektronikprodukte (16,8 % des Importes im ersten Quartal 2004), Maschinen (11,4 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (11,3 %).

Vergleichsmäßig hoch ist der Anteil ausländischer Direktinvestitionen in Schweden. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die schwedische Wirtschaft von einer kleinen Anzahl international tätiger Konzerne dominiert wird. Etwa 50 Konzerne kommen für zwei Drittel des schwedischen Exportes auf.

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr trägt mit etwa 3 % (3,3 Mrd. Euro, 2000) zu Schwedens BIP bei. Vier Fünftel der Touristen sind Inländer und nur ein Fünftel kommt aus dem Ausland. Von den Auslandstouristen kamen 1998 23 % aus Deutschland, 19 % aus Dänemark, 10 % aus Norwegen und je 9 % aus Großbritannien und den Niederlanden.

Kultur

Literatur

Hauptartikel: Schwedische Literatur

Überregionale Tageszeitungen sind die beiden in Stockholm erscheinenden Dagens Nyheter und Svenska Dagbladet, sowie Göteborgs Posten.

Film

Hauptartikel: Schwedischer Film

Um 1910 begann man mit der regelmäßigen Produktion von Spielfilmen. Der schwedische Film erreichte bald eine Qualität, die ihn international bekannt machte. Aber mit der Einführung des Tonfilmes und der damit verbundenen Begrenzung auf den kleinen, schwedischsprachigen Markt sank der Film auf ein provinzielles Niveau ohne künstlerischen Anspruch ab. Erst nach dem zweiten Weltkrieg erlebte der schwedische Film einen neuerlichen künstlerischen Aufschwung, zuerst im Dokumentarfilm, z. B. Arne Sucksdorffs 1948 mit dem Oscar ausgezeichneten Film Menschen in der Stadt, und danach als Autorenfilm mit Ingmar Bergman als herausragender Persönlichkeit. Auch die Kinder- und Jugendfilme erlangten internationale Aufmerksamkeit. Die Schaffung des Schwedischen Filminstitutes in den 1960er Jahren trug zu einer Qualitätssicherung bei, die bis heute andauert.

Architektur

Hauptartikel: Schwedische Architektur

Sport

Schweden stand 1958 bei der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land im Finale gegen Brasilien.

Musik

Listen: Liste schwedischer Musiker

Varia

Ein einmaliges Kulturdenkmal ist die alte Sendeanlage SAQ in der Nähe von Varberg, denn sie verfügt über den einzigen funktionsfähigen Maschinensender der Erde.

Schweden ist international für seine Popmusik bekannt. Bands wie ABBA, Roxette, Ace of Base und Army of Lovers sind weltbekannt. Zu den aktuellen bekannten Bands gehören zum Beispiel Looptroop, The Hives und The Cardigans. Ebenfalls gibt es eine große Anzahl an Metal Bands, wie zum Beispiel Dark Funeral, Hammerfall oder Amon Amarth.

Siehe auch: Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste schwedischer Musiker, Schwedische Küche, Liste historischer Gebäude in Schweden

Typisch schwedische Feste und Bräuche

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Schwedischer midsommar (Gemälde von Anders Zorn 1897)
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Mittsommerbaum
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Luciafest
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Am 6. Januar wird Trettondedag jul (dreizehnter Weihnachtstag, auch Trettondag jul) begangen. Dieser Tag entspricht dem deutschen Dreikönigstag und ist im hauptsächlich protestantischen Schweden ein staatlicher Feiertag.

Am Tjugondedag jul (zwanzigster Weihnachtstag, auch Tjugondag jul) oder Knut (13. Januar) ist die Weihnachtszeit vorbei. Es finden gelegentlich Abschlussfeste mit Weihnachtsbaumplünderung statt. Die Kerzen und der Schmuck werden entfernt und der Baum hinausbefördert.

Der Valborgsmässoafton wird am 30. April gefeiert und entspricht der deutschen Walpurgisnacht. Das Volk versammelt sich um große Lagerfeuer. Es werden Reden über den Frühling gehalten und Frühlingslieder gesungen.

Vor allem in Lund und Uppsala ist Valborg am Abend vor dem 1. Mai ein wichtiges Studentenfest. Punkt 15 Uhr setzen alle versammelten ihre weißen Studentenmützen auf und singen Studentenlieder. Die darauffolgende Nacht verbringt man mit übermäßigem Alkoholgenuss und Katerfrühstück.

Der 6. Juni, Svenska flaggans dag, ist der offizielle Nationalfeiertag Schwedens. Ursprünglich als "Flaggentag" 1916 ins Leben gerufen, ist der 6. Juni seit 1983 Nationaltag und seit 2005 auch gesetzlicher Feiertag.

Das Midsommarfest wird an der ersten Nacht zum Samstag nach dem 21. Juni gefeiert. Die Heftigkeit des Feierns dieses Wochenendes ist nur mit Weihnachten vergleichbar. Wenn am Johannisabend Ende Juni das Sonnenlicht im Norden 24 Stunden lang zu sehen ist und im Süden nur wenige Stunden lang in blauen Dämmerschein übergeht, ist Schweden am schönsten. Der Feiertag ist eine uralte Tradition und wurzelt in den vorgeschichtlichen Sommersonnenwendefeiern. Um den mit Birkenreisig und Blumen geschmückte Maibaum, das vielleicht bekannteste schwedische Nationalsymbol, wird überall in Schweden getanzt und gesungen. Überall herrscht ausgelassene Feststimmung.

Im August kamen früher die ersten frischen Krebse auf den Markt. Das dazugehörige Fest wird Kräftskiva genannt und kann zu beliebigem Zeitpunkt stattfinden. Man isst, so viel man schafft, von den in einem kräftigen Dillsud gekochten Krebsen und trinkt dazu Schnäpse. Als Schmuck dienen Girlanden und lustige Hüte.

In Nordschweden gibt es zum Ende des Sommers noch das Surströmmingsfest. Der Verzehr der in einer Dose vorgegorenen Heringe mit Kartoffeln oder tunnbröd (Dünnbrot – eine Vorstufe des Knäckebrot aus Norrland) erfordert aber unempfindliche Geschmacksnerven (s. Sauerströmling).

Das Luciafest beginnt am Morgen des 13. Dezembers und ist in Schweden der Tag der Lichterkönigin. Die älteste Tochter erscheint als Luziabraut in einem weißen Kleid und einem Kranz aus Preiselbeerzweigen und brennenden Kerzen auf dem Kopf. Die „Lussebrud“ weckt die Familie und serviert das Frühstück am Bett. Im ganzen Land werden Schulen und Arbeitsstätten in den frühen Morgenstunden von magisch schimmernden Luciazügen besucht. Junge Mädchen in fußlangen weißen Gewändern mit Kerzen auf dem Kopf und in den Händen werden von weißgekleideten jungen Männern begleitet, den „Sternjungen“, die bei dieser Gelegenheit einen langen, spitzen, mit einem Stern gekrönten Hut tragen. Zusammen singen sie die traditionellen Gesänge, die zur Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten gehören. Von diesem Tag an und über die gesamte Weihnachtszeit hinweg isst man ein besonderes, mit Safran gewürztes und gefärbtes, Hefegebäck.

Sonstiges

In der Nähe von Kiruna in Esrange wird ein Raketenstartplatz für den Start von Höhenforschungsraketen betrieben.

Weitere Themen

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Panoramafoto vom Fluss Österdalälven bei Idre nahe der Grenze zu Norwegen
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Literatur

  • Anemone Schlich: Das Bild der Europäischen Union in der schwedischen Öffentlichkeit. Der Andere Verlag, Osnabrück 2004, ISBN 3-89959-243-3

Weblinks

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Flagge der Europäischen Union
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Schweden


Fasst man die Inhalte der Seiten über Schweden und schwedische Städte zusammen, erhält man den Eindruck, es handele sich hier um einen riesigen Freizeitpark. Die schwedische Wirtschaft und ihre internationale Bedeutung müsste deutlich beschrieben und in die Texte integriert werden, handelt es sich doch (vielleicht eher noch in der Vergangenheit) um eines der reichsten und am stärksten entwickelten Länder Europas und der Welt. Zwar lebe ich als ausgewanderte Deutsche hier seit 35 Jahren, weiß leider über Wirtschaft auch nicht so gut Bescheid und hoffe, dass sich eine anderer/ eine andere erbarmt.

Geographie und Klima

Leider habe ich momentan selbst nicht genügend Zeit, um mich an die Bearbeitung dieser beiden Abschnitte zu machen, die m.E. dringend überarbeitet werden müssten: Im Abschnitt Geographie finde ich die langen Listen der Landschaften und Verwaltungseinheiten ziemlich öde und abschreckend. Wer scrollt zwei Seiten durch, um eventuell noch weitere Listen zu finden? ;) Wenn die schon notwendig sein sollen - sind sie es tatsächlich? - könnte man dann nicht wenigstens Tabellen anlegen, so dass sich das Ganze etwas kompakter gestaltet? Im Abschnitt werden die Begriffe Wetter und Klima wild durcheinandergewürfelt, das kann so nicht stehen bleiben. --Hph 17:21, 26. Mai 2004 (CEST)

Hab den Klimaabschnitt verändert, bin aber nur Laie. Um Geografie werde ich mich in naher Zukunft kümmern, die Liste werde ich auslagern. Stern 17:32, 26. Mai 2004 (CEST)

Geschichte und Literatur

Ich bin zwar durchaus dafür hier einige Dinge dazu hereinzuschreiben und nicht nur zu verlinken, aber bitte nicht gleich den halben Hauptartikel, sondern wirklich nur die absoluten Highlights. Mijobe 22:30, 30. Jul 2004 (CEST)

Sprache

Ich habe gerade eine anonyme Änderung rückgängig gemacht, dass man Dänisch in Schweden fast überall versteht. Ich habe selbst länger in Schweden gelebt. Dänisch ist für einen Schwedischsprecher kaum zu verstehen, eher noch zu lesen. Man hört oft genug Dänen mit Schweden auf Englisch sprechen. Anders ist es allerdings mit Norwegisch und Schwedisch, was ich eher für Dialekte halte. Das mag zwar jetzt sprachwissenschaftlich nicht stimmen, aber der Unterschied mancher deutscher Dialekte ist größer als mancher schwedisch-norwegischer. Dass man in Schonen teilweise Dänisch verstehen soll, man allerdings stimmen. Stern Stern 18:06, 2. Sep 2004 (CEST)

Das stimmt insofern, dass ein Dänisch mit lauter "weichen Ds" und "Støds" eine Zumutung ist. Wenn man aber darauf verzichten kann (und das kann jeder, der das nicht als Muttersprache als Zugenknoten in die Wiege gelegt bekomme hat), der kann mit "seinem Dänisch" in Schweden wunderbar durchkommen, denn das wird schon eher als "Norwegisch" empfunden. ;-))) Arne List 18:52, 2. Sep 2004 (CEST)

Ich stimme nicht zu. Ich bin selbst skandinavisch und alle Schweden ich kenne verstehen Dänisch. Dänen sprechen mit Schweden nicht auf Englisch oder Deutsch, sondern auf Skandinavisch! 83.109.170.116 18:12, 2. Sep 2004 (CEST)

Interessant. Aus welcher Ecke Skandinaviens kommst Du denn? Ich habe in Stockholm gelebt und hatte dort enge Kontakte auch zu Norwegern, in Deutschland zu vielen Dänen und weiterhin zu Schweden. Sie sprachen untereinander auf Englisch, weil ihnen eine Kommunikation nach ihren Aussagen sonst nicht möglich war. Stern Stern 18:15, 2. Sep 2004 (CEST)

Ich bin Norweger, spreche aber auch Dänisch und Schwedisch, und habe auch Familie in Dänemark und Schweden.

Siehe: http://en.wikipedia.org/wik...

Many dialects of Danish, Swedish and Norwegian are mutually intelligible, and Scandinavians can with little trouble understand each other's standard languages as it appears in print, radio and television. The reason they are traditionally viewed as different languages is that they each have their "army and navy", being spoken in separate countries. They are related to, but not intelligible with, the other North Germanic languages, Icelandic and Faroese, that all diverged from Old Norse, but Danish, Swedish and Norwegian are since mediaeval times more influenced by Low Saxon.

83.109.170.116 18:22, 2. Sep 2004 (CEST)

I will also note, continuing in English (which is easier than German grammar): The governments of the Scandinavian countries are aware that some people occasionally speak to each other in foreign languages nowadays. But this is only a minority, often people without much education. Most Scandinavians understand the other two Scandinavian languages good or fluently. If you want to study at a university, it is expected that you can read (and hear and understand) all Scandinavian languages. It is also expected in general. You can also do your exam or correspond with the authorities in whatever Scandinavian language you want. The national television companies are sending many programmes from the other Scandinavian countries.

Aber gilt das auch für Dänisch? Mit Norwegisch kann ich mich ja durchaus anfreunden. Du magst ja durchaus Recht haben. Meine Schwedischkenntnisse sind zu schlecht um das abschließend zu verifizieren. Ich gebe nur das wieder, was mir meine Freunde erzählt haben. Stern Stern 18:30, 2. Sep 2004 (CEST)

Ich hab grad nicht die Muße, das alles durchzulesen, aber es gibt verschiedene Grade der gegenseitigen Verständlichkeit bei Dänisch-Schwedisch-Norwegisch(-Färöisch-Isländisch). Allgemein sagt man, dass es Norweger am Einfachsten haben, ihre Nachbarn zu verstehen. Ich selber kann als deutscher Muttersprachler, der Dänisch meist ohne Wörterbuch lesen kann und gesprochenes Dänisch im Fernsehen größtenteils versteht, folgendes sagen: Wenn ich "mein Dänisch" spreche, werde ich in Dänemark für einen Norweger gehalten. In Schweden hält man mich für einen Dänen, und dort kann ich frei "Dänisch" (offenbar ist mein deutscher Akzent auch hier als "Norwegisch" akzeptabel) reden, während die Schweden eben Schwedisch reden. Damit kann man sich verständigen, wenn beide Seiten versuchen, ihren Akzent zurück zu halten. Nicht anders ist es wohl in Norwegen, wobei - wie gesagt - Norweger in der besten Situation sind, was das Verständnis der gesprochenen Dialekte (sic!) Dänisch und Schwedisch betrifft. Das liegt an der Schriftsprache Bokmál, die dem Dänischen verdammt ähnlich ist und daher den Sinn des gesprochenen Heiße-Kartoffel-im-Mund-Dänisch zumindest erahnen lässt. Schweden haben es da schwerer, wenn der dänische Sprecher keine Kompromisse eingeht und versucht, den schwedischen Dialekt zu treffen. Und um es abzurunden: Diejenigen Schüler, die durchschnittlich das beste Dänisch schreiben, kommen von den Färöern. Sie lernen es als zweite Landessprache, haben aber einen eigenen Dialekt, der es - ähnlich dem Norwegischen - so klingen lässt, wie es geschrieben wird. Übrigens kann ich jeden Schweden verstehen, der nach Deutschland kommt - schließlich kann ich Dänisch und weiß, wie es geschrieben aussieht ;) Arne List 18:47, 2. Sep 2004 (CEST)

Vielen Dank, das war doch sehr erhellend. Stern Stern

Meinst du? Es gibt irgendwo auf der Website der dänischen Botschaft in Deutschland oder aber des Kgl. Dänischen Außenministeriums eine deutsche Seite, die das in einem grafischen Dreieck mit irgendwelchen Verständlichkeitsvektoren illustriert. Ich schau mal gleich danach... :-) Arne List 18:58, 2. Sep 2004 (CEST)

Nun, was die gegenseitige Verständlichkeit von Sprechern skandinavischer Sprachen betrifft, gibt es auch in den skandinavischen Ländern keinen Konsens, insbesonders was Dänisch anlangt. Wogegen ich aber wirklich reagiere, sind die letzten Sätze in der Änderung, nämlich, dass ältere Menschen Deutsch, aber kein Englisch sprächen (das gilt vielleicht für 80jährige und ältere) und dass Deutsch für Universitätstudien eine Voraussetzung sei, etwa für das Jurastudium. Das ist falsch, was leicht an den betreffenden Vorschriften zu überprüfen ist. Englischkenntnisse, und nicht Deutschkenntnisse, werden innerhalb der allgemeinen Studienberechtigung gefordert. Deutschkenntnisse sind heutzutage nur notwending, wenn man Germanistik studieren will. Ein weiterer Punkt, der faktisch falsch ist, aber offensichtlich auch jemandem am Herzen liegt, da das mehrmals geändert wurde, ist die Behauptung, das Schwedisch durch das Plattdeutsche geprägt sei. Jede Sprache war und ist natürlich Einflüssen aus anderen Sprachen ausgesetzt, so auch das Schwedische. Wenn wir Einflüsse aus dem Deutschen betrachten, so kommen sie zuerst aus dem Mittelniederdeutschen (durch die Hanse) und später in wesentlich geringerem Umfang aus dem Hochdeutschen, aber natürlich nicht aus dem Plattdeutschen! Wigulf 08:49, 3. Sep 2004 (CEST)

Ich verstehe "Plattdeutsch" als umgangssprachliche Zusammenfassung aller mittel- und niederdeutschen Mundarten. In der Tat ist es pauschal zu behaupten, Plattdeutsch habe das Schwedische geprägt. Sicher aber ist, dass es tatsächlich im Schwedischen zahlreiche Wörter niederdeutscher Herkunft gibt. Da gebe auch ich der Hanse die Schuld. Wenn man übrigens in Schweden einen 80-jährigen nach dem Weg fragt, dann kann er vermutlich Englisch und Deutsch. Stern Stern 16:20, 3. Sep 2004 (CEST)
Mittelniederdeutsch ist nicht eine Bezeichnung für mittel- und niederdeutsche Dialekte, sondern für die niederdeutsche Sprache des Mittelalters (ab etwa 1150), analog zu Mittelhochdeutsch. Wigulf 09:47, 6. Sep 2004 (CEST)

Wenn Sie das obligatorischen Literatur lesen möchten, müssen Sie alle skandinavischen Sprachen, Englisch und Deutsch verstehen. Ich habe Freunde in Lund, und sie studieren Jura dort. Sie haben mir das erzählt. Es gilt auch für z.B. Studien wie Philosophie.

Stern: Wenn man in Schweden einen 80-jährigen nach dem Weg fragt, dann kann er vermutlich Deutsch (traditionelle erste Fremdsprache) und Französisch (traditionelle zweite Fremdsprache). Vielleicht, aber nur vielleicht auch Englisch (traditionelle dritte Fremdsprache). 50 % der Schweden lernen auch Deutsch heute. 83.109.139.197 13:40, 4. Sep 2004 (CEST)

Das ist sicher richtig. Meine Erfahrungen sind, dass ohnehin in Schweden sehr gute Fremdsprachenkenntnisse herrschen, bei den jüngeren natürlich insbesonere Englisch. Ich denke zwar, dass auch in Deutschland relativ gut Englisch gesprochen wird, aber in Nordeuropa umso mehr (Untertitel pipapo). Stern Stern 13:49, 4. Sep 2004 (CEST)

Ich weiss ja nicht woher 83.109.139.197 seine Informationen hat, aber gemäss einem Rapport der schwedischen Handelskammer aus dem Jahr 2003(Elin Svensson: Undervisning och språkkunskaper, en kompletteringsrapport. Svenska Handelskammaren 2003.), in dem eine Zusammenstellung der Fremdsprachenkenntnisse schwedischer Schüler und Studenten auf Basis amtlicher Statistik gemacht wurde, wählten 20% der Gymnasialschüler im Schuljahr 2000/2001 Deutsch (und nicht 50%!). Sehr wahrscheinlich hat sich die Lage aufgrund der letzten Schulreform noch verschlechtert, da in vielen gymnasialen Ausbildungen die obligatorische zweite Fremdsprache abgeschafft wurde. Wigulf 08:40, 6. Sep 2004 (CEST)

Ich habe bemerkt, dass die m.E. nach unrichtigen Behauptungen wieder eingefügt worden sind, daher noch ein letztes Mal eine kurze Anmerkung: 1) Was das Plattdeutsch anlangt, habe ich schon weiter oben kurz erklärt, wie es sich damit verhält (das kann übrigens in jeder Sprachgeschichte des Schwedischen oder der skandinavischen Sprachen nachgelesen werden). 2) Was Deutsch an Universitäten anlangt, so sind die allgemeine Studienberechtigung in der Hochschulverordnung (Högskoleförordningen 7 kap. 4 §) und ebenfalls die besondere Studienberechtigung zur Aufnahme eines Studiums der Rechtswissenschaften in der Hochschulverordnung (Högskoleförordningen 7 kap. 7 §) und in der Vorschrift 1996:21 (HSVFS 1996:21, 2 §) definiert. Da hier Lund erwähnt wurde, will ich auf folgende Webseite der Universität Lund hinweisen (http://www.lu.se/stu/studin... in der u.a. die Aufnahmebedingungen für das rechtswissenschaftliche Studien an der Universität Lund definiert sind. Deutsch kommt in keiner der oben genannten Dokumente vor. Übrigens habe ich meine Quellen nicht aus zweiter (oder dritter) Hand, ich arbeite selbst an einer schwedischen Universität. Ich werde aber keine Änderungen mehr in diesem Artikel vornehmen, da mir bewußt ist, dass sachliche Argumente bei denen, die hier ihren Kampf für die Bedeutung des Deutschen in der Welt auskämpfen, völlig wertlos sind. Ich habe auch eingesehen, dass es hier ja eigentlich nicht um Schweden, sondern um das Deutsche geht. Dass mich solche teutonistischen Umarmungen manchmal stören, hat wohl damit zu tun, dass ich kein Deutscher (und auch kein Norweger) bin. Wigulf 09:00, 8. Sep 2004 (CEST)

Von mir noch was zum Thema Dänisch. Die schwedische Wikipedia (und die muss es ja wohl wissen ;) sagt folgendes über Dänisch: "Danskan, som precis som svenskan tillhör den del av de nordiska språken som kallas östnordiska, är det språk som anses närmast besläktat med svenskan. I tal är dock språket svårbegripligt för en svensk, speciellt om det talas med någon av de jylländska dialekterna." = "Dänisch, welches genau wie Schwedisch zu dem Teil der nordischen Sprachen gehört die Ostnordisch genannt werden, ist die Sprache, die vermutlich am nächsten mit Schwedisch verwandt ist. Gesprochen ist die Sprache jedoch für einen Schweden schwer verständlich, speziell wenn es von jemandem mit jylländischem Dialekt gesprochen wird." Etwas ausführlicher steht es auf susning.se: "Svenskar tycker ofta att det är svårt att förstå talad danska, ..." = "Schweden denken oft, dass es schwer ist gesprochenes Schwedisch zu verstehen." Und weiter "...och danskar från t ex södra Jylland har i regel svårt att förstå svenska. Däremot har många danskar från Själland och Bornholm täta kontakter med Sverige och behärskar ofta många av de svenska orden inklusive vårt sätt att räkna. Av svenskar anses vissa danskar lättare att förstå än andra. Oftast beror det på att de faktiskt använder svenska ord när de talar med svenskar." = "Dänen aus z.B. Südjylland tun sich normalerweise schwer Schwedisch zu verstehen. Dagegen haben viele Dänen aus Själland und Bornholm häufigen Kontakt mit Schweden und beherrschen oft viele schwedische Worte, inklusive unsere [der schwedischen] Art zu zählen. Schweden sind der Ansicht, dass manche Dänen leichter zu verstehen sind als andere. Meistens liegt das daran, dass diese tatsächlich schwedische Worte verwenden wenn sie mit Schweden reden." --Sth 01:02, 9. Mär 2005 (CET)

Sorry for writing in English, but I think it's better than not writing at all. I'm from Sweden, the capital, and I'm not very good at understanding a danish person when he speaks to me. I don't think people from "Norrland" (Northern Sweden) can understand a dane at all. People from the southern parts of Sweden should be able to understand Danish far better than people from the capital and up. Reading danish are easy, but when it comes to understand a quick speaking person from Copenhagen, I think many Swedes got lots of problems with understanding them. I think that most young people would prefer to speak english with a dane, whilst amongst the elderly far more would try do use Swedish. For a couple of decades ago, schools required you could read books on diffrent scandinavian languages but these days people know far more english than they know danish. --84.217.2.135 04:57, 12. Aug 2005 (CEST)

Woher kommen die zahl 90,8 Prozent ethnische Schweden?

Irak

Wie war Schwedens Rolle im Irak-Krieg?

Finnen, Norweger und Schweden

Zu Finnen und Norwegern gibt es eigene Artikel, aber wie sieht es mit den Schweden aus? --Addicted/Signatur 2005 (Addicted) 15:22, 8. Mär 2005 (CET)

Hab ich doch glatt die Finnlandschweden vergessen. ;-) --Addicted/Signatur 2005 (Addicted) 15:27, 8. Mär 2005 (CET)

Ich fände es besser, Informationen über die Menschen eines bestimmten Landes in den Länder-Artikel selbst mit einzubauen. Gerade bei Stub-Artikeln wie den Finnen sehe ich keinen Nutzen in der Auslagerung. (Zumal die meisten Informationen ohnehin auch in Finnland erwähnt werden.) (Volksgruppen wie Finnlandschweden, Russlanddeutsche etc. sind etwas völlig anderes und haben meiner Meinung nach mit dieser Diskussion nichts zu tun) --Tkarcher 16:02, 8. Mär 2005 (CET)

Der Sonderweg Schwedens in der Bekämpfung der Prostitution

erwähnenswert erscheint mir folgender historischer ablauf :

schweden ist gerade was die prostitution anbelangt ein echter sonderfall. schweden kriminalisiert nicht die prostituierten sondern die freier. hier werden auch die unterschiede zwischen "politik der männer" und "politik mit frauen" (nicht nur bezüglich der prostitution) deutlich :

Der Sonderweg
zum sprachgebrauch : schweden galt als idyll der freien liebe, nicht umsonst kursiert das sprichwort von der "schwedischen sünde". schweden war früher ein nahes ziel der sextouristen.

wie kam es zu dem gesetz ?

1971 erste kommission zur erkundung der ursachen von sexualverbrechen. 7 männer und eine frau. vorsitz führt ein oberlandesgerichtspräsident. empfehlung : toleranz und nichteinmischung in "private" angelegenheiten. "weniger ernste" vergewaltigungen und inzestiöse handlungen sollten nur ein bußgeld nach sich ziehen. dies war der anstoß ..

1972 regierung versucht die neue "toleranz" durchzusetzen, scheitert jedoch

seitdem wird prostitution als gewaltanwendung gegenüber frauen und kinder interpretiert. erstmalig wird mißhandlung verboten.

1972 reichstag versucht, staatliche bordelle einzuführen

1977 demonstrationen erzielen die abschaffung der kommission durch die konservative regierung

1977 bildung einer neuen kommission mit einer frauenmehrheit, vorsitz führt hanna olsen hanna olsen erarbeitet eine ausführliche feldstudie

1981 erstes gutachten, welches sich hier besser eignen würde als referenz, da hier wirklich alles auf den tisch kommt. nur wer liest schon 700 seiten ? die wissenschaftlich fundierten grundaussagen : prostitution ist lediglich gewalt und unterdrückung, machtausübung und unterwerfung, ausgeübt von männern mit falsch verstandener männlichkeit. die konservative regierung ignoriert das ergebnis.

die kommision schlägt vor, freier und prostituierte zu verurteilen

1988 verbot der kinderpornographie, weil allein schon die herstellung von fotos und filmen unmoralisch ist

1989 ab jetzt mehr illegale prostituierte aus osturopa

1990 hanna olsen veröffentlicht den authentischen roman "Catrine und die Gerechtigkeit", welches zum bestseller wurde. feststellung, daß politisch gesehen nur die opfer, nie jedoch die täter verachtet und kriminalisiert werden. vergewaltigung und prostitution als fest integrierte bestandteile der patriarchalen gesellschaft, welche auf macht und hierarchien gründet.

1994 im schwedischen reichstag sitzen 41 % frauen erklärtes ziel : ächtung sexueller wie physischer gewalt gegen frauen und kinder

1995 eine weitere untersuchung zum thema, deklariert freier als personen mit abweichendem verhalten und brandmarkt die medien (internet,tv, werbeanzeigen usw). beunruhigender anstieg mit psychischer störungen und abhängigkeit von drogen und alkohol unter den prostitutierten festgestellt.

1997 im schwedischen reichtstag besteht zu 40 prozent aus frauen, weltrekord !

1997 regierungsvorlage der sozialdemokraten, (regierung bvestand zumeist aus frauen), kriminalisiert nur den freier, weil prostitutierte opfer sind. grund : prostituierte sind zumeist der schwächere part, weil sie es sonst ja kaum wären. zusätzlich wird die hemmschwelle heruntergesetzt, derartige übergriffe zur anzeige zu bringen.

1998 im schwedischen reichtstag besteht zu 43 prozent aus frauen

1998 reichstag verabschiedet das gesetz mit 181 ( je zur hälfte frauen und männer ) zu 92 stimmen.

1999 : das verbot tritt in kraft. die schwierigkeit, welche sich rückblickend zeigt, ist oft die unmöglichkeit, einen materielklen transfer nachzuweisen.

1999 medien berichten herzerweichende geschichten über von verarmung bedrohten prostituierten.

die genannten fakten mögen (wohl nur für männer) wertend erscheinen, sind jedoch die ergebnisse wohl der größten feldforschungen auf diesem gebiet.

quellen
im internet unter anderem aus http://www.sweden.se

hat jemand vorschläge anzubringen ?--TheStarchaser 12:28, 5. Sep 2005 (CEST)

Lesenswert-Diskussion

Das Königreich Schweden (schwedisch Konungariket Sverige Gesprochenen Inhalt anhören (?)) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt - neben dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel - die Inseln Gotland und Öland mit ein. Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.

  • pro - und den Artikel noch vorm Schlafengehen -- Achim Raschka 22:54, 31. Aug 2005 (CEST)
  • Contra - alle interessanten Inhalte (Geschichte usw.) wurden ausgelagert. Vor einer Kandidatur sollte der Artikel erst einmal durch ein Review geschleust werden. Die Topographie ist im Übersichtsartikel vielleicht zu detailliert, Geschichte/Kultur hingegen zu kurz dargestellt. Der WikiReader/Schweden als Ganzes(!) ist hingegen lesenswert. --Kapitän Nemo 13:02, 1. Sep 2005 (CEST)

    Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Schweden und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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