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Der Artikel Sowjetunion gehört zur Kategorie: Sowjetunion, Staat (historisch), Osteuropa
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| Amtssprache | Auf dem gesamten Gebiet Russisch; in jeder Sowjetrepublik sowie in den autonomen Republiken zusätzlich die jeweilige Nationalsprache: Estnisch, Lettisch, Litauisch, Weißrussisch, Ukrainisch, Georgisch, Armenisch, Aserbajdschanisch, Turkmenisch, Kasachisch, Usbekisch, Tadschikisch, Kirgisisch und andere Nationalsprachen in den autonomen Republiken | ||||||||
| Hauptstadt | Moskau (seit 12.März 1918 Hauptstadt von Sowjetrussland, später RSFSR, seit 30. Dezember 1922 Hauptstadt der UdSSR) | ||||||||
| Gliederung | 15 Unionsrepubliken, sowie 20 Autonome Republiken und 8 Autonome Gebiete | ||||||||
| Fläche | 22.402.200 km² | ||||||||
| Einwohnerzahl | 290.100.000 (1991) | ||||||||
| Bevölkerungsdichte | 13 Einwohner pro km² | ||||||||
| Existenzzeitraum | 30. Dezember 1922 - 25. Dezember 1991 | ||||||||
| Währung | 1 Rubel = 100 Kopeken | ||||||||
| Zeitzone | UTC +03:00 bis +12:00 | ||||||||
| Nationalhymne | Die Internationale (1922-1944) Hymne der Sowjetunion (1944-1991) | ||||||||
| Nationalfeiertag | 7. November (Tag der Oktoberrevolution) | ||||||||
| Kfz-Kennzeichen | SU | ||||||||
| Internet-TLD | .su
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| Vorwahl | +7
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Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, bzw. russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР), Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR) ) war ein Staat in Osteuropa und Nordasien. Sie bestand vom 30. Dezember 1922 – nach der russischen Oktoberrevolution - bis zur offiziellen Auflösung am 8. Dezember 1991 – auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Reiches. Später dehnte sie sich auf die von den Nachbarstaaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Rumänien und Polen eroberten Gebiete aus.
Die Sowjetunion war damit der geographisch größte Staat in der neueren Geschichte der Menschheit. Ihr Rechtsnachfolger (mit 78% der früheren Fläche) ist seit 1991/92 die Russische Föderation.
Formal war die Sowjetunion ein Staatenbund von Teilstaaten (Unionsrepubliken); de facto war sie ein zentralistisch regierter und von Russland dominierter Staat. Nominell wurde sie demokratisch durch Räte (Sowjets) bzw. ein Parlament regiert. Die tatsächliche Macht lag aber stets bei der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die das Land besonders unter Stalin totalitär, später eher diktatorisch regierte. Gegen Ende der UdSSR unternahm Michail Gorbatschow unter dem Stichwort Perestroika Anstrengungen, tatsächlich demokratische Institutionen einzuführen.
Politik
Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen.
In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach.
In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze zu beschließen. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mittrug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen.
Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern.
Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksbeauftragten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab.
Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit den Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen, um sicherzustellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten, was auch zu Missbrauch führte.
Die Sowjetunion war offiziell ein föderaler Staat, der aus 15 Republiken gebildet wurde, die theoretisch auch das Recht hatten, wieder aus der Union auszutreten. Die Republiken hatten ihre eigenen Verfassungen, die, wie die Verfassung der gesamten Union, theoretisch die Gewaltenteilung in der Sowjetunion garantieren sollten. In der Praxis hatte die zentrale Regierung jedoch alle wichtigen Befugnisse an sich gezogen und traf Entscheidungen, die von den regionalen Behörden nur ausgeführt wurden.
Fläche und Bevölkerung
Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei.
Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde.
Nach Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die RSFSR (Russische Sozialistische Föderalistische Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Unionsrepublik und auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dominierend.
Religion in der Sowjetunion
In dieser Zeit wurde die Religionsausübung verboten, waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxe Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %. Tausende Priester wurden hingerichtet oder in Arbeitslager deportiert. Ebenso in Zentralasiatischen Republiken wo mehrheitlich Muslime lebten, wurden die meisten Moscheen geschlossen und die Religiosausübung ebenfalls verboten. Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt oder wurden in schwach besiedelten Gebieten Sibiriens gebracht. Zu den vielen Einschränkungen gehörten auch Gesetze gegen das Singen religiöser Lieder.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der SowjetunionDas damalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den - allerdings schnell entmachteten - Räten (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden.
Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte.
Außenpolitik
Ein wichtiger Schritt aus der selbst gewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei.
Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als "Untermenschen", ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den so genannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest.
Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die verwandten Völker der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftabkommen zwischen den beiden Staaten. Die Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt sind in der modernen Geschichtsforschung umstritten. Eine gewisse Rolle spielte sicherlich, dass beide Staaten ihren Einfluss in Osteuropa vergrößern wollten und Stalin hoffte, mit einem Nichtangriffspakt dies ohne einen Krieg bewerkstelligen zu können. Das Handeln der Sowjetunion wird von einigen auch unter Hinweis auf die z. T. antisowjetische Stoßrichtung der britischen Appeasement-Politik als eine notwendige Absicherung der Sowjetunion gegen einen Angriff aus dem Westen (sei es nun von Deutschland oder von den westeuropäischen Staaten und den USA) verteidigt.
Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den so genannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Infolge des Krieges musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete.
Im Juni 1940 annektierte und okkupierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina.
Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front.
Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast. Davon zeugt auch, dass über 80% der deutschen Verluste an der Ostfront zustande kamen.
Die kriegsverwüstete Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im mittleren Teil Deutschlands (u. a. in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa.
In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.
Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
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Russisches Kampfflugzeug Bildherkunft |
Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Sowjetunion, den gewonnenen territorialen Machtbereich abzusichern. Das im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte sowjetische Interessengebiet in Ostpolen sowie das gesamte Baltikum schloss die UdSSR dauerhaft ihrem Staatsgebiet an; darüber hinaus bildete sie zahlreiche Satellitenstaaten, in denen sie, vor allem in Osteuropa, so genannte Volksdemokratien errichtete.
Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus. Trotz der vorsichtigen Liberalisierung im Inneren ("Tauwetter") kann von einer grundlegenden Wende in der sowjet. Politik nicht gesprochen werden. Die Reformbewegung in Ungarn 1956 wurde durch die rote Armee blutig niedergeschlagen. Trotz nun intensiverer diplomatischer Kontakte zu den USA, ging der Kalte Krieg weiter und brachte die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges. Auf Druck der USA zog Chrutschschow im letzten Moment die geplanten Raketen ab und verhinderte die drohende Eskalation. Erfolge verbuchte der Staat bei der prestigeträchtigen "Eroberung" des Weltalls. Mit dem Hund Leica entsandte man das erste Lebewesen und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All.(1961) 1964 wurde Chruschtschow durch den konservativen Leonid Breschnew als Generalsekretär ersetzt (bis 1983. Reformversuchen in anderen sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Staaten widersetzte sich das Regime vehement. Die Freiheitsbewegung des "Prager Frühling" in der Tschechoslowakei (1968) wurde mit Panzern des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Auch die Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1980 (Niederschlagung der Reformbewegung der Gewerkschaft) Solidarität, geschah unter dem Druck Moskaus. 1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nach hohen Verlusten musste man die Truppen jedoch 1985 wieder abziehen.
Die von Michail Gorbatschow ab 1985 eingeleiteten Programme von Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten den Realsozialismus reformieren, führten aber letztendlich zum Untergang des Staates.
In Jahren 1990 - 1991 erklärten die baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland als erste ihre Unabhängigkeit. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken sowie Moldawien folgten ihrem Beispiel. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der drei letzten in der Union verbliebenen Republiken – der russischen, ukrainischen und weißrussischen – die offizielle Auflösung der Sowjetunion und gründeten gleichzeitig die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS.
Die Mitglieder im Überblick
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Armenien
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Aserbaidschan
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Estland (*) (**)
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Georgien
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Kasachstan
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Kirgisien
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Lettland (*) (**)
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Litauen (*) (**)
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Moldawien
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Russland
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Tadschikistan
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Turkmenistan (**)
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Ukraine
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Usbekistan
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Weißrussland
Die mit (*) gekennzeichneten Staaten sind seit 2004 Mitglieder der EU und der NATO. Die mit (**) gekennzeichneten Staaten waren Teilrepubliken der UdSSR, sind jedoch nicht Mitglied der GUS.
Führungsspitze der Sowjetunion
Parteichefs der Bolschewiki (1903–1918), der Kommunistischen Partei Russlands (1918–1925) bzw. der Kommunistischen Partei der Sowjetunion/ KPdSU (1925–1991), und somit eigentliche Machthaber, waren:- 1903–1924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow)
- 1922–1953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili) (Generalsekretär)
- 1953–1964: Nikita Chruschtschow (Erster Sekretär)
- 1964–1982: Leonid Breschnew (ab 1966 Generalsekretär)
- 1982–1984: Juri Andropow (Generalsekretär)
- 1984–1985: Konstantin Tschernenko
- 1985–1991: Michail Gorbatschow
Regierungschefs der Sowjetunion: (1917–1946: Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, 1946–1991: Vorsitzende des Ministerrates, 28.8.1991–25.12.1991: Ministerpräsident der UdSSR und Vorsitzender des Interrepublikanischen Wirtschaftskomitees)
- 1917–1924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow) Begründer der Bolschewistischen Partei
- 1924–1930: Alexei Rykow
- 1930–1941: Wjatscheslaw Molotow
- 1941–1953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili)
- 1953–1955: Georgi Malenkow
- 1955–1958: Nikolai Bulganin
- 1958–1964: Nikita Chruschtschow
- 1964–1980: Alexei Kossygin
- 1980–1985: Nikolai Tichonow
- 1985–1991: Nikolai Ryschkow
- 1991: Walentin Pawlow (Januar bis August)
- 1991: Iwan Silajew (August bis September)
- 1991: Oleg Lobow (September bis November)
Staatsoberhäupter der Sowjetunion (1922–1938: Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomitees, 1938–1989: Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, 1989–1990: Vorsitzender des Obersten Sowjets, 1990–1991: Staatspräsident)

Sowjetische Briefmarke mit Leonid Breschnew
Bildherkunft- 1919–1946: Michail Kalinin
- 1946–1953: Nikolai Schwernik
- 1953–1960: Kliment Woroschilow
- 1960–1964: Leonid Breschnew
- 1964–1965: Anastas Mikojan
- 1965–1977: Nikolai Podgorny
- 1977–1982: Leonid Breschnew
- 1983–1984: Juri Andropow
- 1984–1985: Konstantin Tschernenko
- 1985–1988: Andrei Gromyko
- 1988–1991: Michail Gorbatschow (ab 1990 Präsident der Sowjetunion)
Nationalhymne
Bis 1944 war die Internationale die Nationalhymne der Sowjetunion. Im Jahre 1943 komponierte Alexander Wassiljewitsch Alexandrow (* 1883; † 1946) eine eigens für die Sowjetunion bestimmte Hymne (siehe Hymne der Sowjetunion) und Sergei Wladimirowitsch Michalkow (* 1913) schrieb den Text. Diese Hymne wurde erstmals am 1. Januar 1944 der Öffentlichkeit präsentiert. Dreieinhalb Monate später, am 15. März 1944, wurde dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne der Sowjetunion erklärt.
Von 1955 (nach Stalins Tod) bis 1977 wurde die Hymne stets ohne Text interpretiert.
Diese Hymne erfuhr 1977 als Folge der Entstalinisierung ihre einzige Änderung, bei der unter anderem Stalins Name aus dem Text entfernt wurde.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR warf das neue Russland das Sowjeterbe ab und gab sich eine komplett neue Hymne. Da sich diese nie großer Beliebtheit erfreute, wurde im Jahr 2000 die alte Sowjethymne mit neuem Text wieder zur Nationalhymne Russlands.
Text
Vgl. hierzu den Artikel Hymne der Sowjetunion
Literatur
- Leonid Luks: Geschichte Russlands und der Sowjetunion: von Lenin bis Jelzin. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1687-5
- Helmut Altrichter: Kleine Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. München 2001 ISBN 3406459706
- Manfred Hildermeier: Die Sowjetunion 1917 – 1991. Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56497-8
- Thomas M. Bohn (Hrsg.): Geschichte des russischen Reiches und der Sowjetunion. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-14098-8
- Karl Held (Hrsg.): Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow: Von der Reform des realen Sozialismus zur Zerstörung der Sowjetunion. Gegenstandpunkt Verlag, München 1992. ISBN 3-929211-00-9
- Mark R. Beissinger: Nationalist Mobilization and the Collapse of the Soviet State. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 052100148X
Siehe auch
- Russland
- GUS
- Geschichte der Sowjetunion
- Oktoberrevolution
- Wissenschaft in der Sowjetunion
- Zweiter Weltkrieg
- Ostblock
- Liste der Vertreter der UdSSR im Ausland
Weblinks
- Datenbank des deutschsprachigen Schrifttums über Russland/UdSSR
- Helmut Altrichter: Die Sowjetunion. Von der Oktoberrevolution bis zu Stalins Tod. München 1986 – Online Ausgabe
- Domenico Losurdo: Scheitern - Verrat - Lernprozess. Drei Ansätze zur Interpretation der Geschichte der kommunistischen Bewegung
- Nationalhymne der UdSSR als MP3
- Melodie der Nationalhymne der UdSSR als MP3
- Die Sowjetunion - erlebt von einem deutschen Kriegsgefangenen (1945-1949)
ast:Xunión Soviética scn:Unioni Suvietica simple:Soviet Union
Diskussion der Autoren über den Artikel: Sowjetunion
Ebene 2 Überschrift
jmghmg== Alte Themen == Ich denke, wir sollten wir den oberen Teil der Diskussion, zum Thema "Stalinismus" löschen? Er bezieht sich auf einen Artikel, der in der Form schon länger nicht mehr existiert. Hat wer was dagegen? -Hunne 10:19, 17. Sep 2004 (CEST)- ich hab einfach mal Diskussion:Sojetunion/Archiv aufgemacht. Gruss, --Nemonand 15:47, 23. Sep 2004 (CEST)
Grundlegender Umbau des Artikels.
Guten Abend, liebe Wikipedianutzer und -nutzerinnen.
Dieser Kommentar wurde am Mittwoch, dem 14. Juli 2004 um 22.17 von mir, dem Benutzer Roter Sisyphos, begonnen, in den folgenden Minuten in seiner Gesamtheit verfasst und nach einer oberflächlichen Revision hinzugefügt. Ich schreibe dies, um Sie über den Autoren dieser Bemerkung nicht völlig im Dunkeln stehenzulassen, und mir gleichzeitig nicht die Mühe machen zu müssen, mein Passwort neu anzufordern.
Wie wohl jeder zum Lesen befähigte Besucher des Artikels, der sich mit der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken befasst, bemerken wird, zeigt sich ein nach inhaltlichen, formalen und auch grammatischen und literarischen Aspekten niederschmetterndes Panorama, welches wohl weder den Mitarbeitern dieses Projektes noch den interessierten Lesern Befriedigung verschaffen dürfte. Unter normalen Umständen würde ich nun selbst die Ärmel hochkrempeln und an diesem unansehlichen Haufen Buchstaben herumhämmern und -löten, bis er meine Erwartungen erfüllen und den von mir nicht als niedrig vorrausgesetzen Ansprüchen der Gäste genügen würde. Ich gebe zu, ich konnte mir nicht verkneifen, bereits in den ersten Abschnitten unseres Objektes einige inhaltliche Beulen zu tuschieren, wenn auch nur vollkommen oberflächlich.
Um aber diesen Artikel einen Glanz zu verpassen, der ihn in den Olymp der exzellenten Artikel katapultieren könnte, ist ein ganz besonderer Rohstoff von Nöten, den ich nicht besitze -Zeit. Und zwar aus dem einfachen Grunde, dass ich mich in einer knapp bemeßenen Freizeit ganz meiner akademischen Ausbildung widmen möchte und muss. Was tun? Die Frage gibt bereits die Antwort. Eine Person oder auch eine ganze Gruppe mit der für die Bewältigung dieser Aufgabe notwendigen geistigen Muskulatur muss sich auf Wohl oder Übel mit Büchern und Kaffee ausrüsten, um dem Artikel eine Generalüberholung zu verpassen. Ohne anmaßend erscheinen zu wollen, möchte ich hier bereits einige Ratschläge und auch eine provisorische Strategie zum Besten geben.
Sehen wir also, welche Teile umgestellt werden müssen, um das Dilemma zu beheben.
1. Formaler Teil
Zuerst einmal sollte der gesamte Artikel der Seriösitöt wegen in "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken" umbenannt werden, sofern dies möglich ist. Da die meisten Gäste der Enzyklopädie, die sich zu diesem Thema informieren wollen, aber vermutlich die Suchanfragen "Sowjetunion", "UdSSR" oder auch schlicht "USSR" eingeben werden, sollte man über diese Begriffe zu unserem Artikel weitergeleitet werden.
Die Größe der Flagge über der Tabelle der Basisdaten sollte unter Umständen auf die Hälfte ihrer Größe reduziert werden, zu ihrer Rechte sollte das sowjetische Staatswappen zu sehen sein. Erledigt -- 213.54.201.63 23:49, 11. Feb 2005 (CET)
Die Geschichte der Sowjetunion müsste in einem einheitlichen Teil in Kurzform behandelt werden ein Link zu einer ebenfalls umgearbeiteten Artikelversion der Geschichte der Sowjetunion sollte ebenfalls zu finden sein.
(An dieser Stelle muss ich nun aus Zeitdruck abbrechen, ich werde meine Ausführungen demnächst ergänzen. Tschüß.)
Qualitätsoffensive
Ich hab mal die Sowjetunion bei der Themenabstimmung zur Qualitätsoffensive vorgeschlagen. --Boreali 23:04, 17. Jul 2004 (CEST)
- Das wird auch nicht mehr reichen. Mir fallen laufend Verletzungen der Neutralität auf. Manches zu lesen ist wirklich unerträglich. Ist aber zu viel, um es hier alles aufzulisten. Saxo 00:23, 1. Mär 2005 (CET)
Internet-TLD
Warum hat die Sowjetunion eine top level domain? Irgendwie erscheint mir das nicht koscher.--Janneman 03:23, 22. Aug 2004 (CEST)- soweit ich weiß, wurden die ersten TLD's in den 80er Jahren für die Vorläufer des Internets vergeben. Damals existierte eben noch die UdSSR. Grüße --Thommess 20:43, 2. Sep 2004 (CEST)
- Weil sie halt auch einen Ländercode hatte. Ist btw immer noch registriert, auf "Russian Institute for Development of Public Networks". 01:20, 3. Sep 2004 (CEST)
- Sowjetunion wird virtuell wiederbelebt (heise) --Sascha Claus 18:59, 16. Okt 2004 (CEST)
- In irgendeiner ISO-Norm wurden lange vor der Wende 2- und 3-stellige Länderkürzel festgelegt, natürlich auch für die SU oder die DDR. Die wurden dann 1:1 als TLDs übernommen. --Sascha Claus 18:59, 16. Okt 2004 (CEST)
- ISO 3166 code lists --Sascha Claus 18:59, 16. Okt 2004 (CEST)
- Soweit ich einmal gelesen habe, wurde die .su TLD erst vor noch nicht allzulanger Zeit erst eingeführt. (Also Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion) --B00nish w4rs 19:35, 4. Nov 2004 (CET)
- Russland wollte die alte TLD .su mal wiederbeleben, um damit Geld zu verdienen: Sowjetunion wird virtuell wiederbelebt (heise). --Sascha Claus, unangemeldet von 217.228.74.31 12:33, 11. Mär 2005 (CET)
URV
Die Übersetzung dieser Sowjethymne, wo stammt die her? So alt ist die SU ja nicht, der Übersetzer könnte durchaus noch keine 70 Jahre tot sein. JensMueller 19:01, 2. Sep 2004 (CEST)
- Der gleiche Text findet sich unter http://www.sabon.org/hymnen... . Dort steht folgender Hinweis: "(Text entnommen aus: »Handbuch des Pionierleiters«, Autorenkollektiv, Verlag Neues Leben, Berlin 1952)"
Link zur Hymne sollte geändert werden. da er auf disambiguation-page deutet. - rajanala83 http://de.wikipedia.org/wik...
Kann nicht jemand die Nationalhymne mal wörtlich ins Deutsche übersetzen? Ich will sie ja nicht nachsingen, also bedeutet mir der Reim, dem sicher einiges zum Opfer gefallen ist, nichts. Auf die jetzt hier gezeigte kann man ja verlinken.Saxo 11:16, 24. Feb 2005 (CET)
Verfassungswidrig regiert?
Hallo,
ich frage mich, ob der erste Satz des Artikels der Realität entspricht:
Die UdSSR war ein ursprünglich sowjetdemokratisch, ab 1923 verfassungswidrig und ab 1936 offiziell parlamentarisch, in der Realität jedoch von Anfang an totalitär regierter Staatenbund.
Habe jetzt in einem Geschichtsbuch nachgeschaut und konnte auch dadurch nicht erschließen, was mit "ab 1923 verfassungswidrig regiert" gemeint ist, möchte das aber deswegen nicht gleich löschen. Weiß irgendjemand, an welchem Ereignis man das festmachen kann, dass sie ab 1923 verfassungwidrig regiert war?
Viele Gruesse
--Skluesener 02:14, 27. Feb 2005 (CET)
Falsche Darstellung in der sovetischen Außenpolitik
Der zweite Absatz im Abschnitt "Außenpolitik" entspricht nicht der Wahrheit.
"Zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland pflegte die Sowjetunion freundschaftliche Beziehungen und schloss mit diesem am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den sogenannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Nazi-Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest."
Die Beziehungen zwischen der Sovetunion und dem Deutschen Reich waren keinesfalls freundschaftlich. Ein Nichtangriffspakt stellt noch kein Bündnis dar, sondern lediglich das Versprechen, keinen Krieg gegeneinander zu führen. Wie könnten die beiden Staaten auch freundschaftliche Beziehungen pflegen, wenn in Deutschland immer noch Kommunisten verfolgt wurden? Auch die erklärte Absicht Hitlers, sich "Lebensraum im Osten" zu schaffen und die Herabstufung der Russen zu "Untermenschen" waren für die Beziehungen nicht förderlich.
Auch der Rest des Artikels ist in vielen Fällen äußerst manipulativ und wird dem Prinzip des NPOV nicht gerecht. Er bedarf daher dringend einer Überarbeitung.62.46.175.173 18:01, 27. Mär 2005 (CEST)
--- Sehe ich genauso! Die Beziehungen waren alles andere als freundschaftlich. Der Führer und Stalin wollten mit dem Vertrag nur gegenseitig ihr Machtpolitik unterstützen. Hitler hat immer wieder betont, dass er die Bolschewisten verabscheut; von "Freundschaft" zu sprechen ist also historisch unseriös! Entsprechende Passagen sind in "Mein Kampf" massenhaft zu finden... MfG Steinhöfel
Da hier offensichtlich keine Einsprüche kommen, werde ich dem Absatz jetzt korrigieren. 62.46.180.145
Die Sovietunion hat stillschweigend die Verfolgung von Kommunisten im Dritten Reich geduldet, da diese Stalin sehr gelegen kam. Desweiteren hat die UdSSR nachdem sie im östlichen Teil Polens einmaschiert war diverse Kommunisten an die Gestapo ausgeliefert. Aus den heute zugänglichen Archiven geht hervor, dass eine teilweise recht enge Zusammenarbeit zwischen dem NKWD und der Gestapo bis zum Unternehmen Babarossa stattgefunden hat. Die Ankündigungen die Hitler in seinem Buch "Mein Kampf" gemacht hat wurden von Stalin und der damaligen Nomenklatur nicht ernst genommen. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Sowjetregierung bereits in der Weimarer Republik ihren Anfang genommen hat. Es gab während des Bestehens der Weimarer Republik 3 Deutsche Militärstützpunkte in der Sowjetunion. Dies war nötig, um die Vorgaben des Versailer Vertrages in Bezug auf die deutsche Armee nach 1918 zu erfüllen. Die drei Stützpunkte hatten drei unterschiedliche Aufgaben:
1. Erprobung neuer Panzerwaffen 2. Erprobung von chemischen Kampfstoffen 3. Erprobung neuer Flugzeuge und Schulung von Piloten und Offizieren (sowohl deutsche als auch sowjetische)
Die Stützpunkte wurden erst 1934 unter den Nazis geschlossen. Begründet wurde dies ganz unideologisch mit Kostenersparnis.
Es sollte auch kein Hehl daraus gemacht werden, dass Stalin in den dreißiger Jahren die Verantwortlichen der Prawda und Iswestija mehr als einmal zurückgepfiffen hat, als diese Parteizeitungen über die "Kommunistenjagd" in Deutschland berichteten und Hetzartikel schrieben.
Alles in Allem sehe ich durchaus freundschaftliche Beziehungen. Diese änderten sich erst mit dem Unternehmen Babarossa.
Gruß -- Dserschinsky 15:03, 23. Jun 2005 (CEST)
Zarenreich -> Sowjetunion?
Es steht da irgendwo, aus dem Zarenreich sei 1917 die Sowjetunion hervorgegangen. Ist es nicht so, dass aus dem Zarenreich die RSFSR entstand (und noch ein paar andere Staaten/Territorien) und diese erst 1922 als Sowjetunion gebündelt wurden? -- Mawa 20:58, 6. Mai 2005 (CEST)
demokratie / totalitarismus
Ich habe mir erlaubt den folgenden Satz umzugestallten: "Gegner der Sowjetunion und ihrer Politik warfen ihr mangelnde Demokratie bis hin zu Totalitarismus vor." Es steht nicht mal im ansatz außer frage, dass die sowjetunion dies alles verkörperte. Gewaltsame auflösungen von demonstrationen, millionenfacher mord von regimegegnern (like ukraine, Machnobewegung, die rote armee unter trotzki erlaubte sich mal ebend 1 million menschen zu töten, die auch nur irgendwie einen hauch von machno an sich hielten um die anarchistischen bestrebungen auszurotten.) um das zu erkennnen muss man kein gegner sein. Das das zentralistische regime unter lenin und weitergeführt von stalin die zerschlagung der sowjets mit sich zog ist auch nicht reine spekulation. die oktoberrevolution war der beginn einer zentralistischen bolschewistischen diktatur.
Nun, es muss zumindest eine ganze Menge Leute gegeben haben (und auch heute noch geben), die in der Sowjetunion nicht den bösen totalitären Staat gesehen haben, als der er in den westlichen Medien abgebildet wird. Ich persönlich bestreite nicht, dass die Sowjetunion ein totalitärer Staat war, aber die Zuweisung "totalitär" als Fakt ist nicht NPOV; keine Information, sondern Wertung und hat daher in einer Enzyklopädie nichts verloren.
- Da steht nicht "Die Sowjetunion verkörperte ...", sondern ausdrücklich "Gegner warfen der Sowjetunion vor ...". Wie du schon gesagt hast, wurde die Sowjetunion in den westlichen medien als böse und totalitär abgebildet. Eine solche Abbildung ist Wertung, diese Abbildung konkret zu beschreiben ist Fakt. --E3c2d6ec0ca59f4588b8bb5cb621cfa6 20:58, 21. Mai 2005 (CEST)
- Eben aus diesem Grund sollte man die Formulierung "Gegner warfen der Sowjetunion vor..." beibehalten und nicht wieder zu "in Wirklichkeit war die Sowjetunion von Anfang an totalitär regiert" umzuschreiben.62.46.180.116
Liebe Leute, über den Begriff Totalitarismus kann man natürlich streiten, aber dass die Sowjetunion ein parlamentarisch regierter Staat gewesen sei, finde ich doch ein bisschen viel des Guten. Ich werde mir erlauben, hineinzuschreiben, dass es nur eine Partei gab - was die Lage vielleicht doch ein bisschen ändert. --Tilman Berger 19:51, 22. Mai 2005 (CEST)
- Solange du dann auch dazuschreibst, dass die Leute die Wahl hatten, wen sie innerhalb der Partei wählen, ist das kein Problem. Natürlich muss man dann auch hinzufügen, dass durch die Nomenklatura auch diese Wahl etwas eingeschränkt war. 62.46.175.48
Ich habe dieses POV-Statement über "autokratisch regiert" wieder herausgenommen und die alte Version wiederhergestellt. Begründung geht aus der Diskussion hervor: es ist schlicht und einfach nicht NPOV. Noch dazu finde ich gerade die Bezeichnung "autokratisch" besonders unglücklich (sogar "totalitär" wäre besser), da autokratisch sich vor allem auf eine Personendiktatur und da vor allem auf eine monarchisch-absolutistisches System bezieht. Die Sovetunion war höchstens unter Stalin eine Personendiktatur, sonst aber je nach Ansicht eine Diktatur des Proletariats/Sozialistische Demokratie oder eine Parteidiktatur. Asha Vahishta
Die unneutralen Formulierungen im Eingangsbereich kommen wieder. Ich weiß nicht, ob Skriptor diese Diskussion verfolgt, aber ich würde diese Sache lieber mit ihm (und den anderen Editierern) besprechen, als hier einen Edit-War anzufangen. Asha Vahishta
- Hervorragende Idee! :-) Sag einfach, was du warum unneutral findest. --Skriptor Skriptor 21:01, 6. Jun 2005 (CEST)
- Im Sinne des NPOV steht es uns nicht zu, zu entscheiden, ob ein Staat totalitär war. Totalitär ist immer eine Wertung und daher nicht neutral. Aus der (subjektiven) Sicht der kapitalistischen westlichen Staaten war die UdSSR ein totalitärer Staat, aus der Sicht der sozialistischen Staaten des Ostblocks war sie eine sozialistische Demokratie bzw. eine Diktatur des Proletariats (wobei hier "Diktatur des Proletariats" kein Gegensatz zur Demokratie im Westen ist sondern zur "Diktatur der Burgeoisie", die die sozialistischen Staaten in den westlichen Staaten sahen). Die Aussage "die UdSSR war totalitär" ist subjektiv und nicht NPOV, NPOV ist nur, dass Gegner der UdSSR ihr vorwarfen, dass sie totalitär sei. Was soll daran faktisch falsch sein? Asha Vahishta
- PS. Nicht immer beobachten Leute, die Artikel ändern, die Diskussionsseiten so gut und antworten so schnell. Daher wüsste ich gerne, wie man anderen Benutzern direkt persönliche Nachrichten schreiben kann.
- Erstmal kann ein Staat nur schlecht eine „Sicht“ haben, und falls es solche Sichten gegeben haben sollte, reden wir hier nicht von diesen, sondern nur von denen natürlicher Personen.
- Zu schreiben, daß Gegner der UdSSR ihr vorwarfen, totalitär zu sein, ist aus gleich zwei Gründen POV: Erstens drückt diese Aussage aus, daß diese Einschätzung nicht auch von neutralen Beobachtern kommt, was schlicht falsch ist. Zweitens reduziert es einen politologischen Fachbegriff auf ein Werturteil, was ebenso falsch ist.
- Aus dem Artikel Totalitarismus:
- Totalitarismus ist in der Politologie ein Begriff für eine Herrschaftsform, die im Gegensatz zu der des autoritären Staates nicht nur eine diktatorische Regierungsform beinhaltet, sondern darüber hinaus auch noch den Anspruch hat, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten religiösen oder weltanschaulichen Ideologie zu schaffen, und in alle soziale Verhältnisse hinein wirkt.
- Die diktatorische Regierunsgform ist bei der UdSSR auch nach eigener Aussage („Diktatur des Proletariats“) gegeben, das Ziel der Schaffung eines neuen Menschen war ebenfalls Ziel, wenn auch am Schluß vielleicht nur noch offiziell. Ganz objektiv betrachtet war die UdSSR also ein totalitärer Staat und die vorhandene Formulierung ist absolut NPOV. --Skriptor Skriptor 21:22, 6. Jun 2005 (CEST)
Sichtweise von Staaten ist schlecht ausgedrückt. Gemeint ist die Sichtweise der herrschenden Politiker und der vorherrschenden politischen Ideologien. Von mir aus kann man statt Gegner gerne ein anderes Wort verwenden. Totalitarismus mag zwar ein in der Politikwissenschaft häufig verwendeter Begriff sein, ist jedoch keineswegs unumstritten, wie man aus demselben Artikel, den du auch zitiert hast, erkennen kann: [[LINK]] Weiters ist vielleicht der Begriff selbst kein Werturteil, die Zuordnung des Begriffs zu einem bestimmten Staat jedoch sehr wohl. Mit etwas bösem Willen kann man in jedem Staat ein totalitäres System sehen. Wenn man davon ausgeht, dass nicht nur die Sovetunion eine Diktatur des Proletariats war, sondern auch z. B. das heutige Deutschland (zur Zeiten der UdSSR eben die BRD), eine Diktatur der Burgeoisie ist, kann man auch diese zu einem totalitären Staat machen. Man könnte z. B. meinen, dass die "Erziehung zur Demokratie", die in Deutschland offizielles Lehrziel ist, eine euphemistische Umschreibung einer propagandistischen Indoktrination ist, durch die die Menschen von klein auf im Sinne der herrschenden Ideologie (Kapitalismus) erzogen werden. Sieht man sich einmal ein typisches Schulbuch für das Fach Wirtschaftskunde an, so findet man darin einen ganzen Haufen antisozialistische Propaganda. Man beachte dazu auch die Theorie des Neuen Totalitarismus: [[LINK]] Somit könnte man auch Deutschland unterstellen, ein totalitär regierter Staat zu sein, und auf dieselbe Weise jedem anderen beliebigen Staat der Welt.
(Es muss dabei angemerkt werden, dass das obige Urteil nicht meine persönliche Meinung ausdrückt, sondern die eines fiktiven Gegners der westlichen Staatssysteme).
Viele Grüße Asha Vahishta
- Deine fiktive Unterstellung kann man aber nur machen, wenn man „totalitär“ fälschlich mit „mag ich nicht“ gleichsetzt. Wenn man sich an die Definition des Begriffs hält, klappt das nicht. (Vgl. Totalitarismus.) --Skriptor Skriptor 21:27, 7. Jun 2005 (CEST)
- Das sehe ich nicht so. Es kommt nur darauf an, was man als totalitär betrachtet. Du betrachtest (soweit ich das erkennen kann) z. B. die Erziehung zum Sozialismus in der Sowjetunion als Bestandteil eines totalitären Systems, nicht aber die Erziehung zu den westlichen Werten, die in der Schule auch in Deutschland angewendet wird (besonders krass sieht man das am Wirtschaftskundeunterricht und dem Geschichteunterricht). Man könnte das auch anders machen und die westlichen Staaten "an ihren eigenen Maßstäben messen" (ich möchte dabei nicht sagen, dass die Erziehung zur Demokratie falsch sei, aber man kann sie ebenso als Indoktrination der herrschenden Ideologie sehen wie die Erziehung zum Sozialismus). Es kommt nur auf die Auslegungsweise an und die ist natürlich subjektiv. Daher ist die Zuordnung "totalitär" subjektiv und nicht NPOV und darf daher nicht als Fakt in der Wikipedia stehen, sondern als Wertung bestimmter Gruppen (ob diese jetzt konkret "Gegner der Sowjetunion" heißen, ist nicht so wichtig). Wenn man sich die Definition von totalitär als "herrschende Ideologie kontrolliert politisches, persönliches und wirtschaftliches Leben" (gemäß der englischen Wikipedia ([[LINK]]), könnte man sehr wohl sagen, dass der Kapitalismus in den westlichen Staaten Politik, das persönliche Leben der Einwohner und die Wirtschaft kontrolliert (siehe dazu auch Neuer Totalitarismus: [[LINK]]). Asha Vahishta
- Man kann alles mögliche sehen, wenn man nur will. Allerdings ist die Vermittlung der aktuelle gesellschaftlich vorherrschenden Werte mit Duldung sehr breiter Abweichungen nebst völliger Freiheit für jeden, seine eventuell zu sehr abweichenden Werte (räumlich) außerhalb der Gesellschaft zu verfolgen, ganz objektiv (und nicht nur subjektiv) etwas völlig anderes, als die gezielte Vermittlung einer abgeschlossenen Weltanschauung, komplett mit Dogmen und unfehlbaren Verkündigern, die keinen Raum für abweichende Lebensentwürfe läßt und in der die Machthaber das Individuum bis tief in seinen Privatbereich verfolgen.
- Und, nein, mit dem Schulsystem hat das bestenfalls am Rande zu tun: Erklärtes Ziel der Sowjetunion war das Erreichen des Kommunimsus, zu dem eben auch ein neuer Menschentyp gehören sollte. --Skriptor Skriptor 08:25, 8. Jun 2005 (CEST)
- Wenn man alles mögliche sehen kann, heißt das auch, dass es also unterschiedliche Ansichten geben kann und daher die einseitige Bevorzugung einer Ansicht (die Sovetunion war totalitär, Deutschland nicht) nicht NPOV ist. Ganz abgesehen davon, dass der Begriff selbst umstritten ist. Asha Vahishta
- PS. Auch wenn die Situation in Deutschland ganz objektiv anders ist als in der Sovetunion, waren auch die Verhältnisse im 3. Reich und der Sovetunion völlig anders. Trotzdem werden sie beide von vielen Gruppen unter dem Schlagwort "totalitär" in einen Topf geworfen. Also könnte man u. U. auch Deutschland in diesen Topf hineinwerfen. Und die Sache mit der völligen Freiheit, sich räumlich aus der Gesellschaft zu entfernen (sprich: auszuwandern) erübrigt sich spätestens mit der Einführung von Reisepässen.
- Wenn man alles mögliche sehen kann, dann bedeutet das, daß nicht alles, dem nicht alle zustimmen, eine Verletzung des NPOV ist. (Oder würdest du zum Beispiel schreiben wollen „Gegner des Dritten Reichs werfen ihm vor, sechs Millionen umgebracht zu haben“?)
- Wenn man den Begriff Totalitarismus so weit aufweichen will, daß er für alle Länder anzuwenden ist, dann versucht man, ihn nutzlos zu machen – denn etwas, das alles beschreibt, beschreibt nichts. (Und selbst wenn er für alle Länder anwendbar wäre, wäre die Bezeichnung der UdSSR als totalitär ja immer noch korrekt, nicht wahr?) --Skriptor Skriptor 15:52, 8. Jun 2005 (CEST)
- Die Tatsache, dass das Dritte Reich den Tod von sechs Millionen verschuldet hat ist ja ein nachweisbares Faktum, keine Klassifizierung. Es macht mir ja auch nichts, dass im Artikel steht, dass in der Sovetunion Millionen Menschen in die Gulags gesteckt wurden (wobei man sich über die genaue Zahl natürlich uneinig sein kann, wie die enormen Unterschiede, die zwischen den beiden Extremen Ludo Martens und dem Schwarzbuch des Kommunismus zeigen). Bei Klassifizierungen (insbesondere Klassifizierungen, die etwas in eine negative Schublade stecken wollen) ist fast nie neutral. Selbst in den Naturwissenschaften streiten sich die Gelehrten oft, ob eine Spezies jetzt z. B. eine Pflanze oder ein Tier oder ein Pilz ist oder, um ein griffigeres Beispiel zu wählen, ob eine befruchtete Eizelle oder ein eine Woche alter Fetus schon ein Mensch ist.
- Eine der Hauptkritikpunkte am Begriff "totalitär" ist ja, dass man ihn je nach Ansicht jedem beliebigen Land zuweisen kann. Es ist ja nicht so, dass der Begriff selbst völlig unumstritten ist (siehe, wie immer: [[LINK]]). Das allein ist schon ein Grund, ihn nicht als feststehendes Faktum zu verwenden. Asha Vahishta
- Wenn du deinen letzten Satz wirklich ernst meintest, kann ich ja gerne einmal im Artikel Deutschland schreiben, dass die BRD ein totalitärer Staat ist und dann bei Protesten darauf verweisen, wir wären bei der Diskussion zum Sovetunion-Artikel zum Schluss gekommen, jeder Staat sei totalitär ;-) .
- Die Tatsache, dass das Dritte Reich den Tod von sechs Millionen verschuldet hat ist ja ein nachweisbares Faktum – Bereits diese Ausage ist POV, zumindest wenn man dein Verständnis von NPOV zugrunde legt, denn es gibt durchaus eine erkleckliche Anzahl von Menschen, die das bestreiten.
- Und man kann eben nicht jedes beliebige Land totalitär nennen – außer, wenn man sich genau zu diesem Zweck seine eigene Definition bastelt.
- Was die Beschreibung der Bundesrepublik betrifft: Worauf ihr euch geeinigt habt (wer seid ihr?) hat wohl wenig Aussagekraft, entscheidend ist immer eine inhaltliche Begründung anhand der Totalitarismusdefinition. --Skriptor Skriptor 16:45, 8. Jun 2005 (CEST)
- Sobald diese Menschen einen Beweis für diese Theorie haben oder zumindest eine Quelle oder einen ernstzunehmenden Historiker nennen können, der es widerlegt, würde ich dazu übergehen, in diesem Sinne mehr NPOV zu fordern. Hier geht es aber nicht um Zahlen, die sich relativ leicht beweisen oder widerlegen lassen, sondern um Einordnungen, die immer an Bewertungen und Einschätzungen gebunden sind und damit schon von Grund auf nicht NPOV sind.
- Wenn wir die Diskussion jetzt mit "seine eigenen Versionen basteln" führen, werden wir nie eine Lösung finden. Wenn du sagst, der Begriff "Neuer Totalitarismus" ist willkürlich zusammengebastelt, um bestimmte Systeme zu diskreditieren, kann man ebensogut sagen, der Begriff "Totalitarismus" ist willkürlich zusammengebastelt, um bestimmte Systeme zu diskreditieren. Wenn wir neutral und objektiv sein wollen, müssen wir das auch durchziehen und den Unterstützern des Begriffs "Neuer Totalitarismus" ebenso zubilligen, dass ihre Argumente berechtigt sind wie den Unterstützern des Begriffs "Totalitarismus" in deinem Sinn.
- Bevor ich zu deinem letzten Absatz antworte, würde ich vorher noch wissen, ob du meine letzte Bemerkung wirklich nicht verstanden hast oder ob du absichtlich so tust, als ob du sie nicht verstanden hättest, um mir eine Fangfrage stellen zu können. Tut mir leid, wenn ich dir etwas unterstelle, aber für mich sieht es sehr stark nach absichtlichem nicht bzw. falsch verstehen aus. Wenn dem nicht so ist, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Asha Vahishta
- Deinen letzten Absatz hatte ich überhaupt nicht verstanden, weil ich keine Einigung zwischen uns in der Frage sehe, welche Staaten man als totalitär ansieht.
- Wenn wir neutral und objektiv sein wollen, müssen wir das auch durchziehen und den Unterstützern des Begriffs "Neuer Totalitarismus" ebenso zubilligen, dass ihre Argumente berechtigt sind wie den Unterstützern des Begriffs "Totalitarismus" in deinem Sinn. – Nein, müssen wir nicht. „Neutral“ heißt nicht, daß jedem Argument und jeder Aussage gleich viel Gewicht zugebilligt wird. Wenn etwa bestimmte Begriffe (z.B. Totalitarismus) allgemein gebräuchlich sind, dann haben Sie mehr Gewicht als ungebräuchliche Begriffe (z.B. Neuere Totalitarismus) etc. Auch hat z.B. eine Aussage von voreingenommener Seite weniger Gewicht als eine von unvoreingenommener Seite. Etc. pp.
- Der Versuch, jede Meinung las gleichberechtigt anzusehen, egal wie fundiert oder verbreitet sie ist, führt – wie oben gezeigt – zu Geschichtsfälschung und letztlich zu Verletzung des NPOV, da sie interessierten Minderheiten ein Vetorecht einräumen würde. Man kann im Artikel üder die UdSSR sicherlich erwähnen, daß manche Anhänger der Sowjetunion sie für ein demokratisches System halten (denn das tun bei weitem nicht alle – manche haben den Mut, zu ihrer Geschichte zu stehen und sind stolz darauf, daß die SU durchaus einen eigenen Entwurf hatte und gar kein Abklatsch westlicher Systeme sein sollte) , aber es kann nicht angehen, diese Ansicht als Tatsache in die Einleitung zu schreiben. --Skriptor Skriptor 23:55, 8. Jun 2005 (CEST)
So, neuer Absatz, weil die ganzen Einrückungen schon etwas platzverschwenderisch sind. Ich habe nie behauptet, das jeder Meinung das gleiche Gewicht zugebilligt wird. Aber eine Meinung, die von einer großen Gruppe und selbst eine Meinung, die von der Mehrheit vertreten wird, ist immer noch ein Meinung. Eine Meinung wird nicht einfach zum Fakt, wenn genügend Leute sie vertreten. Wegen voreingenommen oder nicht, möchte ich nur sagen, dass die, die den Begriff "totalitär" in deinem Sinn verwenden, sicherlich nicht unvoreingenommen sind, zumindest nicht weniger unvoreingenommen als die, die sie im Sinne des Neuen Totalitarismus verwenden. Zur Regierungsform der Sovetunion gibt es offensichtlich zwei Meinungen: die einen (vielleicht die Mehrheit) halten sie für totalitär; die anderen nicht. Deshalb kann es kein Fakt sein, dass sie totalitär war. Fakten sind nur folgendes: die UdSSR war ab 1936 offiziell parlamentarisch regiert. Ob sie es wirklich war oder ob sie in Wirklichkeit totalitär war, sind Ansichten, die als solche gekennzeichnet werden müssen. Asha Vahishta
- Wie ich schon oben sagte: Alle Ansichten als gleichberechtigt hinzustellen, führt zur Geschichtsfäschung. Danke für diese Illustration meiner Aussage. --Skriptor Skriptor 15:49, 9. Jun 2005 (CEST)
- Drücke dich bitte klarer aus. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was du damit sagen willst. Wie ich bereits sagte, sollen keinesfalls alle Ansichten als gleichberechtigt dargestellt werden, sondern nur Fakten von Meinungen getrennt werden. Eine Formulierung wäre z. B. "die meisten Menschen in den westlichen Staaten (wie es in anderen Staaten ist, weiß ich nicht, aber angeblich sollen viele Leute in Osteuropa der ehemaligen UdSSR gegenüber positiver eingestellt sein als wir) sehen in der ehemaligen Sovetunion einen totalitären Staat". Asha Vahishta
- Das wäre ein Tatsache. Aber wenn man die Sowjetunion mit dieser Tatsache beschreiben würde, dann wäre das trotzdem eine NPOV-verletzende Propaganda. Warum das so ist, habe ich eingags unserer Diskussion bereits duetlich gesagt. Wenn du es nicht verstanden hast, will ich es mit einem drastischen Beispiel erläutern: „Asha Vahishta hat man bisher auch noch nicht beim Kinderficken erwischt.“ Tatsache? Hoffentlich. NPOV? … --Skriptor Skriptor 16:02, 9. Jun 2005 (CEST)
- Anderes (noch drastischeres) Beispiel: "Michael Jackson fickt Kinder." (Viele meinen er tut es, andere nicht.) Asha Vahishta
Da ich offensichtlich keine Antwort mehr bekomme, werde ich die alte Version wiederherstellen. Asha Vahishta
- Du hast keien Antwort bekommen, weil du keine Argumente gebracht hast. Deien Änderung habe ich rückgängig gemacht, weil sie nicht nur das System der UdSSR verharmlost, sondern auch in der angegebenen Begründung für die Einstufung als totalitär falsch ist. --Skriptor Skriptor 12:26, 12. Jun 2005 (CEST)
- Ich habe leider auch deiner Aussage, auf die ich angeblich nicht mit Argumenten geantwortet habe, wenig Argumente entnehmen können. Du hast nur auf dein erstes Posting verwiesen, auf das ich bereits geantwortet habe. Wir können gerne die ganze Diskussion wieder von vorne anfangen, aber ich denke, das wäre eine ziemliche Zeitverschwendung. Meine Begründung ist übrigens nicht einmal nach der Definition von totalitär, die du zitierst, falsch. Wenn der Kommunismus offizielle Staatsdoktrin ist, bedeutet das sehr wahrscheinlich, dass auch die Menschen im Sinne des Kommunismus erzogen werden sollten. Asha Vahishta
- Das hast du aber nicht geschrieben: Du hast so getan, als ob die UdSSR nur wegen einer Gleichsetzung von Kommunismus und Totalitarismus (in Verbindung mit der Einparteienherrschaft als totalitär bezeichnet würde.
- Um diesen Diskussionskreislauf mal aufzubrechen, habe ich die politische Struktur etwas detaillierter beschrieben, so daß sich ein Leser besser etwas darunter vorstellen kann. --Skriptor Skriptor 13:30, 12. Jun 2005 (CEST)
- Ich habe mir meine Formulierung nochmal durchgelesen; sie hört sich wirklich ziemlich blöd an. Ich meinte eigentlich, dass der Kommunismus als Ideologie das Staatssystem bestimmte. Die Umgestaltung finde ich ist ein guter Schritt. Noch besser wäre es, sich am Artikel in der englischen Wikipedia zu orientieren, die eine sehr neutrale Einleitung hat, aber auch nicht wichtige Kritikpunkte an der Regierung der UdSSR verschweigt. Den Absatz über die Regierung der Sovetunion haben sie dort in einen eigenen Artikel "Politics" gepackt, der auch sehr vorbildlich gestaltet ist. Wenn wir uns das zum Vorbild nehmen würden, würden wir auch die Anregungen, die im Absatz direkt unter uns stehen, erfüllen. Asha Vahishta
- PS. Ich habe das "russisch" aus "zentralistisch regierter russischer Staat" entfernt. Es ist ziemlich unklar, was damit gemeint ist. Was ist ein "russischer Staat"? Ist das so was ähnliches wie ein "demokratischer Staat", ein "großer Staat" oder so? Was du ausdrücken wolltest, war wahrscheinlich, dass die Russische SFSR die dominierende Teilrepublik war, habe ich recht? Das muss man dann aber anders ausdrücken. Die Formulierung, die früher verwendet wurde, fand ich ganz gelungen. Asha Vahishta
- Wir scheinen allmählich eine für beide akzeptable Fassung zu finden; das freut mich. Du hast recht, die Formulierung in Bezug auf Rußland war ziemlich mißverständlich; ich habe jetzt eine hoffentlich klarere Fassung eingefügt.
- Ein eigener Abschnitt zur Politik wäre sicher hilfreich, weil sich das Machtsystem ja im Laufe der Geschichte mehrfach erheblich geändert hat, insbesondere bei Stalins Machtergreifung und nach seinem Tod. --Skriptor Skriptor 17:53, 12. Jun 2005 (CEST)
- Gut, wer wird den Abschnitt über die Politik übernehmen? Ich kann das gerne machen und werde mich dabei an der englischen Wikipedia orientieren, die da einen sehr informativen Abschnitt hat. Asha Vahishta
Politisches System
Zum politischen System und der Struktur der UdSSR steht überhaupt noch nichts in dem Artikel. Bin ich auf dem falschen Dampfer, oder kennt sich da niemand mit aus (inkl. mir, sonst würde ich es ja machen)? --Jailbird 11:38, 27. Mai 2005 (CEST)
Ich habe jetzt einen Absatz über die politische Struktur der Sovetunion eingefügt, der vor allem auf den Informationen, die in der englischen Wikipedia stehen, basiert. Ich möchte jedoch in den nächsten Tagen noch einige Informationen zu Perestrojka und Glasnost einbinden. Asha Vahishta
- Sieht nach erstem Überfliegen gut aus. Danke, daß du dir die Arbeit gemacht hast. --Skriptor Skriptor 21:04, 14. Jun 2005 (CEST)
Aussprache
so-Wjettunion oder Sowjett--Union? --Abdull 11:21, 25. Aug 2005 (CEST)
- Es gibt keine hörbare Lücke. Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe, also auf "wjet". --Exxu 12:08, 25. Aug 2005 (CEST)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Sowjetunion und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).
-
Weißrussland
-
Usbekistan
-
Ukraine
-
Turkmenistan (**)
-
Tadschikistan
-
Russland
-
Moldawien
-
Litauen (*) (**)
-
Lettland (*) (**)
-
Kirgisien
-
Kasachstan
-
Georgien
-
Estland (*) (**)
-
Aserbaidschan



