Tod

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Der Artikel Tod gehört zur Kategorie: Tod

Der Tod ist der unumkehrbare Verlust der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen (siehe Leben).

Die Schwierigkeit einer Definition

Die Schwierigkeit einer für alle Lebewesen gültigen Definition lässt sich durch die Beispiele Tod von Einzellern und Tod von Säugetieren erahnen. Im ersteren Fall ist der Tod entweder durch den unumkehrbaren Verlust der Zellintegrität (Lyse) oder den unumkehrbaren Verlust der Zellteilungsfähigkeit (z. B. durch Zerstörung des Genoms) definiert, im zweiteren Fall durch die unumkehrbare Desintegration lebensnotwendiger Organe wie des Herzkreislaufsystems und des zentralen Nervensystems (Gehirn). Das Sterben ist ein Prozess, und das Eintreten des Todes lässt sich selten exakt einem Zeitpunkt zuordnen. Der Tod ist der Zustand eines Organismus nach der Beendigung des Lebens und nicht zu verwechseln mit dem Sterben und Nahtoderfahrungen, die ein Teil des Lebens sind.

Der Tod als biologischer Mechanismus

Die biologische Begründung für den natürlichen Tod – und auch schon der Alterung – wird von Wissenschaftlern im Mechanismus der Evolution vermutet: Hat ein Lebewesen sein Erbgut erfolgreich weitergegeben (sind die Nachkommen selbständig), dann existiert das Erbgut in den Nachkommen fort. Ereignisse, die sich nach der erfolgreichen Weitergabe des Erbguts einstellen, haben keine direkte Wirkung auf die Veränderung, also weder eine fördernde noch eine hemmende Wirkung. Folglich können sich im Erbgut Faktoren ansammeln, die das weitere Leben nach der erfolgreichen Erbgutweitergabe bestimmen, ohne dass sie dem Selektionsdruck ausgesetzt sind. Dazu zählen auch Erbkrankheiten, die erst im fortgeschrittenen Alter ausbrechen, wie z. B. die Nervenkrankheit Chorea Huntington. Dieser „genetische Müll“ verursache, so die Theorie, den Alterstod. Dass der Alterstod nicht zwangsläufig sein muss, zeigen Experimente mit bestimmten Seegurken-Arten: Diese konnten über Jahrzehnte am Leben erhalten werden, ohne dass Alterungserscheinungen auftraten. Voraussetzung für die völlige Aussetzung der Selektion ist, dass es ein Alter gibt, ab dem eine Fortpflanzung nicht mehr möglich ist. Bei Lebewesen, die sich durch Knospung vermehren, ist dies oft nicht gegeben. Diese sollten also nach dieser Theorie potentiell unsterblich sein.

Zwei Faktoren können jedoch auch nach der Erbgutweitergabe einen Selektionsdruck auf Gene bewirken, die sich auf den Todeszeitpunkt auswirken: Bei vielen Lebewesen ist es Aufgabe der Eltern, ihre Nachkommen großzuziehen, und ein Tod der Eltern während dieser Zeit verhindert das Fortbestehen des Erbgutes. Andererseits führt ein zu langes Weiterleben nach der Fortpflanzung zu höherem Druck für die Nachkommen wegen Platz- und Ressourcenmangel. Weiterhin führt zu langsamer Generationswechsel zur zu langsamen Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und dient nicht der Arterhaltung. In dieser Hinsicht ist der Tod also nützlich und notwendig (für die Art).

Todesursachen

Im engeren Sinne unterscheidet man beim Eintritt des Todes einerseits konkret fassbare Ursachen, andererseits werden aus den jeweiligen Umständen des Todes einer Person abgeleitete, psychogene Faktoren diskutiert, die als Ursache des Todes in Erscheinung treten sollen.

Zu den natürlichen Todesursachen zählen Krankheiten und das Versagen von Körperfunktionen, zu den nichtnatürlichen Todesursachen rechnet man u.a. Unfälle, Verbrechen, Krieg, Vergiftungen oder Suizide.

Abbildung
Todesursachen in Deutschland
Bildherkunft

Der Begriff des psychogenen Todes beschreibt Vermutungen, wie der Tod aus der „Tätigkeit der Psyche heraus“ eintreten könnte. Der psychogene Tod soll etwa in Zusammenhang mit Voodoo als Folge von Verzauberung, Verfluchung, Suggestion, Prophezeihung, schwarzer Magie oder Beten beobachtet worden sein. Man geht auch bei Todesfällen nach Brechen von abergläubischen und religiösen Tabus oder bei Verzweiflung, Hilf- und Hoffnungslosigkeit oder Heimweh im Rahmen des „Heimweh-Tods“ von psychogenen Ursachen beim Todeseintritt aus. Es soll daneben einen sogenannten Seelentod geben, dessen pathophysiologische Mechanismen ebenfalls unklar sind.

Der Übergang vom Leben zum Tod

Sterbephase

Elisabeth Kübler-Ross erkannte, dass der Sterbeprozess unheilbar Kranker in unserer modernen Kultur meist in fünf Phasen abläuft. In der Regel durchlaufen die Betroffenen die Zustände

  • Nichtwahrhabenwollen und Isolierung
  • Zorn
  • Verhandeln
  • Depression
  • Zustimmung

Diese Gemütszustände sind Verteidigungsmechanismen im psychiatrischen Sinne und dienen der Bewältigung der Extremsituation, in der sich die Sterbenden befinden. Sie müssen nicht zwingend alle und in dieser Reihenfolge auftreten, auch können sie gleichzeitig vorkommen und individuell sehr verschieden lang andauern.

Mit dem Tod und aller todbezogenen Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen und Phänomene beschäftigt sich besonders die Thanatologie.

Siehe auch: Ars moriendi

Todeszeichen

Die genaue Grenze zwischen Leben und Tod ist schwer zu definieren. Je weiter man von der Grenze entfernt ist, desto klarer ist der Unterschied zwischen Leben und Tod, je näher man an der Grenze ist, desto unschärfer wird sie: So können Lebewesen, die bereits einen Herzstillstand haben, manchmal erfolgreich wiederbelebt werden. Ebenfalls können einzelne Zellen und Gewebe während des so genannten intermediären Lebens noch viele Stunden nach eingetretenem Hirntod auf äußere Einflüsse reagieren. Als unsichere Todeszeichen gelten unter anderem

Für eine Organentnahme zur Organtransplantation wird der Tod über den Hirntod definiert. Zur Feststellung des endgültigen Todes dienen die sicheren Todeszeichen. Im allgemeinen reichen die folgenden sicheren Todeszeichen dazu aus:

Todeszeitpunkt

Zur Feststellung des Todeszeitpunktes werden verschiedene Methoden angewandt. So geben die Beurteilung der Totenstarre und der Leichenflecken grobe Richtwerte (Beginn der Totenstarre nach 2–4 Stunden, volle Ausprägung nach 6–8 Stunden, Lösung nach 2–3 Tagen). Als einer der genausten Methoden gilt die Bestimmung der Körperkerntemperatur, die unter Berücksichtigung der Außentemperatur, des Körpergewichtes und den Auffindungsumständen zur Berechnung der Abkühlungszeit benutzt werden. Ebenfalls zur Ermittlung der Todeszeit werden Insektenlarven beurteilt. Daraus hat sich eine eigene Forschungsrichtung der Rechtsmedizin entwickelt: die forensische Entomologie.

Der Tod in der deutschen Rechtsprechung

Gesetzliche Definition

Im deutschen Recht gibt es keine gesetzliche Bestimmung zur Frage, wann der Tod eingetreten ist. Überwiegend wird der Hirntod als Todeszeitpunkt angenommen.

Nach dem Transplantationsgesetz ist eine Organentnahme nur nach dem Hirntod erlaubt. Auch das schweizer Transplantationsgesetz vom Dezember 2003 regelt dies vergleichbar. Der genaue Todeszeitpunkt kann bei erbrechtlichen Fragen eine Rolle spielen. Mit dem Tod endet die Rechtsfähigkeit des Menschen, wenn auch gewisse Schutzrechte (z. B. in Form der Schweigepflicht) fortdauern.

Rechtsmedizin

Zur Aufklärung von Verbrechen sowie für Erbschaftsfragen ist gelegentlich die Feststellung der Todesursache oder die Schätzung des Todeszeitpunktes von Bedeutung. Dies ist Aufgabe der Rechtsmedizin.

Bei den – zumindest aus schulmedizinischer Sicht – konkret fassbaren Todesursachen versucht man, die gewaltsamen von den nicht gewaltsamen Todesursachen zu unterscheiden. Diese recht grobe Unterteilung wird von den für die Untersuchung zuständigen Amtspersonen mit dem Begriff Todesart bezeichnet und kennt die Möglichkeiten natürlich und nicht-natürlich; eine als ungeklärt bezeichnete Todesart kann dagegen nicht als eigentliches Untersuchungsergebnis bezeichnet werden. Eine nach dem Tod eines Individuums letztlich ermittelte „Todesursache“ ist nichts anderes als eine rekonstruktive Formulierung, die das Ergebnis eines umsichtigen Einreihens der einzelnen, zur Verfügung stehenden Beobachtungen in einen Erfahrungsrahmen ist, die umso besser gelingt, je mehr Beobachtungen zur Verfügung stehen.

Die Formulierung von Todesursachen kann Fehlern unterliegen: z. B. ungenügende Untersuchung der verstorbenen Person oder Verkennen kausaler Zusammenhänge. Das Spezifitäts-Paradox ist ebenfalls ein nicht seltener Fehler: nur weil eine bestimmte Beobachtung besonders genau dokumentiert wurde, ist sie nicht alleine deswegen der wichtigste Faktor im pathophysiologischen Sterbeprozess.

Die Untersuchung einer Todesursache bedingt je nach konkreter Fragestellung eine äußere Leichenschau, eine autoptische Leichenöffnung und eine toxikologische Untersuchung mit Frage nach Vergiftung. Die Frage nach Vergiftung durch Drogen wie Alkohol oder Medikamente oder durch andere Substanzen kann bei ausschließlich äußerer Untersuchung meist nicht beantwortet werden.

Welche Untersuchungsschritte zur Etablierung einer Todesursache unabdingbar sind, hängt zum einen vom öffentlichen Anspruch an das Ergebnis der Todesursachenbestimmung ab, zum anderen von den konkreten Gegebenheiten. Es gibt Ereignisarten, die keine Gesetzgebung verpassen sollte; dazu gehören Tötungen, Vernachlässigungen, medizinische Behandlungsfehler, Unfälle als Folge technischer Mängel, Unfälle als Folge verantwortungslosen Handelns und man kennt meldepflichtige infektiöse Erkrankungen, deren Vorliegen mitunter nach Abschluss einer amtlichen Untersuchung konstatiert werden kann.

Die von Amtes wegen vorgeschriebene Strategie zur Untersuchung von Todesursachen unterscheidet sich daher auch von Gesetzgebung zu Gesetzgebung. Zweckmässig ist mindestens

  1. das routinemässige Durchführen einer toxikologischen Untersuchung von Blut und Urin,
  2. die routinemässige Inspektion der äußeren Körperoberfläche und
  3. die routinemässige Untersuchung der dem Tod vorausgehenden Umstände und der Auffindesituation bei jedem Todesfall durch
  4. geschultes Personal.
Ohne triftigen Grund sollte keiner dieser vier für die Todeursachen-Untersuchung wichtigen Bereiche ausgelassen werden. Es erstaunt daher nicht, dass Gesetzgebungen, die auf eine oder mehrere dieser vier für die Todesursachen-Untersuchung wichtigen Bereiche verzichten, entsprechende „Überraschungen“ erleben.

Was nach dem Tod kommt

Zu den Konsequenzen des Todes für das betroffenene Individuum lassen sich vier grundsätzliche Haltungen unterscheiden:

  1. Der Tod ist das endgültige Ende der körperlich-organischen und der aktiven, physisch feststellbaren geistigen Existenz eines Lebewesens (z.B. Ganztodtheorie)
  2. Der Tod ist nur eine Phase, die schließlich zu einem neuen individuellen Leben führt (Wiederverkörperung durch Reinkarnation)
  3. Der Tod ist der unumkehrbare Übergang in einen anderen Seinszustand (Weiterleben in einem Totenreich, Auferstehung, Unsterblichkeit)
  4. Leben und Tod sind indifferent (in einigen mystischen Richtungen, z.B. im Zen).

Zu den unterschiedlichen Auffassungen der verschiedenen Religionen und philosophischen Richtungen gibt der Artikel Leben nach dem Tod Auskunft.

Der Umgang mit dem Tod

(Gebräuche und Rituale, Verdrängung und Verarbeitung)

Sonstiges

Der Tod in Literatur und Kunst

Oftmals wird der Tod in der Literatur personifiziert, etwa in Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ oder Terry Pratchetts „Gevatter Tod“. Ein zentrales Motiv stellt er auch bei Thomas Mann dar, so bereits in seinen frühen Erzählungen (Der Weg zum Friedhof, Der Kleiderschrank), vor allem aber in Der Tod in Venedig und Der Zauberberg.

In der darstellenden Kunst wird der Tod als Skelett mit Sense (Sensenmann) gezeigt; die Sense dient dazu, die Seele vom Körper zu trennen. Siehe auch Totentanz.

Weitere Bezeichnungen für den Tod sind: Freund Hein, Gevatter Tod, der Schnitter.

Darstellungen des Todes im Film

Der Tod in der Sprache

Der Tod von Menschen ist oft ein Tabuthema. Daher haben alle Sprachen euphemistische Ausdrücke, um den Tod zu umschreiben. Oft handelt sich dabei um Ausdrücke, die anstelle der Endgültigkeit des Todes einen Übergang in ein potentielles Jenseits betonen. In der deutschen Sprache sind Euphemismen wie Verlassen, Hinscheiden, Heimgehen, Entschlafen gebräuchlich. Regional wird auch häufig „Abberufen werden“ (zum Herrgott) verwendet. Zudem existieren viele saloppe Wendungen wie „Den Löffel abgeben “ oder „Ins Gras beißen“.

Der Tod von nicht-menschlichen Lebewesen wird meist mit spezifischen Ausdrücken bezeichnet: Tiere, die getötet werden, schläfert man ein, sie sterben aus innerer Ursache, krepieren oder verenden. Oder sie werden von Tieren gefressen oder von Menschen geschlachtet. Pflanzen gehen ein.

Ein Soldat, der bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen ist, wird als Gefallener bezeichnet.

Siehe auch

Literatur

  • Philippe Ariès: Geschichte des Todes. 10. Aufl. Dtv, München 2002, ISBN 3-423-30169-4
  • Norbert Fischer: Geschichte des Todes in der Neuzeit. Sutton, Erfurt 2001, ISBN 3-89702-342-3
  • Norbert Ohler: Sterben und Tod im Mittelalter. Patmos, Düsseldorf 2003, ISBN 3-491-69070-6
  • Christoph Daxelmüller (Hrsg.): Tod und Gesellschaft - Tod im Wandel. Schnell und Steiner, Regensburg 1996, ISBN 3-7954-1114-9
  • Ulrich H. J. Körtner: Der unbewältigte Tod. Theologische und ethische Überlegungen zum Lebensende in der heutigen Gesellschaft. Rothe, Passau 1997, ISBN 3-927575-62-3
  • Albrecht Gläser: Grenzen zwischen Leben und Tod. Probleme in der Intensivmedizin. Hirzel, Stuttgart u.a. 1998, ISBN 3-7776-0861-0
  • Ines Klinge: Todesbegriff, Totenschutz und Verfassung. Der Tod in der Rechtsordnung unter besonderer Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Dimension. Nomos, Baden-Baden 1996, ISBN 3-7890-458
  • Sherwin B. Nuland. Wie wir sterben.Kindler Verlag, München 1994, ISBN 3-426-77237-X

  • Walter Zimmermann: Rechtsfragen bei einem Todesfall. Erbrecht, Testament, Steuern, Versorgung, Bestattung. 5. Aufl. Dtv, München 2004, ISBN 3-423-05632-0, 3-406-49284-3
  • Hans Schilder: Was tun im Trauerfall? Formalitäten erledigen, Bestattungen organisieren und Abschiedsfeier gestalten. Urania, Stuttgart 2004, ISBN 3-332-01504-4

Dokumentarfilme

  • Dying at Grace, Kanada 2003, Regie: Allan King

Weblinks

simple:Death


Diskussion der Autoren über den Artikel: Tod


Der Geist und der Tod: Meines Erachtens sollte der Satz: Der Tod ist das Erlöschen der körperlichen Existenz eines Lebewesens. erweitert werden zu folgender Aussage:

Der Tod ist das Erlöschen der körperlichen und aktiven-geistigen Existenz eines Lebewesens.

Denn der menschliche Geist kann nur auf dem Boden eines lebenden Gehirns aktiv sein. Nach dem Tod stirbt auch der Geist des Menschen.

Seine geistigen Leistungen können natürlich noch nach seinem Tode fortwirken und Anlaß zu Diskussionen und geistigen Ausseinandersetzungen anderer Menschen sein. In diesem Sinne kann der Geist eines bereits Gestorbenen nach dem Tode noch "weiterleben".

Ein echtes Weiterleben des aktiven Geistes ohne funktionierendes Gehirn ist aus biologischer, medizinischer und naturwissenschaftlicher Sicht nicht möglich.

rho

Und wie ist das bei dem Tod eines Einzellers, oder einer Ameise? Haben die auch eine 'aktiv-geistige Existenz'? -- Schewek 19:58, 18. Sep 2002 (CEST)

Über die Frage, ob der Geist weiterlebt, gibt es aber bekanntermaßen verschiedene Ansichten. Und da Artikel neutral sein sollen, halte ich den Satz in dieser Form nicht für geeignet.
Allerdings wäre folgendes möglich:

Der Tod ist das Erlöschen der körperlichen Existenz eines Lebewesens. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist dies auch das Ende seines Geistes (soweit es einen hatte). In den Religionen wird ein Weiterleben des Geistes nach dem Tod postuliert (z.B. als Geister, durch Wiedergeburt oder durch Eingehen ins Paradies).

-- Ce 20:02, 18. Sep 2002 (CEST)

"Der Tod ist ein finales Ereignis und begrenzt die Lebensdauer. Staatlicher Gesundheitsreport NRW" ist das brauchbar? --Nerd

Das ist ein brauchbarer Satz. Aber er drückt sich um die Aussage: Der Tod ist das Erlöschen der körperlichen und aktiven-geistigen Existenz eines Lebewesens.

Ich finde es ja schon erstaunlich, das man offensichtlich etwas Bauchschmerzen mit der Aussage hat, sie aber trotzdem in Wikipedia stehen läßt.

Ich finde die Aussage gut und richtig und würde sie so stehen lassen. Ich bin gespannt, wann jemand kommt und sie wieder korrigieren will, und welche Argumente er dafür vorbringen kann.

Rho

1. Der als Ende der aktiv-geistigen Existenz beschriebene Tod ist meiner Ansicht nach Mensch-zentriert, der Artikel sollte in Tod des Menschen umbenannt werden, da der Tod niederer Tiere nicht behandelt wird.
2. Bzgl. Ende der geistigen Aktivität: Juckt mich nicht so sehr, aber letztendlich geht es um die Frage, ob das im Artikel unter Geist verstandene rein körperlich zu verstehen ist oder nicht. Im ersten Fall (A) (Geist rein bedingt durch Körper) ist "aktiven geistigen Existenz" redundant. Im zweiten Fall ist (B) (Geist ist etwas ausserhalb des Körpers) ist die Aussage falsch. Und die Diskussion, welcher Fall nun zutrifft, ist in diesem Artikel fehl am Platze.
Persönlich finde ich den Bezug zur geistigen Existenz an dieser Stelle unpassend und überfüssig.
-- Schewek

Hallo Schewek ! Zu Punkt 1 : da hast du völlig recht ! zu Punkt 2 : meines Erachtens muß man beim Geist außerhalb eines lebenden Körpers 2 völlig verschiedene Dinge unterscheiden:

A.Ein aktiv-geistig tätiger Mensch schreibt ein Buch: Seine Ideen finden sich in diesem Buch wieder. Er stirbt. Sein aktiver ( = lebendiger) Geist stirbt. Der Inhalt des Buches existiert weiter. Die darin stehenden Gedanken werden diskutiert, verändert etc. d.h ein Teil seines Geistes existiert weiter, aber eben in anderen Köpfen und in seinem Buch. Punkt A: ist die naturwissenschaftlich akzeptierbare Grundlage einer Existenz von Geist nach dem Tode eines Menschen.

B.Ein Mensch stirbt. Im Zeitpunkt seines Todes verläßt eine wie auch immer definierte Substanz seinen Körper und existiert ohne materielle Grundlage weiter. Punkt B ist die christlich religiöse Ansicht vom Weiterleben nach dem Tode. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist diese abzulehnen, da es bislang keinen Nachweis der Existenz von Information oder Geist ohne materielle Grundlage gibt.

Man muß also Stellung beziehen zu Punkt B. Wenn man dem Punkt B zustimmt, muß man versuchen, die darin steckenden Aussage hieb und stichfest zu beweisen.

Ich sehe bislang keinen solchen Beweis . Deswegen lehne ich Punkt B ab.

Ich finde den Bezug zur geistigen Existenz an dieser Stelle sehr spannend und keineswegs überfüssig.

-- rho

Was Deine/Meine Stellung ist, sollte nicht den Inhalt des Artikels bestimmen. Eine Enzyklopädie stellt neutral dar, was es an Standpunkten gibt. In der Diskussion versuchen wir nicht, recht zu haben (mein Standpunkt ist richtig), sondern den Konsens (es gibt Standpunkte x, y, z) zu finden.
So, wie der erste Satz jetzt steht, ist es unklar, verwirrend, ...
Darum, den ganzen Geist-Kram da weg, und einen eigenen Abschitt weiter unten, der die genannten Punkte (A+B) anreisst.
-- Schewek

Hallo,

also mit Geistigkeit usw. hat eine naturwissenschaftliche Definition des Todes rein garnichts zu tun. Und soviel ich weiß, kann auch eine Pflanze tot sein. Auch die körperliche Existenz ist ja nicht sofort nach dem Eintritt des Todes erloschen, man denke nur an die Leiche.

Der Tod ist das Gegenteil von Leben. Und die Merkmale des Lebens sind, soweit ich mich erinnere

  1. Bewegung,
  2. Erregbarkeit,
  3. Stoffwechsel und
  4. Fortpflanzung.

Definition wäre also (Vorschlag): Der Tod ist die irreversible Beendigung der Lebensvorgänge in ihrer Gesamtheit, wie Bewegung, Stoffwechsel, Erregbarkeit und Fortpflanzung.

Uwe Thormann 13:45, 27. Mär 2004 (CET)

Hallo auch,

zunächst einmal muss ich Uwe Thormann Recht geben: Es sollte hier weniger um den Gegensatz (?) Leib-Seele-Geist, sondern eher um die Begriffe "Leben" und "Tod" gehen. Denn, wie Uwe schrieb: " Auch die körperliche Existenz ist ja nicht sofort nach dem Eintritt des Todes erloschen, man denke nur an die Leiche." Aus anderem Blickwinkel ist in einem ökologischen Sinn der Körper schon VOR dem Tod Lebensraum (Darmbakterien etc.) und der Mensch eine Art "Mini-Ökosystem", welches sich nach dem Tod des Menschen nur nach und nach ändert! Insofern ist auch die "körperliche Existenz" für den Todesbegriff nicht wirklich hilfreich, da der Körper (bzw. das ihn bildende Material) ja (für immer) in einer gewissen Form weiterexistiert.

Mich stört aber der zweite Artikelteil "Biologische Gründe für den Tod", der vielleicht besser "Die Auswirkung des Individualtodes in biologischer / ökologischer / soziologischer Hinsicht" heißen sollte, denn: Was heißt gleich zu Anfang eigentlich "Ursache"? Todesursache? Nein, sicher nicht, hier ist wohl eher Zweck gemeint - aber "Zweck" ist was ganz anderes als "Ursache" - "Ursache" kann blind sein (Aktion - Reaktion), "Zweck" setzt einen übergeordneten Willen voraus - der etwas bezweckt... So, als hätte die Evolution einen "Sinn" und sei nicht bloß ein blinder Algorithmus, in dem das gleiche Merkmal mal vorteilhaft, mal nachteilhaft (im Sinne der Fortplanzung) sein kann (man kann das ja glauben - wissen kann man das aber nicht). Schließlich wurde der Begriff "Evolution" erfunden, um gewisse Phänomene zu erklären, nicht, weil das ein beschlossener "Masterplan" ist, dem alles folgt. Der Absatz sollte also anders formuliert werden.

Weiter steht: "Ereignisse, die sich nach der erfolgreichen Weitergabe des Erbguts einstellen, haben keine direkte Wirkung auf die Veränderung, also weder eine fördernde noch eine hemmende Wirkung. Folglich können sich im Erbgut Faktoren ansammeln, die das weitere Leben nach der erfolgreichen Erbgutweitergabe bestimmen, ohne dass sie dem Selektionsdruck ausgesetzt sind." (Kursivsetzung von mir)

Meint "Veränderung" hier die Evolution allgemein? Worauf bezieht sich "fördernd" und "hemmend"? Ist mir jedenfalls nicht ganz klar, was genau gemeint ist...

Schließlich: "Andererseits führt ein zu langes Weiterleben nach der Fortpflanzung zu höherem Druck für die Nachkommen wegen Platz- und Ressourcenmangel. Weiterhin führt zu langsamer Generationswechsel zur zu langsamen Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und dient nicht der Arterhaltung. In dieser Hinsicht ist der Tod also nützlich und notwendig." Dies ist ökologisch gesehen eine verständliche (und auch bedingt tröstliche) Formulierung, aber man kann es auch zynisch finden, den Tod (allgemein) "nützlich" und "notwendig" zu nennen, wenn man bedenkt, dass auch ein Raubmörder ja vom Tod seiner Opfer profitiert (nützlich, vielleicht sogar notwendig für ihn). Das Problem hier ist wieder eine Art Güterabwägung: (Konkretes) Lebensrecht der Alten versus (konkretes) Lebensrecht der Nachkommen oder (abstrakt) Arterhaltung bzw. Anpassung. Die letzteren Dinge sind Abstraktionen und den Alten sicher egal...

Auch auf die Gefahr hin, hoffnungslos naiv und idealistisch zu erscheinen: Ich denke, der Tod ist grundsätzlich eher ein Übel (definitiv für viele Individuen, wenn es auch Schlimmeres geben mag), aus dem die Lebewesen gelernt haben, halt das Beste zu machen (z.B. bei der Ernährung, aber auch beim Erben oder Karriere machen - ohne Pensionierungen aus Altersgünden keine Beförderungen!). Wenn es die Möglichkeit gäbe, nicht sterben zu müssen, würden die meisten diese Möglichkeit doch wohl wählen!

In puncto Ernährung gibt es ja auch Lebewesen, die ihre Hauptenergie von der Sonne und anorganischem Material beziehen: Pflanzen! Zwar reicht Photosynthese-Energie wohl kaum dazu aus, einen Menschen zu "betreiben" - aber man sieht, dass Leben auch ohne anderes Leben zu vernichten grundsätzlich möglich ist (leider wohl nicht unseres).

Was ich damit sgaen will, ist, dass hier versucht wird, den Tod als Folge der Evolution darzustellen (man stirbt, weil man - "evolutionär verpflichtet" - den Neuen Platz machen muss und keine Ressourcen mehr verbrauchen soll), wobei doch eher das Umgekehrte zutrifft: Man stirbt, weil man mit inneren oder äußeren Lebensumständen nicht mehr zurechtkommt, woraufhin andere die Lücke ausfüllen - was sie nicht getan hätten, wenn man nicht gestorben wäre!

So, tut mir Leid, habe wohl "etwas" geschwafelt, aber war mein erster Diskussionsbeitrag... Vergebung... -- Marilyn.hanson 04:50, 10. Aug 2004 (CEST)

Ich kann mit der Formulierung "Erlöschen der körperlichen Existenz" nichts anfangen. Das hieße doch der Tod tritt erst ein, wenn der komplette Körper weg ist. (Verwest, gefressen, wie auch immer). Der Körper selbst ist doch nach dem Tod des Lebewesens noch vorhanden, oder überseh ich das was? --VerwaisterArtikel VerwaisterArtikel 12:27, 21. Sep 2004 (CEST)

Hmmm.... Im Werte- und Normenunterricht habe ich erfahren, daß neben dem biologischen Tod, der hier im Artikel behandelt wird, daß auch einen Sozialen Tod gibt, der unabhängig vom biologischen Tod eintritt. Ein Beispiel für sozialen Tod wäre, wenn eine alleinstehende Person (w/m) erst nach Jahren in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Falls jemand etwas mehr darüber wissen sollte, bitte ich darum, dieses mit in den Artikel aufzunehmen. --Wendelin 23:14, 2. Jan 2005 (CET)

Ein weiteres Beispiel für sozialen Tod: Ein Bekannter von mir sah es als seine Pflicht an, auf einen Abiball in meiner Region erscheinen, weil er sonst von niemanden mehr im Ort anerkannt worden wäre. --Wendelin 20:27, 20. Feb 2005 (CET)

Tut mir leid, aber ich bin mit dem ersten Satz immernoch nicht einverstanden; Der Tod sei lediglich duch Verlust gekennzeichnet. Der Tod IST der Verlust der Lebensfunktionen. Vorschläge? -- wiberg

Alternative Begriffe

Dort steht: Ein Unfall endet oft tödlich, der bedauenswerte Teilnehmer ist dann tot. Das ist erstens falsch (ein Unfall endet extrem selten tödlich, zum Glück!), zweitens völlig banal, und drittens bietet das keinen weiteren Begriff. Ich tausche den satz mal durch was sinnvolleres aus. --Kuli 17:58, 21. Mär 2005 (CET)

Sprüche überflüssig

sind die sprüche am schluss nicht ein bisschen zuviel des guten? man könnte ja theoretisch zu fasst jedem eintrag in der wikipedia eine sprüchesektion machen, das ist aber nicht wirklich enzyklopädarisch, oder?

Widerspruch zu Totenstarre Artikel

Bei Totenstarre steht 'Durch Zersetzungsvorgänge beginnt sich die Starre 48 Stunden post mortem wieder zu lösen.'. Das widerspricht doch dem was hier steht '(Beginn der Totenstarre nach 2–4 Stunden, volle Ausprägung nach 6–8 Stunden, Lösung nach 2–3 Tagen)'.

Ich kann da jetzt nich so recht den Widerspruch sehen. Was meinst du genau? --Hypno-toad 17:54, 5. Sep 2005 (CEST)

bestimmt schwer...

Moin moin,

war und ist bestimmt nicht leicht, so ein schwieriges Thema anzupacken. Ich wollte dies einfach mal zum Ausdruck bringen und mich dafür bei euch und allen anderen Wikipedianern für die vielen wunderbaren Artikel bedanken und auch bei Wikimedia, die das ermöglicht. --Leviathan09 22:09, 4. Mai 2005 (CEST)

Lesenswert-Diskussion

Der Tod ist der unumkehrbare Verlust der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen (siehe Leben) und damit das Lebensende.

  • Pro Hat noch Lücken (Geschichtlicher Umgang mit dem Tod, Religion), aber ich fand ihn schon recht nett. Jedenfalls lesenswert Anneke Wolf 21:59, 4. Sep 2005 (CEST)

    Ein Totenschädel in Gold sagt nichts aus

    Warum wurde die alte Abbildung zu diesem Artikel durch eine neue ersetzt, welche nicht mehr aussagt, als daß sie einen in Gold gefaßten Totenkopf darstellt ? (Nicht einmal eine Bildunterschrift ist beigefügt.) Was ist der Zweck dieser Ersetzung ? Soll der "Tod" schöner oder schrecklicher erscheinen ? Falls schöner: Dann sollte er nicht in Form eines Totenschädels dargestellt werden. Falls schrecklicher: Dann darf er nicht in Gold und nur abstrakt erscheinen. Denk bitte nochmals über diese Bildauswahl nach, die sicherlich besser getroffen werden kann (die vorherige Wahl trifft die Sache weit besser). Hans Rosenthal (ROHA) (hans.rosenthal AT t-online.de -- ersetze AT durch @ ) PS: Habe diese überflüssige Abbildung entfernt, aus den genannten Gründen.

    Stichwortsammlung Tod

    Ich habe auf meiner Benutzerseite eine Stichwort-, Stoffsammlung zu diesem Thema angelegt. --S.ludwig 19:22, 6. Dez 2005 (CET)

    Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Tod und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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