ViPr (Bema)

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Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen soll: WP ist kein zahnärtzlicher Abrechnungskatalog --H-stt 19:51, 6. Dez 2005 (CET)

Die ViPr (ausgesprochen: Wie-Prrr) ist eine zahnärztliche Abrechnungsposition aus dem Leistungskatalog für Kassenzahnärzte (BEMA). ViPr steht für Vitalitäts-Prüfung.

Leistungebeschreibung

Sensibilitätsprüfung der Zähne

Der Kassenzahnarzt bekommt nur die Leistungen (ca. 100 - 200) von den Krankenkassen vergütet, die in der BEMA aufgeführt sind. Diese Leistungen sind durchnummeriert und werden alternativ auch durch eine etwas einprägsamere Abkürzung (zumindest für den Fachmann) bezeichnet.

Die achte Position auf dieser Bema-Leistungsliste ist die ViPr, um die es hier geht (Bema Nr. 8). Im Praxisalltag wird jeder Sensibilitätstest eines Zahnes kurz als ViPr bezeichnet.

Vergütung

Die Krankenkassen vergüten die ViPr mit 6 Punkten. Der vorläufige Punktwert für den Kassenzahnarzt beträgt ca. 0,87 Euro (Stand Nov. 2005). Vorbehaltlich einer Rückforderung wegen Wirtschaftlichkeitsprüfung oder Mengenüberschreitung (Honorarverteilungsmaßstab) oder rückwirkender Absenkung des Punktwertes.

Das vorläufige Zahnarzthonorar (einschließlich seiner Personal- und Gerätekosten) beträgt also 6 Punkte x 0,87 Euro = 5,22 Euro (Stand 2005).

Bema-Bestimmungen zur ViPr

Leistungen nach Nr. 8 sind auch bei der Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen auf dem Erfassungsschein abzurechnen.

Üblicherweise werden ZE-Leistungen (Zahnersatz-Leistungen) über den Heil- und Kostenplan (HKP) abgerechnet. Für die ViPr ist aber extra festgelegt, dass sie wie konservierende und chirurgische Leistungen über den Erfassungsschein abzurechnen sind.

Die ViPr ist je Sitzung (Behandlungstermin) nur 1x abrechenbar - unabhängig davon, wieviel Zähne getestet wurden. Die ViPr wird als je Sitzung und nicht je Zahn abgerechnet.

Bei der Erstuntersuchung des Patienten (01) bietet es sich an gleich eine ViPr mit durchzuführen. Auch für die Erhebung eines PSI-Index und die Anfertigung eines OPG's wäre das der geeignete Zeitpunkt.

Vita

Vita ist lateinisch für Leben. Mit der Vitalitätsprobe soll festgestellt werden, ob ein Zahn lebt - also vital ist oder ob er nicht lebt - also tot ist (devital).

Durchführung

Da am Zahn eigentlich nur die Pulpa (Zahnmark) lebt, soll durch Reize festgestellt werden, ob diese vom Patienten gespürt werden. In der Praxis durchgesetzt hat sich ausschließlich der Kältereiz. Als Kältequelle dient meist ein Kältespray. Das wir z.B. auf Wattekügelchen (Wattepellets) oder Schaumstoffträger aufgesprüht und dann schnell an den Zahn gehalten. Der Patient muß dann angeben, ob er diesen Kältereiz spürt oder ob er ihm gar Schmerzen verursacht.

Eine andere Kältequelle ist Stickstoffschnee, der vor der Anwendung aus einem Vorrats-Druckbehälter in eine Applikationsspritze gefüllt wird.

Merkt der Patient den Kältereiz nicht, dann ist die ViPr negativ und es ist davon auszugehen, dass die Pulpa devital ist.

Merkt der Patient den Kältereiz, dann ist die ViPr positiv und es ist davon auszugehen, dass die Pulpa vital ist.

Das Kältespray hat aber nichts mit der vor vielen Jahren gebräuchlichen Vereisung vor Zahnextraktionen zu tun.

Ein weitere theoretische Möglichkeit wäre, den Zahn mit Wärmereizen zu testen. Das ginge mit warmen Wasser, was aber schlecht auf einen einzelnen Zahn aufzubringen ist, oder mit erhitzten plastischen Materialien (z.B. Guttapercha). Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass die Pulpe dauerhaft geschädigt wird, da Eiweis ab ca. 50°C denaturiert.

Versuchsweise wurde die Vitalitätsprobe mittels Stromreizen durchgeführt. Dabei werden Stromimpulse mit immer größerer Stromstärke in den Zahn gegeben, bis der Patient etwas spürt. Probleme gab es bei der kalibrierung, da die Schwankungen zwischen verschiedenen Personen sehr groß sein können.

In sehr einfachen Fällen genügt auch schon ein kalter Luftstoß aus der Wasser-Luft-Pistole der Behandlungseinheit, um festzustellen, dass der Zahn ViPr positiv ist. Eine negative ViPr kann man damit allerdings nicht feststellen.

Konsequenzen aus der ViPr

Leider ist das Ergebnis der ViPr oft unsicher und läßt sich nur unter Berücksichtigung weiterer Umstände interpretieren.

Überkronte Zähne sind nicht zuverlässig mit einer ViPr auf ihre Vitalität zu prüfen. Die Goldlegierung der unverblendeten Kronen verteilt den Kältereiz zu schnell über eine zu große fläche. Bei verblendeten Kronen läßt die Keramik keine ausreichende Wärmeleitung zu. Die Materialstärke der Krone ist nicht bekannt. Außerdem haben überkronte Zähne oft große Aufbaufüllungen, die nach einigen Monaten die Temperaturempfindlichkeit des Zahnes stark reduzieren können.

Analog zu großen Aufbaufüllungen unter Kronen deutet eine negative ViPr bei Zähnen mit großen Zahnfüllungen nicht zwingend auf eine abgestorbene Pulpa hin. Der Zahn kann auch durch die Bildung von Sekundärdentin relativ unempfindlich geworden sein. Das Sekundärdentin bildet sich an der Grenze zwischen Pulpa (Zahnmark) und Dentin (Zahnbein) und isoliert zusätzlich gegen Temperaturreize.

Auch bei stark abradierten (abgekauten) Zähnen kann die ViPr trotz vitaler Pulpa negativ ausfallen. Das ist ebenfalls auf neugebildetes Sekundärtentin und Tertiärdentin zurückzuführen. Das gleiche trifft auch auf parodontal geschädigte Zähne (Parodontitis) zu.

Auch falsch positive Ergebnisse kommen vor. Der Patient gibt z.B. an, dass er den Kältereiz deutlich spürt, aber der Zahnarzt findet nach der Trepanation (aufbohren) des Zahnes eine devitale Pulpa vor. Das ist - wenn auch selten bei einer purulenten Pulpitis (eitrige Pulpitis) oder bei einer Gangrän zu beobachten. Vielleicht leitet dann der flüssige Inhalt im Pulpenkavum einfach die Temperatur bis zum Knochen weiter, wo dann der Reiz wahrgenommen wird.

Oft ist ein Röntgenbild des Zahnes bei der Interpretation der ViPr hilfreich. Ein wurzelgefüllter Zahn kann keine positive ViPr haben. Im Röntgenbild läßt sich oft erkennen, wenn der Wurzelkanal - der die Pulpa enthält - wegen der Bildung von Sekundärdentin obliteriert (verödet) ist. Dann ist das Ergebnis einer negativen ViPr auch nicht zuverlässig.

Bei einem Zahn ohne Füllungen (oder mit relativ kleinen Füllungen) und ohne starke Abrasionen (abgekaut) ist eine ViPr recht zuverlässig.

Oft liefert eine ViPr den ersten Hinweis für den Zahnarzt, sich diesen Zahn näher anzuschauen. Er kann dann ein Röntgenbild anfertigen (Zahnfilm) und den Patienten nochmals eindringlich nach jetzigen oder früheren Beschwerden an diesem Zahn befragen. Manche Patienten teilen erst dann gelegentliche leichte Beschwerden mit.

Ein devitaler Zahn enthält die tote Pulpa. Das ist nekrotisches (totes) Gewebe. Dieses tote Eiweis setzt Giftstoffe frei und stellt einen idealen Nährboden für Bakterien dar. Die Bakterien wandern über die Karies ein, die auch die Entzündung und das Absterben der Pulpa ausgelöst hat. Daraus entwickelt sich dann eine übelriechende Gangrän.



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff ViPr (Bema) und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 8.2.2006 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).


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